
braun bis dunkel schwärzlichbraun, beiderseits scharf von einer schwarzbraunen Linie eingefaßt und
von Wellenlinien durchzogen; ihre basale Grenzlinie ist fast gerade, ihre distale von der Costa aus
etwas saumwärts gebogen und dann mit einigen Biegungen vor den Tornus ziehend. Der Praeapikalfleck
ist verschieden deutlich, aus mehreren Costalstricheln bestehend; eines davon verlängert sich
zu einer kräftigen Wellenlinie bis zum Tomus. Die Saumlinie ist wellig schwarzbraun. Die Fransen
sind dunkelbraun, dunkler als die Fläche, an ihrer Basis schmal heller. Die Hinterflügel sind wurzel-
wärts graubraun, spitzenwärts 'ockergelblich, hier mit kräftigen braungrauen Sprenkeln gezeichnet.
Die Fransen blaß gelblich, mit feiner Teilungslinie nahe an ihrer Basis. Kopf und Thorax haben die
Farbe der Vorderflügel, das Abdomen ist bräunlichgrau,:
Die Raupe ist grün, die Dorsal-, Subdorsal- und Laterallinien sind dunkler grün, ebenso Kopf
und Nackenschild. Sie lebt im Mai und Juni, auch noch Anfang Juli in Blattrollen oder versponnenen
Blüten an Lonicera periclymenum, Valeriana officinalis, Urtica, Sanguisorba, Origanum, Dictamnus
albus, Hedera, Thalyetrum angustifolium', Rubus caesius, Umbelliferen; auch Quercus. Der Falter
fliegt im Juli und August, scheint nirgends häufig zu sein.
Hab. Mitteleuropa, Livland, Ural; Südrußland, Dalmatien; Korea, Japan; Nordwestindien.
60. Tortrix oblimatana Ke n n . Iris XIII, 1900 p. 228.
Vorderflügel schmal, saumwärts verbreitert, Costa fast gerade, Apex gerundet, Saum recht
schräg, leicht geschwungen; Hinterflügel auch ziemlich schmal, Saum flach gerundet, unter der Spitze
kaum eingezogen; Fühler stark gewimpert; Fransen aller Flügel auffallend lang. Spannweite 16 mm.
T a f . X F i g . 13 (J.
Das Tierchen macht hier einen etwas fremdartigen Eindruck und würde besser bei cinctana
und rigana stehen; doch fehlt der Schopf auf dem Thorax. Die Vorderflügel sind bleich gelblichgrau,
gegen die Costa und Spitze hin dunkler bestäubt, mit feinen dunklen Schrägstricheln an der Costa
und sehr zarten Querwellen auf der Fläche; ein kleines Wurzelfeld mit einigen dunkleren Schräglinien
ist dunkler braungrau, schwärzlich bestäubt und von einer zweimal gebrochenen dunkleren Linie
abgeschlossen. Etwas vor der Mitte der Costa stehen vier längere Schrägstrichel, die bis zur vorderen
Mittelader reichen und deren Zwischenräume braungrau verdunkelt sind, der Anfang einer Schrägbinde;
er ist in der Zelle abgeschlossen durch einen braungrauen Längswisch, der bis zur Querader reicht’
nur das proximale Strichei setzt sich nach einer Knickung wurzelwärts wieder schräg gegen den Tomus
fort, ohne ihn zu erreichen. An Stelle eines Praeapikalfleckes stehen paarweise dunklere Costalhäkchen,
von denen sich einige zu dunklen Linien verlängern; eine gebogene zieht zum Tomus, eine zweite gegen
die Mitte des Saumes; der ganze Saum ist etwas verdunkelt, die Saumlinie dunkel graubraun. Die
Fransen sind bleicher, mit zarter Teilungslinie. Die Hinterflügel sind bleich gelblich, verwaschen
bräunlich gesprenkelt mit einem größerenund dunkleren Wisch in der Nähe des Tomus; die Fransen
sind wenig bleicher mit verwischter Teilungslinie und dunklerer Saumlinie. Kopf und Thorax sind von
der Farbe der Vorderflügelwurzel, das Abdomen ist bräunlichgrau.
Hab. Palästina. (Das Exemplar trägt das Datum 15. XII.)
Die nun noch folgenden Arten gehören zu der früheren Gattung Q n e p h a s i a
Cu r t . (8 c i a p h i l a T r.), bei deren Vertretern die inneren Sporen der Hinterschienen
ungefähr (!) ebenso lang sein sollen, als die äußeren ,während sie bei Tortrix merklich (!)
länger sind. Daß das keine Trennung bedingen kann, liegt auf der Hand.
