
XIII. Gattung: Oxypteron Stgr. (1870).
Diese Gattung ist auf eine einzige Spezies gegründet, bei welcher <£ und $ im Flügelschnitt
einige Verschiedenheiten aufweisen. In beiden Geschlechtern sind die Vorderflügel schmal, gleichmäßig
breit, mit spitzem Apex und sehr schrägem Saum, so daß ein Tornus gar nicht ausgebildet ist.
Während aber beim die Vorderflügel immer noch eine auch sonst öfters vorkommende Form haben,
etwa wie bei Tortrix longana <$, sind die des $ mehr lanzettlich, der Apex durch stärkere Krümmung
der Costa gegen ihr Ende hin mehr in die Verlängerung der mittleren Längslinie des Flügels gerückt,
dabei sind sie relativ kürzer und in der Breite schwankend, bald etwas breiter, manchmal aber auch
schmäler, als beim Die Hinterflügel, schon beim schmal, sind beim $ noch viel schmäler, der Saum
ganz flach gebogen in die vorgestreckte Spitze übergehend. Die Mittelzelle der Vorderflügel ist lang,
ohne Teilungsader, Ader II 5 zieht in die Spitze, Ader IV2 entspringt aus der hinteren Mittelader weit
saumwärts (vgl. Taf. I Fig. 25a). Auf den Hinterflügeln fehlt eine Ader, indem III3 und IVj zusammenfallen;
Ader II und IIIj entspringen getrennt, aber sehr nahe beisammen aus der vorderen, etwas vorgezogenen
Ecke der Mittelzelle und entfernen sich saumwärts von einander, um den Apex zu umfassen.
Die Palpen sind normal, überragen den Kopf nur wenig, das kleine Endglied ist etwas abwärts gerichtet,
sie sind anliegend beschuppt; der Säugrüssel ist sehr rudimentär. Das $ besitzt eine ausstreckbare
Legeröhre an dem oft unverhältnismäßig langen und starken Hinterleib. Der Thorax ist leicht
geschöpft.
1. Oxypteron impar S t g r . Berl. ent. Zeit. 1870 p. 276; Chr . Mem. Rom. II p. 155 tab. 8
f. 6 a, b.
Mit den Eigenschaften, die für die Gattung angegeben wurden. Spannweite 18—20 mm.
T a f . XI Fi g . 17, 18 (<?, $).
Die Vorderflügel sind staubig gelblichbraun, mehr oder weniger stark dunkler braun bis schwärzlichbraun
gepudert, beim $ oft beträchtlich dunkler als in Fig. 18. Durch die Länge des Flügels
zieht eine ockergelbliche bis ockerrötliche Mittelstrieme, oft nur undeutlich sichtbar, die durch mehrere
dunklere Querschatten in einige hintereinander gereihte Flecken zerteilt ist. Diese schattenhaften
Querbinden sind beim $ meist deutlicher als beim <J, wo von ihnen in der Regel nur einige Quer- oder
Schrägflecke in der Mittelzelle und an deren Ende sichtbar sind; die Zeichnungen können auch ganz
verloschen sein. Längs des Saumes und nahe der Costa sowie am Dorsum finden sich auch sehr feine
schwarze Schuppenpünktchen, bei helleren Stücken deutlicher zu erkennen als bei stark dunkel
bestäubten. Die Fransen sind blasser als die Fläche, mit unscharfer Teilungslinie. Die Hinterflügel
sind hellbräunlich, etwas glänzend und durchscheinend, ihre Fransen von gleicher Farbe, mit äußerst
schwacher Teilungslinie. Kopf und Thorax haben die Farbe der Vorderflügel, das Abdomen ist bräunlichgrau.
Hab. Südostrußland (Sarepta) und Transkaspien.
XIV. Gattung: Exapate Hb. (1818).
Die Vertreter dieser Gattung zeichnen sich vor allem durch den stärksten sexuellen Dimorphismus
aus, der unter den paläarktischen Wicklern vorkommt. Die <$<$ sind normal geflügelt, die Vorderflügel
sind lang gestreckt, distalwärts allmählich verbreitert, mit sehr schrägem, ganz schwach gebogenem
Saume; die Mittelzelle ist ungewöhnlich lang und liegt nahe an der Costa; infolgedessen
sind die aus ihr entspringenden Adern zur Costa und zum Saume sehr kurz, ohne sonst eine Besonderheit
zu bieten; II5 zieht fast in den Apex. Auf den normal gestalteten Hinterflügeln entspringen
die Adern II und IIIj dicht beisammen und entfernen sich saumwärts, um den Apex zu umfassen;
Ader III3 und IVX entspringen aus einem Punkte, I I I 2 nahe bei demselben. Beim ? sind die Vorderflügel
sehr klein, spitz lanzettlich, mit stark gebogenem Dorsum, das geschwungen zum Apex verläuft;
ihre Äderung ist etwas rudimentär: die sehr lange, fast bis zum Apex reichende Mittelzelle ist nicht
geschlossen, aus ihr ziehen 3 kurze Adern in die Costa und fünfe in den Saum; die Hinterflügel werden
nur durch winzige, leicht zu übersehende, spitze Läppchen repräsentiert; zudem sind die Flügel des $>
nicht eigentlich beschuppt, sondern grob abstehend behaart, sowohl auf der Fläche wie am Saum
und Costa.. Der Kopf ist abstehend behaart, die Palpen schwach, ebenfalls rauh behaart, der Säugrüssel
ist äußerst dünn und kurz. Die männlichen Fühler sind aus viereckigen Gliedern zusammengesetzt,
die sehr kurz bewimpert, an ihrem Ende mit je einer längeren Borste besetzt sind; die des $
sind dünn, mit abstehenden Borsten besetzt. Der Thorax des ist geschöpft, der des $ glatt, rauh
behaart. (Vgl. Taf. I Fig. 26, 27, 28.)
Die Schmetterlinge erscheinen im Spätherbst, die sitzen mit dachförmig den Hinterleib
deckenden Flügeln und umschwärmen in der Mittagssonne die flugunfähigen $?, die gewöhnlich
an Zäunen oder Baumstämmen in Manneshöhe oder etwas niedriger sitzen.
Man kennt bis jetzt zwei Arten, von denen die eine über Europa ziemlich verbreitet ist, während
die andere nur in den Schweizer und Französischen Alpen gefunden wurde.
1. Exapate congelatella CI. Ic. tab. 8 f. 5; He i n . p. 66; Me y r . p. 543; gelatdla L. Faun.
Süec. No. 1450; Tr. IX, 1 p. 34; D u p. XI tab. 287 f. 8, 9; Wo o d f. 1270; gelatana Hb. f. 266;
HS. IV p. 193.
Mit den Charakteren der Gattung. Spannweite d1 21—25 mm; $ 12 mm. T a f . XI F i g . 19,
20 (¿¿), 21 ($).
Beim d sind die Vorderflügel bräunlichgrau, mehr oder weniger dunkel, etwas seidenglänzend;
von der Wurzel aus zieht in der Regel eine verschieden deutliche weiße Längsstrieme, der Mittelzelle
entsprechend, allmählich verbreitert und verblassend gegen den Saum. Es gibt indessen Exemplare,
denen diese Strieme ganz fehlt, so daß die Flügel ganz einfarbig braungrau sind (Fig. 20). In der Mittelzelle
steht bei V2 ihrer Länge ein schwarzbrauner bis schwärzlicher Quer- oder Schrägfleck, wie der
Rest einer Wurzelfeldbinde. Ein ähnlicher Fleck findet sich gegen das Ende der Mittelzelle, der