
X. Ga ttung: Acroclita L e d.
Auch bei dieser Gattung sind auf dem Vorderflügel Ader II« und II5 gestielt; aber auf den
Hinterflügeln entspringen Ader III3 und IVX ohne Stiel aus einem Punkt an der Hinterecke der Mittelzelle
und Ader III2 entfernt davon aus der Querader; sie ist ganz parallel zu III3. Die Hinterflügel
des $ haben auf der Unterseite nicht die Auszeichnung der vorigen Gattung; auf den Vorderflügeln
entspringt Ader IIj entfernt von II2, ziemlich genau aus der Mitte der vorderen Hauptader, ebenso
liegt der Ursprung von IV2 weiter wurzelwärts, wenig hinter der Mitte der hinteren Hauptader. Der
Thorax ist ungeschopft, die Palpen hängend, breit beschuppt. Vgl. Taf. II Fig. 11, 12. Aus Europa
ist eine südliche Art bekannt, aus dem Osten des Gebiets zwei weitere.
1. Acroclita consequana H S. f. 423; M e y r. p. 504; subsequana H S. IV p. 247; haivkerana
S t a i n t. The Ent. Ann. 1856 p. 33; arctana S t gr. Stett. ent. Zeit. 1859 p. 232; midsarilana Mill.
Icon. I t. 18 f. 1—5.
Ab. littorana Go n s t. Ann. Soc. ent. France 1865 p. 190 t. 7 f. 3.
Vorderflügel saumwärts kaum verbreitert, Costa fast gerade, Saum mäßig schräg, leicht geschwungen
oder fast gestreckt; Hinterflügel dreieckig, spitz, Saum vom Tornus ab stärk gerundet,
dann flach. Spannweite 15—17 mm. Taf . XVIII Fi g . 62 $, Fi g . 63 $ (ab. littorana).
Bei der Stammform ist Kopf und Thorax dunkel graubraun, die Palpen gelblich, das Abdomen
grau. Die Vorderflügel sind rötlichbraun, gegen die Costa hin allmählich etwas dunkler, mehr graubraun.
Die Flügelwurzel ist graubraun verdunkelt, am Dorsum kaum; eine scharfe Begrenzung des Wurzelfeldes
ist nur in der costalen Hälfte durch eine schwarze Doppellinie mit dunkler brauner Füllung
vorhanden, die schräg bis zur Falte zieht und hier noch ein wenig wurzelwärts gebrochen ist. Von der
Mitte der Costa zieht aus einem schwarzen Doppelhäkchen ein breiterer dunkelbrauner Streif erst
schräg, dann leicht gebogen zum Dorsum vor dem Tornus, saumwärts scharf, wurzelwärts verwaschener.
Der breite Raum zwischen ihm und dem Wurzelfeld ist von einer deutlicheren und zwei
schwächeren dunkleren Bogenlinien durchzogen, die sich teilweise am Dorsum gabeln. Der braune
Schrägstreif ist saumwärts von einer breiten Silberlinie begleitet, die sich am Tornus umbiegt, am
Saume entlang gegen die Spitze zieht, vorher aber wieder abbiegt und zwischen dem ersten und zweiten
Praeapikalhäkchen in die Costa mündet; die Vförmige Figur ist auf ihrer Innenseite von einer grauen
Linie begleitet, deren beide Schenkel aus feinen Costalstricheln hinter dem Schrägstreifen entspringen.
Die beiden Praeapikalhäkchen sind groß, scharf, braun, ebenso dunkel ist ein Punkt im Apex; ihre
Zwischenräume sind gelblich, dunkel geteilt. Die Fransen sind dunkel graubraun mit einer stärkeren
und mehreren feinen dunkleren Teilungslinien. Die Hinterflügel sind dunkel graubraun, ihre Fransen
heller bräunlich mit dunkler Teilungslinie.
Bei der Ab. littorana C o n s t. sind Kopf, Thorax und Vorderflügel bleich graulich ockergelb,
die Abschlußbinde des Wurzelfeldes und der mittlere Schrägstreif sind fast nur durch ihre dunkleren
Randlinien angezeigt, mit wenig dunkler Füllung, die Praeapikalhäkchen sind wenig von dem hier
etwas graueren Grund abgehoben, der gebogene Silberstreif ist viel schwächer. Die Fransen sind dunkler
als die Fläche, auch mit mehreren feinen Teilungslinien; die Hinterflügel sind heller graubräunlich,
die Fransen ockergelb mit schwacher Teilungslinie.
