
Bezug au f die bereits erwähnten Exemplare des' Cycl. bicuspidatus. mit vierzehngliedrigen Vorderantennen,
welche den „dicht mit Algen verwachsenen seichten Tümpel“ bewohnten, sagt e r: „Korrelativ mit dieser
Rückbildung zeigten d ie Schwimmfüsse eine geringere Entwicklung, indem sie oft zwei Aeste mit je nur
zwei Gliedern oder n u r solche mit ganz kurzen Gliedern trugen. Da es sich nun um Reduktionen der
Schwimmapparate handelt, lag die Vermutung nahe, dass auch die als Steuer thütige Furlca verkümmert
sein werde. In der That ist diese Verkümmerung im Vergleich zu der F u rk a eines normalen Tieres
ganz bedeutend.................... Die Lokomotionsfähigkeit war durch die Menge der Algen und die geringe
Tiefe des Wassers gehemmt.“ ■
Bei den Tieren, welche den übrigen Forschern und mir Vorlagen, waren — weil sie freie Gewässer
bewohnten und nicht in dem Masse an ihrer Fortbewegung gehindert waren, wie die Exemplare
V o s s e l e r s , auch nur die ersten Antennen rückgebildet.
Uebrigens müssten planmässig angestellte Versuche bald vollkommenes Licht über die dem Ata-*
vismus bedingenden Faktoren verbreiten.
Nebenbei mag bemerkt werden, dass H e r r i c k , obwohl er au f den Cycl. helgolandicus Rehberg
Bezug nimmt1), doch unterliess, au f denselben seine „Heterogenesis-Theo.rie“ anzuwenden. Indem ich auf
meine Stellungnahme zu dieser Theorie verweise,2) möchte ich nur erwähnen, dass der Cycl. bicuspidatus
Clans nicht etwa das „Postimago“ der var. odessana, und diese Form eine „geschlechtsreif gewordene
La rv e“ jen e r ist. B e id e s s i n d v o l lk o m m e n e n tw i c k e l t e T i e r e e i n e r A r t ; nur dass bei der
var. odessana die Spaltung des achten Segments der Vorderantennen unterblieben ist. L a r v e n -
c h a r a k t e r h a t d i e v a r . o d e s s a n a e b e n s o w e n ig w ie d e r t y p i s c h e C y c l. b i c u s p i d a t u s ,
7. Cyclops languidus Sars.
(Taf. I I I , Fig. 9— 17).
1862 Cyclops languidus Sars, Oversigt. p. 249—251.
1884 „ „ Herrick, A final report. p. 154.
1891 „ „ Schmeil, Beitr. z. Kenntnis, p. 29.
1891 „ „ Richard, Recherches sur les Copep. p. 232.
Bemerkungen zu den Synonyma.
H e r r i c k h at den Cycl. languidus selbst nicht beobachtet. Ich erwähne seine ausserordentlich
mangelhafte Beschreibung nur d e r Vollständigkeit wegen.
R i c h a r d führt die vorliegende A rt bereits an in : nCladoc. e t Copep. nön mar. de la fanne
franQ.“ p. 8.
1) JH e rrick , A final report. p. 155.
) s. das bezügl. Kapitel bei Cycl. albidus.
Charakteristik der Art.
Die gesamte K ö r p e r f o rm (Taf. I I I , Fig. 9) des Tieres ist eine sehr zierliche und schlanke.
, D er dorso-ventral zusammengedrückte C e p h a l o t h o r a x ist nach vorn und hinten gleichmässig
verschmälert. Die hinteren Ecken des zweiten bis vierten Segments sind etwas verlängert und ebenso
wie die des ersten und fünften Segments gleichmässig abgerundet. Das letzte Segment übertrifft den
•ersten Abdominalabschnitt n u r wenig an Breite.
Das A b d o rn e n ist ‘dünn. Das e rs te (Q ) Segment (besonders von der ventralen Seite ans betrachtet
.— Taf. III, Fig. 15—17) zeigt höchst charakteristische Umrisse; es ist nicht nur d a , wo die Ovidukte
münden, tie f eingebuchtet, sondern zeigt auch noch jederseits in (ungefähr) der Mitte der unteren Partie
•einen bei keiner weiteren A rt zu beobachtenden Einschnitt. Die Hinterränder der einzelnen Ringe sind
nicht ausgezackt,' der des letzten träg t — wie dies Regel ist — einen Besatz feiner Dornen.
Die F u rk a (Taf. I I I , Fig. 14) ist etwas länger als die beiden letzten Abdominalsegmente. Die
•Seitenborste ist am Beginn des letzten Drittels inseriert. Die Länge der innersten, sehr kurzen Apikal-
boi’ste verhält sich zu der der äussersten, welche zu einem starken Dorne umgeformt is t, wie 3 : 4 .1)
Die beiden mittleren -sind allein entwickelt; ihre Befiederung ist sehr schwach. Die grösste derselben
•erreicht fast die Länge des gesamten Abdomens, die kürzere ungefähr die der F u rk a j und der zwei
letzten Abdominalsegmente zusammengenommen.
Die mit nur kurzen Borsten ausgerüsteten e r s t e n A n t e n n e n (Taf. III, Fig. 10) überragen
•den Hinterrand des ersten Vordefleibsabschnittes nur wenig. Die Längen Verhältnisse der einzelnen
Segn lente sind dieselben wie die der siebzehngliedrigen Antennen anderer Arten ; nur ist hier das dritte
Glied nicht in eine Teilung eingegangen, wohl aber oft — vergl. die Zeichnung — an ge deutet. Die
d re i letzten Segmente sind n u r wenig entwickelt. Der Sinneskolben dieser — also nur sechzehn-
gliedrigen — Fühler befindet sich am elften Segmente; die Stellung desselben entspricht also vollkommen
d e r dieses Organs an denjenigen Antennen, bei welchen die vollständige Spaltung des dritten Segments
zustande kommt.
Höchst charakteristisch für die Art ist die Bildung der S c h w im m f ü s s e 2) (Taf. 3, Fig . 11 u. 12).
Während bei den übrigen Spezies sämtliche Aeste entweder drei- oder zweigliedrig sind, beobachtet
man hier drei- und zweigliedrige zu gleicher Zeit. Zweigliedrig sind die beiden Aeste des ersten und
der Innenast des zweiten Paares, alle übrigen aber sind dreigliedrig. Wie bereits S a r s angiebt, ist die
-Zweigliedrigkeit der betreffenden Zweige dadurch zu erklären, dass bei denselben die Spaltung des
zweiten Segments unterblieben ist. Das zweite. Segment dieser Aeste, welches also dem zweiten und
dritten gleich zu setzen ist, zeichnet sich deshalb durch auffallende Breite und Länge vor dem betreffenden
Grundgliede aus.
*). S a r s : ................. „setarum apicalium interna brevissima dimidiam longitudinem .éxterni vix superante.“ - ^
R ic h a rd : 5 : 9.
u s) Die Bemerkungen S a rs ’, betreffend die von C la u s in seinem „Genus C y c lo p sp. 22 resp. p. 13 ausgesprochenen
Ansichten über die Gliederzahl der Schwimmfüsse und‘der ersten Antennen, sind durch C lau s selbst erledigt,
welcher in seinen „Freileb. Copep.“ eine Cyclops-Arx, mit elfgliedrigen Antennen und zweigliedrigen Aesten der
•Schwimmfüsse beschreibt (den Cycl. minutus Cls. = C. diaphanus Fischer).