
öfteren zu sehen. Die Substanz der S trah len endlich is t ein kla res h y alin es Plasma, ohne sichtbare
Körner etc.
D er eigentliche Kö rp er is t sch arf umschrieben, rundlich-klumpig und oft birnförmig oder ähnlich
ausgezogen. E r scheint n u r Entoplasma zu enthalten, in welchem grösstentheils die gelb-glänzenden
Krümelkörner suspendirt sind. Im Centrum lieg t der Nucleus als ein Bläschen, m it einem Morulit
versehen, während am Rande zwei oder auch mehr klein bleibende k o n trak tile Vacuolen auffallen,
welche abwechselnd pulsiren.
Die Grösse dieses Organismus b etru g ca. 25 |a, d e r Durchmesser des Kerns ca. 6 ja. Seine
Bewegungen wie seine Gestaltsveränderungen scheinen trä g e zu bleiben.
Olfvina*) iiionostoimim n. g. n. sp.
Abbild. Taf VII. Fig. 16 und 17. Vergr. = ca. 1200.
Aehnlich wie d e r eigenthiimliche Organismus, d e r h ie r als Bosario argentinus (s. d.) aufgeführt
is t, nimmt auch der nun folgende eine absonderliche Stellung ein. N u r wegen seiner feinen, aber
doch anscheinend s ta rre n Umhüllung sei e r den monothalamen Rhizopoden beigefügt und könnte vielleicht
in d e r Nähe von Pamphagus B ailey stehen.
Le id er fand ich von d e r Olivina monostomum n u r zwei Exemplare, die au f einander bezogen
werden können. Sie lebten im Schlamm einer Wasserprobe, die ich dem Depösito (Reservoir) au f dem
Akademiedache frisch entnommen h a tte , und zwar w a r dies Mitte F eb ru a r. Beide Exemplare waren
von verschiedener Grösse, das eine, gedrungenere etwa 10 ja lang, und 0—7 ja b reit, das andere, mehr
längliche ca. 20 ja lang und 10 ja breit. Auch hinsichtlich der äusseren G e s ta lt liess sich zwischen
den beiden eine gewisse Verschiedenheit ko n statiren . Das grössere Thierchen w a r nämlich nich t n u r
schlanker, wie aus den angegebenen Dimensionen zu ersehen ist, sondern die Nabelseite w a r auch ein
wenig abgeflacht, so dass die Form in die einer Niere oder Bohne überging, zumal d e r Nabel noch
etwas mehr eingezogen w a r, als bei dem zweiten Individuum. Dies h a tte fa s t genau die G e s ta lt eines
Rotations-Ellipsoids oder einer Olive, und die Nabelstelle w a r n u r unmerklich m a rk irt. L ieg t sie
fe rn e r zw a r in beiden Fällen in der Mitte d e r einen Längsseite, so ste llte sie doch bei dem erste ren
Individuum einen etwas s c h ie f e n A u ssch n itt d a r (Taf. VII, Fig. 17), während sich bei dem anderen
davon nichts bemerken liess.
De r äussere Umriss der O. monostomum is t ein sch arfer und g la tte r. Bei s tä rk e re r Ver-
grösserung s te llt e r sich als eine deutlich d o p p eltk o n tu rirte Hülle d a r, die überall von gleichmässiger
S tä rk e — vom Nabelloch abgesehen — dem Weichkörper p ra ll anliegt. Sie is t farblos und glashell.
Irg en d welche Gestaltsveränderungen sah ich n ich t vor sich gehen, obgleich ich das zweite Individuum
längere Ze it hindurch beobachtete. Die Hülle muss somit als eine s ta r r e Schale aufgefasst werden,
so etwa, wie sie von D iptophri/s beschrieben wird.
Hinsichtlich des In h a lte s der beiden Thierchen bestehen solche Verschiedenheiten, dass es besser
is t, jedes fü r sich zu behandeln. Das e rste re w a r m it allerhand kugeligen Körpern d ich t e rfü llt, von
denen der grösste sich als ein S tä rk ek o rn erwies (Taf. V II, Fig. 17). Andere, kleinere h a tte n grosse
Aehnlichkeit m it Paramylonkörnern, während d e r übrige In h a lt deutlich pflanzlichen Ursprungs w ar
und grünliche sowie bräunliche und röthliche Körperchen vorstellte. Dazwischen lagen noch kleine,
*) So genannt wegen der olivenartigen Gestalt.
aber gleich grosse, fe tta rtig e Kügelchen und endlich, mehr der convexeren Längsseite zu, ein runder
blasser Körper, den ich geneigt bin fü r den Kern zu halten. Vacuolen irgend welcher A r t fehlten
völlig, und auch sonst lä ss t sich bei d e r dichten Anhäufung der Inhaltsbestandtheile vom plasmatischen
In h alte nichts Positives aussagen. Jedenfalls liess sich ein Unterschied zwischen einem Ecto- und
einem Entoplasma nicht konstatiren.
