
Costa der Vorderflügel beim $ schwach-gebogen, beim ? in der zweiten Hälfte fast gerade
Apex spitz gerundet, Saum sehr schräg, gestreckt, oder ganz schwach geschwungen, Tornus äußerst
flach, aber doch deutlicher als bei voriger Art; Hinterflügel ziemlich breit. Spannweite 19-23 mm.
1 a f. X F i g. 15 $, 16 $ (v. niveosana Pack.).
^ Kopf, Thorax und Vorderflügel sind gelblich ockerbraun, von der Farbe „trockenen Schilfrohrs“,
am basalen Teil der Costa mehr gelblich, am distalen und im ganzen Saumfeld dunkler, mit
dunkler angelegten Hippen, stark seidenglänzend, stellenweise silberglänzend; sie sind oft ganz
zeichnungslos, höchstens mit verwaschenen bräunlichen Punkten in Längsreihen zwischen den Adern
des Saumfeldes; mitunter findet sich an der Querader ein kleiner dunkler Wisch, von dem auch eine
gebogene bräunliche Linie zum Dorsum vor dem Tomus ziehen kann; in der Zelle stehen einige dunkle
Langswische, oder längliche Fleckchen hintereinander und Ader I ist auch dunkelbraun angelegt.
Die Fransen sind an ihrer Basis gelblich, hinter einer bräunlichen Teilungslinie weiß mit nochmaliger
bräunlicher Teilung. Die Hinterflügel sind matter glänzend grau, die Fransen weiß mit sehr zarter
leilungslime; das Abdomen ist grau, glänzend.
Als T a r. n i v v a ^ a n a P a c k . (Fig. 16 l g ist eine Form beschrieben, bei der Kopf
Iliorax und Vorderflügel mehr weiß erscheinen, letztere im Saumfeld, auf der Querader und dem
daraus zum Dorsum ziehenden Strich, sowie gegen die Wurzel hin bräunlich bestäubt, auch mit
einigen bräunlichen Querschatten am Dorsum im basalen Teil. Bei dem mir vorliegenden StücMst
der Saum der Vorderflügel weniger schräg, der Apex runder.
Hab. Labrador.
Die Raupe ist nach S f a u d i n g e r (Stett. ent. Zeit. XVIII, 1867) dunkel rauchgrau mit
glanzend schwarzen Wärzchen, der Kopf ist schmutzigbraun, oben und seitlich mit verloschenen
schwarzen Flecken, Nacken- und Afterschild sind glänzend schwarz, ersteres fein hell längsgeteilt.
. ™ Mai m d Jum ™ter Steinen, trockenem Kuhmist in langen röhrenförmigen Gespinsten
zwischen Moos und phanerogamen Pflanzen, polyphag.
Hab. Mitteleuropa, Nordeuxopa, Norditalien, Gebirge Dalmatiens, Südwest-Rußland; Nord-
west-Sibrrien. (In den Alpen von 4000—8000 Fuß Höhe.)
63. Tortrix argentana CI. Icon. 11, 14; Hb. f. 86; F e r n a l d , Transact. Am. Ent.
boc. X p. 16; Me y r . p. 642; t j ou una L. Syst. Nat. ed. XII, 879; Tr. VIII p. 102; Dup.
IX tab. 259 f. 7; HS. IV p. 177; He i n . p. 54; mag n a n a Hb. f. 225, 226; m a r q a r l
t a l i s H b . (PyraL).i, 48.
Costa der Vorderflügel ganz schwach gebogen, Apex spitz gerundet, Saum schräg, ganz schwach
geschwungen; Vorderflügel saumwärts etwas stärker verbreitert, als bei der vorigen. S p an nw e i«
22 25 mm. Taf . X Fi g . 17 % 18 $ (Varietät aus Sibirien).
I Kopf, Thorax und Vorderflügel sind reinweiß, letztere mit starkem. Seidenglanz, etwas in
Blaukchweiß schillernd, an der Costa oft gelblicher. Die Fransen sind in der basalen Hälfte bleich
gelblich, dahinter remweiß. Die Hinterflügel sind hell gelblich grau, analwärts oft graustrahlig
gepudert, die Fransen weiß; das Abdomen ist silberig gelblichweiß.
Unter der Bezeichnung Var. p l u m b e a n a (Nom. in 1.) erhielt ich von B a n g - H a a s
ein Exemplar aus Sibirien (Fig. 18), das den Kopf, Thorax und die Vorderflügel gelblich braungrau
zeigt, letztere weniger stark glänzend; Hinterflügel und Abdomen sind mehr bräunlich; es hat
dadurch mehr eine Ähnlichkeit mit ganz ungezeichneten Stücken der vorigen Art, gehört jedoch
sicher hierher.
Die Raupe soll an Graswurzeln leben.. Det Falter fliegt im Juni und. Juli, mehr auf feuchten
Grasplätzen.
Hab. Mitteleuropa (mit Ausnahme von Holland), Nordeuropa, Andalusien, Gebirge Norditaliens,
Kaukasus, Nordwesten Kleinasiens, Nordwest-Sibirien; Nordwesten von Indien; Nordamerika.
