
V. Die varieans-bieolor-Gruppe.
14. Cyclops varicans Sars.
15. Cyclops bicolor Sars.
14. Cyclops varicans Sars.
Taf. VI, Fig. 1—5.
1862 Cyclops varicans Sars, Oversigt p. 252—253. -
1875 „ orientalis Dii anin, Crustaceen von Turkestan, p. 33—34. Taf. VII. Fig . 10 und
11, Taf. X. Fig. 8—13, Taf. XI. Fig. 1 und 2.
1890 „ va ricam Lande, Materyjaly dp fauny. p. 64—67. Taf. X VIII. Fig. 81—90.
1891 ... varicans Schineil, Beiträge z. Kenntn. p. 33—34.
Bemerkung* zu den Synonyma.
Bereits L a n d e h at den C y c l: o r i e n t a l i s U l i a n i n als synonyme A rt zum Cycl. varicans
angegeben. D a mir die (polnisch geschriebene) Arbeit L a n d e s aber leider unverständlich ist', ich
demnach nicht weiss, was er über das Verhältnis dieser, beiden Arten angegeben h a t , so muss ich hier
kurz au f dasselbe eingehen.
Derjenige, welcher n u r die von f i l i a n in gegebenen, sehr : guten Abbildungen kennen würde,
könnte keinen Augenblick an der vollkommenen Uebereinstimmung beider Formen zweifeln, anders' aber
derjenige, welcher n u r die von U l i a n i n aufgestellte Diagnose kennen w ü rd e t Dieselbe enthält f g
abgesehen von einer geringen Ungenauigkeit und nicht genügender Vollständigkeit — einen Fehler,
welcher eins der systematisch-wichtigsten O rg an e . b e trifft, das rudimentäre Füsschen. U l i a n i n sagt
über den Bau dieses Extremitätenpaares: ,B e i l i 5-ti paris b i ä r t i c u l a t i , segmento primo aculeo
tenui extrorsum praedito, segmento ultimo perbrevi et cylindrico in apice spina una instructo.“ Wäre
die Angabe betreffs der Zweigliedrigkeit richtig, so wäre die Id en titä t beider Formen tliatsächlich ausgeschlossen..
Aber Fig. 13 au f Taf. X und besonders das Habitusbild (Taf. X I, Fig. 1) zeigen, dass
U l i a n i n im Irrtum gewesen ist. E r h at nämlich die laterale P artie des fünften Cephalothorax-
segmentes als Basalsegment des rudimentären Fusses und die seitlich frei am Panzer entspringende
Börste als Aussenborste x) dieses angenommenen Grundgliedes angesehen. Mit der Beseitigung dieses
Fehlers ist jed er Zweifel bezüglich d e r Gleichstellung beider Arten gefallen.
i) Denselben Fehler hat Glaus — wie bereits p. 113 erwähnt — bei seinem Oycl. mmuliis gemacht.
Charakteristik der Art.
Der schlanke C é p h a l o t h o r a x (Taf. VI, Fig. 1) verschmälert sich nach vorn und hinten
gleichmässig. Das letzte Segment (Täf. VI, F ig . 3), welches den ersten Abdominalabschnitt etwas an
Breite tibertrifft, ist zu beiden Seiten stark verbreitert. An den oberen, weit hervorstehendeu Ecken
jedes dieser „Flügel“ ist ein befiedertes Haar inseriert, welches als Homologón der Aussenborste des
Basalsegments der zweigliedrigen rudimentären F is s e aufzufassen ist. Fast eckständig am Unterrande
d e r „Flügel“ sind die beiden rudimentären Ftisse eingelenkt.
Das erste A b d o m i n a i segment (Taf. V I, Fig. 3) is t in seiner oberen Partie nur wenig
v erb reitert; dieses. sowohl als die nachfolgenden verschmälern sich nach der F u rk a zu nicht unbedeutend.