Die Anwesenheit der pflanzlichen Fremdkörper kann n u r au f aufgenommene Nahrung hingedeutet
werden, und im Anschluss d a ran unzweifelhaft auch das grosse S tä rk ek o rn sowie die paramylon-
a rtig en Körner. Damit schon wäre ein Grund gewonnen, die O. monostomimi zu th ie ra rtig en Organismen
zu stellen, und es muss angenommen werden, dass die Nahrungsaufnahme durch die Nabelöffnung hindurch
erfolgt, die allerdings nicht u nmitte lb ar bis in das In n e re hinein v erfolgt werden konnte. Ich
vermochte auch ein eigentliches Loch in der Schale nicht zu sehen, das gross genug gewesen wäre, die
zum Theil doch enormen Nahrungskörper hindurch zu lassen. Die feine Oeffnung, welche dem dünnen
Pseudopod als D u rc h tritt dient, müsste mithin einer ganz erheblichen Erweiteru n g fähig sein.
Das andere noch in B e tra ch t kommende Individuum besass einen viel farbloseren In h a lt, der
aus einem schwachgekörnten Plasma b e s ta n d , das bloss einige wenige grüne Körper umse bloss
(Taf. VII, Fig. 16), die ih re rseits ebenfalls als Fremdkörper zu deuten sind. Vacuolen fehlten auch
h ie r und d e r Kern w a r n u r schwach angedeutet.
Mit das meiste In te resse bei u n serer O. monostomum müssen die Pseudopodien in Anspruch
nehmen. Sie entspringen s te ts als ein einzelner, feinerer cylindrischer Faden aus dem Nabelloch und
dieser blieb bei dem grösseren Individuum auch u ngetheilt (Fig. 1 7), so dass eine grosse Aehnlichkeit mit
dem Pseudopod von Bosario argentinus obwaltet, abgesehen davon, dass er in unserem Falle viel k rä ftig
e r ist. Es is t dabei fa s t genau gleichmässig dick und endet stumpf und n ich t zugespitzt. Seine
Substanz is t ein hyalines, kla res Ectoplasma. Bei dem kleineren Individuum w a r ursprünglich auch
bloss ein einzelnes Pseudopod v o rhanden; im Laufe der Beobachtung indessen gabelte sich u n te r einem
fa s t rech ten Winkel noch ein zweiter Fad en davon ab (Fig. 16), d e r sonst dieselbe Beschaffenheit
h a tte . Beiderlei Pseudopodien konnten fe rn e r bald lang ausgestreckt werden und ungefähr die doppelte
Länge des Thierchens erreichen, bald wurden sie eingezogen, um nach k u rz e r Ze it wieder sich tb ar zu
werden. Auch sonst waren ih re Bewegungen re ch t lebhafte. Sie krümmten sich und schlängelten
mu n ter hin und her, jedoch nich t nach A r t einer Geissel. Dennoch aber schienen sie dadurch den
ganzen Organismus, d e r leb h a ft umherschwamm, v o rw ä rts zu treiben, was leider nich t mehr m it Sicherh
e it festg e stellt werden konnte. Wahrscheinlich is t mir n ur, dass die Pseudopodien von der U n te rlage
aus bald abstiessen, bald sich festheftend anzogen.
Rosario*) argentinus n. g. n. sp.
Abbild. Taf. TU. Fig. 11—15. Vergr. = ca. 1800.
E s d ü rfte schwer h a lten u n te r den Protozoen einen Organismus zu finden, d e r m it dem uns
h ie r beschäftigenden einige Aehnlichkeit h ä tte . Es w a r daher zum mindesten die Aufstellung eines
neuen Genus geboten, während es weiterhin angemessen erscheint, dieses in die Gruppe der Helioamöben
aufzunehmen, hauptsächlich der feinen, körnchenfreien S trah len wegen, die w ir ja wiederholt bei den
le tzteren k o n s ta tirt h atten .
*) Rosario, span, der Rosenkranz.