
die Entwicklungsgeschichte belehrt, eine gewisse Selbstständigkeit beanspruchen. Betrachten wir zunächst
die äussere dieser beiden Schichten, die
Filzfaserscliicht oder Subcuticula im engeren Sinne.
Am Aufbaue der Filzfaserschicht nehmen — was B a l t z e r zuerst beim Echinorhynchus proteus-
nachgewiesen1) — drei sich rechtwinklig kreuzende Fasersysteme theil, die wiederum durch bogenförmig
abbiegende Fibrillen unter sich verbunden werden. Nur die äusserste, der Cuticula anliegende Zonezeigt
bei allen Spezies einen etwas abweichenden Bau. In ihr finden wir nämlich nur senkrecht zur
Oberfläche gestellte, parallele Fasern, welche in so grösser Zahl vorhanden sind, dass auf tingirten
Schnitten die betreffende Region dunkler gefärbt erscheint, als das darunterliegende Fasergewebe-
(s. Tafel 2, Fig. 6, 7, 10, pf.). Untersuchen wir diese Parallelfaserschicht bei sehr starker Vergrösserung,.
so werden wir uns bald überzeugen, dass die einzelnen Fäserchen in ganz derselben Weise mit den
Fribrillenzügen in Verbindung stehen, wie wir dies bei den Faserbögen der Ring- und Längsfibrillen.-
kennen lernen werden.
Die Anordnung der Fibrillen in der darunterliegenden eigentlichen Filzfaserschicht ist bei den*
einzelnen Spezies eine verschiedene. Ich will deshalb der Besprechung zunächst nur die beiden Arten
JEcMnoi'hyn chus anmistatus und Echinorhynchus haeruca zu Grunde legen.
Wie schon erwähnt, besteht die Filzfaserschicht aus drei in einander geschalteten, sich unter
rechten Winkeln kreuzenden Fasersystemen. Eines dieser Systeme bilden die Ausstrahlungen der Radiär*
fibrillenbündel (s. Tafel 2, Fig. 6, 10 rmf), die wir bei der Beschreibung der inneren Subcuticularschicht
kennen lernen werden. Zwischen diesen ebenfalls in radiärer Richtung verlaufenden Fibrillen flechten
sich die zu konzentrischen Schichten gesammelten longitudinalen und cirkulären Fasern wellig hindurch..
Bei Echinorhynchus haeruca finden wir zwei bis vier longitudinale (s. Tafel 2, Fig. 6, lf1, lf2) und eben
so viele mit diesen abwechselnde cirkuläre Faserzüge, während Echinorhynchus angustatus deren drei
erkennen lässt (s. Tafel 2, Fig. 10, rf1, rf2, rfs). Von den letzteren biegeny^- was B a l t z e r 2) zuerst
bei Echinorhynchus proteus beobachtete — einzelne Fasern ab, welche im Bogen die dazwischen liegende
Längsfaserschicht durchsetzen, um sich sodann den Fibrillen des nächsten Ringfaserzuges beizumengen
(s. Tafel 2, Fig. 10, rfb). Die Faserbögen beschränken sich aber keineswegs auf die cirkulären
Faserzüge, sondern finden sich, wie uns ein Längsschnitt durch die Subcuticula zeigt, in der nämlichen
Bildung bei den Längsfaserzügen wieder (s. Tafel 2, Fig. 6, lfb.).
Die Filzfaserschicht des Echinorhynchus gigas ist nicht unerheblich verschieden von der gleichnamigen
Zone der beiden seither beschriebenen Arten. Zwar lassen sich in ihr bei aufmerksamer Betrachtung
longitudinale, cirkuläre und aus der tieferen Schicht einstrahlende radiäre Fibrillen erkennen
eine Anordnung dieser Elemente zu Lagen oder Zügen ist aber nirgends nachzuweisen (s. Tafel 2, Fig. 7 ff.)..
Bei Echinorhynchus moniliformis ist das Subcuticulargeflecht sehr dünn, es beträgt kaum ein Sechstel
der darunter sich ausbreitenden Hypodermis. Auf Längsschnitten oder auf Querschnitten lassen sich zwet
’) A rchiv für Naturgeschichte. 1880 pg. 3—8.
*) Archiv für Naturge schichte. 1880. p g . 7.
