
weißem Grunde nur die Basis verdunkelt ist und ein Fleckchen der Wurzelbinde in der Falte und
ein Rest der Schrägbinde vor dem Torus als verwischte Kleckse übrig geblieben sind, wobei auch
die Hinterflügel stark ausgeblichen erscheinen. Bei dem abgebildeten Stück ist nicht nur das große
Saumfeld, sondern auch das ganze Dorsum weißlich, und in dem dunkel gebliebenen Flügelteil ist
alle Zeichnung zerflossen; von den Zeichnungen des Saumfeldes sind nur Schatten vorhanden. Hier
sind natürlich eine Menge Abstufungen möglich. Derartige Stücke sind mehr Abnormitäten als
namenberechtigte Aberrationen.
Die Raupe ist grünlichgrau bis dunkel olivgrün mit schwarzen Wärzchen, Kopf und Nackenschild
sind schwarzbraun bis schwarz, die Analklappe ist schwärzlich; sie lebt im April und Mai
polyphag zwischen versponnenen Blüten, Blattkospen und später Blättern von Crataegus, Pyrus
malus und communis, Sorbus aucuparia, Prunus avium, Betula, Myrica gale, Quercus. Der Falter
fliegt von Anfang Juni bis Ende August (in zwei ? Generationen).
Hab. Mittel- und Südeuropa, Livland, Finnland, Schweden, Petersburg; Bithynien, Syrien,
Armenien; die Ab. nubiferana besonders aus England bekannt.
22. Argyroploce pruniana Hb. f. 15; Tr. VIII p. 33; Wood f. 890; Dup. Noct. VI p. 193
t. 245 f. 5; H S. IV p. 228; He i n . p. 108; S n e 11. II, 1 p. 271; M e y r. p. 463.
Var. pruneticolana Z. Stett. ent. Zeit. 1849 p. 238; HS. IV p. 228; He i n . p. 108.
Vorderflügel ausgesprochen dreieckig, verhältnismäßig breit und kurz, Saum ziemlich steil,
gerade oder nur schwach gebogen, Costa ganz leicht gebogen; Hinterflügel mit bauchig gerundetem
Saum und stumpfem Apex. Spannweite 15—18 mm. Taf. XVI, Fig. 23 $, 24 $ (Var. pruneticolana).
Die Vorderflügel sind bis zur Mitte der Costa oder etwas darüber, am Dorsum bis vor den
Tornus dunkel blaugrau mit leichtem Silberglanz, dicht mit schwarzbraunen bis schwarzen Bogenlinien
bedeckt, am dichtesten in der Wurzelgegend, ohne daß ein deutliches Wurzelfeld abgegrenzt
wäre; die Abschlußbinde besteht eigentlich aus zwei Teilen, einem großen costalen schwarzbraunen
Schrägfleck bis hinter die Querader und einem senkrechten Dorsalfleck vor dem Tornus, hinter dem
aber noch eine mehr blaugraue Verdunkelung folgt; über dieser steht, nicht scharf isoliert, ein großer
schwarzer Punkt; das Saumfeld ist gelblichweiß, an der Spitze dunkelbraun, und damit ist verschmolzen
ein dicker grünbrauner Saumfleck, der sich bis in die Nähe des vorgenannten schwarzen
Punktes wolkig verbreitern kann; vor ihm steht meist noch ein grausilbernes Streifchen gegen den
Tornus gerichtet, dem Saume parallel, und vor der verdunkelten Spitze finden sich einige .Silberpünktchen;
hinter dem schwarzen Punkt der Schrägbinde können im weißen Feld noch einige kleine
dunkle Pünktchen stehen; an der Costa stehen drei sehr undeutliche Schrägstrichel. Die Fransen
sind dunkel schwarzbraun, mitunter mit Andeutung noch dunklerer Scheckung, am Tornus weiß;
die Teilungslinie ist fein schwarz. Die Hinterflügel sind bräunlichgrau, die Fransen blaßgrau mit
braungrauer Teilungslinie. Kopf und Thorax sind dunkel braungrau, das Abdomen wie die
Hinterflügel.
Die Var. pruneticolana Z. unterscheidet sich durch hellere, mehr rostbraune Färbung der
dunklen Teile der Vorderflügel und zugleich durch reichliche weiße oder weißliche Einmischung in
dieselbe; so ist im Wurzelfeld besonders dorsalwärts reichlich Weiß, wodurch eine im costalen Teil
wenigstens deutliche braune Abschlußbinde hervortritt; zwischen dieser und der distalen Schrägbinde
ist wieder an Costa und Dorsum so reichlich aufgehellt, daß dadurch eine helle Binde, die nur
in der Mitte blaugrau verdunkelt bleibt, sichtbar wird; dadurch wird auch der Rest des dunkeln
Flügelteils als scharfe braune Binde hervorgehoben, welche,' da auch die Praetornalgegend stark
weiß aufgehellt ist, in ihrer Mitte einen Zahn saumwärts vortreten läßt, dem schwarzen Punkt der
Stammform entsprechend; an der Costa ist die braune Schrägbinde ein wenig wurzelwärts gerückt.
