
nur etwas kräftiger, besonders eine Schrägreibe von der Costa gegen die Flügelmitte (basale Grenze
des Mittelbandes), einige aneinandergereihte hinter der Mitte des Dorsums, eine Schrägreihe als
Begrenzung des Basalfeldes, eines am Tornus und zerstreute kleinere im Saumfeld.
An dieses Exemplar reihen sich dann sehr gut Fig. 53 bis 55; sie haben den Flügelschnitt
von Fig. 51 mit plötzlich abgestufter Costa ungefähr in der Mitte ihrer Länge; auf hell aschgrauem
Grunde dieselben Quer- resp. Schrägwellen, mit mehr oder weniger ausgesprochenen Schattenpartien,
dem Wurzelfeld, der Schrägbinde und dem Costalfleck entsprechend, ganz ähnlichen schwarzen
Längs- und Rippenstrichen. Aber die Schuppenhöcker sind stärker, zahlreicher und teilweise zu
Schrägreihen zusammengetreten; bei Fig. 53 und 55 sind sie von gleicher Farbe, wie der Grund,
bei Fig. 54 teilweise tiefschwarz angelegt. Zudem führt Fig. 55 noch ein längliches Fleckchen von
lebhaft braunroter Färbung nahe dem Dorsum im Basalfeld und ein gleiches hinter der Flügelmitte,
etwas mehr dem Dorsum genähert als der Costa. Durch diese Färbung und Zeichnung, sowie
Rauhigkeit der Flügelfläche nähern sich diese Exemplare manchen Formen von Ac. literana L. Sie
sind jedoch beträchtlich größer als diese. Am Flügelsaum steht eine Reihe von dunklen Bogenfleckchen
vor der unterbrochenen dunkeln Basallinie der Fransen; letztere sind hellgrau, mitunter
gescheckt und haben eine kräftige Teilungslinie. Hfl. graubraun, dunkler gesprenkelt, besonders
an Costa, Apex und in der Falte. Kopf und Thorax hellgrau.
Hieran schließt sich abermals mit ganz gleicher Zeichnung Fig. 56 (von Dörr bei Baranowskoe
gesammelt) an, nur sind Basalfeld, Schrägbinde und Costalfleck, alles zart verwaschen von reinerem
Gelblichbraun, und nur das Saumfeld hell weißgrau. Die Schuppenhöcker in der Grenzlinie des
Basalfeldes und in der basalen Grenzlinie des Schrägbandes sind zu ganz continuierlichen Schuppenwällen
zusammengeflossen, alles übrige, wie bei den vorigen; Saumlinie kräftig punktiert, Fransen,
bräunlich. Die den Figg. 52—56 zu Grunde liegenden Exemplare machten den Eindruck vollkommener
Frische, woher sich die reiche Ausstattung mit Schuppenhöckern und die lange Be-
fransung der basalen Costalhälfte erklären kann. Alles andere liegt sicherlich im Bereiche der
Variationsmöglichkeit einer Acalla-Art, weshalb ich nicht anstehe, alle zu Ac. hispidana Chr. zu
rechnen, wobei ich den gleichen Fundort mit in Betracht ziehe. Flügelspannung 20—26 mm.
Hab. Ostsibirien, Amur, bis Wladiwostok, Japan.
17. Acalla literana L. Syst. Nat. ed. X. 530; Wcke., Staud. Cat. 1871 p. 233; Snell.
Vlind. II, 1 p. 176; Meyr. 522; Reb. Staud. Cat. 1901, II p. 81. (Alle übrigen Zitate beziehen sich
nur auf einzelne Formengruppen und Varietäten.) (Taf. V, Fig. 1—4.)
Costa der Vfl. an der Basis stark gebogen, weiterhin gerade, Beschuppung in der Mitte plötzlich
kürzer, Saum steil, gerade oder schwach gebogen, Apex meist stumpf; Beschuppung matt, durch
zahlreiche, z. T. kräftige Schuppenbüschel rauh. Spannweite 18—22 mm. Grundfarbe der Vfl.
blaugrün, olivengrün, gelbgrün, graugrün, grünlichgrau, gelblichgrau, weißgrau, auch heller oder
dunkler braungrau bis graubraun; entweder einfarbig oder reichlich mit weiß und schwarz in zahlreichen
Querwellen und Fleckchen gemischt, mit schwarzen Strichzeichnungen, die fleckig auseinanderfließen
können, teilweise auch mit rostrot gemischt, oder ohne Zeichnung (außer den feinen
Wellenlinien). Kopf und Thorax mit der Basis der Vfl. gleichfarbig.