Manche der hierher gehörigen Arten variieren beträchtlich, sowohl hinsichtlich der
Totalfärbung, der Vollständigkeit und Deutlichkeit der Zeichnung, sogar in der Richtung
der Zeichnufigsärdagen, als auch im Flügelschnitt; Biegung von Costa und Saum und
dergleichen. Es ist begreiflich, daß darauf hin eine ganze Anzahl einzelner Arten aufgestellt
würde, die eingezogen werden mußten. Die Namen derselben wurden aber vielfach
als Namen von Varietäten, weiter beibehalten, obwohl diese durchaus nicht genügend
charakterisiert sind und nicht auseinandergehalten werden können; es ist daher am besten,
auchj|fe verschwinden zu lassen. Nun gibt es aber auch sicher gute Arten, die gerade
wegen dieser starken Variation oft sehr schwer von ähnlichen Stücken einer anderen Art
zu unterscheiden sind, und andrerseits ist es nicht möglich, nur auf Habitus und Aussehen
hin zu entscheiden, ob zwei recht verschieden erscheinende Formen gute Arten oder nur
Varietäten einer Art sind. Ein in der Regel sicheres Kriterium bieten in solchen Fällen
die Begattungsapparate, die bei den verschiedenen Spezies gewöhnlich, wenn auch mitunter
nur kleine, aber konstante Verschiedenheiten zeigen. Bei Varietäten einer Art
ist dies weniger zu erwarten, obwohl Ä f - bei werdenden SpezieHpäuch der Fall sein kann.
Ich habe eine ziemliche Anzahl von Individuen darauf hin genau untersucht und bei
recht abweichenden Varietäten derselben Art immer gleiche Begattungsorgane gefunden,
bei verschiedenen Arten mehr oder weniger starke Modifikationen. Leider war es nicht
möglich, alle in Frage kommenden Formen darauf hin zu untersuchen, da ich die leihweise
überlassenen Stücke nicht verletzen konnte. So bieibt also immer noch eine gewisse
Unsicherheit bestehen, und es muß Klärung durch weitere Untersuchungen abgewartet
werden. In solchen zweifelhaften Fällen halte ich es für richtiger, die fragliche Form
als A r t aufzuführen, bis ihre Zugehörigkeit zu einer anderen erwiesen werden sollte,
weil dann ganz einfach der Name gelöscht: oder als Varietätenname weiter figurieren kann.
61. Tortrix exiguana L a h. Contrib. Faune Sicil. 1860 p. 11 No. 22; Failla-Tedaldi, Mater.
Fauna Lep. Sicil. 1889 p. 116.
Alle Flügel sehr schmal, Costa der vorderen fast gerade, Apex spitz gerundet, Saum äußerst
schräg ins Dorsum übergehend, Tomus gar nicht ausgeprägt; Fransen lang; macht einen tineiden-
artigen Eindruck. Spannweite 13—15 mm. Taf. X F i g . 14:§ t t
DiÄbrderflügel sind weißlich öder ganz blaß ockergelblieh, basalwärts zart grau bestäubt;
Zeichnung fehlt fast ganz, oder es sind gelbliche Andeutungen von gebogenen Querbinden vorhanden,
eine bei V,, die zweite hinter V2 der Flügellänge, und außerdem eine stärker gebogene Linie im Saumfeld
und die Saumlinie selbst. Außerdem finden sich auf diesen schwachen Zeichnungen oder an
deren Stelle feinste schwarze Pünktchen zerstreut. Die Fransen sind weißlich. Die Hinterflügel sind
braungrau, am Saum und Spitze zuweilen dunkler, die Fransen weiß oder weißlich mit schwächerer
oder stärkerer graubrauner Teilungslinie. Kopf und Thorax sind bleich ockergelblich, letzterer
mit grauer Mischung, das Abdomen ist braungrau, nach hinten gelblich.
Hab. Sizilien.
62. Tortrix osseana Sc op. Ent. Carn. p. 238 No.'603; He i n . p. 54; S n e l l . II, 1 p. 225;
M e y r. p. 542; p r a t a n a T i b . f. 227, 228; Tr. VIII p. 101; X, 3 p. 70; Dup . IX p. 446 tab. 259
f. 8; HS. IV p. 178; q u a d r i p u n e t a n a Wo o d f. 995; Z e t t . Ins. Lapp. p. 980;
s t e l v i a n a Mi l l . Iconogr. III p. 434 tab. 153 f. 11—14. V (tr. n i v e o s a n a P a c k . View of
the Lep. Fauna of Labrador (Proc. Soc. Nat. Boston XI, 1867) p. 55; F e r n a 1 d, Trans. Ent. Soc.
Philad. X p. 16; S om m e r Iris X p. 400.