
Apex nicht so spitz wie bei urticana. Spannweite bis 18 mm. T a f. XVII, F i g . 23 <?. Var. cacuminana
F i g . 24 <J; Aberr. rooana Fi g . 25 <J.
Diese Art ist gegenüber den beiden vorhergehenden in ihren dunkeln Zeichnungen am ausgesprochensten
olivengrün, in ihren Silberstreifen am meisten grau- oder bläulichsilbern; allerdings
tritt dies nur bei frischen oder nicht zu stark geflogenen Stücken deutlich hervor. Das dunkle,
olivgrüne, stark schwarz gewellte Wurzelfeld ist von der Costa bis zur Falte schräg, von da bis zum
Dorsum senkrecht begrenzt, ist also am Dorsum länger als an der Costa. Das folgende helle Querband
hat grünlich weißen Grund mit bleiglänzenden und zarten schwärzlichen Wellenlinien; es ist
an der Costa breiter als am Dorsum und etwas gebogen. Die dunkle Mittelbinde ist nur basalwärts
scharf begrenzt, olivgrün mit schwarzen Querwellen, die aus einem schwarzen Doppelhäkchen, mit
dem vor der Mitte der Costa die Binde anfängt, entspringen und hauptsächlich an der basalen Seite
herunterstreichen und ein ziemlich großes Bleifleckchen in der Gegend der Querader umziehen.
Vor dem Praetornalfleck, der aus drei schwarzen Strichen mit olivgrüner Ausfüllung besteht, enthält
die Binde große Bleiflecke mit schwarzen Wellenlinien. Auf die Querbinde folgt ein kri iftiger,
gebogener Bleistreif,- der in den Tornus zieht, zuweilen gabelt er sich und ein Ast zieht vor dem
Praetornalfleck zu den Bleiflecken der Querbinde. Der schön ausgeprägte olivgrüne Saumstreif
zieht fast gleichmäßig breit gegen die Costa und verschmälert sich erst kurz vor seiner Verbindung
mit dem dritten Costalhäkchen; er ist spitzenwärts von einem Silberstreif und dieser von einem
dunklen Schrägstreifchen aus dem 1. Costalhäkchen zum Saum gefolgt. Der Apex enthält ein
schwärzliches Fleckchen. Die praeapikalen dunkeln Costalhäkchen sind scharf, schwarz, ihre Zwischenräume
dunkel geteilt. Die Fransen sind gelblich, nach außen bräunlich, am Apex und an der Stelle des
Saunistreifs, sowie am Tornus dunkel, sie haben eine schwarze Teilungslinie. Die Hinterflügel sind
schwarzbraun, die Fransen gelblich, an Spitze und Tornus breit grau.
Die Var. cacuminana hat weniger dreieckige Flügel, die dunklen Zeichnungen sind schärfer
umrissen, im allgemeinen dunkler, weniger schwarz gewellt; besonders die Mittelbinde ist saumwärts
scharf gerandet und besteht eigentlich nur aus dem dunkelsten Teil der Binde bei der Stammform;
sie ist vom Praetornalfleck durch einen silberigen Ast der hellen postmedianen Binde scharf getrennt;
der Saumstreifen ist breiter und daher die ihm folgende Linie vor dem Apex sehr fein. Die Fransen
sind einfarbig bräunlich gelb, nur an der Spitze dunkel; die Hinterflügel sind reiner braun und ihre
Fransen einfarbig gelblich mit brauner Teilungslinie, aber ohne graue Mischung.
Die Var. hoffmanniana T e i c h ist kleiner, die Vorderflügel durch größeren Kontrast zwischen
hellem Grund und dunkler Zeichnung, die außerdem mehr ins Braune zieht, bunter, die Bleilinien
sind heller, weißlich.
Sie leitet hinüber zu der Ab. herbana Gn. (Textfigur 30), die ebenfalls kleiner ist und spitzere
Vorderflügel mit schrägerem, geschwungenem Saume hat. Bei ihr ist die Grundfarbe bräunlichweiß,
die Silberlinien sind schmal, glänzen nicht metallisch, sondern perlmutterartig
und bilden nur die Einfassung der dunkeln Zeichnungen. Diese sind stark
reduziert: das Basalfeld ist braungrau, schwarz gewellt, aber nicht scharf gegen
das folgende helle Querband abgegrenzt. Von der dunkeln Mittelbinde ist nur ein
dicker Haken, der vor der Mitte der Costa hängt und gegen die Querader hin
gerichtet ist, übrig, und, davon durch einen hellen Längsstrahl getrennt, ein dunkelbrauner
Längsfleck, der sich durch helleres Braun mit dem Dorsum verbindet. Der
Praetornalfleck besteht nur aus einigen dunkeln Pünktchen mit gelbbräunlicher
Fig. 30.
Argyroploce
lacunana Dup.
v. herbana Gn. <J.
