
dem grossen Magenpolypen (p) mit.seiner weiten Mundöffmmg (gelegentlich saugte er sieh> dieselbe .zu
einer sechseckigen Scheibe verbreiternd, an die Gcliisswandnngcn ar.; sprosst die Anlage eines zweiten
hervor. Der Fangfaden hat die orange pigmentirten, körbchenförmigen und im Centrum mit langer.
Sinneshaaren ausgestatteten larvalen Batterieen verloren und weist an seiner Basis die Knospen für die;
definitiven Nesselknöpfe auf.
■ Sb lehrt denn dieses Stadium, dass ausser der frühzeitig abgeworfenen Deckschuppe und den
larvalen Batterieen alle übrigen Gruppenanhänge in. das definitive Thier .aufgenommen werden. Ende
November erschienen denn auch die jungetf-Phfsophoren a:: der Oberfläeh&t Durch S n lv a to r e 1 |(
B i an co wurden mir d ra . mit bekannter VirtuMt® conservirte juigfe Exemplare itbersendet, welche
4—6 entwickelte Schwimmglocken und 2—3 mit den für die erwachsene Physophora obarakteristisoheh
Knöpfen besetzte Fangfäden aufwiesen.
So-geht denn aus diesen Mittheilungen hervor, d a ss d ie iir F r ü h j a h r i n d ^ O b e r f
l ä c h e a u f t r e t e n d e n ju g e n d l i c h e n P h y s o p h o r a -L u rv o r i m it B e g in n dos S om m ers
g r ö s s e r e T i e f e n a u f s u c h e n , u a p a n n n a ch V o lle n d u n g i h r e r M e tam o rp h o s e m it B e g
in n des W in t e r s a u f z u s t e ig e n lin d zu g e s c h i e c h t s r o i f e n T l iie r e n s ich zu e n tw ic k e ln .
Wenn es auch nicht in meiner Absicht liegt, an dieser Stelle auf morphologische -Betrachtungen
mich eänzulassen, so will ich doch hervorheben, dass für Physophora der frühzeitige Schwund der larvalen
-Nesselknöpfe charakteristisch ist. Die Larven des Halistemma besitzen den W a le n Fang-faden noch, während
bereits an den oberen Magenschläuchen, die definitiven Batterieen angelegt werden. Noch länger ist : ^ r
bisher unbekannte larvale Fangfaden an dem unterstem centralen Polypen beider Forskfilia-Arten nachweisbar.
Dass ler aheh bei den AgÄmen lange Zeit neben, den späteren heteromorphen Fangfäieieisich
erhält, haben schon frühere Forscher hervorgehoben. Sehr eigenthürnlich verhält sich in dieser Hinsicht
MhizopJiysa. G e g e n b a u r 1) wies bekanntlich nach, dass1 an dem F an g fadS derselbe^» drei Formen von
Batteriedfi auftreten, von denen sonderbare mit einem schnab.eiförnngen Fortsatz versehene Nesscl^pipfe
(Gegbr. Fig. 9) in der Minderzahl entwickelt sind. Gerade diese Nesselknöpfe treten jedoch aiischliess-
lich an den jüngsten von mir beobachteten Fangfäden auf. An älteren Exemplaren erscheinen jpgi demselben
Fangfaden allmählich die beiden anderen Formen von Batterieen. So besitze ich jug.endlich|;
Khizophysen, an deren Fangfadenende bis gegen 15 vogelkopiÄfiehe Batterieen sitzfffi, ehe i p amdiären
auftreten. Allmählich werden sie häufiger angelegt, um dann späterhin etwa die Hälfte der Nesselknöpfe
auszumachen. An Exemplaren von mittlerer Grösse kehrt sieh das zu Gunsten der später
auftretenden Batterieen um und G e g e n b a u r gibt richtig an, dass zwischen etwa 10 Batterieen j.- eine
vogelkopfihnliehe beobachtet wird. An den ältesten Rhizopifsen eSfdlich vermisste fch mWrOoheren
Hälfte des Eangfadens die genannten Nesselknöpfe. ; Hier steht zwischen 12 11 mit 2 Seiienästen äpsgestatteten
Batterieen (Geghr. Fig. 7) je ein grösser Nesselknopf mit dichotom verästelten fingepfrmigen
Ausläufern. So s p ie l e n d e n n o f f e n b a r d ie v ö g e lk o p f ä h n l i c h e n N e s s e lk n ö p f e d ie R o lle
v o n l a r v a l e n G e b i l (jAn u m it R h i 9 p p h y s a i s t i n s o f e r n 1 djer r e i c h , a l s s i e z e i g t ,
d a s s an e in em u n d d em s e lb e n F a n g f a d e n d e r W e c h s e l der B a t te r ie e n s ich v o llz ie h t.
1) C. G e g e n b a u r . Beitrag z. Kenntniss der Schwimmpolypen. Zeitsehr. f. wiss. Zool. Bd. 5. p. 329. Taf. 18. Fig. 7—9.
Ich vermuthe denn auch , dass der dem ältesten Magenschlauch ansitzende Fangfaden von Physophora
nicht neu gebildet wird, sondern dass nach Verlust der larvalen Nesselknöpfe lediglich die Neubildung
der definitiven Batterieen an demselben Fangfaden anhebt.
5. Ctenophorae.
Wie ich im allgemeinen Theile ausführen werde, so ist es mir schon vor Jahren gelungen, über
den Verbleib einiger Ctenophoren während des Sommers Aufschluss zu erhalten. So fischte ich im Sommer
1877 aus etwa 100 Meter Tiefe Berod ovata und Larven des Gestus Veneris. Ich kann diese Beobachtungen
nach meinen jetzigen Erfahrungen bestätigen und erweitern. Aus einer Tiefe von 150 Meter wurde am
17. September eine kleine Beroe ovata erbeutet und am 9. September ein junger Venusgürtel. Ende
September fand ich einen solchen in 50 Meter und gleichzeitig wurde auch das erste Exemplar an der Oberfläche
beobachtet. Ueberraschend war es mir jedoch, dass Gestus Veneris auch die grössereu Tiefen aufsucht.
Schon bei den ersten Zügen vor Ponza in 1200 Meter Tiefe gelangten Bruchstücke alter Exemplare an die
Oberfläche und späterhin waren fast regelmässig Theile desselben in dem grossen Netze enthalten. Auch jüngere
Exemplare und Larven (von letzteren aus 800 Meter vor Ischia das Stadium mit je einem Schwimmplättchen
in den 8 Rippen) sind in der Tiefe vertreten. Von sonstigen Ctenophoren erwähne ich eines Exemplares
von Hormiphora plumosa aus 150 Meter am 17. September, die bisher nur während des Winters und
Frühjahres an der Oberfläche beobachtet wurde. In a u f f ä llig em G e g e n s a tz zu den b is h e r
a n g e f ü h r te n A r te n s te ig e n d ie g e la p p te n C te n o p h o r e n n ie in d ie T ie fe . Ihre Larven
sowohl, wie die ausgebildeten Tliiere bevölkern in enormen Schwärmen die oberflächlichen Schichten bei
Tag und Nacht. Welch’ eigenthümliche Erscheinungen in der Fortpflanzung von Eucharis und Bolina durch
den ständigen Aufenthalt in den oberflächlichen, der vollen Einwirkung von Licht und Wärme ausgesetzten
Schichten bedingt werden, soll am Schlüsse der allgemeinen Betrachtungen noch dargelegt werden.
I I I . JEchinodermata.
Die Larven der Echinodermen vermisste ich durchaus in grösseren Tiefen; unterhalb 100 Meter
gelangten sie nicht mehr in die Netze.
IV . V enne s.
1. Turbellarii.
Ein einziges Mal war in dem grossen Netz aus 600 Meter Tiefe eine rhabdocöle Turbellarie von
2,5 mm Länge enthalten. Sie war milchweiss und besass einen roth durchschimmemden Darm. In dem
Uhrschälchen begann sie alsbald unter lebhaften Contraktionen an den Wandungen zu kriechen. Bei
dem'Versuch, sie in Sublimat zu conserviren, contrahirte sie sich dermassen, dass röthliche Fetttropfen
ausgestossen wurden und eine nähere-Bestimmung nicht vorgenommen werden konnte.
2. Chaetognatha.
Die Sagitten bilden gemeinsam mit den Radiolarien, Tomopteriden, Diphyes Sieboldii und den
Crustaceen die häutigsten und constantesten Bewohner der grösseren Tiefen. In zahllosen Mengen
gerathen sie sowohl in das offene, wie in das Schliessnetz von 100 Meter an bis zu 1300 Meter. Am
gemeinsten ist die grosse Sagitta hexaptera d’Orbigny, die man in allen Stadien regelmässig im