
vor dem Apex ist leicht zerrissen an der Costa, sein unterer Rand nicht zusammenhängend mit einem
schmalen Saumschatten unter ihm; all diese Zeichnungen sind deutlich abgehoben und längs ihrer
Ränder schwarz gefleckt; während die hellen Räume dazwischen auch mitunter sehr leicht an Costa
und Dorsum mit Braun gefleckt sind; Fransen weiß. Spannweite 16—18 mm. Hinterflügel blaß
bräunlichgrau, Fransen wenig heller, mit einer Schattenlinie nahe ihrer Basis. Abdomen und Beine
blaß bräunlichgrau.
Nahestehend der octormoulana Dbld., von der manche Varietäten in Muster und Farbe höchst
ähnlich sind; aber es ist ein viel kleineres Insekt, und, soweit man aus nur 4 Stück urteilen kann,
in ihren Zeichnungen konstanter.“
Hab. Palästina.
88. Tortrix barbarana Wl s hm. Asiat. Tort. Ann.&Mag. N. H. (7. ser.) V, 1900 p. 461.
Die Beschreibung des Autors übersetzt ist folgende: „Antennen, Palpen und Kopf blaß bräunlich
aschgrau. Thorax dunkler bräunkch (brownish fuscous). Vorderflügel bleich bräunlich aschgrau
mit einem schwärzlichbraunen Basalfleck, der sich bis Vs ausdehnt, ein wenig oberhalb der Falte
auswärts winkelig geknickt, ebenso einwärts an der Falte selbst; dieser Fleck ist leicht gemischt
mit der helleren Grundfarbe, längs seinem Band sind etwas dunkler braune Schuppen eingesprengt;
quer durch die Mitte des Flügels zieht ein wenig schräg eine dunkelbraune Binde zum Dorsum vor dem
Tomus, deren äußerer Band über der Mitte leicht auswärts geknickt ist, aber sie ist nicht verbunden
mit einem etwas dreieckigen Costalfleck von gleicher Farbe vor dem Apex. Der Baum zwischen
diesen dunkeln Zeichnungen ist sehr dünn bestreut oder gegittert, mit dunkelbraunen Schuppen, die
nur ein wenig vor der Mitte des Saumes zusammenfließen. Fransen bräunlichgrau, eine wenig dunklere
Linie längs ihrer Basis. Spannweite 14—16 mm. Hinterflügel bräunlichgrau; Fransen ebenso, mit
einer dunkleren Teilungslinie nahe ihrer Basis. Abdomen und Beine bräunlichgrau.“
Der Autor vergleicht die Spezies mit dunklen Stücken von Anisotaenia (Isotrias) Tiybridana,
besonders mit deren Var. castHUma Bag., von der sie aber durch den Aderverlauf der Hinterflügel
und den nicht zum Saum verlängerten Praeapikalfleck zu unterscheiden ist; auch Tortrix mcdrtana Tr.
steht sie sehr nahe, indessen ist das Basalfeld in der Mitte nicht so vorspringend wie bei dieser, zudem
sind die Vorderäügel kürzer und stumpfer.
Hab. Syrien (Haleb).
89. Tortrix reynana S t g r . Cat.Lep. Eur.1861 p.190; o s s e a n a i a h . Contr. p. 395 No. 72;
F a i l l a - T e d a l d i Mat. Faun. Lep. Sicil. p. 115.
D e 1 a H a r p e gibt von dieser Spezies, die ich vergeblich i n d e r S t a u d i n g e r s c h e n
Sammlung gesucht habe, eine genaue Beschreibung, die in der Übersetzung lautet: „Eine in mehr
als einer Hinsicht bemerkenswerte Art. Ihre geraden, langen Palpen und der schwarze Punkt der
Zelle der Vorderflügel nähern sie den Cmmbidm; sie hat am meisten das Aussehen und die Färbung
der Eudorea ochrealis. Ihre stark gekämmten Antennen beim d sind beinahe eine Ausnahme unter
den Wicklern; der Schnitt der vier Flügel und ihre Äderung erlauben übrigens nicht, sie von denselben
zu trennen. Die einzige Gruppe H e r r i c h - S c h ä f f e r s , mit der man sie vereinigen kann, ist
Tortrix, wegen ihrer Beziehungen zu pratana, vibumana etc. Ich habe das $ nicht gesehen; es ist
wahrscheinlich, daß es wenig oder gar nicht fliegt, da die Antennen des S ebenso stark kammförmig
sind wie die von gemingana.
Flügelspannung 20 mm. Kopf, Thorax, Palpen etc. ockergelb in falb übergehend am Ende
der Palpen. Diese überragen den Kopf um dessen ganze Länge und sind ein wenig abwärts gebogen.