Füllung dazwischen, die streifenartig gegen die Costa aufsteigt. Der Saumstreif ist gut ausgebildet,
dunkelbraun, gebogen gegen sein Costalhäkchen ziehend. Die Costalhäkchen selbst sind fein, der
Apex breiter braun. Die Fransen sind bräunlichweiß, am Apex etwas verdunkelt, mit dunkelbrauner
Teilüngslinie. Die Hinterflügel sind hell braungrau, ihre Fransen weißlich mit dunkelbrauner
Teilungslinie. Diese Aberration macht den Eindruck einer Kümmerform mit Hinneigung
zu Albinismus.
Ganz anders und eigenartig ist die Ab. rooana D e G r a a f. Sie entspricht der var. rebeliana
M i t t e r b . von Argyroploce andereggiana Gn. (spuriana HS.). Ihre Vorderflügel sind schmäler,
vollständig dunkel schokoladebraun, nur mit den bleifarbigen Metallinien versehen, die sich bei
den übrigen Formen in dem hellen Grund finden. So zeigt sich eine postbasale bleifarbene Querbinde,
ein postmedianer Bleistreif, der sich gabelt und einen Ast zum Tornus, einen anderen vor
den Praetornalfleck zum Dorsum sendet, ein größerer gebogener und zwei kurze schräge Praeapikal-
streifen in den Saum ziehend. Die Fransen sind dunkelbraun mit schwarzer Basal- und Teilungslinie.
Die Hinterflügel sind nicht ungewöhnlich dunkel, graubraun mit fast gleichfarbigen Fransen,
die eine dunklere Teilungslinie haben.
Bei allen Formen hat Kopf und Thorax die Färbung der Vorderflügelbasis, oft mit hellerer
Einmischung und helleren Schulterdecken, das Abdomen ist braungrau, mehr oder weniger dunkel.
Die Raupe, ist wie die von urticana, vielleicht etwas dunkler. Sie lebt in mehreren Generationen
Je n Sommer hindurch polyphag zwischen versponnenen Blättern und Blüten von Betula, Caltha
palustris, Mentha aquatica, Matricaria, Urtica, Conyza squaxrosa, Lamium, Cirsium, Anthriscus,
Spiraea ulmaria, Rubus idaeus, Chrysanthemum, Ranunculus usw.
Der Falter ist den ganzen Sommer über einer der häufigsten Wickler.
Hab. Ganz Europa, Kleinasien, Sibirien bis Ostchina. Var. herbana in der Bretagne, rooana
Küsten von Norddeutschland, Holland, Dänemark, England. Var. cacuminana K e n n Ussuri-
gebiet.
66. Argyroploce rivulana Sc. Ent. Carn. No. 600; Schi f f . S. V. p. 131; He i n. p. 123;
S n e 11. II, 1 p. 289; M e y r. p. 466; conchma H b. f. 106; T r. VIII p. 148; X, 3 p. 83; Dup. i x ”
t. 246 f. 1; H S. IV p. 213; W i 1 k. p. 266 t. 2 f. 7. (v. stcmgeama Te i ch. Stett. ent. Zeit. 1890 p. 49.)
Vorderflügel beim $ ausgesprochen dreieckig, saumwärts stark verbreitert, Costa nur wenig
gebogen, Apex spitz, Saum schräg, gestreckt; Hinterflügel bauchig gerundet, unter der Spitze flach;
beim ? sind die Flügel gewöhnlich schmäler. Spannweite bis 18 mm. Taf . XVII, Fig. 26 $.
Die Vorderflügel sind bei dieser Art sehr scharf gezeichnet und die dunklen Zeichnungen
überall klar umrandet und vom Grund abgehoben. Dieser ist recht hell, schmutzig weiß, mit starkem,
hellem Silberglanz, die Zeichnungen sind olivenbraun, beim :? -mehr rotbraun. Das dunkle Wuxzel-
feld, von dunkleren Bogenlinien durchzogen und noch dunkler gerandet, reicht an.Costa und Dorsum
gleichweit und ist bogenförmig abgegrenzt. Die helle postbasale Querbinde ist an der Costa etwas
breiter, als weiterhin, zieht zuerst schräg, dann senkrecht zum Dorsum. Die olivbraune,
nicht dunkler gewellte Mittelbinde ist ziemlich schmal, hat an ihrer distalen Seite über dek Querader
eine Einbuchtung zwischen zwei stumpfen Zahnfortsätzen und ist basalwärts wellig abgegrenzt;
sie sitzt schmal auf der Mitte des Dorsum. Ein großer dreieckiger Praetornalfleck steht isoliert’
von einigen dunkleren Linien durchzogen. Aus dem dritten, großen, praeapikalen Costalhäkchen
zieht ein scharf umrissener olivbrauner Saumstreif ziemlich gerade in den Saum, gefolgt von einer
glänzenden bläulichen Silberlinie; hinter dieser vereinigen sich Verlängerungen der beiden letzten