
war keine Spur vorhanden; diese melanistische Aberration ist eine Hochgebirgsform aus den österreichischen
Alpen, Steiermark und Tyrol.
Die Raupe ist gelblich, Kopf und Nackenschild sind schwarzbraun, die Analklappe ist blaßbraun.
Sie lebt vom September bis in den April (ist im Herbst bereits erwachsen) und in einer zweiten
rasch wachsenden Generation im Juli bis August sehr polyphag in Blütenköpfen und Fruchtkapseln
von Cirsium oleraceum und palustre, Dipsacus sylvestris, Galeopsis, Euphrasia odontitis, Verbascum,
Thapsus, Scabiosa succisa, Stachys betonica, Platago; sie überwintert meist im Stengel oder in der
Wurzel. Der Falter fliegt im April bis Juni und wieder im August bis September.
Hab. Mittel- und Südeuropa, Nordwest-Afrika, Syrien, Armenien, Transkaspien.
30. Argyroploce gentiana Hb. Gesch. Europ. Schm. VII Tortr. I I , Noctuides B. a. 1, a, b;
M e y r. p. 463; gentianaeana H b. f. 12; S t p h. 111. IV, 89; gentianana T r. VIII p. 36; X, 3 p. 50;
F r r. t, 120 f. 2; H S. IV p. 230; H e i n. p. 111; W a 11 g r. Tidskr. 1899 p. 58; oxybiana M i 11 Ic. III
t. 152 f. 14; 15; Ra g , Ann. Soc. Ent. France 1894 p. 202.
Vorderflügel saumwärts etwas verbreitert, Costa schwach gebogen, Apex stumpf gerundet,
Saum ziemlich steil, gerade. Spannweite 18—20 mm. T a f . XVI, Fi g . 35 2.
Ob diese Art wirklich von der vorigen spezifisch verschieden ist, möchte ich stark bezweifeln;
bei der Variationsbreite der vorigen halte ich es für wahrscheinlich, daß auch diese Form, bei der ja
auch nicht alle Stücke gleich sind, dazu gehört; H e i n e m a n n s Beschreibung von gentianana H b.
paßt eigentlich besser zu meiner Abbildung Fig. 34 von oblongana; die von mir abgebildeten Stücke
dieser Arten sind Züchtungsresultate, wodurch ihre Bestimmung so gesichert als möglich ist.
Die Unterschiede, die ich bei den von mir gesehenen Exemplaren von gentiana gegenüber
oblongana bemerken kann, sind allenfalls folgende: Das an der Costa ein wenig hellere Wurzelfeld ist
durch eine deutliche braune Binde begrenzt, die Wenigstens in ihrem costalen Teil breit und einheitlich
ist; das folgende hellere Querband ist ungewöhnlich schmal, in der Mitte blaugrau verdunkelt und
dadurch in einen helleren Costal- und einen Dorsalfleck von fast gleicher Größe zerteilt; die Abschlußbinde
des dunklen Flügelteils ist auch saumwärts scharf begrenzt, da die verwaschene Verdunkelung
dahinter fast ganz fehlt; das helle Fleckchen über der Mitte ist ganz in die braune Binde eingeschlossen;
im Saumfeld ist der Saumfleck groß und scharf, dunkelgrau mit schwarzen Aderstrichen; der braungraue
Praetornalfleck ist weiter vom dorsalen Ende der Abschlußbinde entfernt, steht senkrecht,
eher etwas wurzelwärts geneigt und enthält scharfe schwarze Längsstrichel; über der Flügelmitte
steht im Saumfeld ein schwarzes Fleckchen; die Hinterflügel sind in beiden Geschlechtern stets braun.
Alle diese Verschiedenheiten wechseln natürlich in Deutlichkeit und Schärfe und können daher eine
sichere Entscheidung nicht bringen. Leider fehlen mir Untersuchungen der Kopulationsorgane.
Jedenfalls stehen sich diese Form und die vorhergehende ungemein nahe.
Die Raupe ist gelblichweiß, aber auch rosenrot oder braungelblich, mit bräunlichen Wärzchen,
schwarzem Kopf und dunkelbraunem Nackenschild; die Analklappe ist bräunlich. Sie lebt vom
Herbst bis zum Mai, im November bereits erwachsen, im Stengel des Fruchtkopfes von Dipsacus
fullonum und sylvestris, im Mark von Plantago media, Gentiana acaulis und germanica, auch in den
Samen von Euphrasia. Der Falter fliegt im Juni und Juli.
Hab. Mitteleuropa (mit Ausnahme von Holland?), Nord- und Mittelitalien, Dalmatien,
Bithynien; in der Schweiz (bis über 4000 Fuß Höhe); soll auch in Norwegen und Japan Vorkommen.
31. Argyroploce roseomaculana H S. IV p. 229; f. 163; lienigiana He i n . p. 111.
Vorderflügel saumwärts kaum verbreitert, im allgemeinen breit und kurz, Costa leicht gebogen,
Saum steil, sanft gebogen, Apex stumpf gerundet; Saum der Hinterflügel unter der Spitze eingezogen.