Streifen mit ziemlicher Deutlichkeit erkennen. Vergeblich bemühte ich mich, die Faserelemente dieser
¿Stränge zu unterscheiden.
Bei Echinorhynchus trichocephalus, dessen Subeuticula im Hinterkörper allein einen Durchmesser
von 28—3» i1 besitzt, gelang es mir, zwei fast 6 fi in der Breite messende Zirculärfaserstränge naoh-
•zuweisen. In der oyoiden Leibesansclnvellung fehlen die gleichen Bildungen; das Aussehen der Sub-
euticula ähnelt dem des Echinorhynchus gigas (s. Tafel 2, Fig. 17, ff.).
Auch Echinorhynchus porrigens und Echinorhynchus strumosus lassen ähnliche Structurverhaltnisse
.der Subcuticula erkennen. Bei der letztgenannten Spezies sind stets drei Faserschichten und eben so
viele Verbindungsbögen vorhanden. Bei Echinorhynchus porrigens aber liegen die Zirculärfaserstränge,
-deren man vier bis fünf deutlich zu unterscheiden vermag, 60 dicht neben einander, dass sie dem Auge
/nur als dunkler gefärbte Linien erscheinen.
In der vordersten Region des Leibes, die hei Echinorhynchus strumosus und Echinorhynchus porrigens
.durch eine gewaltige Hautauftreibung gekennzeichnet ist, beim Echinorhynchus trichocephalus aber von
-dem zwischen der Cuticularfalte und der ovoiden Körperanschwellung gelegenen cylindrischen Stücke
gebildet wird, gewinnt die betreffende Schiebt dureh das massenhafte Auftreten kleiner Cuticularhaken
« n etwas modifioirtes Aussehen. Die eben erwähnten Haken sind konische Cutienlargebilde, die sieh
■aus zwei scharf gegen einander abgesetzten, substanziell verschiedenen Schichten aufbauen. Die Rinden-
.echicht repräsentirt eine B illig farblose (Echinorhynchus strumosus, Echinorhynchus trichocephalus) oder
bräunlich tingirte (EchmorhynGlius porrigens), dabei aber glasartig durchsichtige, spröde Masse (s. Tafel 8,
M 2 U die selbst von kaustischem Kali nicht verändert wird. Der von diesem chitinartigen Mantel
umhüllte Raum ist mit einer körnig faserigen, weichen Masse erfüllt, die an der Hakenbasis ohne sichtbare
Grenze in die Substanz der Filzfaserschicht übergeht (s. Tafel 8, Fig. 2. h".)\ Mit letzterer theilt sie auch
-die Eigenschaft, sieh mit Karmin sehr intensiv zu färben, während die Cutionlarkappe- den genannten Farb-
.stoff überhaupt nicht eindringen lässt. D ie b e s c h a ffe n en Häkchen haben beim Echinorhynchus uncinatus,
Echinorhynchus trichocephalus (s. Tafel 6, Fig. 19) und Echinorhynchus strumosus (s. Tafel 6, Fig. 48, a, b,
■*), die Gestalt schlanker, nur wenig rückwärts gebogener Kegel, die das Snbeutieulargewebe in ungefähr
.zwei Drittheil seiner Dicke durchsetzten. Der weit kräftigere Dorn des Echinorhynchus porrigens besitzt
■eine stark knollenartig aufgeschwollene Wurzel, die nach oben in den etwas gekrümmten Stachel ausläuft.
Im Halse und Rüssel tritt, abgesehen,: von der geringeren Dickenentwickelung, kein wesentlicher
Unterschied im Bane der Filzfaserscliicht auf. Nur beim Echinorhynchus angustatus und EcHrwrhynclim
Jiaeruca wäre hervorznheben, dass jene so regelmässig angeordneten Fibrillenzüge,Wie wir im Leibe zu
.linden gewohnt sind, im Rüssel einem wirren Fasergeflechte Platz gemacht haben.
I>ie üadiäi-fil»rillenschiclit oder Hypodermis.
Wie schon erwähnt, setzt sich die innere Subcuticularzone lediglich aus Radiärfibnllen1) zusammen.
Diese feinen faden- oder bandförmigen Fasern gruppiren sieh bei Echinorhynchus angustatus (s. Tafel 2,
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