
ihrem Ursprung mehr oder'weniger an I I I8 angenähert (manchmal kaum merklich). Der Thorax
ist geschöpft oder glatt, die Palpen von verschiedener Länge, vorgestreckt oder aufgebogen, die
Fühler des <? selten glatt, meist kurz gewimpert, mitunter fein gezähnelt (Taf. I, Fig. 3, 4, 5, 6, 7).
Höchst wahrscheinlich rekrutiert sich die Gattung T or t r i x aus Arten verschiedener Herkunft:
aus der Gattung Cacoecia durch Verlust des Costalumschlags, der Gattung Anisotaenia durch
Annäherung der Adern, aus ursprünglichen Wicklern, die keine besonders auffällige Merkmale besaßen.
Dagegen lassen sich von ihr aus die übrigen Gattungen der Tortricinae ableiten, wobei nicht
behauptet werden soll, daß damit das Richtige getroffen wird. Manche der folgenden Gattungen
könnten noch ganz gut gleichfalls mit Tortrix vereinigt werden.
2. Gattung: C h r o s i s Gn. Unter diesem Namen trennt W a l s i n g h a m einige Arten ab,
die dadurch ausgezeichnet sind, daß auf den Vorderflügeln Ader III3 und IV, gestielt sind; auch auf
den Hinterflügeln stehen die gleichen Adern auf gemeinschaftlichem Stiel (Taf. I, Fig. 21). Mir will
die Notwendigkeit dieser Trennung nicht recht einleuchten, denn auch bei der folgenden Gattung
kommt die gleiche Variante vor, ohne zu einem Gattungscharakter erhoben zu werden.
3. Gattung: A c a l l a Hb. Hierher gehören alle Tortricinae, bei denen die Ader I I5 der Vorderflügel
deutlich in die Costa ausmündet, sta tt wie sonst in Spitze oder Saum; sie haben ferner das
Gemeinsame, daß sie in der Ruhe die Flügel sehr flach tragen; weit verbreitet sind Büschelchen auf-
gerichteter Schuppen auf den Vorderflügeln; der Thorax ist entweder glatt, oder geschöpft, oder seine
Schuppen sind kammartig zusammengestrichen (Taf. I, Fig. 1, 2). Die Flügelform ist recht verschieden.
4. Gattung: P a n d em i s Hb. Diese Gattung kann von Tortrix nur getrennt werden dadurch,
daß man Gewicht legt auf eine Einkerbung an den Fühlern des <$ nahe der Basis; deren 2. Glied ist
an seinem Ende einseitig verbreitert, das 3. ist länger und trägt an seinem Ende wieder einen seitlichen
Fortsatz (Taf. I, Fig. 11) und der Raum dazwischen ist nicht mit Schuppen überdeckt, so daß er wie
ausgenagt erscheint (Taf. I, Fig. 10). Alles übrige ist wie bei Tortrix (Fig. 8, 9). Wenn man hierher
auch Arten rechnen will, denen dieses Kennzeichen im männlichen Geschlecht fehlt, so läßt sich eine
Trennung von Tortrix nicht aufrecht erhalten.
5. Gattung: Epagoge Hb. Von Tortrix nur dadurch unterschieden, daß auf den Vorderflügeln
Ader II4 und I I 6 auf gemeinschaftlichem Stiel entspringen, und auf den Hinterflügeln Ader II und
III3 auch stets gestielt sind; steht also zu Tortrix in demselben Verhältnis, wie Capua zu Caecoecia
(Taf. I, Fig. 12, 13).
6. Gattung: D o l o p l o c a Hb. Auch diese Gattung ist nur ziemlich gewaltsam von Tortrix
zu trennen; das Flügelgeäder zeigt nichts Auffallendes; höchstens ist zu bemerken, daß die vordere
Teilungsader der Mittelzelle der Vorderflügel ungewöhnlich kräftig ist; das bedeutungsvollste Unterscheidungsmerkmal
sind die sehr schwachen und dünnen Palpen und der stark reduzierte Säugrüssel,
der so klein ist, daß er früher manchen Beobachtern zu fehlen schien.
7. Gattung: T o r t r i c o d e s Gn. Schließt sich in bezug auf Schwäche der Palpen und
Reduktion des Säugrüssels an Doloploca an; auf den Hinterflügeln aber fehlt eine Ader, indem I II3
und IVt in ganzer Länge zusammenfallen. Auf den Vorderflügeln ist (jedoch nicht bei allen Arten)
die Hauptader II zwischen dem Abgang von IU und I I2 stark eingebogen, und von da verläuft die
Teilungsader wie ihre direkte Fortsetzung zum Ursprung von I I6, so daß die Anhangszelle der Mittelzelle
costalwärts aufgelagert erscheint (Taf. I,.Fig. 22, 23). Der bisher für diese Gattung vielfach ge-
gebrauchte Name Cheimatophila (Stph.) Staud. kann nicht beibehalten werden, da S t e p h e n s
unter seiner Cheimatophila castaneana Hw. = hyemana Hw., der einzigen seine Gattung bildenden
Spezies, Acalla mixtana Hb. meint. Der Name Oporinia Hb. ist praeoccupiert.
