
wiedergefunden und w e ite r ch a ra k te risirt wurde. Ob w ir damit das Richtige tre ffen, sei freiliob
B— deim ■ stammt ■ erste reu A u to r gelieferte Beschreibung aus einer
■ B H W° n” e“ e ®e" nSe AnzaU Amöben bekannt w a r und wo zu r Diagnose einer Form
eine re c b t bescheidene Anzahl von Merkmalen zu genügen schien, was je tz t nun nich t mehr der F a ll sein
■ H l ™ A\ : n T O r ; n m m S 5 & Amöben gekommen ist,, dem n u r durch eine Darstellung
abzuhelfen is , die einmal m bildlicher Wiedergabe möglichst n a tu rg e tre u und in wö rtlich er Ausführung
möglichst vielseitig und umständlich zu sein h at. An dererseits dürfen w ir uns fe rn e r n ich t verhehlen
¡ ■ j — j ™ ‘SCi,°n " ' T ' 01' A m a ° I der ™ d™ -'voiten A u to r, A. Gruben, gefundenen
ein re ch t bedeutender is t Es möchte allerdings so scheinen, als wenn dieser nich t immer V e rtre te r derselben
Speeies vor sich h a tte und dadurch irre geleitet wurde, eine Ansicht, fü r welche zwei Umstände
b e s o n ^ rs s ^ e c hm i w u rd e n ,.n äm lic h einmal die Q u e r s t r i c h e l u n g der h au ta rtig en Umhüllung
( . o. Nr. 5, Taf. XX) und zweitens das Vorhandensein eines eigenthümlicheii Schleiers, den der A u to r
B H H M M H N H B d6nten W°U te - H i nacl1 ™se re r anderes als ein Coehliopodium vorlag. Ansicbt kaum etwas:
fVinbl ‘n E?.Wäre Hl H die ™S hier besoiäftig a id e Form ebenfalls in die Nähe des Genus
Coehliopodium zu setzen. Sie besitz t indessen durchaus n ich t eine so derbe H ü lle , denn diese is t
m o r p h o l o g i s c h n ich t mehr entwickelt als etwa bei Saccamoeba verrucosa (s, d. „e rste H ä lfte “ S. 4 f g )
und bei weitem nich t so wie bei Amoeba hm O e s n. sp, (s.:d. „erste Hälftei“ S. 24 fg.). Dennoch aber
b e steh t ein wichtiger Unterschied, der völlig zu Coehliopodium hinüberleitet. Die zu e rst genannten
Amöben sind nämlich im Stande, ih re Pseudopodien a l l s e i t i g auszusenden, was weder C o clLp o d im n
noch unsere A. achnophora vermag. Dabei abe r haben beide das Gemeinsame, dass die Hülle noch
weich und biegsam is t — zum Unterschied gegen Arcella u. a. — u n d ziemlich erhebliche Formver-
anderungen des Körpers g e s ta tte t. I n einem mehr rnhenden Zustande h a t dieser nämlich eine Gestalt
die lebhaft an die eines Octopoden z. B. einer Ekclme moschata, erin n ert. (Taf. VITT Fig. 1 9 ) Der
eigentliche Körper is t dann etwa eiförmig und entsendet von dem einen Pole ein b reites Büschel von
Pseudopodien die auch ih re rse its an Zahl und Aussehen Anklänge an jene Eledone bieten. Dieser
Pol is t ganz k o n stan t und is t die einzige S telle, wo Pseudopodien ausgesandt werden. E s is t dabei
indessen keine eng umschriebene Oeffnung vorhanden; die Basis des Pseudopodienbüschels is t vielmehr
bald ausseroruentlich b reit, so dass sie etwa die Basis einer Halbkugel d a rste llt, welch’ le tz te re Gestalt
je tz t u n se r Organismus angenommen h a t, bald seh r enge, etwa wie der Hals einer mässig bauchigen.
Flasche in welche Form nun das Thierchen übergegangen ist. H ierm it sind ungefähr die Extreme
I H H H B H B H ” " d « H B "och hinzugefügt zu werden, dass die
pseudopodienfreie Korperoberflache s te ts völlig abgerundet is t und dah e r auch s te ts einen g la tte n Umriss
zeigt, wenn sie n ich t m it Fremdkörperchen besetzt ist. Die, wie schon oben e rw äh n t re la tiv z a rte
membranartige Begrenzung d e r A . actinophora is t zwar fü r gewöhnlich n a c k t ; wiederholt sah Ich
indessen Individuen die am Hinterende mit bald spärlicheren, bald reichlicheren Steinchen besetzt
w aren , welche jedoch n u r lose anklebten und nich t etwa m it d e r Membran fest verwebt waren
Man muss darau s wohl au f eine gewisse K leb rig k eit der le tz te ren schliessen oder doch wenigstens
au f eine klebrige Substanz, die d u rch sie hindurch ausgesondert werden kann, eine Erscheinung, die
soviel mir bekannt i s t , bei dem nahestehenden Coehliopodium fehlt. Ich selbst habe jedenfalls niemals
ein solches m it angeklebten Steinchen bemerkt und weiss mich auch keines Falles aus d e r Lit-
te r a tu r darü b er zu entsinnen. Es käme nun zum Schluss noch d e r Gedanke in B e tra ch t, w ir h ä tten
H l l d"r “ de.ren s te i^ e n t r a g e n d e n Amöben zu th u n . Dagegen sp rich t jedoch schon
Umstand, dass die le tz te ren a l l s e i t i g fre i beweglich bleiben, was ja bei u n serer Ä . aclimpkora
nich t der F a ll ist, und dass hier die Gestaltung der Pseudopodien eine wesentlich andere und rech t
cha rakteristische ist.
