
im Aderverlauf zeigt nur, daß scharfe Grenzen zwischen den Gattungen nicht gezogen werden können,
sondern Übergänge vorhanden sind. Me y r i c k aber tu t dies und gebraucht daher den Namen
Enarmonia für eine andere Gruppe und ihm folgt W a l s i n g h a m , indem beide Enarmonia woebe-
riana als Type der Gattung nehmen, die von H e r r i c h - S c h ä f f e r , H e i n e m a n n , R e b e l ,
allerdings sehr mit Unrecht, Steganoptycha (Stph.) genannt wurde. Dadurch wird dieser älteste Name
für unsere Gattung unbrauchbar. Dasselbe gilt für den Namen Cydia Hb. mit den Arten pomonano
Schiff., aspidiscana Hb., monetidana Hb. W a l s i n g h a m reklamiert zwar diesen Namen als älter
für den späteren Carpocapsa Tr. mit Recht; aber Me y r i c k hat vorher schon den Namen für eine
andere Gattung verwendet, die im wesentlichen, aber nicht ganz, der Gattung Semasia (HS) Reb.
entspricht; diese Doppelverwendung verbietet die weitere Benützung für unsere Gruppe. Epinotia,
Hemimene und Pammene sind gleichfalls anderweitig verwandt, und so bleibt denn noch L a s p e y resia
Hb., in der die Arten stagnana Schiff. (= ?pactolana Z), cinerana Hb. und cor o ll a na Hb. stehen;
letztere gehört mit Sicherheit in unsere Gattung, die erstgenannte höchst wahrscheinlich. Dieser
Name wird auch von Meyr ick und W a l s i n g h a m als prioritätsberechtigt anstelle von Grapholitha
(Tr.) Hein. Reb. gebraucht und ich verwende ihn nun in erweitertem Sinne -f- Carpocapsa Tr.
und nenne die ganze Gattung L a s p e y r e s i a (Hb.) Ken.
5. Von hier zweige ich eine Spezies (inquinatana HS.) ab und stelle sie als Typus einer neuen
Gattung Crobylophora m. auf. Sie zeigt den aufgestülpten Dorsalrand des Hinterflügels und die
Verstärkung der Ader ß im männlichen Geschlecht sehr stark; außerdem aber ist beim <f Ader IV
von der Basis an bis zum Abgang von IVt auffallend verbreitert und rinnenartig vertieft, und in
dieser Rinne steht ein sehr dichter Besatz von langen, keulenförmigen Schuppen, der als kräftige
schwarze Bürste etwas ganz anderes ist, als der gewöhnliche Haarbesatz (Taf. II, Fig. 68, 69). Im
übrigen sind alle Eigenschaften von Laspeyresia vorhanden.
B e i d e n ü b r i g e n Epibl emiden ist die Ader I I I 2 der Hinterflügel mehr oder weniger
stark gebogen und dadurch an ihrem Ursprung an Ader I I I3 stark angenähert, zuweilen so sehr, daß
sie aus derselben Stelle mit ihr aus der hinteren Ecke der Mittelzelle entspringt. Ist da oder dort die
Biegung gering und die Entfernung von Ader I II3 etwas grösser, so treten andere Gattungskennzeichen
hinzu.
2. Gr u p p e . Di e H i n t e r f l ü g e l d e s f / h a b e n e i n e n C o s t a U m s c h l a g
n a c h oben, in we l ch em e i n l a n g e r , dem F l ü g e l e n t l a n g l i e g e n d e r H a a r p
i n s e l s i c h b e f i n d e t .
1. Gattung S p h a e r o e c a Meyr. hat auch noch einen Costalumschlag der Vorderflügel
beim S mit einem Haarpinsel darin.
2. Gattung: T h i o d i a (Hb.) Ken. Ohne Costalumschlag an den Vorderflügeln des <f, dafür
aber an der Basis der Vorderflügel an der Gabelung der Ader a eine mit Haarschuppen gefüllte
Grube, die unterseits als Säckchen hervortritt und von einem Kranz breiter Schuppen überdeckt ist.
Typus dieser Gattung ist Thiodia citrana Hb., welche den genannten Charakter besitzt (vgl. Taf. II.,
Fig. 53, 54). W a l s i n g h a m (1897) gebraucht den Namen Thiodia mit citrana als Type anstatt
Semasia Stph., mit der citrana und Verwandte bisher vereinigt waren; wenn nun citrana und ihre
Zugehörigen als besondere Gattung abgetrennt werden, so bleibt dieser neuen Gattung der Name
der Type: T h i o d i a (Hb.) Ken.
3. G r u p p e : Di e t f f b e s i t z e n e i n e n D o r s a l u m s c h l a g d e r H i n t e r f
l ü g e l , d e r e i n e n H a a r p i n s e l v e r h ü l l t .