8. Gattung: P h i l e d o n e Hb. Ausgezeichnet durch die z w e i z e i l i g g e f i e d e r t e n
F ü h l e r de s <?, deren Seitenästchen mit Haarbüscheln besetzt sind; auf den Vorderflügeln sind
Ader I I 4 und I I 5 gestielt; auf den Hinterflügeln entspringen Ader I I und IIU dicht beisammen oder
auf einem Stiele, I I I3 und IVX nahe beisammen, oder aus einem Punkt, oder gestielt, mitunter sind
sie in ganzer Länge vereinigt (Taf. I, Fig. 14, 15, 16). Die ? $ zeichnen sich durch schmälere und
spitzere Vorderflügel mit schrägerem Saum aus.. Der Name Philedone Hb. ist älter als Amphisa Curt.
Wa l s i n g h a m ist zwar der Meinung, Philedone habe zu große Ähnlichkeit mit Phileon Cuv.,
mir scheint die Ähnlichkeit nicht groß genug, um einen Irrtum zu erzeugen, und nicht genügend,
den älteren Namen zu Gunsten eines späteren zu verwerfen.
9. Gattung: Z e l o t h e r s es Ld. Von der einzigen zu dieser Gattung gehörigen Spezies
sind bisher nur $ $ bekannt geworden; die $ $ sind wahrscheinlich ungeflügelt oder haben stark
rudimentäre Flügel. Von Philedone unterschieden dadurch, daß Ader I I 4 und I I5 d e rV o r d e r -
f l ü g e l g e t r e n n t e n t s p r i n g e n und daß die Fühler des a* nicht eigentlich gefiedert,
sondern nur zweizeilig mit Wimperbüscheln besetzt sind. Auf den Hinterflügeln entspringen
Ader I I I3 und IV, aus einem Punkt (Taf. I, Fig. 17, 18).
10. Gattung: O x y p t e r o n Stgr. Ausgezeichnet durch die schmalen, spitzen, fast lanzettförmigen
Flügel mit sehr schrägem Saum, die beim $ noch viel schmäler sind als beim <?, den sehr
rudimentären Säugrüssel bei wohlentwickelten Palpen, und den Umstand, daß auf dem Hinterflügel
eine Ader fehlt, i n d em I II3 u n d IVX i n g a n z e r L ä n g e z u s am m e n f a l l e n . Ader
I I 5 der Vorderflügel zieht in die Spitze (Taf. I, Fig. 25a); die Fühler des $ sind büschelig kurz gewimpert.
11. Gattung: S p h a l e r o p t e r a Gn. Im männlichen Geschlecht sind alle Eigentümlichkeiten
der Gattung Tortrix normal ausgebildet, beim- $ a b e r s i n d d i e V o r d e r f l ü g e l
s e h r k u r z u n d l a n z e t t l i c h z ü g e s p i t z t , di e H i n t e r f l ü g e l s e h r s c hm a l
u n d s p i t z ; dabei ist das Geäder beim $ modifiziert: auf den Vorderflügeln sind Ader I II3 und
IVX gestielt, auf den Hinterflügeln (außer II und I IIx wie auch beim <?) auch I II3 und IV T a f . I,
Fig. 24 und 25). Palpen und Säugrüssel sind sehr kräftig, auch beim $.
12. Gattung: E x a p a t e Hb. Im männlichen Geschlecht sind wieder normale Tortrix-
flügel vorhanden, die Vorderflügel etwas langgestreckt mit langer Mittelzelle und langem schrägem
Saum; die Fühler sind zerstreut ziemlich lang gewimpert, der Säugrüssel fehlt, Palpen sind normal;
b e i m $ s i n d d i e V o r d e r f l ü g e l s e h r k l e i n l a n z e t t l i c h mi t s t a r k r e d u z
i e r t e m Ge ä d e r , d i e H i n t e r f l ü g e l s i n d k a u m b e m e r k b a r e L ä p p c h e n ,
meist ganz übersehen. Taf. I, Fig. 26. 27, 28 (letztere stärker vergrößert).
Bei der 3. U n t e r f a m i 1 i e P h a l o n i i n a e werden wir von Stammformen auszugehen
haben, b e i d e n e n a u f d e n V o r d e r f l ü g e l n d i e A d e r V g a n z d e g e n e r
i e r t e , so daß auch gegen den Saum hin nichts von ihr übrig blieb; dafür neigt sich Ader IV2
saumwärts so gegen a hin, daß sie die Stelle der verschwundenen Ader V einnimmt; dabei wird auch
ihr Ursprung mehr saumwärts verschoben, so daß sie in der Regel hinter 2/ 3 der Länge der Mittelzelle
aus dieser abzweigt; doch ist letzteres Merkmal durchaus nicht immer zweifellos. Weit verbreitet
scheint ein Cöstalumschlag der Hinterflügel des S nach oben und eine darunter steckende
längere Behaarung oder ein Haarpinsel gewesen zu sein, was sich vielfach erhalten hat und jetzt
bei fast allen Gattungen in mehr oder minder deutlicher Ausbildung vorkommt, aber keineswegs