
Kopf, Thorax und Vorderflügel sind ganz blaß gelblich mit einem Stich ins Bräunliche, letztere
an der Basis um eine Idee dunkler. Die ganze Fläche bis gegen die Wurzel hin ist bedeckt irit zahlreichen
sehr fernen perlmutterglänzenden Querstricheln, zwischen denen auch vereinzelt feine dunklere
undeutliche Querwellen zu bemerken sind. Vor der Mitte des Dorsum steht ein schmaler rostroter
Schrägstrich, der einen kleinen Knick wurzelwärts zeigt und bis zur Dörsalis reicht; hinter ihm trägt
das Dorsum einige ganz schwache bräunliche Pünktchen. Von erhöhten Schuppenwärzchen , ist nichts
zu bemerken. Die Fransen sind ganz bleich gelblich, an der Basis schmal intensiver gefärbt. Die
Hinterflügel sind ebenso blaß bräunlich, ihre Fransen weiß mit bräunlicher, ziemlich dicker Teilimgs-
linie. Das Abdomen ist graubräunlich, dunkler, seitlich blaß behaart.
Hab. Zentralasien (Ferghana. Margellan).
12. Euxanthis substraminea Rag. Bull. Soc. Ent. France 1895 p. 103.
Vorderflügel saumwärts kaum verbreitert, Costa fast gerade, Apex ziemlich spitz, Saum Schräg,.,
gestreckt: Saum der Hinterfiügel gerundet, hinter dem Apex flach eingezogen, dieser vortretend.
Spannweite 18 mm. T a f. XIII. F i g. 59 S T y p e.
Mit dieser Art beginnt eine sehr schwierige kleine Gruppe, deren Spezies meiner Ansicht
nach noch nicht genügehd festgestellt sind. Leider war es mir nicht möglich, von den meistern
m Frage kommenden Formen die Begattungsorgane zu untersuchen, die wahrscheinlich einigermaßen
sicheren Aufschluß über Zusammengehörigkeit oder Verschiedenheit ergehen würden.
Die Färbung schwankt zwischen heller und dunkler, die Zeichnung ist eine recht unbestimmte
und häufig in verschiedenem Grade ausgeprägte auch bei Individuen, die zweifellos zu einer
Art gehören, die erhabenen Schuppenwärzchen gehen wie es scheint bei längerem Fliegen teilweise
verloren, selbst der Flügelschnitt schwankt in gewissen Grenzen und die Größe erst recht.
Daher ist es durchaus nicht sicher, daß die folgenden fünf bis sechs Spezies wirklich alle zu Hecht
bestehen und aufrecht erhalten werden können. Hier muß weiteres Sammeln, sorgfältiges Vergleichen,
Züchten und anatomische Untersuchung noch klärend nachhelfen.
Bei dem typischen Exemplar R a g o n o t s ist Kopf und Thorax bleich graugelblich, die
Grundfarbe der Vorderflügel ist bleich strohgelb, die Costa von der Wurzel an leicht gebräunt, und
bis zur Spitze mit ganz unbedeutenden bräunlichen Stricheln versehen. Vor der Mitte des Dorsum
steht ein an seiner Basis ziemlich breiter rostbrauner Fleck, der bis zur Falte parallelrandig fast
senkrecht steht, um sich dann zu verschmälern, wobei er sich saumwärts neigt; er überschreitet
die Hälfte der Flügelbreite um ein weniges; vor dem Tornus steht ein kleines braunes dreieckiges
Fleckchen und an der Knickungslinie findet sich sowohl auf dem apikalen wie auf dem tomalen Ast
ein braunes Schuppenwärzchen; dabei ist der Raum unmittelbar hinter der Knickungslinie etwas
dunkler angelassen, ebenso ist die Saumlinie zart bräunlich. Die Fransen sind bleich strohgelblich
mit schwach angedeuteter Teilungslinie. Die Hinterflügel sind ganz blaß, gelbliehweiß mit einem
Schein ins Bräunliche, die Fransen fast weiß, mit kaum sichtbarer Teilungslinie Das Abdomen
ist graugelblich (in der Abbildung zu dunkel).
Hab. Syrien (Alexandrette).
13. Euxanthis straminea Hw. Lep. Brit. p. 401; Wood f. 1150; Wi lk. p. 313; Hein,
p. 74; Snell. II, 1 p.240; Meyr. p. 557; tischerana Tr. VIII p. 275; X,3 p. 141; F. R. p. 19 t. 12 f. 2;
HS. IV p. 183; sudana Dup. Noct. VI p. 571 t. 266 f. 7.
