
Aufbau ih re r eigenen Schale verwenden. Ausserdem nahmen sie s te ts n ich t n u r Sand-, resp. Quarzkörnchen
etc. auf, sondern auch Glimmerplättchen. Im Gegensatz zu d e r w eiter un ten genannten
JDifflugia spec. schienen sie also g a r keine Auswahl irgend welcher A r t zu treffen. J a , in einem Falle
sah ich sogar in einer Diatomeenkultur, die keine Sandkörnchen etc. enthielt, Difflugien, deren Schale
fa s t ausschliesslich aus Diatomeenschalen bestand.*)
Eine grössere Schale von D. pyriformis stelle ich fe rn e r deshalb bildlich d a r (Taf. IX, Fig . 10),
um au f die grosse Regelmässigkeit hinzuweisen, welche grössere Individuen bei dem Bau ih re r Schale
befolgen. Kleinere, also noch nich t ausgewachsene Individuen zeigten nämlich den Schalenrand meist
etwas unregelmässig und aus Steinchen etc. gebildet, die sich hinsichtlich ih re r Grösse kaum von den
übrigen, die Schale zusammensetzenden unterscheiden. Die. in F ig . 10 abgebildete Schale jedoch, die ich
als a u s g e w a c h s e n ansehen möchte sie la g mit d e r Oeffnung nach oben —, liess nun erkennen,
dass d e r Rand d e r Oeffnung und die d a ran anstossende Region von s e h r k l e i n e n Steinchen zusammengesetzt
war, die ganz allmählich in grössere übergingen. Eine gewisse Auswahl von Baumaterial bes
te h t mithin auch bei diesen Difflugien.
Difilugia pyriformis • var. (?)
Abbild. Taf. IX, Fig. 3 a, b. Vergr. = ca. 800.
Von Schalen, die za Difflugia gehören, fielen mir wiederholt solche anf, deren Oeffnung ausserordentlich
enge w a r, wie dies im D u rch sch n itt (Fig. 3a) besonders deutlich wird. Mehrere solche
Difflugien waren auch lebend. Im F reien fand ich d e ra rtig e Schalen nie, wohl abe r in K u ltu ren , die
seh r lange standen, so dass ich geneigt bin, h ie r eine pathologische Veränderung oder den Uebergang
in einen geschlossenen Dauerzustand anzunehmen.
Difflugia spec.
Abbild. Taf. IX, Fig. 4. Vergr. = ca. 1000.
Den h ie r k u rz zu behandelnden monothalamen Rhizopoden fand ich n u r einmal, und zwar
lebend, m emer Teiohwasserkultur. D a ich ih n auch sonst leider n ich t w e ite r bea ch tete, so möchte
ich davon Abstand nehmen, eine eigene Species aufzustellen. Vielleicht h an d e lt es sich auch um weiter
nichts, wie um eine A b a rt einer Difflugia, etwa D. lohostoma L e id y , oder g a r D. pyriformis.
Die G e sta lt d e r Schale des vorliegenden Organismus w a r die eiförmige einer Difflugia pyriformis,
n u r erschien die Oeffnung als eine seh r weite. D e r Längsdurchmesser w a r OB. 35—40 p, der Quer-
durchmesser d e r drehrunden Schale ca. 25 p.
Die Schale w a r deutlich aus zweierlei Elementen zusammengesetzt, nämlich einem lebhaft
brau n en , wahrscheinlich „chitinigen“ S u b stra t und Fremdkörperchen, die indessen n ich t dichtgedrängt
la g en , wie bei einer anderen Difflugia,. sondern sp e rrig , d; h . im Allgemeinen um ih re eigene Breite
von einander entfernt. Diese Fremdkörperchen waren fe rn e r n ic h t gewöhnliche Sandkörnchen etc. in
b u n te r Mischung, sondern waren, wenn 'auch von verschiedener Grösse und G estalt, so doch sonst von
ü b e r e i n s t im m e n d e r Beschaffenheit. Man konnte fe rn e r deutlich erkennen, dass es feine P l ä t t c h e n
») Vergl. Leidy Hr. 2 1. c,, Taf. X, Fig. 18, 22, 28 etc.
