
XI. Gattung: Crocidosema Zell .
Bei dieser Gattung entspringen die Adern II* und II5 der Vorderflügel getrennt; aber auf den
Hinterflügeln sind die Adern II und IIIj eine Strecke weit zu einem gemeinsamen Stiel vereinigt;
aucb Ader III3 und IVx sind gestielt und III2 entspringt aus demselben Punkt wie dieser Stiel und
ist ganz gerade. Auf der Oberseite der Hinterflügel des <£ befindet sieb nahe der Wurzel von Ader IV
(hintere Mittelader) eine kleine Grube, aus der ein dichter Büschel von Haarschuppen herausragt.
Vgl. Taf. II Fig. 14a.
Die Hinterflügel sind dreieckig mit scharfer Spitze, die Vorderflügel gleichmäßig breit mit
schwach gebogener Costa und schrägem, leicht geschwungenem Saum. Der Thorax ist glatt.
Die Gattung enthält zurzeit eine einzige Spezies von weiter Verbreitung in wärmeren Gegenden.
1. Crocidosema plebejana Z. Isis 1847 p. 721; E p p e l s h e im Stett. ent. Zeit. 1881
p. 379; W a l s i n g h a m Proceed. Zool. Soc. 18'91 p. 506, 1897 p. 127; altheana Mn. Verh. zool.
bot. Ges. Wien 1855 p. 555; He i n . p. 241; lavoterana Mi l l . Icon. t. 34 f. 9—13; peregrinana
Möschl. Berl. ent. Zeit. 1866 p. 139.
Mit den Merkmalen der Gattung. Spannweite bis 16 mm. Taf. XVIII Fi g . 66 67 $.
Die Vorderflügel sind an den hellen Stellen braungelblich bis rötlich-bräunlich. Ein Wurzelfeld,
von der Costa bis zur Falte schräg, von da bis zum Dorsum senkrecht abgegrenzt, von mehr
oder weniger ebenso geknickten dunkleren Linien durchzogen, ist dunkler braungrau, oft aber auch,
besonders bei dunklerer Grundfarbe des Flügels, nicht verdunkelt; nur am Dorsum bleibt stets ein
stark verdunkelter Fleck, drei- bis viereckig, oftmals deutlich aus mehreren schwärzlichen Linien
mit dunkel bestäubten Zwischenräumen zusammengesetzt, oder auch einheitlich. Die darauf folgende
hellere Grundfarbe bildet ein breites Schrägband, von einer oder mehreren dunkleren Wellenlinien
durchzogen, die aber vielfach nur schattenhaft angedeutet sind. Ein schräg dreieckiger, bald scharf
umgrenzter, bald etwas verwaschener Praetornalfleck ist dunkel graubraun bis rein braun, mit kurzen
schwarzen Längsstricheln, von der hellen Grundfarbe umzogen, die auch hinter ihm den Spiegel
erfüllt; in diesen hängt gewöhnlich von der Costa her ein graulicher Streifen mit einigen schwarzen
Stricheln herein. Der ganze übrige Raum, beginnend vor der Mitte der Costa bis vor die Spitze ist
braun bis braungrau verdunkelt und enthält zahlreiche dunklere Linien aus feinen Costalstricheln
kommend; öfters aber ist seine basale Partie noch ein wenig dunkler und durch eine feine Linie abgegrenzt,
eine Art Schrägband, das gegen den Praetornalfleck zieht und von ihm durch die helle Umrahmung
getrennt ist. Eine stärkere Schräglinie aus der Costa zieht zum Saum unter der Spitze
und verbreitert sich hier etwas gegen den Tornus hin. Der Apex selbst und ein davorstehendes Häkchen
sind dunkel, schwarzbraun, der Zwischenraum weißlich, fein dunkel geteilt; er zieht sich gebogen
zum Saum, wo die Fransen und ihre Linien fein hell durchschnitten sind. Die Fransen sind um den
Apex und unter diesem dunkel graubraun, weiterhin bis zum Tornus so hell wie die Grundfarbe des
Flügels, mit feiner dunkler Basal- und stärkerer Teilungslinie. Die Hinterflügel sind heller-oder
dunkler graubraun, die Fransen hell bräunlich mit kräftiger dunkler Teilungslinie. Kopf und Thorax
sind braungrau, das Abdomen ist wenig heller, grauer.
Die Raupe lebt im Juli und im September, Oktober in den Samen von Althaea rosea und
Malva sylvestris; der Falter fliegt im August und Oktober.
Hab. Süddeutschland, Niederösterreich, Andalusien, Südfrankreich, Cörsica, Sizilien, Dalmatien,
Syrien; Australien, Mittel- und Südamerika.