
I)ie Hinterflügel sind mehr oder weniger dunkel graubraun, ihre Fransen weißlich mit grauer oder
bräunlicher Teilungslinie. Kopf und Thorax sind von der Farbe der Yorderflügelbasis, das Abdomen
ist braungrau mit gelblichem oder weißlichem Analbusch beim <£.
Die Raupe ist grauschwarz mit grünlichem Ton, Kopf, Nackenschild und Analklappe sind
schwarz. Sie lebt im Mai in Blattrollen von Populus tremula, nach L i e n i g auch an Kreuzdorn.
Der Falter fliegt im Juni und Juli.
Hab. Mitteleuropa (mit Ausnahme der Niederlande), Skandinavien, Norditalien, südöstliches
Sibirien; Japan,
78. Argyroploce antiquana H b . f. 213, 214; H S. IV p. 264; Wi lk. 264; He i n . p. 133;
S n e 11. II, 1 p. 297; Me y r . p. 469; quadrimacidana Wo o d f. 1008.
Vorderflügel gestreckt, saumwärts allmählich verbreitert, Costa fast gerade, Saum steil, ganz
leicht geschwungen; Hinterflügel flach gerundet, unter der Spitze leicht eingezogen. Spannweite
18—22 mm. Taf . XVII, F i g. 41, 42 3 3-
Bei scharf gezeichneten Exemplaren ist der Grund der Vorderflügel ziemlich hell ockergelb
bis ockerbräunlich oder auch gelblichgrau, an der Basis und längs der Costa verwaschen bräunlichgrau;
an der Costa stehen feinere, in deren Mitte auch stärkere schwarzbraune Schrägstrichel und
Häkchen, aus denen zarte, meist unterbrochene graue Bogenlinien entspringen, die den Flügel überqueren.
In einiger Entfernung von der Basis steht in der Falte ein schwärzlicher Schrägwisch, als
Rest einer Abgrenzung eines Basalfeldes. Ebenso in der Flügelmitte ein unregelmäßiger dunkelbrauner
Fleck mit einigen schwarzen Längsstrichen, als Mittelteil einer im übrigen meist fehlenden
Querbinde; mitunter steht aber auch in der Mitte des Dorsum ein dunkler dreieckiger Schrägfleck,
dessen Spitze sich mit jenem Fleck verbindet; die Costa ist über dem Fleck am meisten verdunkelt.
Auch die Flügelspitze zeigt braungraue Verdunkelung mit stärkeren Bogenlinien und etwas unter
der Mitte des Saumes entspringt eine kräftige dunkelbraune Linie, ein Saumstreif, der sich aber bald
dem Saume parallel zum Apex wendet; zwischen ihm und dem Tornus stehen einige braungraue Saumfleckchen.
Die basale Teilungslinie der Fransen ist dunkelbraun, diese selbst sind bräunlich weiß mit
noch einer sehr feinen mittleren Teilungslinie, am Tornus und darüber fein dunkler durchschnitten.
Häufig ist der ganze Flügelgrund braungrau bis blaugrau gedeckt, so daß bisweilen Zeichnungen
kaum hervortreten; meist aber sind die schwarzen Längslinien in der Flügelmitte vorhanden und
fleckenartig verbreitert; auch der Saumstreif zum Apex und ein Bogenstreifen aus dem Tornus heben
sich in bräunlicher Färbung ab; die Fransen sind bei solchen verdunkelten Stücken dunkelgrau.
Die Hinterflüge] sind ziemlich hell, braungrau, gegen den Saum leicht dunkler, die Fransen heller
mit dunkelbrauner Teilungslinie, Kopf und Thorax entsprechen in der Färbung der Vorderflügel-
basis, das Abdomen ist grau, der Analbusch des 3 gelblichgrau.
Die Raupe ist gelblichweiß, der Kopf braun, Nacken- und Analschild sind blaßgelb; sie lebt
vom Herbst bis Mai in den fleischigen Wurzelausläufern von Mentha arvensis (Disque); nach Sor-
hagen auch im Stengel, dicht über der Wurzel von Stachys palustris; auch in der Wurzel von Stachys
arvensis (Lederer) und Symphytum officinale (Wocke). Der Falter fliegt im August und September.
Hab. Mitteleuropa, Shetlandinseln, Südostrußland.
