
Beschuppung. Fühler gelbweiß, schwarzbrann geringelt, beim <J deutlich gewimpert (osseana hat sie
kaum merklich gewimpert). — Vorderilügel hell bleigrau mit wenig Glanz. Gewöhnlich sind am
Schlüsse der Mittelzelle ein oder zwei schwarze Punkte, die aber auch ebenso oft ganz fehlen. Außerdem
sind, bald in größerer, bald in geringerer Zahl schwarze Schuppenpunkte völlig unregelmäßig verteilt
vorhanden. Besonders viel sind auf der hinteren Flügelhälfte. Hinterflügel am Grunde ockergelb,
sonst hell rötlichgrau, mit gleichgefärbten, nur am Grunde gelblichen Fransen mit einer grauen
Teilungslinie“.
Diese Beschreibung paßt auf das mir zur Verfügung gestellte Exemplar Fig. 58, nur würde ich
die Farbe der Vorderflügel eher rötlichgrau nennen. Kopf und Thorax waren bei diesem Exemplar
von fast gleicher Farbe wie die Vorderflügel. Ein anderes Stück, von H e d e m a n n gefangen,
zeigt im Saumfelde Querreihen feiner schwarzer Punkte, die aus zarten Costalstricheln kommen,
lind die schattenhaft dunkleren Anfänge einer Schräg- und Basalbinde, zwischen denen der Raum
an der Costa heller ist, als der übrige Flügel; in beiden Bindenandeutungen stehen kräftige schwarze
Punkte. Auch hier ist der Thorax recht dunkel braungrau, der Kopf etwas heller, die Hinterflügel
sind mehr gelbgrau, die Fransen der Vorderflügel haben zarte Teilungslinien.
Der Falter fliegt im Juni und Juli um Artemisia an mit Gesträuch bewachsenen Bergabhängen,
nicht selten.
Hab. Ostsibirien (Ussurigebiet), Amur (Blagoweschtschenk), Korea; Japan.
80. Tortrix obsoletana Ke n n . Iris XIII, 1900 p. 230.
Steht der vorigen recht nahe; der Saum der Vorderflügel ist aber etwas steiler, der Tornus
nicht ganz so flach; Saum der breiteren Hinterflügel unter dem Apex nicht eingezogen, Apex runder.
Spannweite 24—25 mm. Taf . XI F i g . 1 $ (Type).
Die Vorderflügel sind weißlich, fein bräunlich bepudert, am stärksten an der Costa, am Dorsum
und basalwärts; bestimmte Zeichnungen fehlen vollständig; in der Flügelmitte bemerkt man eine
Längsreihe bräunlicher Schattenflecke, im Saumfelde eine oder auch mehrere Andeutungen bräunlicher
Querwellen, mitunter auch bräunliche Bestäubung an der Stelle des gewöhnlichen Schrägbandes
und des Praeapikalfleckes alles nur wie ein Hauch. Die Fransen sind hinter einer bräunlichen
Basallinie von der Farbe der Fläche, distalwärts etwas bräunlicher, auch wohl leicht gescheckt. Die
Hinterflügel sind dunkler braungrau, die Fransen zart bräunlich weiß, leicht dunkler gescheckt, mit
brauner Teilungslinie. Der Kopf ist bräunlichweiß, der Thorax dunkler
braungrau, das Abdomen wie die Hinterflügel, mit hellem Analbusch.
Hab. Südosten und Osten von Kleinasien (Eibes, Malatia).
81. Tortrix pumicana Z. Isis 1847 p. 669; HS. IV p. 203.
Vorderflügel ziemlich schmal, gleichmäßig breit, Costa in ganzer
Länge leicht gebogen, Apex spitz gerundet, Saum schräg, gebogen, Tornus
flach. Beim Genitalapparat des <$ trägt jede Valva eine bis zur Hälfte
reichende Verstärkungsleiste, die sich zu einem wulstigen Klammerzapfen
einwärts biegt, der Penis ist kurz, dick, schwach gebogen, mit scharfer
Spitze (Textfigur 21). Spannweite 18 mm. Taf. XI F i g . 2 $.
Fig 21.
Tortrix pumicana, männlicher Copu-
lationsapparat völlig ausgebreitet und
entschuppt, in Ansicht von der linken
Seite. Vergr. 20 mol.
Der Kopf, Thorax und die Vorderflügel sind heller oder dunkler violettgrau (oft bedeutend
heller, als in dem abgebildeten Exemplar), glanzlos, letztere zart dunkler quergerieselt, im Saumfeld
mit einigen schwärzlichen Schuppenhöckerchen, manchmal auch an anderen Stellen, sonst ganz
zeichnungslos; nur an der Stelle des Schrägbandes bemerkt man einige ein wenig stärkere Wellenlinien
im Discus und am Dorsum vor dem Tornus; die Saumlinie ist fein dunkler, die Fransen bräunlichgrau.
