
waschen; auch die Ader, die den Costalfleck quer abschneidet, ist schwarz; der Praeapikalfleck
ist aus mehreren häkchenartigen Stricheln zusammengesetzt, zwischen ihm und der Spitze findet
sich noch ein oder zwei ähnliche Häkchen, aus denen Wellenlinien gegen den Tornus ziehen; über
letzteren sind oft mehrere der Wellenlinien durch braune oder rostfarbene Füllung zu einem viereckigen
Fleck verbunden. Die Saumlinie ist dunkel punktiert, die Fransen sind grau oder bräunlich.
Die Hinterflügel sind dunkel braungrau, die Fransen weißlich mit kräftiger brauner Teilungslinie.
Kopf und Thorax sind oft hellgrau, oder auch der Thorax dunkler braungrau, das
Abdomen ist braungrau.
Die Raupe ist grün mit rotbraunem Kopf und graubräunhchem, hinten schwarz gesäumtem
Nackenschild. Sie lebt vom April bis in den Juni in einem Gespinst zwischen den
vorjährigen Nadeln von Pinus abies, auch Pinus picea, in der Regel an 12—30jährigen
Bäumen, verzehrt später die jungen Triebe. Der Falter fliegt vom Ende Mai bis in den August;
lokal und nicht gerade häufig.
Hab. Deutschland, Österreich, Frankreich.
21. Cacoecia murinana Hb. 105 ; H. S. Correspondenzbl. des zool. - min.-Ver. Regensburg
1863 p. 110; W a c h t l , Mitteil. f. forstl. Yersuchswes. österr. 1882 p. 9 tab. 3 f. 1—13;
J u d e i c h - N i t s c h e I I p. 1031 tab. 7 f. 9. B e s s e r * No w. Enum. Lep. Hai. 1860 p.
125; id. Mikrolep. Spezies novae 1864 p. 5 f. 12; h i s t r i o n a n a Rtzb. Waldverd. 1868 II p. 13,
412 tab. 5 f. 1, 3—6.
Diese Spezies unterscheidet sich von der vorigen und der nachfolgenden dadurch, daß in
beiden Geschlechtern die Costa der Vorderflügel, wenn auch schwach, so doch deutlich geschwungen,
die Flügelspitze schärfer und etwas aufgestülpt ist; der Costalumschlag des $ ist sehr schmal, eigentlich
nur eine Aufstülpung der Costa, die aber in ihrer Mitte durch zurückgestrichene längere Haarschuppen
verbreitert erscheint; er reicht bis zur Mitte der Costa. Zugleich ist die Art am undeutlichsten
gezeichnet und düsterer gefärbt. Spannweite bis 24 mm. T a f . VII, Fi g . 26 (?).
Die Vorderflügel sind bräunlich grau, schwach glänzend, eine breite verwaschene Längsstrieme
aus der Wurzel öfters mehr bräunlich; zahlreiche mehr oder weniger deutliche dunklere Querwellen
durchziehen die Fläche, besonders im Saumfeld und setzen auch durch dichtere Stellung
und Verdunkelung der Zwischenräume die unscharfen Zeichnungen zusammen: Ein von Quer wellen
durchzogenes, fast senkrecht abgegrenztes Wurzelfeld, eine undeutliche Mittelbinde, die ziemlich
steil zieht und dorsalwärts sehr verwaschen ist, einen ebensolchen Praeapikalfleck, aus dem dunkle
Linien gegen den Tornus ziehen. Nicht immer ist das alles so deutlich und dunkel, wie in dem abgebildeten
Stück, öfters auch gelblich rostfarben gemischt. Die Fransen sind an der Basis gelblichbraun,
hinter einer starken Teilungslinie weißlich. Die Hinterflügel sind grau mit weißlichen
Fransen, diese mit kräftiger brauner Teilungslinie. Kopf, Thorax und Abdomen sind braungrau.
Die Spezies ist vielfach mit der vorigen und folgenden verwechselt und vermischt worden.
W a c h t l (Mitteil. f. d. forstliche Versuchswesen Österreichs 1882 p. 15 tab. 3 f. 3) bezeichnet
eine fast gänzlich der dunkeln Zeichnungen entbehrende Form als ab. i mm a c u t a na.
Indessen wechselt für gewöhnlich die Deutlichkeit der Zeichnungen so sehr, daß sich alle Übergänge
zusammenstellen lassen bis zu fast einfarbig grauen Stücken; mir scheint daher ein
besonderer Name für solche überflüssig, da sie sich nicht charakteristisch von der Stammform
abheben.
Die Raupe ist schmutzig grün mit schwarzen Wärzchen, Kopf und Nackenschild. Sie lebt
im Mai und Juni an Pinus phdtinata. Der Falter fliegt von Ende Juni bis in den August, lokal
und für gewöhnlich nicht gerade häufig.