Das Saumfeld ist gelblichweiß, die Verdunkelung in der Spitze viel geringer, der Saum ist mehr gelbbraun
gefleckt, der Saumstreifen nur zu einem bräunlichen Fleckchen erweitert; darin und davor
stehen mitunter einige schwarze Pünktchen; die Fransen sind heller, oft deutlich dunkel gescheckt,
die Basallinie ist in schwarze Punktstrichel aufgelöst, die Teilungslinie fein grau. Die Hinterflügel
sind ebenfalls viel heller grau, die Fransen weißlich. Kopf und. Abdomen sind gleichfalls entsprechend
heller. Diese Varietät kommt zwischen der Stammform vor, mehr im Süden zwar, aber
vereinzelt auch sonstwo; das abgebildete Stück stammt aus der Rheinpfalz.
Die Raupe ist hellgrün bis schmutzig graugrün, zuweilen auch schwarzgrün mit schwarzen
Wärzchen; Kopf und Nackenschild sind schwarz. Sie lebt im April und Mai an allen Arten von Prunus,
besonders Prunus spinosa und Büschen von Prun. domestica, auch an Sorbus aucuparia, Rosa, wohl
auch Crataegus, nach Hartmann auch an Salix aurita. Der Falter fliegt im Juni und Juli.
Hab. Mittel- und Südeuropa, Schweden, Kleinasien, Nordostpersien.
23. Argyroploce caucasicana Ke n n . XIII 1900 p. 136 t. 5 f. 12.
Vorderflügel dreieckig, breit, Costa gebogener als bei voriger, Saum etwas schräger, ganz
schwach gebogen; Hinterflügel bauchig gerundet, Apex etwas spitzer und mehr vorgezogen. Spannweite
18—24 mm. Taf. XVI, F i g. 25 $ Ty p e .
Diese Art steht der vorigen recht nahe und es ist noch festzustellen, ob es sich nicht nur um eine
große Lokalrasse jener handelt; einstweilen scheinen mir die Verschiedenheiten, auch im Flügelschnitt,
genügend, um sie davon zu trennen, zumal mehrere übereinstimmende Stücke Vorlagen. Kopf und
Thorax sind braun, letzterer weiß gemischt Die Wurzelhälfte der Vorderflügel ist schmutzig weißlich,
reichlich mit etwas verwaschenen braunen Bogenlinien quer überzogen, so daß die Färbung an der
•Costa im Wurzelteil und in der Flügelmitte mehr bräunlich erscheint; unter den braunen Linien
ist eine dickere etwa bei '/-0 als Abschlußlinie eines nicht dunkleren Wurzelfeldes und eine ihr bald
folgende parallele hervorzuheben; erstere endet dorsal von der Subdorsalis mit einem dunkleren Klecks,
ein ähnliches Fleckchen steht auch noch weiter wurzelwärts am Dorsum; die Abschlußbinde des
dunkleren Flügelteils ist dunkelbraun, liegt vor der Hälfte der Flügellänge, leicht gebogen ganz quer;
sie reicht nur bis Ader a und steht mit dem Dorsum durch einige Strichei in Verbindung; in der Mitte
ihrer Außenseite hat sie einen schwärzlichen Vorsprung, der sich gegen den Tornus biegt und die durch
ihn gebildete Bucht ist grau ausgefüllt, einige Dorsalstrichel ragen dort hinein. Die Saumhälfte
ist kreidigweiß, hat an der Costa drei bis vier kleine dunkelbraune Häkchen, in der Spitze selbst einen
schwarzen Fleck, darunter am Saume zwei solche Pünktchen, den Schatten eines bräunlichen Saumstreifens
und tornalwärts von diesem eine ganz blaßbräunliche Wolke; die Fransen sind trüb weißlich
mit kaum bemerkbarer Teilungslinie. Die Hinterflügel sind sehr blaß bräunlich (blasser als in
der Abbildung), gegen Saum und Spitze ein wenig dunkler, die Fransen fast rein weiß, an der
Basis schmal gelblich mit blaß bräunlicher Teilungslinie. Das Abdomen ist dunkler bräunlich als
die Hinterflügel.
Hab. Kaukasus (Istisu, Lischk) von Mitte Mai bis Anfang Juli.
24. Argyroploce ochroleucana Hb. f. 304; Tr. X, 3 p. 48; HS. IV p. 227; Hein. p. 109;
S n ei l . II, 1 p. 270; Meyr . p. 462; tripunctana Wo o d f. 888.
Flügelform wie bei Arg. variegana, Hinterflügel etwas weniger breit. Spannweite 14—20 mm.
Taf. XVI, Fig. 26 $, 27 (J (Aberration).