
Die Grundfarbe der Vorderflügel ist hell weißlich, aber sehr fein mit Bräunlichgrau bestäubt,
am stärksten längs der Costa und im Saumfeld. Das Wurzelfeld von ähnlicher Gestalt wie bei rigana,
nämlich mit winkelig vortretender Grenzlinie, ist nur gegen die Costa gelblich graubraun ausgefüllt,
und hier stehen auch feine dunklere Schrägstrichel. Die gelblich braungraue Querbinde ähnelt gleichfalls
der von rigana, hat aber wurzelwärts keinen zahnartigen Vorsprung und ist in ihrer Mitte am
breitesten dadurch, daß die distale dunkle Grenzlinie bogenartig um die Querader herumgreift, um
sich erst dann wieder etwas basalwärts zu wenden; in schwarze Strichel aufgelöste Querlinien durchziehen
die Binde. Im Saumfeld findet sich ein brauner, aus mehreren Häkchen gebildeter Prae-
apikalfleck, der weißliche Einmischung enthält und mehr dem von cinctana ähnelt; aus ihm zieht
aber eine feine, tief dunkle Bogenlinie zum Tornus, wo der enge Raum zwischen ihr und dem Saume
noch braun ausgefüllt ist; ein dunkles Häkchen vor dem Apex und einige am Saume sind noch vorhanden.
In den hellen Partien zeigen sich feine Costalstrichel und leichte Andeutungen einiger
Querlinien. Die Fransen sind bräunlichgelb, gegen den Tornus heller, mit Teilungslinie. Die Hinterflügel
sind braungrau, o h n e S p r e n k e l u n g , die Fransen heller mit brauner Teilungslinie.
Der Kopf und Thorax sind braungelblich mit dunklerer Mischung, das Gesicht und die Palpen heller,
der Thoraxschopf dunkler; das Abdomen ist bräunlich.
Hab. Nordwest-Afrika (Teniet el Haad).
11. Tortrix indignana Chr . Bull. Soc. Ent. Moscou 1881. I p. 69.
Diese und die beiden folgenden Arten gehören enger zusammen nach Flügelschnitt, allgemeinem
Habitus und dem Umstand, daß das Saumfeld des Vorderflügels von der Querader aus gegen Apex
und Tornus hin gegen die übrige Fläche scharf abgeknickt ist, was sich besonders beim sitzenden
Schmetterling bemerkbar macht.
Bei T. i n d i g n a n a ist die Costa der Vorderflügel stark gebogen und erst gegen den Apex
hin mehr gerade, die Spitze stumpf gerundet, der Saum sehr schräg, gebogen, der Tornus äußerst
flach. Spannweite 16—19 mm. Taf. VIII F i g . 52 $ (Originalstück).
Die Vorderflügel sind an der Basis, längs der Costa und im ganzen Saumfeld zart bläulichgrau
(taubengrau), im Dorsalteil heller, bräunlichgelb. Beide Farbentöne gehen ohne Grenze ineinander
über. Außer einigen schattenhaften bräunlichen Querstreifen ziehen mehrere deutlichere dunkler-
braune, auf ihrer Basalseite braungelb angelegte Linien in steiler Schrägrichtung über die Fläche:
eine von V2 der Costa zum Fransenansatz, am Dorsum, eine zweite von % der Costa zum Tomus,
zwischen beiden eine kürzere, nur an der Costa deutliche, im Saumfeld noch eine, die sich hinter dem
Tomus aus dem Saum erhebt, aber die Costa nur undeutlich erreicht. Vor der Spitze finden sich noch
einige schwächere, undeutlichere Linien. Die Fransen sind gelblich graubraun, am Tomus dunkler,
mit zarter aber breiter Teilungslinie. Die relativ schmalen spitzen Hinterflügel sind graubraun, mit
etwas helleren Fransen und schwach dunklerer Teilungslinie. Kopf und Thorax sind graubraun,
das Abdomen von fast gleicher Färbung, <$ und $ sind nicht verschieden in Farbe und Zeichnung.
Der Falter fliegt im Juli („von Sträuchern der Pyrus baccata geklopft“, Chr.).
Hab. Ost-Sibirien (Wladiwostok).
12. Tortrix mitiistrana L. Syst. Nat. ed. X p. 213; CI. Icones tab. 2 f. 12; T r. VIII
p. 89; Dup. IX p. 96 tab. 240 f. 2; Wo o d f. 1038; HS. IV p. 175; He i n . p. 43; Sn ei l .
II, 1 p. 217; Me y r . p. 536; / er r ü g a n a Hb. f. 56; Dup . 1. c. p. 478 tab. 261 f. 2.
(Var.) s ub f a s ci an a Stph. 111. IV. 144; Wo o d f. 1039.