Die Furkalzweigc (Taf. V I, F ig . 2) sind nicht ganz so lang als die beiden vorhergehenden Segmente
zusammengenommen,1) Die Aussenborste ist zu Beginn des zweiten Drittels der Furkallänge
inseriert. Die äusserste Apikalborste ist ungefähr 2/smal so lang als die innerste; die beiden mittleren
sin d besonders entwickelt und im Verhältnis zu denselben-, Borsten der folgenden, nahe verwandten Art
von geringer Breite. Die längere dieser beiden Borsten, welche etwa die Länge des Abdomens erreicht,
verhält sic,k zur kürzeren wie 7 :5.
Die e r s t e n A n t e n n e n des Weibchens (Taf. V I, Fig. 5) sind zwölfgliedrig und etwa Vsnial
so lang als der Längsdurchmesser dps ersten Vorderleibsabschnittes. Die i elativëu Längen der einzelnen
-Segmente sind dieselben als bei allen aus eiiier gleichen Gliederzahl bestehenden Antennen. Die Borsten
s in d durchweg als lang zu bezeichnen; zwei, der Apikalborsten des letzten Segments fallen durch besondere
Stärke auf. Das neunte Segment träg t einen wohlentwickelten, anliegenden Sinneskolben.
Die ersten Antennen des Männchens (Taf. V I, Fig. 4) zeichnen sich (ebenso wie dieselben
Extrenlitätenpaare der folgenden Art) dadurch aus, dass die Sinneskolben des Basalabschnittes in einer
Weise entwickelt sind, wie solches in der ganzen Gattung nicht wieder zu beobachten ist. 2)
Sämtliche Aeste d e r S e h w i mm f ü s s e sind zweigliedrig ; ihre Bedornung ist 3. 4. 4. 3. Die
beiden Ftisse des vierten Paares sind geringer entwickelt als die der drei vorhergehenden Paare. Die
die Basalsegmente dieses Paares verbindende Chitinlamelle ist bedeutend breiter 8) als die Lamellen der
übrigen Schwimmfusspaare, deshalb sind auch die beiden Füsse weiter seitlich eingelenkt und ragen
meist über den Rand des Céphalothorax hinaus.4)
x) In seiner Habituszeichnimg vom Weibchen giebt Ul i an in die Länge der Furka gleich der des letzten
und, des halben vorletzten, in der des Männchens etwa gleich der des'letzten Abdominalsegments au. In seiner Diagnose
sagt er dagegen: „Rami caudales . . . . longitudinem segmentorum autecedentium duorum superantes.“ (!)
2) U lia n in giebt in seiner guten Habituszeichnung dièse Organe nicht an. — Ob sie L a n d e erwähnt,
weiss ich nicht. Wie auch in der Tafelerklärung erwähnt,' ist meine Zeichnung der männlichen ersten Antenne
mach einer mir freundlichst zur Verfügung gestellten Figur des Herrn Dr. Mi-ázek angefertigt.
s) Bei Cyclops bicolor, hei .welchem- dieselbe Erscheinung zu beobachten ist, beträgt
die Breite der Lamellen des dritten Paares 0,037 -mm und
| „ • „ | „ vierten Paares 0,054 mm.
4) S a r s erwähnt die gespreizte Haltung dieses Fusspaares in seiner kurzen Diagnose; auch in den angehäugten
Bemerkungen macht er nochmals auf diese Erscheinung aufmerksam. Er glaubt annehmen zu müssen, dass
dieses Fusspaar an keiner Bewegung teilnehme, sondern immer -Unbeweglich zur Seite ausgestreckt sei. Dagegen
möchte ich bemerken, dass ich sehr oft gesehen habe, wie beim ruhenden Tiere die Füsse auch dieses Paares unter
•den Vorderlcib zurückgezogen wurden und dass auch der ganze Bau derselben nicht - den Eindruck hervorruft, als hätte
man es hier mit Gliedmassen. zu thun, welche nicht zu benutzen sind, rësp. nicht benutzt würden.