
in der Mitte der Costa mit einem breiten schwarzen Häkchen; sie ist von schwarzen Querwellen
verschieden reich durchsetzt und saumwärts auch sonst stark mit Schwarz gemischt, enthält an
der Querader einen hellen Fleck und fließt dorsal wärts in der Regel mit einem verschieden hohen
Praetornalfleck zusammen. Oft, besonders bei der Form rurestrana, ist auch noch das folgende
dunkle Costalhäkchen durch braune und schwarze Bestäubung mit der Binde vereinigt, wodurch
diese dann mehr gleichmäßig breit erscheint, und das helle Fleckchen am Querast einschließt. Dahn
folgen noch zwei schwarze Costalhäkchen und die schwarze Flügelspitze, die hellen Zwischenräume
sind fein schwarz geteilt. Aus dem dunklen Häkchen vor der Spitze zieht ein schwärzlicher Strich
in den Saum, aus dem vorhergehenden ein breiter Saumstreif über den Tornus; die Zwischenräume
sind verschieden stark blaugrau bis schwärzlich ausgefüllt, und oft verschmilzt alles zu einer gleichmäßigen
dunklen Spitzenfärbung. Die helle Schrägbinde vorher ist von einer'feinen dunklen Linie
geteilt, die in den Tornus zieht und gewöhnlich ist auch der dunkle Praetornalfleck durch eine Schräglinie
mit dem schwärzlichen Spitzenteil verbunden. Wenn der Praetornalfleck nicht mit der dunklen
Querbinde vereinigt ist, zieht ein Ast des hellen Schrägbandes zwischen beide hinein. Mitunter
finden sich in der dunklen Mittelbinde auch blaugraue, glänzende Einmischungen. Die Fransen
sind weißlich und dunkel gescheckt, bald mit zahlreichen schmäleren, ‘ bald mit wenigen breiteren
dunklen Stellen; ihre Teilungslinie nahe der Basis ist tiefschwarz und endigt meist vor dem Tornus
an der Stelle, wo das helle Schrägband mündet.
Scharfe Unterschiede zwischen der Form rurestrana und lucivagana gibt es nicht; doch ist
letztere im allgemeinen heller, zuweilen fast ohne schwarze Einmischung in den grünlich-lehm-
farbenen Stellen und die helle postbasale Querbinde ist, wie schon erwähnt, gegen das Basalfeld
nicht scharf abgegrenzt.
Die Hinterflügel sind graubraun, die Fransen weißlich, bei dem $ auch bräunlichgrau, mit
dunkler Teilungslinie. Kopf und Thorax sind lehmgelb, schwärzlich gemischt, das Abdomen ist
gelbgrau bis braungrau, der Analbusch des S gelblichgrau.
Die Raupe ist blaß bräunlichgrau, der Kopf hellbraun, das Nackenschildchen schwärzlichbraun,
das Analschildchen von Körperfarbe. Sie lebt im Juni und im Herbst bis zum Frühling
polyphag, an Hieracium umbellatum, Sonchus, Vaccinium. Der Falter fliegt im Mai und Juni, und
in zweiter Generation im Juli bis August. Diese Sommergeneration wurde von F u c h s (1. c.) als
Gen. remissana bezeichnet, verdient aber, da keine konstanten Unterschiede gegenüber der ersten
Generation vorhanden sind, keinen besonderen Namen; mitunter nur sind die Stücke kleiner und
verwaschener gezeichnet, auch etwas heller.
Hab. Deutschland, Schweiz (bis 4800 Fuß Höhe), Österreich, Ungarn, Galizien, Nord- und
Mittelitalien, Dalmatien, Bithynien, Niederlande, Westrußland, Skandinavien. Die Form rurestrana
geht weiter nach Süden, als die Form lucivagana.
52. Argyroploce bipunctana F. Ent. Syst. 250; T r. VIII, 154; H S. IV p. 217; f. 230; H e i n.
p. 129; S n e lL II, 1 p. 293.
Vorderflügel saumwärts deutlich verbreitert, Costa gleichmäßig sanft gebogen, Saum schräg,
ebenfalls etwas gebogen; Hinterflügel trapezoid, Saum bauchig, unter der Spitze flach eingezogen.
