
XV. Gattung: Asthenia (H b.) M e y r.
Mit den Charakteren von Semasia, d. h. ohne irgendwelche besondere Auszeichnung; die Fühler
des <J jedoch sind beiderseits mit Büscheln langer Härchen besetzt, so daß sie wie doppelt gefiedert
ausscheu. Ich bin der Meinung, daß diese Besonderheit, die nur eine ungewöhnlich starke Ausbildung
der auch sonst vielfach bei den Fühlern der cj<f vorhandenen, in Büschelchen angeordneten Härchen,
ist, nicht genügen sollte, eine Abtrennung und Stellung in eine' besondere Gattung vorzunehmen,
um so weniger, als es sich um eine einzige Spezies handelt, die davon betroffen wird. Auf den Hinterflügeln
sind Ader III3 und IV, gestielt. Vgl. Taf. II Fig. 46, 47, 48.
1. Asthenia pygmaeana Hb. f. 89; Tr. VIII p. 135; Dup . IX t. 252 f. 1; B t z b . Forst-
Ins. p. 226 t. 12 f. 9; H S . IV p. 281; He i n . p. 217; Sn e l l . II, 1 p. 342; Meyr . p. 472.
Vorderflügel lang, saumwärts deutlich verbreitert, Costa leicht gebogen, Saum schräg, ganz
schwach gebogen; Hinterflügel schmal, flach gerundet, Saum unter der Spitze leicht eingezogen,
Apex spitz. Spannweite 14 nun. Taf. XX Fi g . 42
Kopf und Thorax sind bräunlichgrau, das Abdomen ist reiner grau. Die Vorderflügel haben
ein graubraunes Wurzelfeld, das an Costa und Dorsum schräg abgeschnitten mit scharfer Spitze
in der Mitte vortritt; die Abschlußlinic ist von der Costa •aus meist doppelt, am Dorsum breiter und
einfach; im Wurzelfeld sind zahlreiche feine dunklere Querlinien. Die folgende hellere Querbinde
ist zart bräunlichgrau, am Dorsum ziemlich hell weißlich, mit drei schrägen Costalstricheln und am
Dorsum mit feinen Wellenlinien; durch die vortretende Spitze des Wurzelfeldes ist sie in der Mitte
fast unterbrochen. Darauf folgt von der Mitte der Costa zum Dorsum vor dem Tornus eine dunkel
graubraune Schrägbinde, nach außen scharf und etwas stufig begrenzt, wurzelwärts verwaschener,
mit schwarzen feinen Wellenlinien, zuweilen etwas hell unterbrochen; sie ist meist auf ihrer Saumseite
von einer feinen bleigrau bis weißlich glänzenden Linie begleitet. Das ganze Saumfeld ist mehr
rostbräunlich, zart glänzend; an der Costa stehen drei scharfe schwarze Häkchen, deren weiße
Zwischenräume fein dunkel geteilt sind, sie verfließen in den braunen Grund; zuweilen zieht aus
dem zweiten Zwischenraum eine feine Glanzlinie gebogen gegen den Tomus, eine andere aus dem
ersten Zwischenraum zum Augenpunkt, der hell weiß ist; der Apex ist rostbräunlich. Die Fransen
sind braungrau, unter der Spitze fein hell durchschnitten, manchmal auch über dem Tomus. Die
Hinterflügel sind rein weiß, an der Spitze allmählich schwarzgrau, die Fransen daselbst grau, gegen
den Tomus weiß, mit braungrauer Teilungslinie.
Die Raupe ist hellgrün, der Kopf hellbraun oder schwarz, Nackenschild grünlich oder gelblich,
auch dunkelbraun, seitlich manchmal mit undeutlichem dunkeln Punkt, Analklappe wenig ausgezeichnet.
Sie lebt im Juni und Juli an Fichten und Kiefern. Der Falter fliegt im April und Mai.
Hab. Mitteleuropa, mittleres Westrußland, Skandinavien.
