
Querband, recht scharf und deutlich abgehoben;* es zieht zunächst schräg saumwärts und bildet
einen scharfen Vorsprung über der Querader, läuft dann senkrecht zum Dorsum, wobei es etwas
breiter wird und ein wenig zackig ist; es ist, besonders gegen das Dorsum, auf seiner Saumseite
noch mit einem grauen Schatten belegt und vor dem Tornus steht, durch den Schatten mit ihm verbunden,
ein bräunlichgrauer, wenig scharfer höherer Pieck. Hinter der Binde folgen fünf ziemlich
große, aber unscharfe Costalhäkchen mit feinen Stricheln in den hellen Zwischenräumen; aus den
drei ersten (von der Spitze an gezählt) ziehen feine, oft undeutliche Linien, zu einem bräunlichen
Pieck mit schwarzen Stricheln, welcher die Stelle eines Saumstreifens einnimmt, mit letzterem aber
nicht in Verbindung steht. Die Saumlinie ist braungrau, auf den Adern dicker, die Fransen dahinter
schmal weiß, nach einer starken dunkelbraungrauen Teilungslinie graugelblich. Die Hinterflügel
sind bräunlichgrau, die Fransen blaßgrau mit dunkelgrauer Teilungslinie.
Die Raupe scheint, falls keine Verwechselungen vorliegen, zu variieren; nach T r e i t s c h k e
ist sie schmutzig grüngrau, vor der Verwandlung oft blaßgrün, Wärzchen hellweiß mit je einem bräunlichen
Haar; der Kopf ist schwarz mit gelben Flecken, vor der Verwandlung grünlich, die Flecke
schwarz (!), das Nackenschild glänzend schwarz, zwei gelbe starke Längsflecke, fein weiß geteilt;
die Analklappe schwarz mit gelben Fleckchen. Nach M e y r i c k ist sie graugrün, die Wärzchen
und der Kopf sind schwarz; nach Präparaten von D i s q u e ist sie grün mit feinen kaum helleren
Wärzchen und gelblichgrünem Kopf. Sie lebt von April bis Mai an Salix caprea, wo sie die versponnenen
Blattknospen aushöhlt, und an Populus zwischen versponnenen Trieben, nach G 1 i z
auch an Ulmus. Der Falter fliegt im Juni und Juli.
Hab. Nord- und Mitteleuropa, Alpen, Südwest-Deutschland; Japan, Labrador, Nordamerika.
11. Argyroploce corticana Hb. f. 13; H w. p. 432; Wood f. 886; Sn eil. II, 1 p. 266 (partim);
Meyr. p. 461; picana Froel. No. 101; capreana Dup. Noct. VI p. 189 (partim) t. 245 f. 4b; H e i n.
p. 106 (partim).
Vorderflügel mehr von der Form, wie bei hartmanniana oder inundana, aber breiter, saumwärts
kaum verbreitert, Costa stark gebogen, gegen die Spitze gerade, Saum etwas schräger als bei voriger,
deutlich gebogen; Hinterflügel mehr rundlich trapezoid. Spannweite 19—23 mm. T a f. XVI,
F ig . 10 $.
