
IV. Gattung: Cymolomia Ld.
(-J- Exartema C ie m. -= 'Eccopsis Ld.).
Conf. Pag. 51 wegen des Namens und der Umgrenzung der Gattung.
Alle Merkmale stimmen mit denen von Argyroploce überein: Flügelgeäder, Scbopf des Thorax,
Haarpinsel an der Hinterschiene und die komplizierte Umrollung des Dorsalrandes der Hinterflügel
beim (J. Letzterer zeigt aber die Besonderheit, daß die ganze Bolle wie ein mehr oder weniger selbständiges
Gebilde zipfelartig am Hinterflügel zu hängen scheint, weil der Saum zwischen Ader a
und der Umrollung verschieden stark eingezogen, d. h. verkürzt ist, wodurch eine Einkerbung entsteht,
welche den umgerollten Flügelteil von der Fläche vom Saume her abtrennt. Das mag genügen,
um die Arten, welche diese Besonderheit aufweisen, von der Gattung Argyroploce abzutrennen, aber
eine graduelle Verschiedenheit in der Tiefe der Einkerbung darf nicht Veranlassung sein, wieder
mehrere Gattungen aufzusteüen. Vgl. hiezu Taf. II, Fig. 21 bis 23 a. Im palaearktischen Gebiet
sind nur vier hierhergehörige Arten bekannt, die mit einer Ausnahme mehr dem Norden und Nordosten
angehören. Die Zeichnung der Vorderflügel entspricht der in der Gattung Argyroploce
verbreiteten
1. Cymolomia hartigiana R t z b g . Forst-Ins. p. 230 t. 12 f. 11; H S . IV p. 223; f. 260;
L e d. Wien. Monatsschr. 1859 p. 374; He i n . p. 139.
Vorderflügel saumwärts verbreitert, beim 2 weniger stark; Costa leicht gebogen, Saum mäßig
schräg, etwas gebogen; Hinterflügel dreieckig, spitz, Saum flach gebogen, unter dem Apex seicht
eingezogen; Anhang der Hinterflügel des S klein, wenig vortretend. Spannweite bis 18 mm. T a f .
XVIII, Fi g . 5 <?,' 6
Die Vorderflügel zeigen in der Färbung ein Gemisch von grünlichem Rostbraun, Schwarz
und bläulich grauem Silber. Ein nicht umfangreiches Wurzelfeld ist silbergrau mit einer oder mehreren
schwarzen Querwellen, stumpfwinkelig oder etwas gezackt abgeschlossen durch eine olivbraune
Querbinde. Darauf folgt eine rostbraune breite Querbinde, an der Costa etwas dunkelgrau bestäubt
imd in ihrer basalen Hälfte grausilbern angelegt; an der Costa steht darin ein verschieden scharfes
dunkles Strichei. Saumwärts ist diese Binde scharf abgegrenzt durch eine kräftige tiefschwarze
Linie, die von der Mitte der Costa schräg saumwärts zieht bis zur Flügelmitte, wo sie einen zahn-
artigen Vorsprung hat, und dann, einmal leicht geknickt zum Dorsum läuft. Mit dem Vorsprung
dieser Linie steht häufig die Verlängerung eines darauf folgenden schwarzen Costalhäkchens in Verbindung;
der dadurch eingeschlossene Raum an der Costa, fein schwarz geteilt, ist grausilbern; ebenso
ist der ganze Saumteil des Flügels, in welchem noch zwei schwarze Costalhäkchen stehen; aus dem
nächsten zieht ein scharfer schwarzer Saumfleck hinter dem Tornus zum Saum, aus dem letzten
ein Schrägstreif unter den Apex, wo einige Silberfleckchen am Saume stehen; ein schmaler, hoher
Praetomalfleck erhebt sich senkrecht und steht durch eine feine Linie mit dem dunkeln Teilungsstrichel
vor dem vorletzten Costalhäkchen, zuweilen auch unter der Costa mit dem Ursprung des
Saumstreifs in Verbindung. Die Fransen sind bräunlich bleigrau, zuweilen unter dem Apex ein-
bis zweimal hell durchschnitten, mit feiner, schwarzer Teilungslinie.
Die Hinterflügel sind dunkel graubraun, die Fransen grauweißlich mit dunklerer Teilungslinie.
Kopf und Thorax sind dunkelgrau, die Palpen gelblich, das Abdomen ist braungrau.
