
Man kann demnach alle Exemplare, ganz gleichgültig, welche Zeichnung der Vorderflügel sie
haben, die olivgrüne, graugrüne oder gelblichgrüne Vorderflügel und dunkle Hinterflügel besitzen,
zur typischen Form zephyrana Tm. rechnen (Fig. 33—36 und 41); die mit weißen Hinterflügeln des
zur Form vnlliana Brahms (Fig. 37) (wie man hier aber die $$ unterscheiden soll, ist mir unklar;
man kann also nur eine „männliche Form“ dieses Namens einreihen); was ockerbräunliche oder
ockergelbe Vorderflügel hat mit ausgesprochen rostbraunen Zeichnungen gehört zur Form margarotana
Dup. (Fig. 38—40); die Form maritimana Gn. (Fig. 42) ließe sich nur durch die ganz gescheckten
Fransen der Vorderflügel und die hellgrauen Hinterflügel abgrenzen, andere Unterschiede kann ich
mit dem besten Willen nicht finden.
Die Raupe ist gelb, der Kopf blaß bräunlich, das Nackenschild bleich gelb; sie lebt vom September
bis März, in zweiter Generation im Juni in Wurzeln und Stengeln von Eryngium campestre,
Gnaphalium arenarium, Daucus carota, auch Rhododendron hirsutum (?), die von Form maritimana
in Eryngium maritimum; sie verpuppt sich in der Wohnung in einem hellbräunlichen Cocon. Der
Falter fliegt im April und Mai, in südlichen Gegenden schon im März, dann wieder im Juli und August.
Hab. Mittel- und Südeuropa, Nordwestafrika, Kleinasien, Armenien; die Form maritimana
an der englischen und französischen Küste.
41. Phalonia spirana K e n n . Iris XII, 1899 p. 35 t. 1 f. 34.
Vorderflügel saumwärts kaum verbreitert, Costa gerade, gegen die Spitze gebogen, Apex sehr
stark gerundet, Saum schräg, gebogen; Hinterflügel schmal, Saum gebogen, unter der Spitze kaum
eingezogen. Spannweite 18 mm. T a f. XII, F i g. 43 ? Type.
Kopf und Palpen sind weiß, der Thorax ist schmutzig ockerbräunlich, die Vorderflügel sind
blaß ockergelb, gegen den Saum hin werden sie sehr blaß. In der Flügelmitte steht eine breite aus
zwei rostbraunen Querstreifen undeutlich zusammengeflossene Querbinde, zwischen ihr und der
Wurzel noch zwei blässere Querstreifen, der basale aus zwei, der andere aus einem feinen bräunlichen
Costalstrichel entspringend; ein schattenhafter, grauer Praetornalfleck zieht sich zu einer leichten
Verdunkelung gegen die Querader aus; vor dem Apex hängt an der Costa ein ziemlich breites graues
Band, das sich zuerst saumwärts richtet, sich dann wurzelwärts am Tornus umbiegt und nach ganz
schmaler Unterbrechung, sich verschmälernd spiralig so einrollt, daß auf dem rechten Flügel eine
Figur wie der untere Teil einer 5 entsteht; auf dem linken kann man sie mit einer 6 vergleichen. Vor
und hinter dem Ursprung dieses Bandes trägt die Costa noch je ein graues feines Häkchen. Die Fransen
sind ganz bleich gelblich, ohne Saum- und Teilungslinie. Die Hinterflügel sind zart bräunlichgrau,
ihre Fransen fast weiß mit zart grauer Teilungslinie; das Abdomen ist braun (in der Abb. zu dunkel).
Hab. Ala Tau.
42. Phalonia nana Hw. Lep. Brit. p. 439; S te p h . 111. IV, 182; Wo o d f. 1135; S n e il. II,
1 p. 250; M e y r. p. 552; ambiguana F r o e l . No. 112; HS. IV p. 192; carneana Gn. Ind. p. 60;
pallidana HS. f. 65; pumilana HS. f. 66; H e in . p. 90.
Vorderflügel saumwärts etwas verbreitert, Costa gebogen, Apex stumpf gerundet, Saum
gebogen; Hinterflügel klein und sohmal, Saum gerundet, unter der Spitze leicht eingezogen. Spannweite
10— 12 mm. Taf. X I I , Fig. 44 $ (etwas zu hart in der Zeichnung).
Die Vorderflügel sind in der Umrandung der Zeichnungen weiß mit etwas Glanz, im übrigen
ockergelblich, ins Rötliche ziehend, besonders deutlich am Saum und einem großen Fleck hinter der
Knickungslinie. Die Wurzel ist durch einige zusammengeflossene Querlinien schwärzlich, eine an der
Costa mit diesem kleinen Wurzelfeld fast zusammenhängende breite Querbinde ist aus schwärzlichen
bis fast schwarzen Linien zusammengesetzt, deren Zwischenräume grau und braun ausgefüllt sind.