Die Hinterflügel sind zart braungrau, die Fransen heller, mit brauner Teilungslinie nahe ihrer
Basis. Das Abdomen ist dunkler braungrau als die Hinterflügel.
Hab. Sicilien (Syracus) Ende Mai und Anfang Juni; Spanien.
82. Tortrix abrasana Dup. Suppl. IV p. 407, tab. 83 f. 2; HS. IV p. 202; Z. Stett. ent. Zeit.
1849 p. 247; He i n . p. 62; S t gr. Horae Soc. Ent. Ross. VII p. 216; Ba r r . Monthly Mag. XX
p. 238; M e y r. p. 540.
Vorderflügel saumwärts deutlich verbreitert, dreieckig, Costa fast gerade, Apex gerundet,
Saum schräg, nicht gebogen. Spannweite 17—19 mm. Taf . XI F i g . 3 $.
Die Vorderflügel sind graubraun, an der Basis etwas dunkler ohne Abgrenzung eines Wurzelfeldes,
überall dunkler braun quergerieselt und im Saumfeld durch die fein dunkleren Adern gegittert.
Ein Schrägband ist öfters durch Zusammenfließen von Querwellen leicht angedeutet, aber dann
nur von V2 der Costa bis über die Flügelhälfte einigermaßen deutlich; im Saumfeld stehen bisweilen
schwärzliche Schuppenbüschelchen. Die Fransen sind von der Farbe der Fläche, mit dunklerer
Basallinie. Die Hinterflügel sind graubraun, die Fransen blaß, bräunlichweiß, mit brauner Teilungslinie.
Kopf, Thorax und Abdomen sind graubraun.
Die Raupe lebt im April und Mai an Achillea miUefolium. Der Falter fliegt im Juni und Juli.
In seinem ganzen Verbreitungsgebiet scheint er ziemlich selten zu sein.
Hab. England, Schweiz, Österreich-Ungarn, Griechenland; Kleinasien, Transkaspien.
83. Tortrix nubilana H b. f. 111; S t p h. 111. IV, 130; W o o d f. 1006; Dup. Suppl. IV p. 146
tab. 62 f. 3; HS. IV p. 167; W i 1 k. p. 256; H e i n. p. 62; S e p p 2. Ser. I p. 221 tab. 46 f. 1—9;
S n e 11. II, 1 p. 229; Meyr . p. 540; h y b r i d a n a Dup. Noct. VI p. 551 tab. 266 f. 6 ($).
o x y a c a n t h a n a HS. 161; IV p. 168; He i n . p. 43.
Von H e i n e m a n n und auch noch von R e b e 1 (Catal.) wird die H e r r i c h - S c h ä f f e r -
s c h e T. oxyacanthana als besondere Art (unter Eulia) aufgeführt und von nubilana H b. (einer
Cnephasia) getrennt. Schon R ö s s 1 e r (Jahrb. d. Nass. Ver. für Naturk. 1880) erklärt beide für
identisch. Auch die Exemplare, welche ich unter dem Namen oxyacanthana aus verschiedenen
Gegenden erhielt, kann ich nicht von nubilana H b. unterscheiden und die Untersuchung der Begattungsorgane
ergab stets das nämliche Resultat (Textfigur 22) : Uncus schlank, gebogen, die Analanhänge
breit, blattförmig, die Valven breit, mit gebogener Verstärkungsleiste,
die nicht nur am Ende als Klammerzapfen einwärts gerichtet ist,
sondern auch noch bei 2js ihrer Länge einen kleinen Zahn trägt; Penis
schlank, gebogen, mit zweimaliger stumpfer Knickung und eigentümlich
löffelförmigem Ende.
Vorderflügel des saumwärts etwas verbreitert, dreieckig, mit ziemlich
schrägem Saum, die des $ größer, mehr gleichbreit oder saumwärts
eher eine Spur schmäler werdend, Saum steiler und relativ kürzer. Spannweite
12—14 mm. Taf. XI F i g . 4, 5 (<£, $).
Die Grundfarbe der Vorderflügel ist mehr oder weniger dunkel
bräunlich aschgrau bis schwärzlichgrau, dunkel graubraun quergewellt, mit schwarzbraunem Basalfeld,
ebensolcher Schrägbinde und Praeapikalfleck resp. Flügelspitze. Das Basalfeld ist verschieden
groß, bald quer, bald gebogen oder auch schräg, durch bindenartig verstärkte und zusammengeflossene
Wellenlinien abgegrenzt, mitunter aber auch ohne scharfe Grenze. Die Quer- oder