
Vorderflügel kurz und breit, Costa stark gebogen, gdgen die Spitze hin flacher, Saum sehr steil,
ziemlich gerade; Saum der Hinterflügel stark gebogen, unter der Spitze flach eingezogen. Spannweite
10—21 mm. Taf. XVI, F i g. 6 7 (v a r.).
Diese Art kommt in zwei Färbungsvarietäten-vor; bei der häufigeren Form ist die Grundfarbe
der Vorderflügel weißlich bis aschgrau, bei der anderen blaß bräunlich und dementsprechend auch
die Färbung der Zeichnungen dort mehr dui ikelgrau mit Braun, hier gleichmäßiger braun. Stets
sind die Vorderflügel von zahlreichen dunkleren Wellenlinien quer überzogen; nahe der Wurzel findet
sich ein etwas gebogenes oder auch gebrochenes Querband, bei der graüen Form dunkelbraungrau
mit schwarzer Einfassung, bei der braunen fast einfach dunkelbraun; es erreicht in der Regel das
Dorsum nicht, wenn es der Fall ist, so wird es daselbst dünner und blasser; indessen ist in letzterem
Fall das ganze eingeschlossene Wurzelfeld dunkle^ braun, im ersten dagegen nur an der Costa dunkler
grau, von Bogenlinien durchzogen. Etwas vor der Mitte der Costa entspringt ein braunes Schrägband,
das entweder (Form 1) in der Flügelmitte durch einen schwarzen Längsstrich abgeschlossen
ist, oder (Form 2) etwas verwaschener darüber hinauszieht, etwa bis zur Dorsalis, und dann mit dem
Dorsum durch eine Anzahl bräunlicher Linien in Verbindung steht; auch in Fall 1 kann man diese
Fortsetzung und Verbindung schwach grau angedeutet finden; mit dem costalen Teil des Schräg-
ba ndes ist noch ein dunke Igra uer, schwarz gerundeter und mehrfach schwärzlich geteilter Costalfleck
hinter ihm verschmolzen, wodurch im ganzen ein sehr großer, fast dreieckiger Fleck mit schwarz
abgestutzter Spitze zustande kommt; bei der braunen Form ist oft der Zwischenraum des ersten
auf das Schrägband folgenden costalen Doppelhäkchens nicht verdunkelt, sondern erst der des darauffolgenden,
so daß ein kleiner Costalfleck von der Basis der Binde abgetrennt ist; darauf kommen vor
der Spitze noch zwei größere dunkle Häkchen, nicht immer sehr scharf; vor dem Tornus steht ein
verschieden deutlicher dunklerer hoher Fleck, zum Teil mit schwarz punktierten Rändern und ein
bräunlicher bis dunkler brauner Saumstreif, nahe über dem Tornus beginnend, mit kurzen schwarzen
Aderlinien zieht zur Costa zum ersten, oder den beiden ersten Häkchen, die er aber nicht immer
erreicht; einige feinere graue, beziehungsweise bräunliche Schräglinien durchziehen noch das Saumfeld
parallel dem Saumstreifen. Die Fransen sind gelblich- bis bräunlichgrau, dunkler gescheckt,
mit feiner dunklerer Teilungslinie; die Hinterflügel sind bräunlichgrau, die Fransen weiß bis hellgraubräunlich
(in Fig. 7 zu dunkel), mit dunkler Teilungslinie. Kopf und Thorax sind den Vorderflügeln
entsprechend grau oder braun mit dunklerer Mischung, das Abdomen ist bräunlichgrau.
Die Raupe ist schmutzig hellgrün mit dunklerer Rückenlinie und bräunlichen Subdorsallinien,
der Kopf ist grünlichgelb. Sie lebt im Frühling jung in den Blütenkätzchen, im Mai bis Juni
erwachsen zwischen versponnenen Zweigspitzen von Salix caprea, auch Salix alba; der Falter fliegt
im Juli und August.
Hab. Mitteleuropa, Finnland, Schweden.
9. Argyroploce hartmanniana L. Faun. Suec. No. 1322; Tr. VIII p. 91; X, 3 p. 67; Dup.
Noct. VI p. 201 t. 245 f. 9; F r r. IV p. 89 t. 342 f. 2; HS. IV p. 227; f. 162 (aberr.); Hein. p. 106;
Meyr. p. 461; scriptana Hb. f. 110; Stph. 111. IV p. 86; Wood f. 884; Snell. II, 1 p. 265.
Vorderflügel schmäler als bei voriger, wie bei Arg. inundana, Saum der Hinterflügel gerundet,
unter dem Apex gerader, letzterer ziemlich spitz. Spannweite 19—22 mm. Taf . XVI, F i g. 8 ?.
