
Kopf, Thorax und Vfl. sind zart aschgrau, mit ein wenig dunkleren schrägen Wellenlinien,
die teilweise zu schwachen Schatten zusammenfließen, ohne jedoch deutliche Zeichnungen hervor,
zubringen. In der basalen Hälfte der Costa entspringen zahlreiche Wellenlinien, die verwaschen
schräg zum Dorsum ziehen und so' den ganzen betreffenden Flügelteil etwas verdunkeln’; etwas
hinter der Mitte der Costa entspringt aus mehreren größeren Häkchen ein Schattenstreif, der sich
saumwärts gegen den Tomus erstreckt, zwischen ihm und dem Apex finden sich noch einige Wellenlinien,
die den Saum,nicht erreichen; die Saumlinie selbst ist dunkler grau bewölkt, die Fransen
hellgrau mit mehreren Sehr feinen und zarten Teilungslinien. Hfl. glänzend bräunlichgraü; stark
dunkler gesprenkelt, Saumlinie fein bräunlich, die Fransen bleich, mit einer Teilungslinie nahe ihrer
Basis und einer breiteren verwaschenen in der Mitte. Abdomen etwas dunkler bräunlich aifcdie Hfl.
Den Schmetterling findet man von Ende August bis November' an Stämmen von Pappeln,
Espen, Birken, Buohen in beträchtlicher Höhe; die Raupe soll im Juni und Juli an Populus trèmula
leben. Überwinterung des Schmetterlings ist wahrscheinlich.
Hab. Vereinzelt und zerstreut in ganz Europa, exel. England und die MitteJmeèrltndeT,
dagegen nördlich bis Ostseeprovinzen und Schweden. (Das abgebildete Exemplar stammt aus der
Umgebung von Dorpat.)
19. Acalla boscana F. E. S. 269; Meyr. p. 523 No. 8; Staud.-Reb. Cat. 1901, II p. 81; Walshm.
Ann. & Mag. N. H. (7) V p. 374.
Die Axt, im Flügelschnitt und im Besitz aufgeworfener Schuppenbüscbel mit Ac. literana
übereinstimmend, aber stets beträchtlich kleiner, kommt in 2 Generationen vor, die sich durch die
Färbung der Vorderflügel scharf unterscheiden, weshalb bis in die neueste Zeit zwei distinkte Spezies
daraus gemacht worden waren. Spannweite 15—18 mm. (Taf. V, Fig. 6—8.)
G e n. I. boscana F. 1. c.; Dup. IX, 242 f. 3; HS. IV, p. 147; Wilk. p. 163; Hein. 20; Snell. Vlind.
II, 1 p. 181; cerusana Hb. 63; Tr. VIII, 152; Wd. 1096; Vfl., ebenso wie Kopf und Thorax rein weiß,
gelblichweiß, manchmal etwas ins Bräunliche ziehend; in der Mitte der Costa hängt der Anfang eines
Schrägbandes von dunkelbrauner, seltener rotbrauner Farbe, durch eindringende weiße Grundfarbe
gewöhnlich in zwei übereinander stehende Flecke zerspalten, ferner ein gl eich farbiger praeapikaler
Costalfleck, aus zwei Costalhäkchen bestehend, die durch einen Längsstrich verbunden sind. Außerdem
können die Schuppenbüschelchen und einige weitere sehr feine Costalstrichel vor dem Apex
und gegen die Basis hin zart bräunlich sein. Fransen, weiß mit bräunlicher, öfters schwach punktierter
Basallinie (Fig. 6). Diese Generation fliegt im Juli und August.
Gen. II. ulmana Dup. IX, 242, 7; spectrana Dup. 1. c. f. 4 (var.); parisiana Gn. Ind. p. 8;
HS. 4 6; IV p. 153; Hein. 21; scabrana Stph. p. 163; Wd. 1097; Vfl. heller oder dunkler aschgrau
oder bräuidichgraü mit feinen und zarten schrägen Wellenlinien; bei deutlicher Zeichnung ist ein
dunkleres Schrägband von der Costa bis zum Dorsum vor den Fransenansatz, und ein großer Costalfleck
scharf ausgeprägt, der von 1/ 2 der Costa bis gegen die Spitze ausgedehnt, sich gegen den Tornus
erstreckt; seine basale Grenze ist scharf und geknickt, saumwärts ist er verwaschen. Außerdem steht
ein dunkler Fleck am Dorsum nahe der Basis, die Schuppenbüschel sind schwärzhöh angelegt, die
Saumlinie mit kräftigen braunen Halbmöndchen ausgezeichnet, die Fransen grau mit breiter dunkler
Teilungslinie, an der Costa vor dem.Apex gefleckt (Fig. 8). Alle diese Zeichnungen können fast
ganz verwaschen sein, so daß der Flügel auf heller grauem Grund nur noch Andeutungen davon
besitzt (Fig. 7). Die Halbmöndchen der Saumlinie bleiben auch hier meist deutlich und sind öfters
recht dunkel, öfters sind bèi dieser II. Generation die Flügel relativ kurz und saumwärts etwas;
verbreitert. Kopf und Thorax sind grau bis graubraun. Der Falter fliegt vom September an und
überwintert teilweise.