Ihr zweites Glied ist seitlich sehr abgeplattet, beilfönrng', und bedeckt mit. starken, aufgerichteten
Schuppen; das .drittelGlied ist/ kurz, nackt, gut sichtbar! Die Antennen sind braun; jedes Glied
trägt unten einen' starken; bräunen Pinsel von Haaren, die sieh ausbreiten „en mouehet“; wie das
bei einer großen Anzahl von Aoidalia- Arten der Fall ist; Die Vorderflügel sind oberseitig von reinem
Schwefelgelb, bestreut mit einigen ockerfarbigen Schuppen gegen dieMsta und Basis. In der Mitte
des Flügels, am Ende der Zelle, bemerkt man einen sehr deutlichen: schwarzen Punkt. Die Costa ist
an ihrem Ursprung stark gebogen, in ihrer übrigen Strecke fast gerade. Die Spitze ist scharf; der Saum,
schräg abpsehnitten, ist am: Tornus gerundet. Das Dorsum ist gerade, nur an seiner Basis stark
gebogen. Die Fransen, nicht abgehetzt von der Flächef (sind von gleicher Färbe wie. diese und glänzend.
Die Hinterflügel sind: oberseits blaßgrau, dunkler am Bande. Ihre Fransen sind weißgelblich
glänzend. Dnterseitig sind die Vorderflügel in der Mitte angeraucht;. bleicher im Umkreis, die hinteren
ganz von letzterer; Färbung. Das Abdomen, ist weißlich und endigt mit einem Schuppenbüschel,
der ins' Fahlgelbliche zieht.“
Hab. Siillien.
Db diese Spezies zur Gattung Tortrix ■ und " gar zur Gruppe der früheren Arten
gezählt Werden darf, kann in Eücksieht auf die: ungewöhnlich stark gekämmten. Fühler des: ij wohl
angezweifelt werden; nach diesem Merkmal möchte man eher vermuten, daß es' Sich um einen Vertreter
der Gattung Ampltisa handeln dürfte. Eine Entscheidung kann erst durch die Untersuchung
des Flügelgeäders getroffen werden.
90. Tortrix subjunctana Voll. Ann. & Mag. Nat. Hist. (3. ser.) I, 1858 p. 120.
W o 11 a s t o n gibt IfrL nur eine kurze lateinische Diagnose, deren Übersetzung lautet:
„Vorderflügel grau, sa tt rotgrau gestrichelt (gewellt), mit einem wenig gebrochenen rotgrauen Streifen
vor der Mitte, einem verschwommenen Fleck'in der Mitte der Costa und einem deutlicheren Dorsalflock
gegen den Analwinkel (Tomus) hin, satt rotgrau. Spannweite 10 Lin.“.
In Englisch fügt er zu: „Hab. Madeira, gefangen von mir selber in einem Hause zu Bibeira
da Janellä, im Nordwesten der Insel. Mr. Stainton teilt mir mit, daß es der europäischen T. adjwne-
taoa“ (das ist also T. jorstentna) „nahe steht.“
Ob dies wirklich eine selbständige Artist, oder ob das Stück als Varietät zu einer der inzwischen
von Madeira bekannt gewordenen Arten, etwa Sprtrix subcostana, retiferana oder reticulana oder
auch einer anderen gehört, kann man auf Grund obiger kurzer Angaben unmöglich entscheiden.
91. Tortrix gratana L a h. Contrib. Faune Sicile p. 393 No. 22; F a i l l a - T e d a l d i Mat.
Faun. Lep/ Sic. 1889 p. 117.
Bebel (Cat.) zitiert diesen Namen mit ? als Synonym zu T. pumicana Z. Nach den Angaben
Z e l l e r s und H e r r i c h - S c h ä f f e r s über T. puumicana und den Stücken, die Ich selbst in
Händen hatte (s. Taf. X Fig. 2) einerseits und der Beschreibung d e l a H a r p e ’ s seiner Soiaphila
gmtama (allerdings nur nach e in em || sehr gut erhalten) andererseits kann man nur schwer an eine
Identität glauben. Ich gebe daher die Originalböschreibung des Autors (in Übersetzung):
„Größe, Zeichnung und Aussehen der meertana, aber mit schmäleren Flügeln, der Grund
rein weiß, die Binden braungelb (fauves) ohne Spur dunklerer Schuppen.“
Diese wenigen Worte genügen, um sie zu unterscheiden von allen anderen Sciaphilaarten.
Die Vorderflügel sind besonders schmal und lanzettförmig. Das Weiß des Grundes ist sehr rein
obwohl mit einigen braungelben Atomen bestreut. Die Gestalt der Binden ist genau die der incertana
und waMbomiana. Die Flügelspitze ist sehr scharf, weil die durch den Saum gebildete Kante vorge-
Zoologie». Heft 54. 28