
geleitetste Formen der AW ms-Gruppe der Nymphalinen ansehen, welche den höchsten Grad derConver-
genz mit den Heliconiern, besonders Eueides, zeigen.
Wie die Bedorpung der Raupen nach W. Mü l l e r die auch für die ArWwM-Gi-uppe typische Anordnung
zeigt, hat die Puppe von Cetluma nach demselben auch grosse Aehnlichkeit mit der der Heliconier
Auch dürften, wenn die fiaupennahrung in diesem Falle die Falter immun macht, sowohl Cethosia als
Metamorpha, Colaenis, Diom, welche, wie die Heliconier, von Passifloren leben, zu den immunen Gattungen
gehören. . °
So lässt sich die ähnliche Färbung von C. Julia und der kleineren Eueides aUphera nicht nur als
Cpnvergenz ansehen, was wir immer noch können, nachdem die Theorie derMimicry gefallen, sondern als
mimetische Anpassung an die immune Colaenis-Art.
Im Falle der ■ experimentell erst noch zu beweisenden Immunität von Metamorpha, Colaems und
Dirne - wird es sehr wahrscheinlich, dass diese Gattungen unschmackhaft wurden, indem sie von verwandten
Pflanzengattungen (? Vdolaceen) au f die Passifloren übergingen, auf eine Familie, welche in Südafrika die
Nahrung von Acraeen-, in Südamerika die von Heliconier-Raupen bilden. Es kann natürlich hier nur
meine Aufgabe sein, solche Frag en , deren Beantwortung allein Sache des Experiments is t, anzuregen
damit sie der Prüfung unterworfen werden: hoffentlich is t es mir auch .vergönnt, an letzterer mitzuarbeiten!
Familie der Papilioniden.
Die widrigen Modelle unter den Papilioniden gehören, wofür ich au f p. 74—80 dieser Arbeit ver-
weise, grösstentheils der Untergattung Pharmacophagus an.: j B j m e ih fn . kurzptt Ueberblick üÜ iS h refi:
Habitus zu geben, sei nur hervorgehoben, dass in der ausschliesslich>amerikanischen Xaerüas-Cohorte
deren nördlichere Formen noch geschwänzt sind, auf der Oberseite der Flügel ein glänzendes Stahl^rün
herrscht, das nur von schwach kreideartigen Bindenresten unterbrochen ist.; Bei den südlicheren ungeschwänzten
Formen entstehen entweder breitere, continuirliche Binden (P<%iam«s-Gruppe) oder gehen ihre
Reste in der gleichmässig grünen Färbung ganz unter (ZgicMns-Gruppe).. \
Fig.3«?: E Mexico herrscht die Photinus-Gruppe mit schwarzen, bläulich, schimmernden Flügeln und einer
Doppelreihe rothe r Tüpfel auf den hinteren und ähnliche Arten als Modelle der Anpassung vor.
T‘HgT6v X' ß e£ en Sttden zu flndet sich di« widrige Agavus-Gruppe mit tiefschwarzen, von einer weissen
Mittelbinde durchzogenen Flügjgfi, rothen Hals- und Brustflecken . Und einer rothen Randmondreihe auf
den geschwänzten Hinterflügeln.
Fig. ss, geschwänzte P. Dardamis F. endlich eröffnet die Reihe der zahlreichen Formen der VertümnUS
M «™PPen, deren Männchen auf den tiefschwarzen Vorderflügeln einen grünen Spiegel tragen,
wahrend die Weibchen oft einen abgekürzten gelblichen oder weisslichen Bindenrest führen; die Hinterflügel
sind meist, wie bei P. Dardamis, von einer ro th en , selten gelben Binde durchzogen, aber besitzen
keinen Schwanz mehr. Aus Formen mit stark entwickelten Dufteinrichtungen der Männchen ¿tagen
’J Kach D,r- H» h n e l werden (1. e. p. 161) auch die Segelfalter der ProUsilam-Gruppe .ihres Geruches wegen-
von Hühnern verschmäht, was doch noch einer Nachprüfung bedürftig erscheint. Denn auch die von Dr. Hahne-1
ausgehen ’* ’refllgsame Ausdünstung“ dürfte vielleicht nur von den mit Dufteinrichtungen ausgerüsteten Männchen
— er —
solche mit verkümmerten, analog ‘ dem Entwickelungsgange einiger indischen Aristolochienfalter,
hervor.
Nach H. W. B a t e s ') leben die Formen der Vertivmius- etc. Gruppe vor Allem im Schatten der
Wälder; ihr Flug ist langsam und niedrig, besonders der der anscheinend häufigeren Weibchen, welche
vorwiegend als Modelle dienen. Dagegen sind die Arten der ungeschwänzten Laertias-Cohorte, wie
P. Crassus Cr. und P. JBelus Cr., nach B a t e s gute Flieger.
Auch die Arten der au f die La-Plata-Staaten beschränkten Gattung Euryodes Feld., deren Raupen
ebenfalls Aristolochien fressen, dienen als Modell mimetischer Anpassung.
b . Als Modelle dienende Gattungen etc. d e r Heteroceren.
Unter dieser gewaltigen Abtheilung sind es wiederum nur einzelne t a g f l i e g e n de Gattungen
mit auffallender Färbung, welche als Modelle der Nachahmung zu dienen scheinen. Da die Entwickelung
der zahlreichen Formen fast vollkommen unerforscht ist und über ihre Lebensweise nur einzelne dürftige
Angaben vorliegen, müssen wir uns auf die Erwähnung einzelner Formen beschränken.
So erwähnen wir nur die auffällige und typische Josien-Tracht, bei welcher die schmalen schwarz
gerandeten Flügel eine grell dottergelbe oder orangene Färbung trag en , zu der nur selten noch ein
Vorderflügelband hinzutritt. Hierher gehören die vielen kleinen, aber individuenreichen Arten von Josia
Walck. (Melameridae) und verwandten Gattungen.
c. Mimetische Anpassungsformen.
Die mimetischen Arten unter den Tagfaltern gehören den Abtheilungen der Nymphalinen, Ery-
ciniden, Pieriden und Papilioniden, und diejenigen unter den Heteroceren besonders den Castniiden, Pericopinen
und Dioptiden an.
Unterfamilie der Nymphalinen.
In der Gattung Phyciodes Hb. treffen wir die hinsichtlich der Zeichnung ursprünglichsten, in
mancher Hinsicht den arktischen Melitaeen-Typus wiederholenden Formen bei den an unsere ArascJmia
JProrsa L. erinnernden A rten , wie Ph. Hera Hb. mit vielen weisen Tüpfeln und breiter Mittelbinde der
Hinterflügel, an.
Aus Formen, bei welchen zuerst die typisch neotropische längs verlaufende basale Aufhellung
der Vorderflügel eintrat, entstanden zunächst zahlreiche Arten (subg. Eresia Boisd.), welche sich nur unvollkommen
den verschiedenen Gruppen immuner Tagfalter anpassten. Auch hier steigt die Aehnlichkeit
meist mit der Grössenzunahme der nachahmenden F o rm ; doch wird in keinem Falle die Grösse des
Modells selbst erreicht. Immerhin sind die Anpassungen in manchen Fällen so bestimmt gerichtet, dass
wir auch hier sie für mimetisch ansehen dürfen.
1) H. W. Bates, Contributions to an Ins. Fauna of the Ämazon Valley (Trans. Ent. Soc. V [1851—1861],
p. 223 etc.).