XVI. Gattung: Tmetocera L e d.
Mit den Eigenschaften der Gattung Semasia; d i e F ü h l e r d e s $ h a b e n j e d o c h
i n d e r N ä h e i h r e r W u r z e l e i n e sog. „A u s n a g u n g“ (Taf. II F i g . 44). Auf
den Hinterflügeln sind die Adern III3 und IVX gestielt, III2 entspringt mit diesem Stiel aus einem
Punkt; II und |I üj j entspringen getrennt, aber dicht beisammen und ziehen eine Strecke parallel.
(Vgl. Taf. II Fig. 43—45.)
1. Tmetocera ocellana F. Mant. II p. 228; Tr. VIII p. 40; X, 3 p. 51; HS. IV p. 233; f. 371;
Wilk . p. 118; He i n . p. 206; Sn e l l . II, 1 p. 325; M e y r. p. 476; luscana F. Ent. Syst. p. 255;
Dup . IX t. 245 f. 10; Suppl. IV t. 84 f. 2; comitana H b . f. 16; H a w. p. 434; Wo o d f. 900.
Var. lariciana He i n . p. 206; K n a g g s Ann. for 1866 p. 166; B a r r . Monthly Mag. X
p. 66; Z. Stett. ent. Zeit. 1873 p. 129; zellerana B o r g m a n n Forstw. naturw. Zeitschr. IV p. 171,
Vorderflügel der Stammform breit, der Var. lariciana schmäler, saumwärts kaum verbreitert,
Costa leicht gebogen bis fast gerade, Saum steil, geschwungen; Hinterflügel breiter oder schmäler.
Apex spitz, Saum flach gerundet, unter der Spitze flach oder leicht eingezogen. Spannweite 14 bis
18 mm. T a f . XX F i g . 43 $, 44 45 $, 46 <$ (Var. lariciana).
Kopf und Thorax sind dunkel bläulich schwarzgrau, das Abdomen ist mehr bräunlichgrau.
Bei der Stammform sind die Vorderflügel reinweiß, oder mit leichtem, rötlichem Anhauch, zuweilen
auch rotbräunlich überdeckt, aber immer recht hell. Ein Wurzelfeld ist dunkel bläulich schwarzgrau
mit schwarzen Querwellen; es ist von der Costa aus bis zur Mitte schräg, von da zum Dorsum
mehr senkrecht, oder auch ein wenig schräg wurzelwärts abgeschnitten, meist glatt, zuweilen etwas
zackig. An der Costa stehen vom Wurzelfeld bis zur Spitze mehr oder weniger deutliche schwärzliche
Schrägstrichel und -Häkchen; bei guter Ausbildung sind die Zwischenräume auch fein dunkel geteilt;
der Apex ist schmal gelbbraun bis dunkelbraun, ebenso der Saum bis über die Mitte. Vor dem Saum
zieht ein blaugrauer Streif zugespitzt gegen den Tornus und vor diesem ein ockergelber, der mitunter
nur im costalen Abschnitt ausgebildet ist und schwarze Längsstriche oder Punkte enthält,
bei voller Ausbildung bis zum Tornus; vor ihm steht am Tornus ein blaugrauer senkrechter Wisch
und vor diesem wieder ein gelbbrauner dreieckiger Praetornalfleck mit einigen dicken schwarzen
Längsstrichen. Die Fransen sind dunkel schwarzbraun oder blauschwarz, oft mit einigen feinen
Staublinien. Die Hinterflügel sind graubraun bis schwarzbraun, die Fransen heller, mit einer scharfen
und einer verwaschenen dunkleren Teilungslinie.
Die Var. lariciana He i n , ist Meiner, mit schmäleren Flügeln, bei denen der weiße Grund
mehr oder weniger stark grau bis schwärzlich gedeckt ist; letzteres kann durch zahlreichere graue,
schwärzlich gemischte Wellenlinien geschehen, oder durch mehr gleichmäßige dunkle Bestäubung.
Der ockergelbe bis ockerbräunliche Spiegelstreif vor dem Saume fehlt meist und seine schwarzen
Striche sind zu einer senkrechten Linie verschmolzen, ebenso ist der Praetornalfleck gewöhnlich