Kopf und Thorax sind braungrau, weiß gemischt, ebenso der Schopf; die Vorderflügel sind
im Saumdrittel, in der Wurzelhälfte der Costa und in der Falte von der Wurzel an bis zu 2/5 reinweiß
mit einem Stich ins Bläuliche; an der Costa stehen einige schwärzliche Strichei auf dem weißen Grund
und nahe der Wurzel ein großer viereckiger dunkelbrauner, schwarz eingefaßter und ebenso geteilter
Schrägfleck, in der Falte quer durch einen schwarzen Strich abgeschnitten; das ganze Dorsum bis
zur Dorsalis ist schwarzbraun mit bläulichgrauer Mischung, von schwarzen Querlinien durchsetzt
und tragt dem vorgenannten Costalfleck gegenüber auch einen schwarzen Längsstrich auf der Dorsalis;
die breite dunkle Schrägbinde in der Mitte ist wurzelwärts nicht scharf begrenzt, zieht ununterbrochen
von der Costa zum Dorsum; sie setzt sich zusammen aus einem schmalen braunen, schwarz eingefaßten
Schrägband aus der Mitte der Costa, das durch Hinzunahme einiger saumwärts davon stehender
Costalstrichel und deren schwärzlich blaugrau verdunkelten Zwischenräume verbreitert und durch einen
schwarzen Längsstrich in der Falte abgeschlossen wird (genau wie der Costalfleck bei semifasciana);
dann aber geht die Verdunkelung, sowohl basal- wie saumwärts plötzlich verbreitert, dunkelbraun,
dunkel blaugrau gemischt, von schwarzen Querlinien und einem ebensolchen Längsstrich durchzogen
bis zum Dorsum fort, und ist hier direkt verschmolzen mit der vorhergehenden Verdunkelung
des Dorsum (eine Trennung ist nur durch ein weißes Fleckchen über dem Dorsum angedeutet) und
mit einem kleinen höheren braungrauen Praetornalfleck; im weißen Saumfeld stehen noch zwei kleine
schwarze Costalhäkchen und vor der Spitze zwei graue schattenhafte Schräglinien zum Saum, ein
mit schwarzen Punkten besetzter, die Costa nicht erreichender Saumstreif und 'davor eine ganz blaßgraue
unregelmäßig zerfaserte Schräglinie aus dem Tornus. Das weiße Saumfeld springt in der Gegend
der Querader schnabelförmig in das dunkle Schrägband hinein vor. Die Fransen haben eine feine
dunkle Basallinie, sind dahinter schmal weißlich, dann breit braungrau, am Tornus weiß durchschnitten.
Hinterleib und Hinterflügel
sind dunkel bräunlichgrau,
die Fransen weißlich mit braungrauer
Teilungslinie.
Die Raupe ist hellgrün bis
dunkel graugrün, die Wärzchen
sind heller als der Körper, der
Kopf ist glasartig blaßgrün oder
auch bräunlich und dann schwarz
marmoriert, ebenso das Nackenschild,
hinten schwarz gerandet,
die Analklappe braun. Sie lebt
in zwei Generationen, einmal von
August oder September an in
einem versponnenen Blatte überwinternd,
dann wieder im Mai
und Juni zwischen versponnenen
Blättern von Betula, auch Salix
und Populus. Der Falter fliegt im
April und wieder im Juni und Juli.
Hab. Mitteleuropa, Norditalien,
Finnland.
a b
Fig. .2-81 :
a. Männliche Begattungsorgane von Argyroploce semifasciana
von links gesehen; die linke Valve -ist entfernt.
b. Dieselben von Arg. hartmanniana.
c. Penis isoliert von Arg. capreana,
d. Derselbe von Arg. corticana.
Diese Art ist vielfach ®ler lsc aer öcacnel uurcn Ausstülpung aes Ductus ejacuiatonus aus nein lesier cmumsiericn i'enis- rolir hinausgeschoben.
(Dup., He i n . , S n e 11.) Alles in gleicher Vergrößerung 34 : l.
mit anderen vermengt worden,
und da ja natürlich allerlei kleinere Variationen Vorkommen, ist die Trennung, nur auf
Färbung und Zeichnung begründet, keine durchaus sichere. Um zu zeigen, daß die Aufstellung der
hier als gesondert behandelten Arten gerechtfertigt ist, gebe ich die Abbildungen der männlichen
Begattungsorgane von Arg. semifasciana, hartmanniana, capreana und corticana. Letztere zeigt
ihre Selbständigkeit sofort durch den sehr kleinen Penisstachel (der hier durch Ausstülpung
des Ductus ejaculatorius herausgeschoben ist), und von einer Vereinigung mit* einer anderen
Spezies kann keine Rede sein. Am ähnlichsten sind noch die Organe bei semifasciana und hartmanniana,
die beide einen sehr langen, fast geraden Penisstachel haben; doch ist bei letzterer
der Penis in seinem basalen Teil viel schlanker, die Valva an ihrer Unterseite nahe ihrer Basis
flacher und gestreckter, der mit Stachelchen besetzte Fortsatz spitzer, der Uncus dicker, kürzer
und weniger gebogen, ganz abgesehen von anderen kleineren Verschiedenheiten. Arg. capreana