waren, die, an sich ohne Farb e; stellenweise die braune Unterlage mehr oder weniger durchschimmern
Hessen. Da sich in derselben C u ltu r sowohl Sandkörnchen aHer A rt, wie auch aus solchen zusammengesetzte
Difflugien befanden, so g eh t mithin aus diesem Umstande h e rv o r, dass unsere Difflugia eine
sorgfältige Auswahl getroffen h a tte . Wie h ie r nicht weiter ausgeführt werden kann, besteht das anstehende
Gestein Córdobas aus einem ro te n Gneis, d e r steUenweise s ta rk von GHmmer (span. Mica)
durchsetzt ist, und die vorliegenden weissen P lä ttch en h a tten mit kleinen Glimmerplättchen, die sich
allenthalben im Sande Córdobas finden, eine auffallende Aehnlichkeit. Leider unterHess ich es jedoch,
diese Uebereinstimmung’mikroskopisch festzustellen.*)
Von dem Weichkörper u n serer Difflugia sah ich n u r die Pseudopodien, die denen d e r anderen
Difflugien glichen.
Difflugia spec.
Abbild. Taf. IX, Fig. 6. Vergr. = ca. 300.
N u r einmal fand ich diese riesengrosse Schale, und zwar zwischen Lemna etc. aus d e r Laguna
Peitiadu. Ob es ü b erh au p t eine Difflugienschale i s t , muss zweifelhaft bleiben, doch sei sie d e r VoH-
s tän d ig k eit h alb er h ie r erwähnt.
Die G e sta lt der Schale w ar etwas länglich eirund und drehrund, ähnlich wie bei D. pyriformis.
Die Oeffnung w a r seh r weit. Die Länge b e tru g ca. 150 p, die grösste Breite ca. 120 p.
Die Schale bestand au s-ein er einheitlichen Masse o h n e Fremdkörper. Sie w a r braun, ähnlich
d e r in Fig. 4 darzusteUenden Difflugia und von erhebHcher Dicke, wie d e r optische S ch n itt zeigt.
D e r Rand w a r gleichmässig fein und gekerbt, die Oberseite der Schale dementsprechend rauh.
Difflugia globulosa Duj.
Abbild. Taf. IX. Fig, 8, 8 a, 9. Vergr. = 1000.
Ausserordentlich häufig, und häufiger als andere monothalame Rhizopoden fand ich in den
Gewässern Córdobas leere und lebende Exemplare von Difflugia globulosa in verschiedener Grösse.
Wäh ren d einige der Schalen Abbild. Taf. IX , Fig. 8 aus ziemlich regelmässigen und gleichgrnssen
Sandkörnchen zusammengesetzt waren, fiel mir bei ändern wieder au f (Fig. 9), dass zwischen die gleich-
grossen kleineren Steinchen in ziemlich regelmässigen Abständen re ch t grosse eingestreut waren, was
ich nicht u n erw äh n t lassen möchte.
Cocliliopodium spec.
Abbüd. Taf. X, Fig. 16, 18. Vergr. = 600. Fig. 17. Vergr. = 1000.
W äh ren d ich das bekannte Cocliliopodium bilimbosum häufig und an fa s t all den daraufhin u n te rsuchten
Orten a n tra f, bemerkte ich am Grunde einer Regenwassertonne einige Exemplare von Codäio-
podium, die mir etwas abweichend zu sein schienen. Wäh ren d nämlich bei C. bilimbosum die Schale
*) Demjenigen, dem daran liegen sollte, diese Difflugia benannt zu sehen, würde ich den Speciesnamen D. mica vorschlagen.1