Die Hinterflügel sind bei beiden Generationen bräunlichgrau, oberseits ohne dunklere Sprenkel,
die Fransen heller mit kräftiger Teilungslinie nahe der Basis.
Die Raupe ist grün, mit feinen weißlichen Wärzchen, Kopf und Nackenschild dunkelbraun
bis schwarz, letzteres fein längs geteilt; Brustfüße schwarzbraun. Sie lebt zwischen zwei aufeinander
gehefteten Blättern von Ulmus campestris, besonders an Gebüsch, die der ersten Gen. im Mai und
Anfang Juli, die der zweiten im August.
Hab. England, Skandinavien, ganz Zentral- und Südeuropa, Ostseeprovinzen, Klèinàsien;.
auch in Japan und Nordamerika; demnach wohl auch durch ganz Sibirien und Zentralasien.
20. Acalla permutana Dup. IX, p. 499, t. 262 f. 4; permutatana HS. 28; IV p. 141; Wilk. 174;
Hein. 19; Meyr. 524.
Costa der Vfl. an der Basis stark gebogen, weiterhin gerade, Apex etwas spitz, Säum schräger
oder steiler, deutlich geschwungen; die Flügel parallelrandig oder saumwärts ein wenig verbreitert;
ein großer Schuppenbüschel, schwarz mit grau gemischt steht in der Falte nahe der Flügelbasis,
mehrere kleinere an der basalen Grenze eines Schrägbandes, noch kleinere im Spitzenfeld und in
der Nähe des Tornus. Spannweite 18—22 mm. Taf. V, Fig. 9 u n d 10!
Grundfarbe der Vfl. in der basalen Hälfte, bleich ockergelblich, öfters mit rötlichem oder
bräunlichem Anflug, mit einigen feinen, nicht immer deutlichen Querlinien und dem oben erwähnten
dunklen Schuppenbusch; von diesem zieht sich" oft die dunkle Farbe bis zum Dorsalrand, der durch
graue oder schwärzlichblaue Striche! saumwärts mehr oder weniger stark verdunkelt sein kann.
Die distale Flügelhälfte ist fleischfarben bis rotbraun, am Apex durch Costalhäkchen, daraus entspringende
Schräglinien und schwärzlichblaue Einmischung verdunkelt. Die Grenzlinie zwischen
hellem und dunklem Flügelteil verläuft von der Costa an zuerst schräg in der Richtung zum Tornus,
biegt an einem Schuppenbüschel in der Flügelmitte basalwärts zu einem zahnartigen oder rundlichen
Vorsprung aus, und geht dann wieder schräg saumwärts zu a/s des Dorsums; sie ist saumwärts verwaschen
bindenartig verdunkelt. Die Fransen sind etwas dunkler als die anstoßende Fläche, mit
kräftiger dunkelbrauner Teilungslinie nahe an ihrer Basis. Die Hinterflügel sind hell bräunlich
mit zarten Sprenkeln, ' die gleichfarbigen Fransen mit dunklerer Teüungslinie. Der Kopf ist stets
dunkel schwärzlich, der Thorax hell, von der Farbe der Flügelbasis. Abdomen hell bräunlich, Analbusch
gelblich.
Die Raupé lebt nach verschiedenen Autoren im Juni und Juli an Prunus spinosa und an Rosa,
besonders R. spinosissima; der Schmetterling erscheint im August und überwintert teilweise. .
Hab. Süddeutschland, Niederösterreich, Ungarn, Dalmatien, Belgien, England, Südost-
Europa und Kleinasien.
21. Acalla variegana Schiff. Syst. Verz. p. 130; Stph. p. 160; Wd. 1089; Wilk. 175; Hein. 20;
Snell. Vlind. II, 1, p. 175; Meyr. 523; abilgaardana Froel. No. 9 p. 19; Tr. VIII, 268; X 3, 137; Dup.
IX, 244, 4; HS. IV, p. 141; cristana Hb. 55.
In Flügelform, Zeichnung und Anordnung der Schuppenbüschel der vorigen Art häufig so
ähnlich, daß man im Zweifel sein kann, ob beide getrennt werden dürfen. S n e 11 e n zieht denn
auch permutana als Var. zu variegana. Hier müssen Züchtungen noch Klarheit schaffen, um so
mehr, als Ac. variegana in mehreren auffallenden Abänderungen vorkommt, die untereinander weit,
verschiedener sind, als die typische variegana von permutana. Der Saum der Vfl. ist manchmal