
Nun kann, besonders bei den Stücken, bei denen die dunkeln Zeichnungen mehr-ins öliv-
grünliohe schlagen, auch' eine Verdunkelung der hellen Zeichnungen eintreten, bis diese mit jenen
gleichfarbig sind, oder nur -wenig heller bleiben (Kg. 58); dann treten vielfach die einfachen weißen
Costalhäkchen, aus denen die Bleilinien entspringen, deutlich hervor; die Bleilinien selbst sind in
ihrem Verlauf wechselnd, bald mehr zackig, bald auch gestreckter; hie und da treten auch zwei
benachbarte durch Querästchen in Verbindung; im Saumfeld wechseln sie in Vollständigkeit und
Deutlichkeit.
Besonders an moorigen Orten des Hochgebirgs finden sich dann Formen (Kg. 59), bei denen
der ganze Vorderflügel dunkel überrußt erscheint, so daß er einfarbig grünlichbraun bis rußgrau
wird und nur die Bleilinien, die auch dunkler und matter sind, mehr oder weniger deutlich hervortreten;
wie sehr deren Verlauf wechseln kann, zejgt: die Abbildung, bei der die Bleilinien der post
medialen Binde gegen das Dorsum hin zusammenlaufen, und vor dem Apex noch zwei fast
gerade derartige Linien gegen den Tornus ziehen. Die Fransen sind hier bleigrau, mit brauner
Teilungslinie.
Wiederum in anderen Fällen wird die Färbung der Vorderflügel mehr rostbraun oder rost-
rötlich (Taf. XVIII, Kg. 1), hellere Binden sind nicht ausgeprägt, die Bleilinien in der basalen Flügelhälfte
treten näher zusammen, und die im Säumfeld sind in eine größere Zahl von Fleckchen und
Punkten aufgelöst. Solche Formen entsprechen der Var. sudetana Standf. Hier trägt übrigens
die Costa zahlreiche feine Schwärzliche Schrägstrichel. Auch diese Form kannÄiSbh braungrau mehr
oder weniger bedeckt werden, und die Bleilinien können bis auf Spuren hinter der Flügelmitte verschwinden
(Fig. 2 auf Taf. XVIII). Die Fransen sind heller oder dunkler gelhlichgrau, öfters fein
gescheckt, mit dunkler Teilungslinie.
Die Hinterflügel sind bei allen Formen graubraun in etwas verschiedener Abtönung, die
Fransen gelblichweiß, bei den dunklen Stücken grau, mit braungrauer Teilungslinie. Kopf und
Thorax sind der Farbe der Vorderflügelbasis entsprechend, das Abdomen ist braungrau bis dunkelgrau,
Ob die von L a H a r p e beschriebene ■pörphymna hierher gehört, kann ich nicht entscheiden,
da mir ein Exemplar, auf das jene Beschreibung passen könnte, nicht zu Gesicht kam. Sie ;,M idie
Größe und Gestalt von irrigucma, die Grundfarbe ist schwärzlichgrau, mit Silberweiß, Violett,
Schwarz und gegen die Mügelspitze mit etwas Fahlrot gemischt, das Wurzelfeld und das Schrägband
dunkelbraun, gewellt, sehr schräg und bis zu 7a des Innenrandes reichend, durch eine lichtere,
grau schattierte, am Innenrande unbestimmte Binde getrennt. Aus der Kügelspitze zieht ein brauner
Schrägschatten gegen die Mitte des Schrägbandes, mit einigen schwärzlichen Linien auf den Rippen.
Am Vorderrande'vier Doppelhäkchen, aus denen weiße Metallinien gegen den Innenwinkel ziehen,
die in dem Schrägschatten violett bleifarben werden, über dem Innenwinkel zum Saume laufen und
die Fransen durchschneiden. Die Fransen grau mit dunkler Teilungslinie, unter der Kügelspitze
und am Innenwinkel weiß. Bei Meiringen und am Großglockner.“ Ich vermute, daß es sich hier
um eine Hochgebirgsvarietät einer Argyroploce-Axt handelt.
Die RaupeVvon Phiaris netndosam ist nicht sicher bekannt; der Falter fliegt von Mitte Juni
bis Ende Juli.
Hab. Nordeuropa, Alpen, Schottland, Altai; Form sudetma Schlesische Gebirge, Alpen,
Norwegen.
6. Phiaris puerilana He i n . p. 122.
Vorderflügel saumwärts kaum verbreitert, Costa nach schwacher Biegung gerade, Saum
schräg, gestreckt; Hinterflügel flach gerundet, unter der Spitze sanft eingezogen. Spannweite 14 mm.
T a f . XVIII, F i g . 3 <?.
Ich vermute, daß auch dies keine selbständige Spezies, sondern nur eine Form von Ph. nebu-
losana ist, welche der sudetana äußerst nahesteht. Die geringfügigen Verschiedenheiten im Flügelschnitt
sprechen nicht dagegen, denn auch bei j ener Art gibt es darin Abweichungen. Eine Unter-
suchung der Begattuugsorgane war mir nicht möglich.
Die Vorderflügel sind trüb grünlichbraun oder bräunlich olivgrün, gegen die Wurzel und in
der Gegend der sonstigen Mittelbinde, ferner gegen den Saum hin etwas dunkler. An der Wurzelhälfte
der Gösta stehen feine Schwarze Pünktchen, zwischen Mitte und Apex drei breite, viereckige,
grünlichbraune Häkchen, wemg dunkler als der Grund. Von der Mitte der Cösta zum Tornus zieht
ein unbestimmter Silberstreif, unter’ der-Oosta sgffimwärts etwas verbreitert; vor der Mitte findet
sich an Costa und Dorsum Silberglanz in zusammengeflossenen oder auch getrennten Stricheln.
-Jede deutliche Zeichnung fehlt. Die Fransen-sind weiß mit breiter grüngrauer ': Teilungslinie; die
Hinterflügel sind bräunlichgrau, die Fransen Weiß, an der Wurzel gelblich, mit braungrauer Teilungslinie:...
Kopf und Thorax sind grünlichgrau, das Abdomen ist bräunlichgrau.
Hab. Alpen (Gloeknergebiet); im Juli und August.
i. Phiaris sübiana Gn. Ind. p. 24; He i n . p. 118; miccma Tr. VIII p. 150; X, 3 p. 83;
HS. IV p. 211; f. 243.
Vorderflügel dreieckig, stumpfer als bei nebulosana, Cösta fast gerade, Apex stumpf gerundet,
kaum mäßig schräg, gestreckt; Hinterflügel gleichmäßig gerundet, Saum unter der Spitze flach
eingezogen. Spannweite 15—16 mm, T a f. XVIII, 8® i g. 4 ¿ft jS
Die Vorderflügel sind- olivgrün im Wurzelfeld, einer mittleren Querbinde und im Spitzendrittel;
dazwischen liegt eine senkrechte trüb ockergelbe. Querbinde vor der Mitte und hinter derselben
eine .ebenso gefärbte Schrägbinde, die sich gabelt und einen Ast gerade in den Saum über
dem Tornus, einen anderen vor dem Tomus in das Dorsum sendet; an der Querader steht ein helles
rundes Fleckchen. Im Wurzelfeld stehen an der Costa feine schwarze Strichei und gegen das Dorsum
hin einige blaugraue Metallpunkte; ebenso ist das Basalfeld durch eine blaugraue, nicht ganz zusammenhängende
Bleilinie abgegrenzt. Auch die dunkle Mittelbinde ist beiderseits von dicken
Bleiflecken, meist drei jederseits begleitet; die Mittelbinde ist gebogen, die Konkavität wurzelwärts
gerichtet. Der durch die- Gabelung der folgenden hellen Binde entstandene Praetornalfleck, der im
übrigen nicht scharf abgegrenzt ist, führt auf seiner Saumseite einen Bleipunkt, wurzelwärts eine kurze,
senkrechte Bleilinie. Die ganz gerade gestreckte Saumseite der Schrägbinde ist gleichfalls durch
eine Reihe von Bleipunkten gegen das Spitzenfeld abgegrenzt, und vor dem Apex steht noch eine
kurze schräge Bleilinie. Die Costa zeigt vor der Spitze in dem olivgrünen Grund drei breite, ungeteilte
hellgelbe Häkchen. Die Fransen sind hellgelblich, mehrfach grau durchschnitten und um den
Apex grau; die basale Teilungslinie ist schwarz, nach dem Tornus hin feiner. Die Hinterflügel sind
dunkelbraun, die Fransen gelblichweiß mit breiter brauner Teilungslinie. Kopf und Thorax sind
olivenbräunlich, die Palpen gelblich, das Abdomen ist graubraun.
Die Raupe soll nach G i s t e 1 an Rubus, Prunus spinosa und Ainus leben, in der Alpenregion
vielleicht an Vaccinium. Der Falter fliegt im Juli und August.
Hab. Süddeutschland, Niederösterreich, Steiermark, Ungarn, Griechenland; auch Sarepta
an der Wolga; Kleinasien,