1. Gattung: N oto c e l i a (Hb.) Meyr. (Aspis Tr.) h a t a u c h e i n e n C o s t a l u m s
c h l a g d e r V o r d e r f l ü g e l b e i m f mi t e i n e m H a a r p i n s e l d a r i n ; Typus ist
Not. uddmanniana L.
2. Gattung: A n c y l i s (Hb.) Meyr. (Phoxopteryx Tr.), d a s <f i s t o h n e C o s t a l u m s
c h l a g d e r Vorder f lügel ; die Gattung ist außerdem ausgezeichnet durch stark geschwungenen
Saum und scharf vortretende, oft sichelförmig gebogene Spitze der Vorderflügel.
4. G r u p p e : B e i m <f f i n d e t s i c h am D o r s u m d e r H i n t e r f l ü g e l e i n e
m e h r f a c h e U m r o l l u n g n a c h u n t e n , di e w i e d e r n a c h o b e n g e s c h l a g e n
i s t u n d m e i s t e i n e v e r d i c k t e Le i s t e e n t h ä l t ; d i e H i n t e r s c h i e n e n t r a g e n
a u f d e r I n n e n s e i t e e i n e n a u s b r e i t b a r e n H a a r p i n s e l . Bei einigen Gattungen
dieser Gruppe wird die eine oder die andere Auszeichnung rudimentär und kann ganz fehlen, nicht
aber beide zugleich.
1. Gattung: Gymolomia Ld. H a a r p i n s e l d e r Hi nt er s ehi enen u n d D o r s a l u
m r o l l u n g d e r H i n t e r f l ü g e l s i n d v o r h a n d e n ; letztere ist stark ausgebildet, und
dadurch, daß der Flügelsaum zwischen Ader a und ß eingezogen ist, tritt sie zipfel- oder schwanzartig
vor (Taf; II, Fig. 22, 23). Mit dieser Gattung vereinige ich auch die bisherige Gattung Exartema
Clem. (Eccopsis Ld.), da ich keinen nennenswerten Unterschied in der Auszeichnung der Hinterflügel
finden kann (s. Taf. II, Fig. 23a). Was bisher als Verschiedenheiten angegeben und auch von
W a l s i n g h a m präzisiert wurde, beruht offenbar auf ungenügender Untersuchung der fraglichen
Bildung; ich sehe nur geringfügige graduelle Differenzen, die eine Trennung in mehrere Gattungen
nicht erlauben und wähle daher den ältesten Namen Gymolomia Ld. für die zusammengezogene
Gattung. Der Thorax ist geschöpft.
2. Gattung: A r g y r o p l o c e (Hb.) Wlshm. Hier schließen sich naturgemäß alle die Arten an,
bei denen der Haarpinsel der Hinterschienen und die Dorsalumrollung der Hinterflügel des <f gleichfalls
vorhanden sind, bei denen jedoch der Hinterflügelsaum nicht eingezogen ist, und daher die Umrollung
nicht zipfelartig vorragt. Beide Merkmale können in recht verschiedener Ausbildung vorhanden
sein, zuletzt sehr schwach, so daß nur noch Andeutungen übrig bleiben. Die hierher gehörigen
Arten werden mit einigen anderen, die ich ausscheide, zusammen, von L e d e r e r als Penthina Tr.
zusammengefaßt. Me y r i c k gibt dafür den Namen Eucosma Hb., indem er arcudla L. als Type
nimmt. W a l s i n g h a m aber beansprucht den Namen Eucosma Hb. für eine andere Gattung
(Paedisca Tr.), wobei er H ü b n e r s erste Art drculana Hb. als Type aufstellt, so daß nun der Name
schon doppelt figuriert. Da ich außerdem arcueUa L. aus der Gattung ausscheide, so kann Eucosma
nicht der Name sein für die Arten, welche darin bleiben. R e b e l gebraucht den Namen Olethreutes
Hb. für die Gattung, in der er jedoch arcuella und Verwandte beläßt. H ü b n e r hat jedoch keine
Gattung dieses Namens aufgestellt, sondern nur einen „Stamm“ „Olethreutae“, und da sich R e b e 1 s
Gattung nicht mit der meinigen deckt, so schließe,ich mich W a 1 s i n g h a m an, der für die Gattung
in dem gleichen Umfang, wie sie hier umgrenzt wird, den Namen A r g y r o p l o c e Hb. wählt, unter
dem H ü b n e r zuerst zwei hierher gehörige Arten: rosetana Hb. und arbutella L. anführt. (Andere
hierher gehörige Arten hat Hübner unter seinen zunächst folgenden Gattungen Heyda, Apotomis,
Limma, Celypha, Eudemis.) Der Thorax kann geschöpft sein oder glatt (vgl. Taf. II, Fig. 15—19).
3. Gattung: P h i a r i s (Hb.) Ken. Hier vereinige ich die schon von anderen, besonders von
W a l s i n g h a m abgetrennte Spezies arcueUa L. und ihre nächsten Verwandten, die von der Dorsal