
Schrägbinde in der Mitte ist breit, schwarz gewellt oder gestrichelt; sie ist vor dem Dorsum meist hell
unterbrochen. Aus vier bis fünf costalen Häkchen vor dem Apex fließt ein brauner Längswisch
zusammen, der nahe der Costa zur Spitze zieht. Am Saum entlang stehen mitunter zusammenfließende
Flecken, aus denen sich feine Bogenlinien zu den Costalhäkchen erheben. Zwischen'den
beiden Binden,, sowie zwischen der zweiten und dem Spitzenfleck zieht je eine feine braune Linie
von der Costa zum Dorsum. Alle diese Zeichnungen können, wie gesagt, bis zu völligem Verschwinden
undeutlich werden. Die Saumlinie ist meist fein dunkel, die Fransen sind bräunlich weiß. Die
Hinterflügel sind beim $ dunkler braun, beim ¿ heller braungrau, die Fransen bleich mit dunklerer
Teilungslinie. Kopf und Thorax sind ungefähr von der Farbe der Vorderflügel, das Abdomen braun,
bei den helleren Stücken entsprechend heller.
Die Raupe ist blaß grünlichgrau, die Wärzchen klein, schwarz, Kopf und Nackenschild sind
gelbbraun. Sie lebt im Mai und Juni an Blüten von Chrysanthemum, Taraxacum, Teucrium etc.
Der Falter fliegt im Juni und Juli.
Hab. England, lokal, besonders an der Küste. (Meyrick gibt auch Deutschland an, vermutlich nur,
weil er annimmt, daß diese Art mit der F orm communana HS., die er mit ? zitiert, identisch sein könnte.)
70. Tortrix octomaculana Cu r t . Ann. et Mag. Nat. Hist. (2. s.) V, 1850 p. 112; Db l d .
Cat. 24, S t a i n t . Man. II p. 259; B a r r . Monthly Mag. XX p. 239; Meyr . p. 541.
Bei dieser Form kann die Frage auftauchen, ob sie nicht zu der stark variierenden Spezies
T. wdhlbomiana L. gehöre, mit einer anderen könnte sie nicht wohl vereinigt werden; von der vorigen
Art unterscheidet sie schon der rundere Apex und steilere Saum der Vorderflügel. Zur Untersuchung
der Copulationsorgane stand mir nur ein $ zur Verfügung. Obwohl nun bei den $$ eine viel größere
Einförmigkeit dieser Organe vorhanden ist, so genügt doch ein Blick auf die
Textfiguren 13 und 17, welche das Hinterleibsende von T. octomaculana resp.
T. wahlbomiana $2 in Seitenansicht bei gleicher Vergrößerung nach völliger
Entschuppung und größter Auseinanderziehung der Segmente darstellen,
um zu erkennen, daß von einem Zusammengehören zu einer Spezies nicht
die Rede sein kann. Spannweite 18—22 mm. T a f. X F i g. 38
Fig. i3. Die Vorderflügel sind weiß, mehr oder weniger Tortrix octomaculana Q. i , • r? ■ i . » n , deutlich bräunlichgr,au
Hinterleibsende, völlig ausgestreckt quergerieseit; die Zeichnungen sind scharf dunkelbraun, schwarz gerandet
Und linken'Seife, ml ^ p f tW Ä Die Winkelbinde nahe der Basis ist schmal, stumpfwinkelig
gebrochen und erreicht das Dorsum nicht; die Mittelbinde ist an der Costa
breit, wird bald schmäler, hat basalseitig eine schmale Einbuchtung in der Mitte und ist vor dem
Dorsum gewöhnlich weiß unterbrochen, so daß vor dem Tomus nur noch ein kleiner Fleck von ihr
steht. Aus einigen Doppelhäkchen vor dem Apex fließt ein brauner verwaschener Wisch zusammen, der
mit einem bandartigen braunen Streifen aus dem Tornus zusammenhängt, vor dem Saum steht noch
eine bräunliche Wellenlinie aus Halbmöndchen gebildet. Die Saumlinie ist fein dunkel, die Fransen an
ihrer Basis bräunlich, distal breiter braun. Die Hinterflügel sind ziemlich dunkel graubraun, gegen
die Spitze am dunkelsten, hier undeutlich dunkler gesprenkelt; die Fransen sind nur wenig heller,
mit dunkler brauner Teilungslinie. Kopf und Thorax sind weißgrau, das Abdomen ist braungrau.
Die Raupe ist schwärzlichgrau, die Wärzchen sind groß, schwarz, der Kopf ist blaß braun,
das Nackenschild schwarz. Sie lebt im Juni an Centaurea, Plantago etc. Der Falter fliegt im Juli
und August und ist in seiner Heimat gemein.
