
von Bremen); er hat aber auch der Fauna der Insel Helgoland und der des salzigen Sees bei Halle a. S.,
der das Interesse vieler Forscher wachrief, sein Augenmerk zugewandt. Als absolut, resp. für Deutschland
neu gab er folgende Arten an :
Cyclops liyalinus n. sp.,
„ macrui'us Sars,
! ornatus Poggenpol,
n pygmaeus iif. sp.,
| Popp ei n. sp.,
I oithonoides Sars, -
| helgolandicus n. sp.,
Canthocamptus gracilis Sars,
„ trispinosus Brady,
r fontinalis n. sp.,
Temora Clausii Hoek ^^mEhiry temora lacinulata Fischer,
Diaptomus coeruleus Fischer.
Hierzu ist zu bemerken, dass der Cycl. liyalinus und Cycl. Poppei nur als Varietäten dés Cycl.
oithonoides Sars, resp. des Cycl. fimbriatus Fischer angesehen werden dürfen und dass der Cycl. pygmaeus
wie der Autor später selbst angab, mit Cycl. affinis Sars identisch ist. Den Cycl. ornatus Poggenpol hat
R e h b e r g überhaupt nicht beobachtet, es war dies, wie die Angaben der Diagnose erkennen lassen,
der Cycl. Clausii Heller. Auch der Cycl. helgolandicus kann als gesonderte A rt nicht bestehen bleiben •
es ist diese Form dem Cycl. odessanus Sehmankewitsch identisch, welche wieder als Varietät des Cycl.
bicuspidatus Claus anzusehen ist. Obgleich R e h b e r g den Diapt. coeruleus Fischer und Diapt. Castor
mit einander vermengte, ein Versehen, welches erst durch die wichtige Calaniden-Arbeit' von d e G u e r n e
Und R i c h a r d 1) abgestellt wurde, so mag die erstere A rt doch als zuerst von R e h b e r g in Deutschland
festgestellt gelten.
R. L a d e n b u r g e r 2) untersuchte im Jah re 1884 den salzigen See bei Halle a. S. Seine Angaben
in betreff der Fau n a dieses Wasserbeckens sind fast werthlos, müssen aber trotzdem hier kurz berührt
werden. E r fand in diesem See einen in ausserordentlicher Menge auftretenden Diaptomus, den er aber
unbestimmt liess (s. später), ferner drei sehr weit verbreitete und gemeine Oyclops-Arten und will endlich
noch beobachtet haben: die marine Gattung Oiihona Baird und ganz vereinzelt die ebenfalls nur das
Meer bewohnende Cyclopsine gracilis Claus! Diese groben Fehler h at bereits
S. A. P o p p e 3) berichtigt, dessen Arbeiten wir uns nunmehr zuwenden wollen. Derselbe untersuchte
zunächst das von M a r s h a l l in demselben See gesammelte Crusfaceen-Material und wies für dieses
Gewässer (die Beobachtungen R e h b e r g ’ s benutzend) eine grosse Zahl in der deutschen Fau n a bereits
bekannter Spaltfusskrebse nach, identificirte aber irrthümlich den von Ladenburger unbestimmt gelassenen
Diaptomus mit dem Diapt. laticeps Sars. (S. später.)
*) de G u e rn e und R ic h a rd , Révision des Calanides d’eäu douce.
*) L a d e n b u rg e r , Zur Fauna des Mansfelder Sees.
®) P o p p e , Bemerk, zu R. Ladenburgers „Fauna des Mansfelder Sees14.
Im J ah re 1880 bereicherte dieser ausserordentlich gewissenhafte Beobachter das Verzeichnis der
deutschen Copepoden um eine neue Art, die Eurytemora (Temora) affinis n. sp. 1), in den Jahren 1886 und
1887 um drei weitere Calaniden, den Diaptomus Zachariasi n. s p .2), die Eurytemora (Temorella) lacustris
n. sp. und Heterocope appendicidata S a rs8). Weiter veröffentlichte derselbe im Jah re 1889 die Ergebnisse
seiner Untersuchung einer grossen Anzahl von Süsswasserbecken des nordwestlichen Deutschlands 4i,
durch welche ein weiterer Copepode als zur Fauna Deutschlands gehörig nachgewiesen w u rd e : Cantho-
camptus Borcherdingii n. sp. Auch soll nicht unerwähnt bleiben, dass P o p p e vielleicht schon den
Cyglops languidus Sars beobachtet hat.5)
Die Copepoden-PaM\\o des südwe stlich^ Teiles von Deutschland studierte J . V o s s e l e r . In
seiner 1886 erschienenen H au p ta rb e it6) stellt er zwei neue Cyclops-Arten au f, den Cycl. pentagonus und
Cycl. bodämicus. Die erste der beiden Species ist mit Cycl. prasinus Fischer, die zweite mit Cycl. strenuus
Fischer zu vereinigen. F e rn e r bearbeitete V o s s e i e r die Copepoden-Yoxma, der Eifelmaare nach dem von
0 . Z a c h a r i a s daselbst gesammelten Materiale7). Dabei gelang es ihm , einen neuen Bürger der deutschen
Fau n a jsu entdecken, den Diaptomus graciloides Lilljeborg. Der Von ihm aufgestellte. Cyclops
maarensis ist dem Cycl. macrurus Sars identisch.
Im J ah re 1891 fügte I m h o f 8) der Liste der deutschen Copepoden eine neue Art hinzu, den
Diaptomus Gru-ernei n. sp., den er in einem See des Schwarzwaldes beobachtete.
Somit wäre nun festgestellt, wie nach und nach die Glieder der deutschen Copepoden-Fauna
bekannt geworden sind, und es bliebe nur noch übrig, hinzuzufügen, welche für die Fauna unseres
Vaterlandes, bisher unbekannten oder nicht sicher bekannten Arten mir während der circa vierjährigen
Beschäftigung mit den deutschen Spaltfusskrebsen zu Gesicht gekommen sind.
Es gelang mir, das Verzeichnis der Cyclopiden zu vergrössern um folgende Sp ecies:
Cydoi's bicolor Sars,
„ varicans Sars,
„ gracilis Lilljeborg,
„ bisetosus Rehberg und
„ Dyboioskii Lan d e;
ferner könnt«; ich als unzweifelhaft sicher für Deutschland nachweisem:
Cyclops oithonoides Sars und •
„ languidus Sars.
*) P o p p e , Ueber eine neue Art der CaZa»tde»-Gattung Temora. ,
*) P o p p e , Ein neuer Diaptomus aus dem Hirschberger Thal.
3) P o p p e , Beschreibung einiger neuer Eniomostraceen aus norddeutschen Seen.
4) P o p p e , Notizen zur Fauna der Süsswasser-Becken des nordwestlichen Deutschland.
®) c f. R e h b e r g , B e i t r . z u r K e n n t n . p . 5 4 4 u . P o p p e , N o t i z e n z . F a u n a p . 5 4 3 .— D a s s d i e s e m F o r s c h e r a u c h ,
d e r Cycl. bicolor S a r s V o r g e le g e n h a t , h a b e i c h a u s Z e i c h n u n g e n e r s e h e n k ö n n e n , w e l c h e er m i r i n l i e b e n s w ü r d i g e r W e i s e
z u r V e r f ü g u n g s t e l l t e .
6) V o s s e ie r , Die freil. Oopep. Württembei'gs.
7) V o s s e ie r , Die Copepode»-Fauna der Eifelmaare.
8) Im h o f, Ueber die pelagische Fauna einiger Seen des Schwarzwaldes.
Bibliotheca Zoologien. Heft 11. „