Hab. Süddeutschland, Nieder-Österreich, Böhmen, Mähren, Schlesien, Galizien, Schweiz.
22. Cacoecia musculana Hb. 98; T r. VIII p. 175; X, 3 p. 93; F r r. tab. 120 f. 1; Dup. IX
p. 381 tab. 255 f. 7; Wo o d f. 870; Z e l l . Isis 1846 p. 235; HS. IV p. 168; Fig. 53; He i n ,
p. 39; S n e l l . II, 1 p. 209; Meyr . p. 532,
Bei beiden Geschlechtern ist die Costa der Vorderflügel bis vor die Mitte sanft gebogen, weiterhin
ziemlich gerade, der Saum ziemlich schräg, schwach gebogen; der Costalumschlag des S
beginnt in einiger Entfernung von der Basis, ist breiter, als bei den beiden vorhergehenden Arten,
aber kürzer, er reicht nicht bis zur Mitte der Costa. Spannweite 15—22 mm. T a f; VII, F i g.
27 (v-)i 28: 0 ), 29 0 var. musculinana).
Die Vorderflüge] sind weißlich- bis gelblichgrau, gegen die Wurzel hin allmählich dunkler,
mit mehr oder weniger zahlreichen und verschieden deutlichen braunen Querwellenlinien. Das Wurzelfeld
ist selten deutlich dunkler ausgefüllt, und nur seine Grenze durch eine gebogene schwärzliche
oder braune Querlinie angezeigt, der jedoch noch mehrere ähnliche folgen. Die Schrägbinde ist
meist, deutlich, vollständig, an der Costa schmäler beginnend, dorsalwärts breiter werdend und
daselbst saumwärts verwaschener, gelbbraun bis schwärzlichbraun, auf der basalen Seite von einer
s'chwarzbraunen Linie begrenzt, und von ebensolchen Sprenkeln durchzogen; nur seltener ist die
Binde in der Mitte etwas unterbrochen (Fig. 27). Der Praeapikalfleck besteht nur aus einigen
lljhwärzlichen Häkchen, zwischen denen der Grund schwach verdunkelt ist, und die sich in eine
oder mehrere dem Tornus zustrebende Linien verlängern. Die Saumlinie is f fein dunkel, die Fransen
gelblich oder gelblichgrau, ohne deutliche Teilungslinie. Die Hinterflügel sind heller oder dunkler
grau bis graubraun, die Fransen weißlich mit brauner Teilungslinie. Kopf, Thorax und Abdomen
sind bräunlichgrau, der Analbusch des J lebhaft gelbbraun.
Var. m u s c u l i n a n a (Stgr.i. 1.) Ke n n . Iris XII, 1899 p. 5 tab. 1 f. 2; D u r r a n f f -
Mo n t hl. Mag. 1899 p. 60; von den Shetlandsinseln (Taf. VII, F i g . 29) zeichnet sich durch
fast rein weiße Grundfarbe der Vorderflügel aus, auf der sich die Wellenlinien und das braune
Schrägband scharf abheben; ferner ist ein großer viereckiger Praeapikalfleck vorhanden, von dessen
basaler Seite eine schwarze Linie zum Tomus in das Ende des Schrägbandes, von dessen Saumseite
eine schwächere Linie in den Saum zieht; Kopf, Thorax und Abdomen sind ungewöhnlich
dunkelbraun.
Die Raupe der Stammform ist dunkelgrün oder dunkelbraun, die- Seiten und die Wärzchen
sind gelblich, der Kopf ist ockergelb, das Nackenschild ebenso, an den Seiten breit schwarz. Sie
lebt vom September an sehr polyphag an vielen Sträuchern und Bäumen, auch Kräutern, besonders
häufig an Quercus, in einem zigarrenförmig zusammengerollten Blatt, frißt auch die dürr gewordenen
Blätter, überwintert erwachsen in einem Gespinst und verpuppt sich im März. Der Schmetterling
fliegt von Mitte April bis in den Juni. Nach M ü h 1 i g soll die Raupe auch im Mai und Juni
Vorkommen und den Falter im Juli ergeben, so; daß, wenn die Angabe nicht auf Verwechselung
beruht, zwei Generationen vorkämen; es ist das um so wahrscheinlicher, als sich die frühe Flugzeit
und das späte Auftreten der Raupe am ehesten durch eine kurzlebige Zwischengeneration erklärt.
Hab. Europa, Sibirien; Nordamerika. In der Schweiz bis zu 6700 Fuß Höhe (Frey). An
den meisten Orten häufig.
Zoologica. Heft 54, jg