79. Argyroploce ericetana W e s t w d. Brit. M. II p. 150 t. 93 f. 3, 4; W i 1 k. 262; M e y r.
p. 469; trifolia/na HS. IV p. 209; f. 372; He i n . p. 132; S n ei l . II, 1 p. 297.
Kleiner als die vorige Art, Flügelform fast dieselbe, Saum etwas weniger steil, gerade, Apex
stumpfer gerundet. Spannweite bis 19 mm. T a f . XVII, F i g . 43 3 •
Die Grundfarbe der Vorderflügel ist trüb rotbraun mit grauem Anhauch; die zahlreichen
dunkelbraunen Costalstrichel stehen'ziemlich senkrecht; sonst ähneln die Zeichnungen denen der
vorigen Art. Meist ist indessen ein Basalfeld wenigstens in der costalen Hälfte durch eine breitere
kastanienbraune Schräglinie abgegrenzt; in der Mitte der Gosta steht ein breiteres dunkelbraunes
Fleckchen, das mit einem kastanienbraunen unregelmäßigen größeren Mittelfleck in Verbindung
steht; an der Querader steht ein rundes helles Fleckchen; ein schmaler Praetornalfleck und der,
wie bei voriger Art, gegen den Apex gerichtete Saumstreifen sind gleichfalls kastanienbraun; der
Saum selbst ist fein hell. Die Fransen sind dunkel graubraun mit schwärzlicher basaler und sehr
zarter mittlerer Teilungslinie. Die Hinterflügel sind dunkler graubraun, die Fransen hell, bräunlich-
weiß mit braungrauer Teilungslinie. Auch hier kommen allerlei Verschiedenheiten in Intensität
der Färbung und Deutlichkeit der Zeichnungen vor. Kopf und Thorax sind dunkel rötlichbraun,
das Abdomen ist; braungrau.
Die Raupe ist weißlich, der Kopf braun, Nackenschild geiblich, die Analklappe kaum ausgezeichnet.
Sie lebt wie vorige von Herbst bis Mai in den Wurzelausläufern von Mentha arvensis;
nach S t a n g e auch in Wurzeln von Picris; die Angabe H a r tm a n n s : Graswurzeln ist wohl
nur Vermutung. Der Falter fliegt von Juni bis Ende August, meist häufiger als vorige.
Hab. Mitteleuropa, Livland, Schweden, Italien, Dalmatien, Bithynien.
Die beiden zuletzt genannten Arten bilden, wenn man die Kopulationsorgane berücksichtigt,
eine besondere Gruppe innerhalb der Gattung, zu der auch Arg. nigricostana gerechnet
werden müßte. Wenn auch sonst innerhalb der artenreichen
Gattung recht große Verschiedenheiten dieser
Organe Vorkommen, so sind dieselben doch durch
Übergänge so miteinander verbunden, daß eine sichere
Abgrenzung einzelner Gruppen auf Grund der Begattungsorgane
zurzeit nicht gut durchgeführt werden
kann. Bei den drei genannten Arten aber ist die
Bildung wesentlich verschieden und steht ganz vereinzelt.
Ich gebe eine Abbildung des Organs in Seiten-
und Hinteransicht von Arg. nigricostana, weil mir
meine Präparate der ändern Arten gegenwärtig nicht
zur Verfügung stehen. (Textabbildung 31.) Der
Dorsalteil der Genitalien ist ungewöhnlich breit, gedrückt,
kapuzenförmig, der Uncus niedergedrückt, am
Ende verbreitert, mit Häkchen; der Penis liegt sehr
tief, sein stärker chitinisierter Teil ist kurz und weit,
enthält einen kurzen Stachel und ist an seiner
Mündung etwas asymmetrisch. Die Valvae sind schmal, sichelförmig, aufwärts gerichtet, und
haben im unteren Teil je einen einwärts gerichteten Fortsatz, so daß der Penis zwischen diesen
Fortsätzen und der Basis der Valven hindurchtritt. Trotz dieser ungewöhnlichen Bildung der
männlichen Genitalien, die durch einen Vergleich mit Fig. 28 Pag. 373 sofort in die Augen
springt, muß von einer Abtrennung der drei Spezies abgesehen werden, da die sonstigen Merkmale
der Gattung Argyroploce vorhanden sind.
Fig 31.
Männliche Begattungsorgane von Argyroploce_
nigricostana Hw.
a) von der linken Seite gesehen, die lirike Valva
.. ist entfernt.
b) von hinten gesehen.