
VI. Gattung: Lipsotelus W a 1 s h m.
Anomalopteryx Ke n n . (Nom. praeocc.)
Kennelia Rbl .
Wegen des Namens dieser Gattung vergl. Pag. 52.
Epibleminen m i t e i n em H a a r p i n s e l a n d e r S c h i e n e d e r H i n t e r b e i n e
wie Argyroploce, auch mit dem gleichen Flügelgeäder, aber ohne jede andere Auszeichnung dieser
Gattung; der Thorax ist glatt, die Palpen liegen dem Gesicht an, sind kurz, aber unten breit beschuppt.
Die Vorderflügel haben eine ungewöhnliche Form, welche sich an die der Gattung Ancylis anschließt.
Sie sind breit, die Costa ist von der Wurzel an ganz schwach gebogen, biegt sich aber vor dem Apex
stark zurück, so daß sie unmittelbar vor diesem konkav erscheint, weil die Spitze selbst wieder etwas
aufgebogen ist und ein wenig vortritt; der Apex ist kurz gerundet, seine Fransen aber bilden eine
stumpfe Spitze, der Saum ist senkrecht geschwungen und tritt gegen den Tornus hin bauchig vor.
Daher ist die größte Spannweite nicht von Apex zu Apex, sondern sie liegt in der Mitte des Saumes;
auch die Hinterflügel sind breit, gerundet trapezoid mit ziemlich stumpfer Spitze, der Saum ist unter
dieser flach eingezogen.
Die Gattung ist auf den äußersten Osten des Gebietes beschränkt und umfaßt nur wenige,
erst neuerlich bekannt gewordene Arten. Über ihre Biologie ist nichts Näheres bekannt.
1. Lipsotelus xylinanus Ke n n . Iris XIII p. 157, t. 5 f. 33—35 (xylinand).
Mit den Eigentümlichkeiten der Gattung. Spannweite 21 mm. Taf. XVIII F i g. 34 $ T y p e.
Die Vorderflügel sind braungrau, an der Costa von der Wurzel bis zur Mitte heller, gelbbräunlich.
An dieser Stelle finden sich feine dunkelbraune Schrägstrichel; in der Mitte der Costa entspringt
aus zwei stärkeren schwarzen Schräghäkchen, deren Zwischenraum braungelb ausgefüllt ist, ein bald
dunkler braungrauer Streifen, der sehr schräg zum Saum unter der Spitze und dann an diesem herunter
gegen den Tornus zieht, wo er sich fein zuspitzt; er ist beiderseits fein hell gesäumt. Ihm folgen an der
Costa zuerst feine Schrägstrichel, dann vier stärkere schwarzbraune Schräghäkchen, deren Zwischenräume
nicht heller als der Grund, aber fein dunkel geteilt sind; der Apex selbst ist auch schwarzbraun.
Der ganze übrige Flügel ist mit feinen dunkeln Längslinien auf und zwischen den Adern gezeichnet,
dicker im basalen Teil, fein im Saumabschnitt; nahe der Wurzel steht am Dorsum ein dunkler Schrägwisch,
in der Flügelmitte winkelig zurückgebogen, saumwärts schärfer begrenzt, wurzelwärts verwaschen.
Endlich sind noch schwach dunklere Schräglinien zu erwähnen, die vom Dorsum zur Flügelmitte
aufsteigen. Die Fransen haben eine schwarze kräftige Basallinie, sind dahinter schmal gelblich,
dann graubraun. Die Hinterflügel sind hellbraun, die Fransen weißlich mit braungrauer Teilungslinie.
Kopf und Thorax sind braun, das Abdomen ist heller, grau- bis gelblichbraun.
Hab. Amur, Ussuri.
VII. Gattung: Polychrosis (Hb.) Rag .
Lobesia L e d. p. p.
Chrosis He in .
Eudemis W o c k e.
Thorax mit Schopf, Hinterschienen des <$ mit Haarpinsel, keinerlei Umschlag an Vorder- oder
Hinterflügel. Die Äderung der Flügel zeigt einige Besonderheiten: Auf dem Vorderflügel i s t Ader I Ix
g e g e n d i e C o s t a h i n z u A d e r I I 2 h i n g e n e i g t und mündet nicht in die Costa
aus (v. Taf. II Fig. 10); sie verliert sich in einer durch mikroskopisch feine Fältchen und ungemein
dicht stehende Schuppenbälge veranlaßten Trübung der Flügelhaut, die sich von der Einmündung
von Ader I in die Costa bis gegen den Apex hin erstreckt. Ader I I 2 kann dabei in der Mitte
zwischen II x und I I 3 entspringen, oder bald etwas näher bei der einen oder der anderen. Auf dem
Hinterflügel entspringen die Adern III.,, I I I 3 und IVX in g l e i c h e n A b s t ä n d e n v o n e
i n a n d e r aus der hinteren abgestumpften Ecke der Mittelzelle und sind sämtlich geradegestreckt.
Als typische Zeichnung sind allgemein verbreitet ein dunkles Wurzelfeld, eine meist ziemlich
steile dunkle Querbinde und ein dunkler Saumfleck, der entweder nur dem Saume aufsitzt, oder auch
mit einem praeapikalen Costalhäkchen in Verbindung steht, oder aber nur an diesem hängt und vom
Saume losgelöst ist, oder endlich nur eine fleckenartige Verdunkelung im Saumfeld darstellt, ohne
mit Costa oder Saum noch verbunden zu sein.
Die Raupen leben teils zwischen versponnenen Blättern und Blüten, teils im Inneren von
Pflanzenteilen; übrigens sind nur von wenigen Arten die Raupen und deren Lebensweise bekannt.
Die Arten, deren Biologie genauer festgestellt ist, haben zwei Generationen; die im Frühling fliegende
Faltergeneration hat als Puppe, oder als erwachsene Raupe in der Puppenwiege überwintert.
Die größte Mehrzahl der hierher gehörigen Spezies gehört dem südlichen Teil des Faunengebiets,
besonders den Mittelmeergegenden bis Kleinasien und Syrien an; nur zwei Arten gehen
nördlich bis Schweden und Finnland.
1. Polychrosis herculeana Ke n n . Iris XIII p. 139 t. 5 f. 15.
Die größte der bekannten Arten; Vorderflügel saumwärts mäßig verbreitert, Costa gerade,
Apex gerundet, Saum schräg, gestreckt; Hinterflügel mit mäßig gerundetem Saum, letzterer unter
der Spitze flach eingezogen. Spannweite fast 22 mm. T a f . XVIII Fig. 35 ? Typ e .
Der Thorax ist trüb rostbraun, der Kopf mehr gelblichrot; das Abdomen braun. Die Vorderflügel
sind blaß ockergelb, isabellfarben, mit scharf abgegrenztem rostbraunem Wurzelfeld, Mittelbinde
und Saumfleck. Das Wurzelfeld, am hellsten rostbraun, von einigen braungrauen Linien quer
durchzogen, ist an der Costa ein wenig schräg, weiterhin senkrecht abgeschnitten; in dem folgenden
hellen Querband, das auf Ader I etwas eingeengt ist, stehen drei dunkle Costalstrichel und ebenso-
viele blässere Dorsallinien. Die rostbraune Mittelbinde beginnt schmal in der Mitte der Costa, verbreitert
sich bis Ader I basalwärts und zieht dann leicht gebogen hinter die Mitte des Dorsum, wo