Sie kommt an der Costa aus etwa vier Häkchen, deren letztes am größten und dunkelsten ist und
verbreitert sich am Dorsum bis gegen den Tornus hin. Ein schwarzgrauer, scharfer, seltener verwaschener
Praeapikalfleck zieht sich schmal, bandartig, etwas dem Saum entsprechend gebogen
gegen den Tornus, erreicht ihn aber selten. Die Fransen sind rötlich weiß, fein dunkel gescheckt,
mit feiner Saum- und Teilungslinie. Die Hinterflügel sind hell braungrau, ihre Fransen weißlich
mit grauer Teilungslinie. Der Kopf ist weißlich, der Thorax schmutzig weiß- bis gelbgrau, das
Abdomen grau.
Die Raupe ist schmutzig gelblichweiß, die Dorsallinie bräunlich, der Kopf braun, das Nackenschildchen
bräunlich, fein dunkel punktiert. Sie lebt vom März bis Mai in den weiblichen Blütenkätzchen
von Betula. Der Falter fliegt vom Mai bis in den August und ruht an Birkenstämmen.
Hab. Mittel- und Nordeuropa, Nordspanien, Norditalien, Dalmatien, Kleinasien; Nordamerika.
43. Phalonia sappositana K e n n . Iris XIII, 1900 p. 235.
Vorderflügel saumwärts kaum verbreitert, Costa gebogen, Apex ziemlich spitz, Saum ziemlich
steil, kaum gebogen, Tornus deutlich winkelig; Hinterflügel breit mit flach gerundetem Saume, unter
dem stumpfen Apex nicht eingezogen. Spannweite 15 mm. T a f. XII, F i g. 45 46 $ T y p e n .
Kopf und Thorax sind weiß oder letzterer schwach gelblich; Grundfarbe der Vorderflügel ist ein
nicht ganz reines Weiß mit schwachem Glanz. Ein kleines stumpfwinkelig abgeschnittenes Basalfeldchen
ist dunkel braungrau, von etwa vier dunkleren Querlinien durchzogen; vor der Mitte des Dorsum
steht eine dem Saume ziemlich parallele dunkelbraune, schwarz gesäumte, in der Falte mit einem
schwarzen Längsstrich versehene und an der Subcostalis mit einem schwarzen Fleckchen endigende
Schrägbinde; sie ist beim $ breiter, als beim <J, und zwar ist ihr basaler Rand wurzelwärts gerückt,
wodurch der helle Grund zwischen ihr und dem Wurzelfeld dort schmäler ist. In der Mitte der Costa
stehen drei bräunliche miteinander verwaschene Häkchen, die einen viereckigen Fleck bilden, aber
mit der Schrägbinde nur schwach oder gar nicht Zusammenhängen. Ein breites, braungraues Paeapikal-
band zieht bis zum Tornus, vor ihr stehen an seiner Mitte zwei bis drei schwarze Pünktchen. Unmittelbar
vor der Spitze ziehen einige Costalstrichel schräg gegen den Saum, u n d der Raum zwischen
Schrägbinde und Praeapikalbinde ist mit verwaschenen, mitunter wolkig zusammengeflossenen
bräunlichgrauen, aber sehr blassen Wellenlinien gefüllt, eine feine gebogene Querlinie liegt auch
noch zwischen Wurzelfeld und Schrägbinde. Die Fransen sind weißlich, beim $ etwas bräunlich
mit feiner bräunlicher Teilungslinie. Die Hinterflügel sind beim <? bräunlich weiß, beim $ dunkler
braungrau, deutlich dunkler quergewellt; ihre Fransen sind weißlich mit dunklerer Teilungslinie;
das Abdomen ist bräunlichweiß.
Hab. Amur.
44. Phalonia subobscurana K e n n . Iris XIII, 1900 p. 129 t. 5 f. 5.
Vorderflügel schmal, Costa fast gerade, Apex spitz, Saum sehr schräg, schwach gebogen;
Tornus flach; Hinterflügel auch schmal, Saum gleichmäßig gebogen, unter der Spitze nicht eingezogen.
Spannweite 11—15 mm. T a f . XII, F ig . 47 $ T y p e .
Die Grundfarbe der Vorderflügel ist weiß, perlmutterglänzend, aber sie sind an der Wurzel,
in der Mitte und im Saumfeld so von brauner Zeichnung bedeckt, daß von der Grundfarbe nur eine
schmale Binde zwischen Wurzelfeld und Querbinde, und eine ähnliche, aus der Costa spitzenwärts
verbreiterte übrig bleibt. Das braungraue Wurzelfeld ist klein, an der Costa breiter als am Dorsum,
die aus dunklen Querwellen zusammengesetzte gleichfarbige Querbinde fängt bei ’/3 der Costa mit
Zoologica. H e f t 54. 34