Hab. England (Cheshire bis zum Caledonischen Kanal); (nirgends sonst gefunden).
71. Tortrix sinuana S t p h . Cat. II p. 181; id . Ul. IV p. 128; Wo o d f. 1003; Wi l k .
p. 253 tab. 2 f. 6; S t a i n t . Man. II p. 258;; ? T e n g s t r . Cat. p. 360; B a r r . Monthly Mag.
XX p. 240; Meyr . p. 539.
Von allen verwandten Arten durch die verhältnismäßig breiten Vorderflügel unterschieden,
deren Costa in der ersten Hälfte sehr stark gebogen, weiterhin gerade ist; der Apex ist rund, der Saum
ziemlich schräg. Spannweite 17—21 mm. Taf. X F i g . 39
Die Grundfarbe der Vorderflügel ist grau bis bräunlichgrau, weißlich gemischt und fein
dunkler gewellt; die basale Winkelbinde ist in ihrer costalen Hälfte dunkelbraun oder dunkelgrau,
schwarzbraun gesäumt und von einer solchen Linie durchzogen; in der Mitte stumpfwinkelig
gebrochen verblaßt sie gegen das Dorsum. Die Schrägbinde ist ockerbraun, saumwärts verwaschen,
basalwärts scharf, oft mit schwärzlicher Linie gesäumt; ihr basaler Rand ist in der
Mitte konkav eingebuchtet und vor dem Dorsum rechtwinkelig geknickt; der Praeapikalfleck
ist grau, verwaschen, vor dem Saum stehen dunkelbraune Querstrichel in zwei gegen den Tornus
konvergenten Reihen. Die Saumlinie ist fein dunkel, die Fransen wie die Fläche. Die Hinterflügel
sind braungrau, gegen die Spitze hin dunkler, die Fransen ebenso mit verwaschener dunkler
Teilungslinie. Kopf und Thorax sind heller als die Vorderflügel, das Abdomen ist braun, der
Analbusch des $ gelblicher.
Die Raupe lebt im Mai an Blüten von Scilla nutans, der Falter fliegt im Juli, lokal und
nicht häufig.
Hab. England.
72. Tortrix fragrosana Z. Isis 1847 p. 673; HS. IV p. 199; f. 379; S t a u d . Hör. Soc.
Ent. Ross. VII p. 214.
Zeichnet sich aus durch die gleichmäßige ziemlich starke Biegung der ganzen Costa der Vorderflügel
und den relativ kurzen, nur etwas schrägen Saum; die dunkeln Zeichnungen stehen steiler,
als bei den anderen Arten. Spannweite 17—18 mm. Taf. X F i g . 40 $.
Kopf, Thorax und die Grundfarbe der Vorderflügel sind bleich ockergelblich, die Zeichnungen
der letzteren braungrau, scharf. Das basale Querband ist nur schwach gebogen, nicht gebrochen,
gegen das Dorsum mitunter verloschen, von einigen schwärzlichen Punkten gesäumt; die Mittelbinde
auf ihrer basalen Seite in der Mitte öfters etwas ausgehöhlt, sonst ganz komplett, an der Costa dunkler
gesäumt, gegen das Dorsum von einigen dunkleren Wellenlinien durchzogen. Saumwärts von ihr
stehen vier dunkle Costalhäkchen, deren mittlere zu einem kleinen Costalfleck zusammenfließen,
der eine helle Stelle einschließt; dem Saum entlang zieht eine dunkle Wellenlinie, der Raum zwischen
ihr und dem Saume ist leicht verdunkelt, zwischen den dunklen Zeichnungen stehen noch feine zarte
Querwellen; die Saumlinie selbst ist fein braun, die Fransen wie die Fläche mit verwaschener, bräunlicher
Teilungslinie. Die Hinterflügel sind graubräunlich, gegen die Spitze dunkler, hier mit verloschenen
Sprenkeln; die Fransen sind ockergelblich mit dunklerer Teilungslinie; das Abdomen ist
weißlich, nach hinten bräunlich.
Der Falter fliegt im Mai und Juni.
Hab. Sizilien, Sardinien, Griechenland, Palästina; Nordwestafrika.
73. Tortrix incertana T r. X, 3 p. 91; HS. IV p. 199, VI p. 158. f. 121, 122; Mey r .
p. 540; s u b j e c t a n a Gn. Ind. p. 31; Wi lk . 250; Ba r r . Monthly Mag. XX p. 242; mino-
r a n a HS. IV p. 201; f. 104—106; m i n u s c ul a n a Z. Stett. ent. Zeit. 1849 p. 247; H o f m.
Stett. ent. Zeit. 1872 p. 433.