a. Form literana L.; Hb. 88. 89; Tr. VIII, 184; Stph. p. 164; Wd. 1098; Dup. IX, 242, 1 a, b;
HS. IV p. 152; Wilk. 160; Hein. 22; Vfl. einfarbig heller oder dunkler blaugrün, manchmal ins Olivgrüne
oder Gelblichgrüne ziehend, mit mehr oder weniger zahlreichen tiefschwarzen Längsstrichen
in der Mitte und Querstricheln an Costa und Dorsum (Fig. 1). Die Striche können dicker oder feiner
sein, sie können fehlen bis auf .den einen in der Flügelmitte (Hb. 88). Saumlinie unbezeichnet oder
mit einigen feinen dunklen Pünktchen, Fransen weißlichgrün, gegen den Tornus mehr grauweiß, an
ihrer Basis ein wenig dunkler.
ab. squamtdana Hb. 93. Ebenso, aber die schwarzen Zeichnungen sind zu größeren, wolkenartigen
Flecken auseinander- und teilweise zusammengeflossen.
b. Form squamana F. S. E. 651; Wd. 1099; Dup. IX, 242, 2 b; Hein. 21; Wallgr. Tidskr.
1888 p. 165; asperana Tr. VIII, 185; HS. 2. 3; IV p. 152; squamvlana Hb. 94; i/rrorana Hb. 96; Wd. 1100.
Vfl. dunkler oder blasser grün, gelbgrün bis grünlichgrau, mit weißlich unregelmäßig gemischt,
von mehr oder weniger zahlreichen stärkeren oder schwächeren dunkleren und schwarzen Querwellen
und Stricheln durchzogen, wodurch die Flügelfläche viel rauher erscheint, als sie in Wirklichkeit
ist. Saumlinie mit schwarzen Halbmöndchen zwischen den Rippenenden, Teilungslinie
der Fransen dahinter dunkel, oder hell und dunkel unterbrochen (Fig. 3 ein recht hellgraues Exemplar
mit wenig Schwarz).
ab. suavana HS. 1; IV p. 152, mit dickeren schwarzen Querwellen, die dunkler grün gesäumt
sind; Saumlinie dick schwarz, die Fransen dahinter in ihrem basalen Teil schwarz gescheckt.
c. Form fvlvomixtana Stph. 166; Wd. 1102; litera/na Hb. 90; squamvlana Hb. 92; squamana
Dup. IX, 242, 2a.
Wie Form squamana F., jedoch mit mehreren rostroten Flecken am Dorsalrand nahe der
Basis, in bindenartiger Anordnung in der Flügelmitte und im Saumfeld; Saumlinie mit schwarzen
Halbmöndchen. Fig. 2 ein lebhaft grünes Stück.
d. Form tricolorana Hw. No. 54; Wd. 1101; literana Hb. 91. Wie Form b oder c, aber aus
der Flügelbasis zieht eine rostrote oder dunkelockergelbe Längsstrieme, die sich distalwärts gabelt
durch die Flügelmitte, der eine Ast mehr costalwärts.
e. Form olivana Rbl. Cat. 1901 p. 82; squamvlana Hb. 95. Olivengrün bis moosgrün, dunkel
quergestrichelt, mit weißen Längsstrahlen an Costa, im Saumfeld zur Spitze hin und am Tornus.
f. irrorana Hb. 97. Vfl. ganz ohne grüne Mischung, dunkler grau bis braungrau, mit mehr
oder weniger deutlichen schwärzlichen Quer- und Schrägwellen der vorigen Formen. Fig. 4.
Bei den hellen Exemplaren aller Formen sind die Fransen der Vfl. weißlich oder hellgrau,
in ihrer Basalhälfte dunkler oder gescheckt. Die Hfl. sind stets graubraun, gegen den Apex dunkler,
gewöhnlich mit sehr undeutlichen Sprenkeln gegen den Tornus hin, manchmal auch spitzenwärts;
Fransen bleicher, an der Basis schmal gelblich, dahinter mit schärferer oder verwaschener dunklerer
Teüungslinie.
Die Raupe soll vom Mai bis August an Eichen (Quercus robur und pedunculata) leben zwischen
versponnenen Blättern; sie kommt sicher auch an Ahorn und Birke vor; wahrscheinlich in 2 Generationen,
die 1. im Mai und Anfang Juni, der Schmetterling im Juli, August; die 2. im Juli und
August, der Schmetterling vom September an, durch den ganzen Herbst, z. T. überwinternd.
Hab. England, Zentraleuropa, Italien, Sardinien, Skandinavien, Ostseeprovinzen, Kleinasien,
überall zerstreut und vereinzelt. (Leider standen mir nicht alle Formen zum Abbilden zur
Verfügung.)
18. Acalla roscidana Hb. 103; Hein. 22; nebvlana Hb. 104; Tr. X, 3, 138; Dup. IX, 242;
HS. IV p. 151.
Schnitt der Vfl. wie bei der vorhergehenden Art, Schuppenbüschel kleiner und wenig hervortretend;
Spannweite 26 mm, also viel größer als die vorige. (Taf, V, Fig. 5.)