Die Raupe ist blaßgrünlich, der Kopf gelbbraun, das Nackenschildchen ist kaum ausgezeichnet,
etwas bräunlich, die Analklappe von Körperfarbe. Sie lebt vom Oktober an, jung überwinternd,
bis Ende Mai zwischen zusammengesponnenen Nadeln von Pinus abies.
Der Falter fliegt von Mitte Juni bis in den August, besonders um Fichtenhecken.
Hab. Norddeutschland, Livland bis Petersburg.
2. Cymolomia latifasciana Hw. Trans.Ent. Soc. London Ip. 337; Wi lk. p. 273; Hein. p. 139;
Sn eil. II, 1 p. 285; Meyr. p. 457; aurofasciana Hw. Lep. Brit. p..468; S tph. 111. IVp. 136 t. 38 f. 3;
Wood f. 1022; vewutanas Hb. f. 326, HS. IVp. 216; dormoyanaDup. IX t. 250 f. 10; H S. f. 187,188.
Vorderflügel beim $ saumwärts verbreitert, beim £ schmäler, gleichmäßig breit; Costa leicht
gebogen, beim $ weniger, Saum mäßig schräg, gebogen, beim $ stärker; Hinterflügel dreieckig, spitz,
Saum unter dem Apex kaum eingezogen; Dorsalanhang beim $ lang. Spannweite 13—14 mm.
T a f . XVIII, F i g . 7 d1, 8 $.
Kopf und Thorax sind braungelb, mehr oder weniger rein, das Abdomen ist braungrau, der
Analbusch des $ ist gelblich. Die Vorderflügel sind heller oder dunkler dottergelb, das Wurzelfeld
und die Zeichnungen, welche die distale Flügelhälfte stark bedecken, sind olivbraun mit Silberlinien
dazwischen. Das dunkle Basalfeld ist durch eine scharfe dunkelbraune Linie, die bald etwas
gebrochen, bald stumpfwinkelig gebogen ist, begrenzt und von dunkleren Linien verschieden stark
durchzogen. Das folgende gelbe Querband ist von braungrauen feinen Querlinien durchsetzt,
saumwärts vor der Flügelmitte fast gerade und senkrecht durch die olivbraune Farbe der übrigen
Flügelteile nicht sehr scharf abgeschlossen. In der Mitte der Costa tritt ein starkes schwarzes Schräghäkchen
bis gegen die Querader vor; es ist distal begleitet von einer feinen Silberlinie, die sich weiterhin
in zwei dickere Äste gabelt, von denen der eine in den Tornus zieht, der andere vor dem Tornus dem
Dorsum zustrebt, das er nicht immer erreicht; wenn er bis zum Dorsum gelangt, teilt er sich öfters
noch in mehrere Silberstrichel. Durch die beiden Äste dieses Streifens wird ein dunkelbrauner, oft
schwarz verdunkelter Praetomalfleck mehr oder weniger deutlich abgegrenzt. Dem Silberstreif
genau anliegend folgt ein aus dem vierten schwarzen Praeapikalhäkchen entspringender, beim $
gebogener, beim $ mehr gestreckter olivbrauner Saumstreif, der wiederum von einer feinen. Silberlinie
begleitet ist; dann kommen noch drei schwarzbraune scharfe Praeapikalhäkchen, deren gelbe
Zwischenräume meist fein dunkel geteilt sind, und endlich ein dunkles Apikalhäkchen. Die Fransen
sind gelb mit brauner bis schwarzer Basallinie, mehrfach dunkel durchschnitten.' Die Hinterflügel
sind reiner oder trüber braun, die Fransen heller mit dunkler Teilungslinie.
Die Raupe ist blaßgelblich, der Kopf schwarz, Nackenschild rötlich; sie lebt im April und
Mai in Gespinnströhren zwischen dem Moos an Baumstämmen, wurde auch in faulem Holz von
Prunus, Quercus, Betula gefunden, wohin sie sich aber wohl nur zur Verpuppung begeben hatte.
Der Falter fliegt von Anfang Juni bis in den August.
Hab. Mitteleuropa, Südskandinavien, Piemont, Dalmatien, Bithynien.
3. Cymolomia semicremana Chr. Bull. Soc. Nat. Moscou 1881, I p . 77; Ra g . Ann. Soc.
Ent. France 1894 p. 203.
Vorderflügel saumwärts wenig verbreitert, Costa gleichmäßig gebogen, Saum ziemlich steil,
gebogen; Hinterflügel dreieckig, Apex aber nicht so spitz, Saum darunter etwas eingezogen; Dorsalanhang
des wie bei hartigiana. Spannweite 16 mm. Taf. XVIII, F i g . 9 $.
Zoologien. Heft 51. 55