Die Raupe ist hell bräunlichgelb, grünlich scheinend, der Kopf hellbraun. Sie lebt im Juni
und September bis Oktober an Euphorbia paralias, besonders an den Samen. Der Falter fliegt im
Mai und Juli bis August.
Hab. Südfrankreich, Catalonien, Andalusien, Sardinien, England, Canaren.
2. Acroclita lascivana Chr. Bull. Soc. Nat. Moscou. 1881, II p. 405; Kenn. Iris XIII p. 260.
Vorderflügel wie bei voriger, Saum etwas steiler, gestreckt; Hinterflügel weniger spitz, mehr
trapezoid als dreieckig. Spannweite 13.mm. T a f . XVIII F i g . 64 $ O r i g i n a l .
Kopf und Thorax sind grau gelblichbraun, ersterer und die Schulterdecken gelblicher gemischt.
Die Vorderflügel sind im allgemeinen braungelb mit einem weißen, stellenweise etwas gelblich bestäubten
Querband hinter dem Wurzelfeld. Dieses ist senkrecht, ganz leicht gebogen durch eine dunklere
Linie begrenzt, von feinen dunkleren Linien durchzogen. Das helle Querband führt an der Costa
einige kleine Schrägstrichel und gegen das Dorsum hin eine feine dunkle Teilungslinie. Darauf folgt
ein breites dunkler gelbbraunes Querband, beiderseits von dunklerer Linie gesäumt, auf seiner Saumseite
erst schräg, dann senkrecht zum Dorsum vor dem Tornus abfallend. Hier ist es von einer breiten
Silberlinie aus dem Tornus begrenzt, die gegen die Costa hin erlischt. An der Costa stehen vier sehr
schräge dunkle Praeapikalstrichel, aus dem ersten hinter der Binde zieht eine gerade dunklere
Linie zum Saum unter dem Apex, gefolgt von einer feinen hellen Linie, welche die Fransen und
ihre Teilimgslinien durchschneidet. Die Fransen sind rötlichgelb mit feiner dunkler Basal- und
Teilungslinie. Die Hinterflügel sind, wie das Abdomen, graubraun, die Fransen graugelblich, mit
feiner dunkler Teilungslinie.
Hab. Amur.
3. Acroclita exartemana Ke n n . Iris XIII p. 260.
Vorderflügel saumwärts etwas verbreitert, Costa gebogen, Saum schräg, leicht geschwungen;
Hinterflügel mit gleichmäßig gerundetem Saum, unter der Spitze etwas flach. Spannweite 12 mm.
T a f . XVIII Fi g . 65 J Ty p e .
Kopf, Thorax und die Grundfarbe der Vorderflügel sind intensiv goldgelb, mit einem Stich
ins Rötliche. Das Wurzelfeld der Vorderflügel ist nur wenig dunkler, aber mit einigen feinen Querlinien
versehen und durch eine breitere, gelbbraune, schwarz gesäumte Binde abgeschlossen, deren distaler
Rand von der Costa an bis zur Mitte schräg ist, dann ein wenig zurücktritt, um hierauf senkrecht'
ins Dorsum zu ziehen. In dem hierauf folgenden gelben Grund stehen an der Costa drei feine Schräg-
strichel, deren mittelstes zu einer gebrochenen Linie bis zum Dorsum verlängert ist. Vor der Mitte
der Costa steht ein breiteres schwarzes Häkchen, oder besser ein viereckiges Fleckchen, dessen äußere
Ecke zu einer schwärzlichen Linie ausgezogen ist, die fast gerade in den Saum unter der Spitze zieht;
sie ist begleitet von einer Silberlinie, welche Saum und Fransen durchschneidet, und ihr folgen noch
vier immer stärker werdende schwarze Schräghäkchen; der Zwischenraum zwischen dem letzten
und dem bräunlichen Apex ist fein schwarz geteilt. Am Dorsum steht ein großer, stumpf dreieckiger
brauner Praetornalfleck mit hellerem Kern; er reicht bis über die Hälfte der Flügelbreite und ist
saumwärts von einem größeren Silberfleck gefolgt, der wie eine Spiegelfüllung erscheint; der Saum
hinter diesem ist gelb, schwarz gepunktet. Die Fransen sind bräünlichgelb mit schwarzer feiner
Basal- und dunkelgrauer Teilungslinie. Abdomen und Hinterflügel sind braun, die Fransen bräunliche
weiß mit brauner Teilungslinie.
Hab. Ussuri (Askold).