Costa der Vorderflügel weniger stark, nur im ersten Drittel gebogen, Apex ziemlich spitz,
Saum schräg, aber nicht so sehr wie bei voriger, gestreckt; Hinterflügel breiter. Spannweite 18 bis
25 mm. T a f . VIII F i g . 53; 54 (var. subfasciana Stph.)
Die Vorderflügel sind im allgemeinen goldbraun, mit gelber, weißlicher und zimtbrauner
Mischung in schwer definierbarer Zeichnung. Man kann mitunter ein undeutliches, mehr zimtbraunes
Wurzelfeld erkennen, das an der Costa allmählich in Goldgelb übergeht und auch in der
Mitte einen gelben Wisch aus der Wurzel hat; der gelbe Costalteil wird gegen % hin weißlich. Dort
beginnt die Andeutung eines zimtbraunen, saumwärts völlig verwaschenen Querbandes, das aber
nur bis zur Falte reicht; dorsalwärts davon steht isoliert der Rest desselben als unbestimmter dunkel
zimtbrauner Fleck. Auf der Querader steht ein hellweißliches kleines Halbmöndchen, von dem
sich eine hell weißlichgelbe Färbung auf der Knickungslinie zum Tomus zieht und sich von hier aus
aufsteigend ins Saumfeld erstrecken kann. Der Saum selbst ist breit zimtrot, oft dreieckig ins Saumfeld
hinein ausgegossen. Die Fransen sind gelbbraun mit dunkel rotbrauner Teilungslinie. Die Hinterflügel
sind braungrau mit weißlichen Fransen, deren Teilungslinie grau ist. Kopf und Thorax sind
dunkel rostbraun, der Schopf dunkelbraun, das Abdomen grau.
Die überall der Stammform beigemengte Var. s u b f a s c i a n a S t p h . hat dunkelbraune
Vorderflügel, an denen die Costa, ein Mittelwisch aus der Basis, die Knickungslinie des Flügels und
das Halbmöndchen an der Querader weißlich bepudert sind. Hier ist deutlicher ein tief dunkelbraunes
Wurzelfeld, ziemlich quer abgeschnitten, sowie eine fast ununterbrochene Querbinde von
gleicher Farbe zu erkenenn, und auch das ganze Saumfeld ist tief dunkelbraun. Nur der Saum ist
schmal gelblich, die Fransen sind schwarzbraun, ebenso Kopf und Thorax. Die Hinterflügel sind
meist mehr schwarzgrau, die Fransen heller grau.
Die Raupe ist grün mit braunrotem Kopf und weißlich-grünem Nackenschild. Sie lebt in einer
umgebogenen Blattspitze, später in beiderseits offener Blattröhre an Betula, Ainus, Rhamnus, Sorbus,
Rosa, Corylus, Fagus, Quercus, Tilia, vom August an; sie überwintert und verpuppt sich im April.
Der Falter fliegt von Ende Mai bis Anfang Juli und ist nirgends selten.
Hab. Mittel- und Nordeuropa, Sibirien; Nordamerika. (In der Schweiz bis 4800 Fuß Höhe
in Buchenwäldern, Frey.)
13. Tortrix ancillana Ke n n . Iris XII, 1899 p. 5, tab. I f. 3.
Costa der Vorderflügel etwas weiterhin gebogen als bei voriger, Apex stumpfer, Saum etwas
steiler, leicht gebogen; Knickung des Flügels scharf ausgesprochen; Hinterflügel etwas schmäler.
Spannweite 20 mm. Taf. VIII F i g . 55 (Type).
Die Vorderflügel sind bleich, schmutzig grünlichgrau, wurzelwärts mehr bräunlichgrau mit
sehr undeutlichen bräunlichen Zeichnungen. Zu unterscheiden sind eine stumpf rechtwinkelig
gebrochene Grenzlinie eines kleinen Wurzelfeldes, eine schmale Querbinde von etwa V3 der Costa
zur Mitte des Dorsums, auf ihrer Saumseite ziemlich deutlich begrenzt, wurzelwärts verwaschen
und an Costa und Dorsum etwas verbreitert; einige von ihr ausgehende Längsschatten bis zur
Knickungslinie des Flügels hin und einige fleckenartige Schatten an der Costa Zwischen Binde und
Apex. Die Fransen sind ockergelb, am Tornus bräunlich. Die Hinterflügel sind braun mit rötlichem
Schimmer, ihre Fransen bleich gelblich mit brauner Teilungslinie nahe ihrer Basis. Kopf und Thorax
haben etwa die Farbe der Vorderflügel, das Abdomen die der Hinterflügel, etwas heller.
Hab. Syrien (Beirut).
Zoologica. Heft 54. 2 2