(In der Schweiz bis 6700 Fuß, in Kaschmir bis 13000 Fuß, in Colorado bis 10000 Fuß Höhe.)
64. Tortrix longana H w. Lep. Brit. p. 463 $; Wo o d
f. 997 (?); S n ei l . II, 1 p. 225; Meyr . p. 541; Rb l . Ann.
Naturh. Hofmus. Wien XI p. 119; i c t e r i c a n a Hw. 1. c. p.
469 4; Wo o d f. 998 <J; HS. VI p. 157; De G r a a f Tijdsk.
f. Ent. XIII, 1870 p. 95 tab. 6 f. 5; i n s o l a t a n a HS. IV
p. 178; VI p. 157; f. 152; l u r i d a l b a n a HS. IV p. 178;
f. 153; lo e w i a n a Z. Isis 1847 p. 25; HS. IV p. 202; f. 382;
He i n . p. 55; s t r a t a n a Z. Isis 1847 p. 671; HS. f. 381.
Diese Art ist nicht nur auffallend sexuell dimorph in Flügelschnitt
und Färbung, sondern auch besonders im weiblichen
Geschlecht sehr variabel. Die Vorderflügel sind sehr schmal, die
Costa fast gerade, der Apex beim stumpf gerundet, der Saum
zwar schräg aber stark gebogen; beim £ ist der Apex spitz
gerundet, der Saum sehr schräg und dadurch lang, ganz allmählich
ins Dorsum übergehend, nur ganz flach gebogen, manchmal gerade
oder sogar leicht geschwungen. In betreff des männlichen Begattungsapparates
siehe die Erklärung der nebenstehenden Fig. 11.
Spannweite 17—21 mm, Taf. X Fig. 19 <$, 20—23 ^%'J
24 d1 (Forma ictericana Hw.).
Kopf, Thorax und Vorderflügel des $ sind bräunlich lehmgelb,
letztere gegen die Costa etwas dunkler und ganz ohne Zeichnung.
Bei der Form ictericana Hw. j^^msolatcma HS. und
luridalbana H S. sind Kopf, Thorax und Vorderflügel bleich gelblich
bis graulich gelbweiß, letztere gegen Costa und Saum etwas
As T
Fig. l i .
T o r t r i x l o n g a n a , männlicher Copulationsapparat,
völlig entfaltet und entschuppt, in der
Ansicht von der linken Seite. Vergr. 20 ma 1
A = Afteröffnung.
Af = Analfortsatz der linken Seite.
Ti =#XJncus,
As = Analspange, stärkere Chitinleietc, die das
Analsegment umspannt.
S = Scaphium, starke Chitinplatte, welche die
beiden Analspangen ventral verbindet,
und oft zu einem hakenartigen Fortsatz
ausgezogen ist.
T = Tegmentum, starke Chitindecke des vorletzten
Segments, von der ein Paar
kräftige Spangen seitlich herunter- und
ventral zusammenlaufen.
V = Valva der rechten Seite. (Die linke, in
der Seitenansicht obere, ist nicht gezeichnet,
um den Einblick ins Innere
nicht zu- hindern; ebenso is t die Behaarung
der Valva weggelassen.)
L = Verstärkungsleiste auf der Innenseite des
Ventralrandes der Valva, deren distales
Ende hier einen nach innen vorspringenden
Eiammerzapfen bildet.
P = Penis (soweit derselbe ein stark chitini-
siertes Bohr bildet).
gebräunt und zuweilen mit leichten Querwellen; doch gibt es
Übergänge zwischen beiden. Die Fransen sind blasser als die Fläche, mit feiner dunklerer Basalund
ebensolcher, manchmal kräftigerer Teilungslinie. Die Hinterflügel sind grau, bei der Form
ictericana blaß gelblichgrau, die Fransen gelblich resp. weißlich mit sehr zarter Teilungslinie.
Die Vorderflügel der $$ variieren zwischen gelblichweiß, weißlich braungrau, heller oder dunkler
lehmgelb, rostbraun und dunkel gelbgrau und haben mehr oder weniger deutliche Zeichnungen.
Meist sind die Adern im Saumfeld dunkler angelegt, gewöhnlich in entsprechendem Ton der Grundfarbe,
manchmal so, daß das Saumfeld strahlig verdunkelt wird; dazu gesellen sich oft Querwellen im Saumfeld,
auch im Mittelfeld, oder über den ganzen Flügel. Gewöhnlich tritt eine binden- oder streifenartige
Begrenzung eines Wurzelfeldes auf, die bei V3 der Costa beginnt und, w a s r e c h t c h a r a k t e r
i s t i s c h i s t , i n d e r M i 11 e s t a r k s a u m w ä r t s u n d d u n k l e r v o r t r i t t , dann
wieder wurzelwärts gerichtet ins Dorsum verläuft, hier aber meist stark verblaßt. Häufig ist nur der
vorspringende Mittelteil als ein oder zwei dunkle Längswische erhalten; bei sehr hell weißlichen Exemplaren
kann sie ganz fehlen, oder weniger stark vorspringen (Fig. 23). In der Mitte der Costa beginnt