
gangsstelle alle in die Richtung des Lamellenwachstums eingestellt. Die Lamelle ist noch schmäler
als das Stomatodäum, und es liegen in querer Richtung immer nur zwei bis drei Zellen nebeneinander.
Unter ihr war in dem gezeichneten Schnitt bei tiefer Fokusstellung die Dotterfirste zu
erblicken. Der Frontalschnitt (b) durch ein entsprechendes Stadium zeigt die symmetrische Anlage
beider Lamellen, zwischen ihnen den Dotter und nach vorn das Stomatodäum. Das Ganze könnte
man einer zweizinkigen Gabel, etwa einer Stimmgabel, vergleichen. Auch hier läßt sich der direkte Übergang
aus dem proximalen Teile des Stomatodäums in die Epithellamellen ganz deutlich beobachten.
Am Proktodäum desselben Stadiums wiederholen sich genau dieselben Verhältnisse. Die
Streckung des Hinterendes ist in diesem Embryo eben vollzogen; die Uroogonien liegen noch im
13. Segment. Solange das Hinterende noch nicht ganz auf die Ventralseite zurückgezogen ist, das
Proktodäum also noch dorsal liegt, tritt das hintere
Lamellenpaar noch nicht hervor. Es macht sich
jedoch in diesen Stadien eine sehr starke Verdickung
der Wände des Proktodäums, besonders an seinem
proximalen Ende, bemerkbar. (Fig. XXXVI), wobei
aber immer eine scharfe Grenze gegen das an
der inneren Seite liegende Mesoderm bestehen bleibt.
Ist dann mit Streckung des Hinterendes auch das
Proktodäum in seine definitive Lage gekommen, so
kann das angereicherte Zellenmaterial sofort zur
Bildung der hinteren Epithellamellen verwendet
werden. In Fig. 28 ist die eine Lamelle deutlich zu
sehen, die andere ist durch etwas schiefe Führung
des Schnittes nicht getroffen worden. Die hier angeführten
Beobachtungen
sprechen in jeder Beziehung
für eine ektodermale
Entstehung des Mitteldarms
aus dem proximalen
Ende des Vorder- und
Enddarms. Für eine Entstehung
aus Mesodermzellen
habe ich keinerlei
Anhaltspunkte finden können.
In dem in Fig. 28
abgebildeten Stadium ist
noch eine weitere Differenzierung
in ihren Anfängen
vorhanden, nämlich die
Bildung der Malpighi -
schen Gefäße (Malp).
Fig. x x x v i i i . Die vier Gefäße entstehen
a) Sagittalscbnitt, b) Frontalsclinitt durch das Darmventil zwischen Vorder- und Mitteldarm, d dr An- , ,
hangsdrflsen de s Mitteldarms. Hom. Imm. u. 4. UUS d e m E n d a D S C h n i t t d e s
Proktodäums (Fig. XXXVII, Malp), dessen Lumen sich später etwas erweitert. Diese Erweiterung
wird durch einen nach innen vorspringenden Ringwulst (Rw) von Zellen noch deutlicher abgesetzt,
sodaß eine besondere Abteilung des Proktodäums zustande kommt.
Ungefähr zu gleicher Zeit finden auch am vorderen Teile des Darnitraktus neue Differenzierungen
statt. An der Grenze zwischen Stomatodäum und Mitteldarm vollzieht sich ein Einstülpungsprozeß,
der in Fig. XXXVIII a in den Anfängen zu sehen ist. Das Stomatodäum schiebt
sich m der Längsrichtung des Körpers gegen den Dotter vor und zieht dabei die umliegenden Teile
des Mitteldarms mit sich. Da beide Darmabschnitte eine Musculäris (muse) besitzen, so wird
natürlich auch diese mit eingestülpt, und im ganzen entsteht ein vierschichtiges, zapfenartiges Gebilde,
dessen Schichten von innen nach außen folgende Anordnung besitzen: Epithel desVorderdarms(muc v),
Musculäris des Vorderdarms (muse v), Musculäris des Mitteldarms (muse m), Epithel des Mitte|-
darms (muc m). Die beiden muskulösen Schichten kommen also aufeinander zu liegen. Das Epithel
des Mitteldarms nimmt an dem Prozeß nur in der Weise teil, daß das Plasma der zunächst mit dem
Stomatodäum verbundenen Zellen sich lang auszieht, während die Kerne der Einstülpung nur ein
klemes Stück folgen. Das Stomatodäum endigt in diesem Stadium nicht mehr blind, sondern das
Lumen,ist am Hmterende bereits durchgebrochen. Das so entstandene D a r m v e n t i l — denn
dieses haben wir hier vor unsB- wächst später bedeutend in die Länge. (Fig. XXXVIII b). Das
Epithel des Mitteldarms (muc m) folgt auch dann nur mit seinem Plasma, welches zuletzt nur noch
als- zarter Kontur zu erkennen isife Die beiden Muskelschichten legen sich immer dichter zusammen,
sind aber- zunächst noch ganz gut zu unterscheiden, wozu besonders Querschnitte dienlich sind. Der
vorderste Teil des Mitteldarms umfaßt das Ventil als dicht umschließender Ring, wodurch abermals
eine feste Verbindung des vorderen und mittleren Darmabschnittes herbeigeführt wird.
Endlich habe ich noch die A n h a n g s d r ü s e n d e s M i t t e l d a r m s zu erwähnen. Sie
entstehen ein kurzes Stück hinter dem Darmventil als zwei seitliche Aussackungen (Fig. XXXVIII b,
d Eegi™ des Prozesses gibt sich in einer bedeutenden Erhöhung der Epithelzellen an den
betreffenden Stellen kund. Aus den erhöhten Zellen bilden sich dann die Divertikel, welche außen
von Musculäris des Darms bedeckt bleiben (muse).