Habitus und Flügelschnitt der vorigen, die Vorderflügel saumwärts vielleicht eine Spur verbreitert;
Saum schräg, gestreckt, öfters sogar ein wenig konkav geschweift, zuweilen aber auch eine
Spur gebogen; Hinterflügel mit vorgezogener Spitze. Spannweite 15—18 mm. Taf. XIII, Fig. 60 <$,
Taf. XIV, Fig. 2
Die beste und aUsführHeÄe Beschreibung dieser Art gibt H e i n e m a n n; ich lasse dieselbe
mit einigen kleinen Änderungen folgen: Die Grundfarbe der VorderflMl ist bleichgelb, ockerbräunlieh
oder olivenbräunlich gemischt, ¡Kegpders an der Wurzel und hinter der Knickung; am dunkelsten
und deutlichsten ist das Schrägband, welches aus dem Dorsum vor dessen Mitte in gerader Richtung
gegen die Mitte der Oosta zieht und diese erreicht oder (was häufiger ist) vor ihr erlischt. Dasselbe
ist gleichbreit, und meist nicht scharf begrenzt, in der Flugelfalte (mitunter) schwärzlich bestaubt;
eingefaßt ist es von zwei weißlich glanzenden Lrnien oder Punktreihen, in denen auf jeder Seite zwei
pjchwarzliche erhabene Punkte an Ader « und an der hinteren Mittelrippe stehen (djese sind aber oft
jecht undeutlich und können a u c h « gut wie f e h lS , ähnliche oft undeutliche Punkte finden sieh an
beiden Ecken der Mittelzelle,. zwischen der hinteren Ecke derselben und dem Tomus (also an der
pornalen Knickungslinie), vor dem Tornus am Dersum an einer weißglapzenden Linie, welche gebogen
bis zur Costa zieht, zwei a^d'^solche, aber gerade Limen ziehen aus dem Tomus, die eine am Saume,
die ändern etwas d a v || überhaupt finden sich solche Limen auf den hellen Stellen der Grundfarbe
voi und hinter dei Mitte, alle an d aber mehr-sier: .weniger unbestimmt und unterbrochen. Costa
und Dorsum sind braun gesprenkelt (d. h. es finden sich daselbst dunklere Strichei und Häkchen),
die, Saumlinie ist, bräunlich, die Fransen glänzend strohgelb (zuweilen nach außen leicht bräunlich
geseheqk*diÄilungslinie sehr undeutlich. Die HinterflügeLjsind beim Manne hellgrau, beim Weibe
braungran, mit weißlichen ^ « n . Kopf und Thorax sindy^laßgelblich bis biaßbriiualic.h, das
Abdomen ist gelblich bis braungrau.
Dieser Beschreibung ist weiter hinzuzufügen, daß .die weißglänzenden T.inien auch fast ganz
fehlen können, daß die dunkleren Sdhuppenwaizohen oft nur in Andeutungen vorhanden sind, und
daß die Hinterflügel, besonders beim g, häufig ganz blaß bräunlichweiß erscheinen: die Deutlichkeit
|g n d Schärfe der Begrenzung des dorsalen Schrägbandes ist sehr wechselnd, und ihm steht an der
■ ¡Ü * oft eln größe*®’ “ eh dunkler ausgefülltes Doppelhäkchen giginüber; die CostalstrichefV o r der
Spitze sind meist groß&, aber blasser als die voiheTgehenden, voi dem Tornus steht zuweilen ein
deutlicherer bräunlicher Praetomälfleck und zwischen den feinen Glanzlinien im Saumfeld kann der
Grund in Querstreifen leicht bräunlich verdunkelt sein.
Ich sah Exemplare ans Anatolien und Südfrankreich, die mit Sicherheit nicht von der Type
vo r.S u b stm mw ea zu trennen waren. Die Untersuchung der Begattungsorgane ergab' jedoch eine
vollkommene Übereinstimmung mit zweifellosen SÄfeken von straminea-, leider konnte ich Ragonot’s
substraminea daraufhin nicht untersuchen ; | | h glaube aber kaum, daß rieh die Selbständigkeit der-
selben als Spezies wird aufrecht erhalten lassen.
(In den Abbildungen, die ich gebe, sind die weißglänzenden Linien mit Bronze hergestellt
und auch meist zu dick, wodurch sie zu dunkel, grau und unsauber wirken; in Fig. 2 auf Taf. XIV
ist auch die Spitze des Vorderflügels etwas zu stumpf und die Saumlinie zu sehr gebogen; hier macht
ja eine ganz geringfügige Abweichung d || Zeichners vom Original schon leicht einen anderen Eindruck.)
Die Raupe von Eux. straminea ist grauweiß bis gelblichweiß, die Wärzchen sind fein schwarz,
der Kopf ist schwarz, Nackenschild und Analklappe sind schwarzbraun. Sie lebt vom September bis
Mai, und wieder im Juni bis Anfang August in Herztrieben, resp. Blüten und Samenköpfen von Soabi-
osen, Gentaureaarten, auch Artemisia. Der Falter, fliegt im Mai und Juni, im August und September.
Hab. Mittel- und Südeuropa, Schweden, Kleinasien, Armenien, Syrien, Transkaspien.
Zoologie*. Heft 5-1. r