Die Pseudopodien nämlich, denen w ir uns nun zuwenden, sind nicht so beschaffen, wie bei den
eigentlichen Amöben, sondern le iten auch ih re rse its zu dem abseits stehenden Coehliopodium hinüber.
Bei diesem stehen sie, wie bekannt, hinsichtlich ih re r Gestaltung zwischen den meist ziemlich kräftigen,
selten spitz endenden Pseudopodien, wie sie etwa fü r A . proteus cha rakteristisch sind, und den feinen,
spitzeren und v e r z w e i g t e n F äd en , wie man sie von Eu g ly p h a u. A. h e r kennt. Ich möchte sie
ungefähr in die Mitte zwischen jene beiden Pseudopodienformen stellen und dann diejenigen unserer
A . actinophora wieder zwischen Coehliopodium und die eigentlichen Amöben. Le idy*) h a t bereits sehr
ric h tig dieses Coehliopodium an das Ende derjenigen schalentragenden Siisswasserrhizopoden gestellt,
welche mehr lappige Pseudopodien tra g en und an den Anfang derjenigen, deren Pseudopodien fein
und verzweigt sind. Ebenso findet man bei E. P en ard (1. c. Nr. 4, Taf. I I I , Fig. 23 und 24) eine
cha rakteristische Abbildung, welche sich au f sein Gocliliopodium granulatiim bezieht. So ungefähr fand
ich nun auch die Pseudopodien bei unserer A . actinophora g e sta lte t. Im einfachsten Falle stellen sie
fingerförmige Gebilde d a r , deren Länge die des eigentlichen Körpers oft weit ü b e rrag t und deren
Dicke eine ungefähr gleichbleibende ist. Sie enden also s t e t s stumpf und abgerundet, niemals spitz.
F in d e t nun an einer Stelle eine Gabelung s ta tt, so pflegt diese Stelle sich lap p en artig zu v erb reitern
und es können au f die Weise Gebilde entstehen, welche an das Geweih eines Damhirsches anklingen.
Solche Gabelungen können nämlich auch nahe dem Ende eines Pseudopods und in mehrfacher Zahl
a u ftre te n , so dass dann dieses Ende bedeutend kompakter und massiger als der Anfangstheil des
Pseudopods erscheint.
Die Bewegungen der Pseudopodien sind sehr lebhaft. Mit ziemlicher Geschwindigkeit werden
h ie r bald welche ausgestreckt, um sich ih re rse its d a rau f in mehrere Aeste zu spalten, d o rt bald andere
eingezogen, was so geschieht, dass sie beim Verkürzen dicker und plumper werden. Dabei biegen sie
sich unaufhörlich wie ta sten d umher und können sogar in schlängelnde Bewegungen gerathen. Das
ganze T h ier bleibt dabei oft au f demselben Fleck liegen, oft aber k rie ch t es u n te r Ausführung der
schon oben erwähnten Gestaltsveränderungen langsam weiter, ähnlich so wie eine Difflugia. J e ru h ig e r
es d a lieg t, um so b re ite r pflegt d e r die Pseudopodien aussendende Pol zu sein, während sich das
Thierchen im anderen F a lle mehr in die Länge s tre c k t, die Pseudopodien mehr gerade nach vorne
ric h te t und m it denselben voran sich weiterbewegt.
Gehen w ir nun zu dem In h a lte der A. actinophora ü b e r, so müssen w ir hinsichtlich desselben
eine beraerkenswerthe Verschiedenheit von Coehliopodium finden; denn hier is t e r gemeinhin ein sehr
dichter und körniger, während er bei unserer Amöbe ein viel h ellerer und h y a lin e re r ist. Körner
und ähnliche Einschlüsse sind n u r spärlich vorhanden, abgesehen von grossen, schön ausgebildeten
gelb-glänzenden K ry sta llen , welche ih re rse its wiederum ganz denen von Coehliopodium u. a. gleichen.
Die Pseudopodien endlich sind re ch t h y alin , n atü rlich ohne membranartigen Ueberzug.
Als ein k o n stan ter Inh altsb estan d th eil is t ferner die k o n trak tile Vacuole anzusehen, welche stets
der Mitte des hinteren, pseudopodienlosen Endes nahe liegt. Sie p u ls irt in ziemlich regelmässigen In te rvallen,
ohne dass es sich sagen lässt, wohin ih r In h a lt sich ergiesst, Greeff**) h a t fü r seine Erdamöben
vor nich t lan g er Z e it seh r ric h tig au sg efü h rt, dass bei diesen eine E n tlee rung nach aussen aus*)
(Nr. 2.) J. Leidy, Fresh-water Rliizopods. Taf. XXXII.
**) (Nr. 35.) R. Greeff, Erdamoeben S. 14, 15 fg.
B ib lio th e ca Zoologien. Heft 13.