
umrollung der Hinterflügel nur noch den nach oben geschlagenen Teil in Form eines kleinen Läppchens
behalten haben, und denen der Haarpinsel der Hinterschienen ebenso der Schopf des Thorax
fehlt. Wal s i n g h am schlägt für diese Gattung den Namen OlethreiUes vor. Dagegen ist das vorhin
gesagte einzuwenden, sowie der Umstand, daß dieser Name von Rebel schon in anderem Sinne gebraucht
wurde; Eucosma kann aus gleichen Gründen nicht genommen werden, und daher schlage ich
für diese Gattung den Namen P h i a r i s (Hb.) Ken. vor; unter diesem nennt H ü b n e r als erste
Art Ph. metaUicana Hb., die mit arcuella die gleichen Eigenschaften, wenn auch etwas weniger ausgeprägt,
besitzt und mit ihr in die gleiche Gattung aufgenommen werden muß; sie ist dann die Type
dieser Gattung.
4. Gattung L i p s o t e l u s Wlshm. Gleichfalls von Argyroploce abzuleiten, sind Wickler,
bei denen die Auszeichnung des Hinterflügels ganz verschwunden ist, bei denen aber der Haarpinsel
an den Hinterschienen des <f erhalten blieb. Sie zeichnen sich ferner durch eine ungewöhnliche
Krümmung der Costa und eine sehr scharfe Spitze sowie sehr bauchig geschwungenen Saum der
Vfl. aus; der Thorax ist glatt. Ich beschrieb eine hierher gehörige Art als Anomalopteryx xylinana
n. gen. n. sp. Dieser Gattungsname wurde von R e b e l als praeoccupiert verworfen und durch
Kennelia Rbl. ersetzt. Inzwischen aber beschrieb Wa l s i n g h a m einige neue Wickler aus Japan
unter dem Gattungsnamen L i p s o t e l u s Wlshm. Es handelt sich offenbar hier um Vertreter der
gleichen Gattung und der Name L i p s o t e l u s Wlshm. muß für dieselbe gelten.
5. Gruppe: Die Hi nt er f l ügel des <f sind ohne besondere Auszei chnung;
auf den Vorder f lügeln beider Geschl echt er i st eine St recke der Costa von der
Mi t te an bis gegen die Spi tze hin dur ch die Anor dnung der Schuppen a u s gezeichnet
: am e nt s chuppt en Flügel beme r kt man das elbs t eine Trübung der
Fl üge lmembr an, welche dadur ch bedi ngt wi rd, daß die Schuppenbälge ungemein
di cht und in kur zen Quer reihen angeor dne t sind; die Fl üge lmembr an
selbst i st lei cht quer runzel ig; die an dieser Stel le a usmündenden Adern IIX
und II2 sind modi f i zi er t (vgl. Taf. II, Fig. 9 und 10). Beim f ist diese „Trübung“ ausgedehnter
und stärker als beim Es dürfte sich um den Rest einer früheren komplizierteren
Bildung handeln.
1. Gattung: P o l y ehr o s i s Rag. D i e H i n t e r s c h i e n e n d e s <f t r a g e n a u f
d e r I n n e n s e i t e e i n e n Haarpinsel ; auf den Vorderflügeln beider Geschlechter entspringt
Ader I I 2 bald näher bei I I 3 als bei I IX, bald aber auch in der Mitte zwischen beiden oder näher bei IIX
als bei I I 3; Ader IIj convergiert costalwärts stark mit I I 2 und verliert sich in der getrübten Stelle,
ohne die Costa zu erreichen; auf den Hinterflügeln entspringen Ader I II2, I II3 und IVX getrennt
von einander in gleichen Abständen; alle drei Adern sind ziemlich gerade; (Taf. II, Fig. 10). Der
Thorax ist geschöpft. Der ziemlich weite Zwischenraum zwischen den drei genannten Adern ist
ein primitives Verhalten.
2. Gattung: L o b e s i a Gn. D i e H i n t e r s c h i e n e n d e s <f s i n d o h n e H a a r p
i n s e l ; auf den Hinterflügeln entspringt Ader I II3 und IVX dicht beisammen, I II2 weiter davon
entfernt; beim <f ist der Hinterflügel ungewöhnlich spitz und fast dreieckig im Umriß.
6. G r u p p e : Umfaßt alle übrigen Epiblemidae; bei zwei Gattungen findet sich beim <f ein
Costalumschlag der Vorderflügel, die übrigen sind ohne derartige Auszeichnungen; das Geäder der
Hinterflügel zeigt keine primitiven Verhältnisse; stets entspringen Ader III3 und IVX entweder dicht
beisammen, meist aus einem Punkt oder auf einem gemeinsamen' Stiel, mitunter fallen sie in ganzer
Länge zusammen; Ader I II3 ist an ihrer Basis an den Ursprung von I I I2 angenähert; Ader II und IHj
entspringen dicht beisammen und ziehen anfangs parallel, oder sie sind gestielt.