Kopf und Thorax sind braungrau mit weißlicher Mischung, der Schopf ist braun; die Vorderflügel
sind weißlich, ausnahmsweise auch bleich ledergelb von Grundfarbe, wurzelwärts ziemlich
reichlich bräunlichgrau bestäubt und dadurch unreiner und dunkler; bei V* der Costa stehen zwei
schwarze Strichei, deren Zwischenraum graubraun ausgefüllt ist und sich schräg als schmale Binde
bis zur Flügelfalte erstreckt; hier stehen mehrere wurzelwärts gegen das Dorsum gerichtete schwarze
Fleckchen und Strichelchen, die sich bis zum Dorsum erstrecken können; hierdurch entsteht eine
in der Mitte spitz gebrochene unvollkommene Abgrenzung eines trüb gelblichgrauen, am Dorsum
dunkleren Wurzelfeldes; das ganze Dorsum ist bis zum Tornus durch Verschmelzung schwarzbrauner
Strichei, untermischt mit schwarzen Punkten stark verdunkelt; vor dem Tornus wird die Verdunkelung
stärker und höher, mit schwarzen Längsstricheln durchsetzt und reicht bis gegen die Hälfte der Flügelbreite;
ihr gegenüber hängt in der Mitte der Costa ein breiter brauner, mit schwarzen Cos talstricheln,
Linien und Längsstreifchen durchsetzter Schrägfleck, der eine Spitze saumwärts vorragen läßt und
etwas über der Flügelmitte durch einen schwarzen Längsstrich scharf abgeschnitten ist; hinter ihm
auf hellem Grund steht ein schwarzer Punkt; der Costalfleck bildet mit der praetornalen Verdunkelung
eine in der Mitte hell durchschnittene Schrägbinde; der helle Raum der Grundfarbe vorher ist von
undeutlichen graugrünlichen Wellenlinien schräg durchzogen. Im Saumfeld stehen an der Costa
vier dunkle Häkchen, die sich zu Schräglinien gegen den Saum mehr oder weniger deutlich verlängern,
dazwischen feine Strichei; ein sehr undeutlicher Saumstreif beginnt unter der Mitte des Saumes,
erreicht aber die Costa nicht; in ihm steht ein schwarzes Strichei. Die Fransen sind weißlich bis
gelb bräunlich, dunkler gescheckt mit feiner dunkler Teilungslinie. Die Hinterflügel sind braungrau,
die Fransen gelblichgrau, am Tornus und Dorsum grauer, mit braungrauer Teilungslinie; das Abdomen
ist braungrau.
Mitunter kommt von dieser Art eine albinotische Aberration vor (HS. f. 162), bei der die Vorder-
fliigel fast rein weiß sind, nur am Dorsum grau und schwärzlich verdunkelt, vor dem Tornus höher
costalwärts reichend; von der Schrägbinde ist nur der schwarze Längsstrich und ein Fleckchen darüber
vorhanden. Bei einem mir vorliegenden Stück dieser Aberration ist ein wenig mehr von der Schrägbinde
vorhanden: ein kleines Costalfleckchen, der schwarze Abschlußstrich in der Mitte, bräunlichgelb
angelegt, der dorsale Teil mit zwei schwarzen Längstrichen, abermals von Braungelb begleitet,
ziemlich vollständig; das ganze Saumfeld ist rein weiß, nur am Saum mit schwachen grauen Fleckchen,
die Costalhäkchen sind nur schattenhaft grau angedeutet.
Die Raupe ist blaßgrün, der Kopf oekergelblich; sie lebt im April bis Anfang Juli (wohl in zwei
Generationen, die sich rasch folgen) zwischen versponnenen Blättern von Salix alba, auf alten hohen
Bäumen. Der Falter fliegt von Ende Juni bis in den September.
Hab. Mittel- und Nordeuropa, Nord- und Mittelitalien.
10. Argyroploce capreana Hb. f. 250; Tr. VIII p. 27; X, 3 p. 46; Hein. p. 106 (partim);
Nolck. Fauna Balt. II p. 397; Wal l gr. Tidskr. 1889 p. 59; Meyr. p. 461; moestana Wocke
Stett. ent. Zeit. 1862 p. 52.
Vorderflügel kürzer als bei voriger, saumwärts deutlich verbreitert, Costa gebogen, Apex
rechtwinkelig gerundet, Saum sehr steil, gerade, Tornus gerundet; Hinterflügel gerundet, Saum
unter der Spitze kaum eingezogen. Spannweite 18—20 mm. T a f . XVI, F i g . 9 <?.
Kopf und Thorax sind graubraun, letzterer weißlicher gemischt, das Abdomen ist braungrau.
Die Vorderflügel sind im Spitzendrittel weißlich bis gelblich weiß, auch etwas bräunlich angehaucht,
im übrigen graubräunlich; nahe der Wurzel findet sich ein gebogenes dunkel rostbraunes, schwarz
gesäumtes Querband, welches das Dorsum nicht erreicht, davor oft noch eine, schwärzliche Querlinie;
das folgende hellere Feld bildet eine graubräunliche Querbinde mit einer oder mehreren recht undeutlichen
dunkleren Querlinien; vor der Mitte der Costa beginnt ziemlich schmal ein dunkelbraunes