
ein Doppelstrichel in der Mitte der Costa ist zu einer saumwärts ziehenden Schräglinie verlängert,
gefolgt von einer feinen hellen und noch einer dunkeln Linie unter den Apex. Die Fransen sind hell,
gelbbräunlich, ihre basale Teilungslinie ist dunkel und zieht in den Apex, diesen halbierend; darunter
ist die dunkle Durchschneidungslinie der Fransen; eine zweite zarte Teilungslinie ist vorhanden. Die
Hinterflügel sind ziemlich hell graubräunlich, die Fransen bräunlich weiß mit braungrauer Teilungslinie.
Die Raupe ist heller oder dunkler schwärzlich grüngrau mit zwei mehr oder weniger deutlichen
hellen Linien; der Kopf ist hellbraun, schwarz gefleckt, Nackenschild von Körperfarbe, seitlich
und hinten schwarz gepunktet, die Analklappe gleichfalls wie der Körper, gewöhnlich mit zwei
schwarzen Punkten in der Mitte. Sie lebt im Juni bis Juli und im Oktober auf Rhamnus frangula
und cathartica. Der Falter fliegt im April und Mai, und wieder im Juli und August.
Hab. Mittel- und Nordeuropa; Italien, Dalmatien, Südostrußland; Kleinasien.
8. Ancylis comptana F r o el. Enum. Tortr. No. 242; D u p . Suppl. IV t. 66 f. 3; H S. IV
p. 286; f; 318; W i 1 k. p. 141; H e i n. p. 225; Meyr . p. 479; cuspidana W e s t w d. Brit. Moths
II p . 132, t. 85 f. 15.
? Var. incomptana L a h. Tortr. p. 110 No. 307; H e i n. p. 225; F r e y Lep. d. Schweiz p. 329.
Palpen ungewöhnlich lang. Vorderflügel beim saumwärts ein wenig verbreitert, Costa
schwach gebogen, Apex nicht besonders vortretend, Saum mäßig schräg, geschwungen; $ mit
schmäleren, gleichbreiten Vorderflügeln, Costa gerade, Apex etwas stumpfer; Hinterflügel beim $
trapezoid, beim 2 schmäler, mehr dreieckig, Spitze mehr vorgezogen. Spannweite 11—16 mm.
T a f . XVIII, Fi g . 18 <?, 19 ?, 20 ¿ Ab.
Kopf und Thorax sind braungrau bis olivenbraun, die langen Palpen heller, das Abdomen ist
braungrau. Wie bei den meisten vorhergehenden Arten haben auch hier die Vorderflügel einen
großen Dorsalfleck, diesmal von dunkel graubrauner bis olivbrauner Färbung; derselbe ist jedoch
schon an der Flügelbasis breiter, indem sein costaler Rand über der Flügelmitte an der Wurzel
beginnt und fast parallel der Costa zieht, um dann schräg zu y2 des Dorsum abzufallen. Die Färbung
an der Costa und hinter dem Dorsalfleck ist entweder heller olivbraun, dann tritt der Dorsalfleck
nicht scharf hervor, oder aber bis zu Reinweiß auf gehellt, so daß jener deutlich umrahmt ist; auch
in letzterem Falle kann die Costa an der Flügelbasis noch braun bleiben. Etwas vor der Mitte der
Costa findet sich ein starkes dunkelbraunes bis schwarzes Schräghäkchen, das zu einer bis zum
Saum über dessen Mitte ziehenden Linie verlängert ist, die sich am Saume etwas verbreitert; sie
zieht gerade über den Spiegel hinweg, welcher braungrau bis aschgrau ist und einen dunkler braunen
schmalen, etwas schräg saumwärts geneigten Praetornalfleck einschließt; der Spiegel sitzt dem Tornus
und dem Dorsum auf und steht am Dorsum mit dem vorhergehenden hellen Schrägband in Verbindung.
Der durch seinen basalen Rand und die aus der Costa kommende Schräglinie gebildete spitze Winkelist
heller olivbraun ausgefüllt. Die genannte Schräglinie ist auf ihrer costalen Seite von einer feinen hellen
Linie begleitet, diese wieder von einer dunkeln, in welche alle Costalhäkchen und ihre Zwischenlinien
von der Mitte der Costa bis zum Apex einmünden. Die praeapikalen Costalhäkchen sind oft
nicht breiter als die in den hell weißen Zwischenräumen stehenden Strichei, manchmal aber auch
deutlicher. Der Apex selbst ist dunkelbraun und diese Farbe zieht sich als Basallinie der Fransen
bis gegen den Tornus hin. Die Fransen selbst sind hell bräunlich bis reinweiß, unter dem Apex fein
dunkel durchschnitten, an der Einmündungsstelle der Schräglinie breiter grau. Die Hinterflügel
sind braun bis braungrau, die Fransen hell bräunlich bis hellgrau und haben eine sehr schwache
Teilungslinie.