Spannweite bis 20 mm. T a f. XVII, Fi g . 9
Der Kopf ist olivgrün, der Thorax grünlichbraun, das Abdomen grau. Der Grund der Vorderflügel
ist reinweiß, seidenglänzend, die dunklen Zeichnungen sind olivgrün, mehr oder weniger schwarz
und grausilbern gemischt. Ein dunkles, silbern gemischtes, von einigen schwarzen Querwellen
durchzogenes Wurzelfeld ist durch eine schwarze Zackenlinie scharf abgegrenzt. Das darauf folgende
weiße Querband ist ziemlich schmal, trägt an der Costa ein schwarzes Häkchen und ist nur selten
fein dunkel geteilt. Das dunkle Mittelband ist breit, entspringt an der Mitte der Costa aus zwei
breiten schwarzen Stellen, und verbreitert sich dorsalwärts bis zum Tornus; es ist besonders in den
Falten tief schwarz gemischt und enthält saumwärts blaugraue Silberflecken, an der Querader ein
weißes Fleckchen und am Dorsum schwarze Strichei. Das darauf folgende weiße Schrägband ist
von einem olivgrünen, silbern aufgeblickten Streifen durchzogen, der zum Saum über dem Tornus
zieht. Das Spitzenfeld ist wieder olivgrün mit zwei starken schwarzen Costalhäkchen und einem
schwarzen Spitzenfleck; aus diesen ziehen schwarze Linien zum Saum und an diesem herunter
über den Tornus; die Räume zwischen den Costalhäkchen sind silbern, ebenso einige Fleckchen
am Saum. Die Fransen sind weiß und olivgrau gescheckt, ihre Teilungslinie ist schwarz und scharf.
Die Hinterflügel sind dunkel braungrau, die Fransen reinweiß, an der Spitze grau; die Teilungslinie
ist stark und dunkel braungrau.
Die Raupe ist dunkelbraun, der Kopf und das Nackenschildchen sind schwarz, die Analklappe
ist wenig ausgezeichnet, etwas heller als der Körper. Sie lebt im April bis Anfang Mai zwischen
versponnenen Blättern von Vaccinium myrtillus. Der Falter fliegt von Ende Mai bis Anfang Juli.
Hab. Deutschland, Alpen, Galizien, Niederlande, Jütland und in ganz Nordeuropa. Geht
in den Alpen bis 7200 Fuß Höhe.
53. Argyroploce charpentierana Hb. f. 281; T r. VIII p. 153; Du p . Hist. Nat. Lep. IX,
t. 246 f. 7; H S. IV. p 218; f. 201; He i n . p. 129; Wa l l gr. Tidskr. 1889 p. 100.
Vorderflügel dreieckig, meist mit scharfer Spitze, Costa fast gerade, Saum sehr schräg, gestreckt;
Saum der Hinterflügel nicht ganz so bauchig, wie bei der vorigen Art, unter dem Apex
flach. Spannweite bis 20 mm. T a f . XVII, F i g . 10 d.
Diese Art hat viele Ähnlichkeit mit der vorhergehenden, doch ist die weiße Grundfarbe der
Vorderflügel nicht so rein, sondern etwas gelblich und mit matterem Glanz; die dunklen Stellen sind
mehr olivenbraun als grün und sehr stark mit Schwarz gemischt, die bleifarbenen Einmischungen
darin haben weniger Glanz. Das dunkle Wurzelfeld ist an der Costa breiter bis zur Falte und tritt
dann in einer Stufe basalwärts zurück, wodurch die folgende helle Querbinde am Dorsum breiter
wird; die helle Binde trägt einige feine Wellenlinien und ist in der Zelle verschieden dunkel bestäubt;
sie wird dadurch in eine helle Costal- und eine ebensolche Dorsalstelle geteilt. Bei breiter dunkler
Verbindung des Wurzelfeldes mit der Mittelbinde können diese Überreste der hellen Binde recht
klein werden. Die dunkle Mittelbinde beginnt in der Mitte der Costa mit einem großen, viereckigen
schwarzen Fleck, zieht senkrecht zum Dorsum, ist stark schwarz bestäubt und von schwarzen Querwellen
durchzogen; am Dorsum ist sie fast bis zum Tornus verbreitert, und enthält matt bleigraue
Flecke gegen ihren distalen Rand; sie ist durch einen breiten olivbraunen bis fast kastanienbraunen
Schatten, mitunter aber auch nur durch eine schmale Linie mit der dunkeln Flügelspitze so verbunden,
daß hinter ihr an der Costa ein größerer dreieckiger heller Fleck und am Tornus ein kleinerer,
dem Saum paralleler vom hellen Grund übrig bleibt. Hinter der Mittelbinde stehen an der Costa
drei kräftige schwarze Häkchen, deren Zwischenräume meist fein geteilt sind; aus den beiden letzten
ziehen schwarze Linien zum Saum und gegen den Tornus, deren blaugraue Zwischenräume meist
stark schwarz bestäubt sind, wodurch zusammen mit dem schwarzen Apex das ganze Spitzenfeld
sehr dunkel wird; nur zwei helle Punkte („Augenpunkte“) bleiben am Saum unter der Spitze frei1;
unter dem Querast steht ein weißes rundes Fleckchen. Die Fransen sind weiß, an der Spitze, am