Spannweite 16—18 mm. T a f . XVI, F i g . 36 2.
Kopf und Thorax sind blauschwarz, letzterer mit dunkelbrauner Mischung; die ersten zwei
Drittel der Vorderflügel sind gleichfalls dunkel blaugrau, das Spitzendrittel zart karminrosa mit dunkelbrauner
Spitze. Im dunklen Teil zieht nahe der Wurzel eine schwärzliche Schräglinie und dahinter
eine dunkelbraune schmale Bogenbinde von der Costa zum Dorsum; dahinter ist die Costa rosarot
aufgehellt; in der Mitte der Costa beginnt ein dunkelbraunes Querband, das in der Mitte mit einem
schwarzen Zahn saumwärts vorspringt, vor diesem hat es an seiner Basalseite eine entsprechende
dunkel blaugrau ausgefüllte Bucht; der Raum zwischen dem Vorsprung und dem Dorsum ist
gleichfalls schwarzblau und daran legt sich ein brauner höherer Dorsalfleck mit schwarzen Längsstrichen
dicht an; darüber stehen im rötlichen Grund noch einige weitere Längsstrichel oder Punkte.
Die Flügelspitze selbst ist dunkelbraun, davor ziehen dicht beisammen ein blaugrauer und ein
brauner Schrägstrich zum Saum und dicht daran sich anschließend ein breiter brauner Saumstreif
mit schwarzen Aderlinien. Zwischen diesem und der Abschlußbinde des dunkeln Flügelteils steht
an der Costa ein breiteres schwarzes Fleckchen, aus dem ein etwas dunklerer karminrosaroter
Schrägstreifen gegen den Tornus zieht. Die Fransen sind dunkelbraun, am Tornus rötlichweiß, im
dunkeln Teil mit - schwarzer Basal- und feinerer Teilungslinie. Abdomen und Hinterflügel sind
dunkelbraun, die Fransen bräunlichweiß (in der Abbildung viel zu dunkel), mit brauner Teilungslinie.
Die Raupe ist dunkelgrün mit schwarzbraunem Kopf und Nackenschild; sie lebt vom Herbst
bis Ende April in einem kahnförmig zusammengeklappten Blatte von Pyrola secunda, auch minor,
rotundifolia und chlorantha. Der Falter fliegt im Mai und Juni.
Hab. Mittel- und Norddeutschland, Bayern, Galizien.
32. Argyroploce lediana L. Syst. Nat. ed. X p . 532; Cl er ck Ic. t. 10 f. 12; Wocke Stett.
ent. Zeit. 1862 p. 54; W a 11 g r. Tidskr. 1889 p. 60; westwodiana Z e 1 1. Ins. Lapp. p. 990; lienigiana
Z. Isis 1846 p. 213.
Vorderflügel saumwärts etwas verbreitert, beim $ mehr als beim $, Costa leicht gebogen,
Saum steil, etwas gebogen; Hinterflügel rundlich trapezoid, Saum unter der Spitze eingezogen. Spannweite
12—14 mm. T a f . XVI, Fi g . 37 <?, 38 $. (Das Rot zu bleich.)
Kopf und Thorax sind kastanienbraun, heller und dunkler gemischt; die Grundfarbe der Vorderflügel
ist ein ziemlich kräftiges Rosenrot; das Wurzelfeld, schräg abgegrenzt, am Dorsum länger,
ist mehr oder weniger dunkel rostbraun mit schwarzen Bogenlinien durchsetzt, mitunter gegen die
Costa rötlich gemischt; das folgende Querband der Grundfarbe ist häufig in der Mitte blaugrau verdunkelt
und von unregelmäßigen Querstricheln durchzogen; die Hauptbinde, wieder kastanienbraun
und schwarz gemischt, mit einigen schwarzen Längsstricheln in der Mitte und dorsalwärts, beginnt
vor der Mitte der Costa und zieht leicht gebogen hinter die Mitte des Dorsum; ihm folgt in kleiner
Entfernung, oft durch blaugraue Verdunkelung verbunden, ein hoher brauner Praetornalfleck, der
sich bis über die Mitte erhebt und dort einige schwarze Pünktchen oder Strichei trägt; er verbindet
sich hier auch meist mit einem aus dem Tornus kommenden feinen braunen Schrägstrich und einem
ebenso gefärbten Saumstreifen, der oft bis zur Costa durchzieht zum dritten Costalhäkchen; davor
stehen noch zwei und unmittelbar vor der Spitze zwei weitere, aus denen braune Schräglinien zum
Saum ziehen. Zwischen den braunen Schrägzeichnungen des Saumfeldes finden sich feine Silberlinien,
besonders einige aus dem Tornus aufsteigende und hinter der Mitte der Hauptbinde. Die
Fransen sind dunkelgrau, unter der Spitze und am Tornus rosarot durchschnitten, mit schwarzer