1. Gattung: E p i b l e m a (Hb.) Meyr. D i e Vorder f lügel d e s <f b e s i t z e n e i n e n
C o s t a l u m s c h l a g in verschieden starker Entwickelung; er ist bald breit mit einem kräftigen
Haarpinsel als Inhalt (Taf. II, Fig. 75—77), bald schmal, länger oder kürzer, kann aber bei genauerer
Untersuchung nie übersehen werden; Ader II und I IIx der Hinterflügel laufen anfangs nahe beisammen
parallel, Ader I II3 und IVX sind entweder gestielt, manchmal sehr lang, oder fallen ganz zusammen:
Wa l s i n g h a m nennt diese Gattung Eucosma Hb. mit der Type Euc. circulana Hb. Da aber
Me y r i c k früher den Namen Eucosma anderweitig verwandte, kann er hier nicht gebraucht werden.
Der Thorax ist ganz selten schwach geschöpft, meist glatt.
2. Gattung: P y g o l o p h a Ld. m i t s c h m a l e m C o s t a l u m s c h l a g d e r V o r d
e r f l ü g e l ; a u f d e n V o r d e r f l ü g e l n i s t A d e r IVX s t a r k g e k r ü m m t u n d e r r
e i c h t b e i m ^ d e n S a u m n i c h t , sondern biegt sich gegen Ader I II3 hin; auf den Hinterflügeln
sind die Adern II und I IIX, sowie I II3 und IVX gestielt; d a s ? bes i t z t einen s t a rken
runden Schuppenbus ch am Ende des Abdomens. Der Thorax ist geschöpft (Taf. II,
Fig. 5—8).
3. Gattung: S e m a s i a (Stph.) HS. Hier sehe ich mich genötigt, eine Anzahl der bisher
auf gestellten Gattungen zusammenzuziehen, nämlich: Cydia Meyr., Epinotia Meyr., Gypsonoma Meyr.*
Pamplusiä (Gn.) Meyr., Enarmonia (Hb.) Meyr., Rhyacionia Hb. und Pdatea Gn. Die unterscheidenden
Merkmale sind so geringfügig', zum Teil So unsicher, daß sie nicht genügen können, Gattungen
darauf zu gründen; es sind zudem Eigentümlichkeiten, die bei anderen Gattungen nicht für ausreichend
erachtet wurden, Trennungen auf Grund derselben vorzunehmen, und denen darum auch
hier keine größere Bedeutung beigelegt werden kann. Es ist ja zu guter Letzt Geschmacksache, gewisse
Merkmale für genügend zu halten, um durch sie Gattungen zu charakterisieren; die meisten
Gattungen sind überhaupt nur Zusammenstellungen von Arten, die ein oder mehrere willkürlich
herausgegriffene Merkmale gemeinsam haben, wobei nicht immer Gewicht darauf gelegt wird,
ob diese Eigenschaften solche sind, die von gemeinsamen Vorfahren ererbt eine wirkliche engere
Verwandtschaft bezeugen, oder ob sie als bedeutungslose, leicht variable Bildungen durch Konvergenz
ähnlich oder gleich geworden sind, und so recht heterogene Formen enger zu verbinden scheinen.
Oft ist derartiges ja auch gar nicht nachweisbar, besonders bei ohnehin sehr nahe stehenden Gruppen
von Tieren, wie es die Wickler sämtlich sind. Man darf aber in der willkürlichen Aufstellung von
Gattungen auch nicht zu weit gehen, und nicht nur deswegen künstliche und gezwungen ausgetüftelte
Spaltungen vornehmen, weil einem eine Gattung vielleicht zu reichhaltig an Spezies erscheint, oder
weil es einfach so gefällt. Von solchem Gesichtspunkte aus ließe sich gar manche Gattung noch in zwei,
drei und mehrere spalten und Trennungsmerkmale ließen sich finden. Bei solchem Vorgehen müssen
aber die Gattungen immer künstlicher werden und vor allem geht die Übersicht der Zusammengehörigkeiten"
und wirklichen Verwandtschaftsbeziehungen verloren.
Um deutlich zu zeigen, wie geringfügig und schwankend die Unterschiede der oben erwähnten
Gattungen sind, stelle ich sie hier in einer Tabelle nach M e y r i c k s Diagnosen zusammen, und
füge noch die von ihm nicht aufgeführten, weil in England fehlenden Gattungen Pdatea und Rhyacionia
hinzu: