
Form und Größe wie Ac. literana; Schuppenbüschel der Vfl. kleiner, deutlich in Schrägreihen
gestellt, die erste nahe der Basis, die zweite von 2/ 6 der Costa zum Fransenansatz am Dorsum, zerstreute
kleinere im Saumfeld. Spannweite 20—22 mm. Taf. V, Fig. 19, 20.
Kopf, Thorax und Vorderflügel rein weiß, mitunter ein wenig ins Gelbliche oder Graue ziehend;
die Schuppenbüschel öfter dunkel angelegt; an der Costa hie und da Andeutungen dunklerer Wellenlinien,
oder leichte Verdunkelungen der Rippenenden. Manchmal ist eine Begrenzung eines Wurzelfeldes
und eine Schrägbinde schattenhaft gelblich oder zartgrau angedeutet. Saumlinie kaum
bezeichnet, Fransen weiß, in ihrer basalen Hälfte mitunter gelblicher.
a. Var. scotana Stph. List 97; Wilk. 162; Staint. Man. II, 231; Barr. Month. Mag. X p. 98.
Dadurch ausgezeichnet, daß von der Schrägbinde ein Fleck an der Costa, und ein länglicher
in der Flügelmitte, sowie ein praeapikaler Costalfleck scharf in dunkelbrauner bis schwarzer Farbe
ausgeprägt sind. (Fig. 20). Dazu kann noch ein rostroter Fleck kommen, der nahe dem Dorsum
an der Stelle liegt, wo die Grenze des Basalfeldes sein müßte. Die Saumlinie mitunter fein dunkel.
Hinterflügel hellgrau, spitzen- und saumwärts dunkler, manchmal mit durchscheinenden
Sprenkeln an der Costa. Abdomen weißlich bis weißgrau.
Die Raupe ist gelblichweiß, die kleinen Wärzchen von Körperfarbe, Kopf braun bis schwarz,
Nackenschild braun, an den Seiten schwarzbraun, Brustfüße schwarzbraun; sie lebt im Juni und
Juli an Birken; (Disq ue erzog sie aus dem Ei, sie waren schon Ende Mai erwachsen; das dürfte von
zu frühzeitigem Ausschlüpfen aus dem Ei kommen). Der Falter vom August an, an Birkenstämmen
sitzend; er überwintert.
Hab. Zentraleuropa, Livland, Finnland, Skandinavien, Rußland bis nach dem Süden, auch
Jtalien, England, Schottland; auch in Nordamerika.
24. Acalla sponsana F. Mant. 225; Hein. 18; Meyr. 522; favülaceana Hb. 62; Wd. 1075; Tr.
VIII, 260; X, 3, 135; Dup. IX, 243 f. 9 a, b; HS. 270; IV p. 143; Snell. Vlind. II, 1, p, 188;
reticulana Wd. 1077; tristana Stph. IV p. 157; malivorana Rag. Bull. Soc. Fr. 1875 p. 71, 75;
pyrivorana Rag. (nom. corr.) Ann. Soc. Fr. 1876 p. 401 t. 6 f. 1.
Costa der Vfl. an der Basis stark gebogen, weiterhin gerade oder auch ganz schwach gebogen,
nicht concav, Saum sehr schräg, gerade, Apex dadurch recht spitz. Die Schuppenbüschel sind die
gewöhnlichen, aber nicht stark ausgebildet. Beschuppung glatt. Spannweite 18—22 mm. Taf. V,
Fig. 21—24.
Grundfarbe der Vfl. weißgrau, bräunlichgrau, heller oder dunkler aschgrau bis ziemlich dunkel
violettgrau mit spärlichen dunkleren Schrägwellen an Costa und im Spitzendrittel. Es gibt ziemlich
einfarbige Exemplare, bei denen höchstens dunklere, meist rotbraune häkchenartige Anfänge der
Querwellen längs der Costa zu sehen sind. Bei recht vollkommen ausgeprägter Zeichnung (wie in
Fig. 23) zieht ein Schrägband von etwas vor x/ 2 der Costa gegen den Tornus, und eine zweite schräge
Linie dahinter, die in den Saum über dem Tornus mündet, grenzt ein dunkleres Spitzenfeld ab. Diese
Zeichnungen, in dem vorliegenden Falle dunkler violettbraun mit rostroter Einfassung, können auch
gleichmäßig dunkler oder ganz rostrot sein. Dazu kommen noch im Basalfeld zwei Costalflecke
gleicher Färbung, einer ganz an der Basis, der zweite zwischen Basis und Schrägband. In den meisten
Fällen reicht das dunkle oder rostfarbene Schrägband nur etwas über die Flügelmitte, und mit ihm
hängt ein gleichfarbiger praeapikaler Costalfleck zusammen, der bis zum Apex reicht; aus ihm ziehen
einige Wellenlinien schräg saumwärts (Fig. 21 und 22). Die'Saumlinie fein dunkel, öfter punktiert,
die Fransen etwas heller als die anstehende Fläche, mit einer breiteren oder zwei feinen Teilungslinien.
Die Hinterflügel sind ungewöhnlich dunkel, braungrau, die Fransen blasser, an ihrer Basis
schmal gelblich, mit dunklerer Teilungslinie. Kopf und Thorax von der Grundfarbe der Vfl., Abdomen
braungrau.
Hierher gehört sicher auch pyrivorana Rag., deren einzige Type in Fig. 24 dargestellt ist.
Das Exemplar ist ungewöhnlich klein und dunkel, die Zeichnungen der distalen Flügelhälfte gut
ausgeprägt, nur etwas verwaschen und mehr zerrissen durch hellere Einmischungen, als in Fig. 23.
Der schräge Saum, der spitze Apex der Vfl. und die dunkle Färbung der Hfl. stimmt nur mit Ac.
sponsana überein.
Die Raupe ist grün, mit bräunlichgrünem Kopfe; sie lebt vom Mai bis Juli an Acer, Carpinus
betulus, Fagus, Quercus, Sorbus; der Falter vom August an, überwinternd.
Hab. Großbritannien, Zentraleuropa, Ostseeprovinzen, Skandinavien, Oberitalien, Dalmatien.
25. Acalla rufana Schiff. Syst. Verz. 129; Hb. 178; HS. IV p. 145; Wilk. 165; Meyr. 522;
autumnana Hb. 247; Hein. 23; Snell. Vlind. II, 1, p. 186; bistriana Wd. 1078; lucidana Tr. VIII,
260; X, 3, 135; HS. 20; densana Frr. 18, 4 p. 34; crassana Dup. Suppl. IV, t. 61 f. 9, 10.
Costa der Vfl. im ganzen Verlauf schwach gebogen, oder an der Basis etwas stärker, weiterhin
ziemlich gerade, Saum schräg, ganz leicht geschwungen, Apex spitz; Schuppenbüschelchen sehr
schwach. Spannweite 18—22 mm. Taf. V, Fig. 25, 26.
Grundfarbe der Vfl. ockergelb, ockerbraun bis graubraun; gewöhnlich ist der Costalteil des
Flügels von der Basis bis zur Spitze dunkler, ebenso am Dorsum nahe der Basis ein dunklerer Schatten,
der sich mitunter dem Dorsalrand entlang zieht. Bei schärferer Zeichnung trägt das Basaldrittel
der Costa die Grundfärbung, und nur ein dreieckiger, bis zur Spitze ziehender Costalfleck bleibt übrig
von dunkelgrauer bis braungrauer Farbe, manchmal auch rostbraun; ferner können auch die Rippen
im Saumfeld dunkler bestäubt sein. Die sehr langen Fransen, öfters mit rostfarbener Basallinie,
sind bräujilichgrau mit sehr schwacher Teilungslinie.
a. Var. apiciana Hb. Vög. 49; Tr. VIII, 271; X, 3, 135; (Fig. 26); Vfl. ziemlich dunkel bräunlichgrau
mit einer rostbraunen Längsstrieme von der Wurzel zum Apex, rostbraunem Dorsalrand und
ebensolchem Saum.
Hfl. mit stumpfem Apex, glänzend bräunlichgrau oder gelblichgrau, Fransen blasser mit
zarter Teilungslinie.
Kopf und Thorax von der Farbe des Vorderflügelgrundes.
Die Raupe ist dunkelgrau, schwärzlich oder schwärzlichgrün, Kopf dunkelbraun bis schwarz,
Nackenschild schwarz. Sie lebt im Mai bis Ende Juli zwischen versponnenen Blättern von Myrica
gale, Salix caprea, Populus alba, auch Rubus idaeus und fruticosus; die Verpuppung findet in einem
trockenen Blatt oder an der Erde statt. Falter vom August bis Frühling.
Hab. Ganz Europa, ausgenommen im Süden.
26. Acalla longipalpana Snell. Tijdsk. 1882—83, p. 184 t. 11 f. 1 u. la.
Größe und Habitus von Ac. rufana, Saum der Vfl. noch schräger und nicht geschwungen,
Palpen viel länger, schnauzenförmig vorragend. Spannweite 25 mm. Taf. V, Fig. 27; (Type (J,
Sammlung Hedemann, jetzt Acad. St. Petersburg).
Vfl. glatt, matt glänzend, mit nur ganz kleinen, zerstreuten, tiefschwarzen Pünktchen aufgeworfener
Schuppen; einfarbig blaß gelblichbraun mit grauweißem Schimmer. Ein langgestreckter
dreieckiger Costalfleck von rötlichbrauner Färbung beginnt ziemlich scharf etwas vor der Mitte
und reicht, schmäler werdend, bis fast zur Spitze, gegen die Flügelfläche nicht scharf begrenzt. An
Zoologica. He ft 54. 12