Hierher gehört auch die in Fig. 20 abgebildete Form als Aberration oder Varietät, was durch
die langen Palpen und die Form und Ausfüllung des Spiegels bewiesen wird. Die Vorderflügel sind
saumwärts ein wenig stärker verbreitert, als das bei den der normalen Form gewöhnlich ist, und
der Apex nicht ganz so stark gebogen. Der dunkle Dorsalfleck ist ganz verschwunden und der Flügel
fast gleichmäßig braungrau, gegen das Dorsum sogar etwas heller; im Discus ziehen aus der Wurzel
bräunlichere parallele Längsstriemen zur basalen Umrandung des Spiegels, welche durch deren Verbreiterung
und Verschmelzung dunkler ist. Geblieben sind die, übrigens nur wenig dunkleren, Schrägstrichel
der Costa, wobei der über den . Spiegel zum Saum ziehende Schrägstreifen am deutlichsten
ist; der Apex selbst ist dunkel, der Spiegel, so grau wie der ganze Dorsalteil des Flügels, enthält einen
braunen Fleck als Überrest des Praetornalflecks. Die Fransen sind gleichmäßig rötlichgrau, an ihrer
Basis schmal heller, ohne jede dunklere Durchschneidung. Die Hinterflügel sind bräunlichgrau,
die Fransen bräunlichweiß mit sehr zarter grauer Teilungslinie. Diese Form ähnelt in der Zeichnung
sehr der Var. sübarcuana Dgl . von Anc. biarcuana St p h . , ist aber kleiner, dunkler und durch
die langen schmalen Palpen verschieden, die ganz denen von Anc. comptana F r o e 1. gleichen.
D e l a H a r p e beschreibt eine Anc. incomptana, die von R e b e 1 (Cat) als. Varietät zu
Anc. comptana gezogen wird. H e i n e m a n n (1. c.) macht darüber folgende Angabe: Incomptana
La h . aus der südlichen Schweiz, 5000 Fuß hoch, ist so groß wie comptana, aber die Flügelspitze
tritt stärker vor, das Schrägband ist reiner weiß, von einer dunklen Linie durchzogen, desgleichen
die daran stoßende S-förmige Zeichnung über dem Innenwinkel, die Vorderrandshäkchen stehen
deutlicher paarweis, die Fransen sind bis unter die Flügelspitze rot mit weißer Wurzel. D e l a
H a r p e nennt die Farbe der Vorderflügel braun mit rein weißen Adern, wogegen sie bei comptana
rotbraun sei mit weniger deutlichen weißen Streifen, auch soll diese größer als myrtülana sein, es
scheint daher mehr als zweifelhaft, ob comptana Lah . die gleichnamige Art He.Tr i c h - S ch ä f-
f e r s. ist.“ ' '
Auch mir scheint es, daß bei D e l a H a r p e eine starke Verwirrung in der richtigen Bezeichnung
der Arten herrscht. Von einer S-förmigen Zeichnung über dem Innenwinkel kann bei
der richtigen comptana F r o e 1. (H S.) keine Rede sein, wohl aber bei derasana. und myrtülana.
Was D e 1 a H a r p e comptana nennt, ist wahrscheinlich derasana H b. und seine incomptana
dürfte eine myrtülana Tr., vielleicht ein ungewöhnlich großes und in der Grundfarbe helles Exemplar
sein. Dann stimmt die Vergleichung ganz gut, denn bei myrtülana zieht in der Tat eine dunkle Linie
durch das hellere Schrägband und auch durch den S-förmig geschwungenen Spiegel; auch was über
die Vorderrandshäkchen, den Apex und die Färbung der Fransen gesagt ist, stimmt. D e l a H a r p e
ist auch in Bezug auf die wahre Anc. myrtülana und lundana, im Unklaren und begeht hier Verwechslungen,
was seine lydlana beweist, die sich von badiana durch den Mangel des Buckels auf dem
Dorsalfleck unterscheiden soll, während doch badiana einen solchen nicht besitzt, wohl aber
myrtülana.
Incomptana La h . ist demnach nicht eine Var. von comptana, sondern gehört zu myrtülana
vielleicht als geringfügige Abweichung.
Die Raupe von Anc. comptana ist hell grünlichgrau, manchmal mit undeutlichen Linien,
der Kopf dunkelbraun, Nacken- und Analschild sind von Körperfarbe, ersteres gewöhnlich mit je
einem sehr feinen Punkt an der Seite und zwei am Hinterrand; auch das Analschildchen ist manchmal
gepunktet. Sie lebt im Juni und im Oktober an Fragaria, Potentilla verna. Der Falter fliegt im
April und Mai, dann wieder im Juli und August.
Zoologien. Heft 54. g g