
Conchylis auf gehen; die Arten der Gattungen Pamplusia (Gn.) Meyr . und Epinoüa (Hb.) Meyr .
bringt er zum Teil bei Steganoptycha St ph . (Enarmonia (H b.) Me y r.), zum Teil bei Grapho-
litha (T r.) H e i n. {Laspeyresia (H b.) Mey r.) oder bei Semasia (S t p h.) H S. unter. Dagegen
läßt er die früheren Gattungen Eulia H b. und Cnephasia Cur t . {Sciaphila T r.) bestehen, während
sie von M e y r i c k mit Tortrix L. vereinigt worden waren.
M e y r i c k hat nun aber im Gegensatz zu allen früheren Autoren zu den Tortriciden als
4. Unterfamilie noch die Trypanidae gefügt, worunter er im wesentlichen die Gattung Cossus F.
(die bei ihm Trypanus R a mb . heißt) versteht. Es ist selbstverständlich, daß die bedeutende
Größe vieler hierher gehöriger Schmetterlinge nicht gegen eine solche Vereinigung sprechen kann,
wenn nur sonst Übereinstimmung vorhanden ist, und man muß zugeben, daß sowohl im allgemeinen
Habitus, in der Palpenbildung und im Flügelgeäder der Falter, sowie in der Lebensweise und der
Bildung der Bauchfüße (Kranzfüße) der Raupen viel Gleichartiges besteht. Besonders ist auch die
basale „Gabelung“ der Ader ß auf den Hinterflügeln ganz gut ausgeprägt. Allein die Trypanidae
besitzen keine Ocellen, die sonst allen Wicklern eigen sind. Wenn man darauf kein Gewicht legen
will, dann braucht man auch die Gabelung der Ader ß nicht als besonders charakteristisches Merkmal
aufzufassen; dann aber kann man mit gleichem Recht noch eine Menge von Schmetterlingen
zu den Wicklern rechnen, die im Geäder der Flügel keine größere Abweichung zeigen; mit diesen
sind wieder andere eng verbunden und so hört jede Einteilung in höhere Kategorien auf. Eine solche
wird ja immer eine mehr oder weniger willkürliche, vom persönlichen Geschmack abhängige und
konventionelle sein. Ich halte es für richtiger, die ,,Trypanidae1‘ Me y r i c k s als eine besondere,
meinetwegen den Tortriciden nahestehende Familie anzusehen, mit der noch einige andere
Gruppen enger vereinigt werden können, wie dies bisher auch gewöhnlich geschehen ist. Denn das
eigentümliche Verhalten der Adern II3, 4, 5 der Vorderflügel, die auf einem gemeinsamen Stiele aus
der costalen Ecke der Mittelzelle entspringen, die sehr starke Ausbildung des Stammes des Systems
III, der die Mittelzelle der Länge nach in zwei teilt und durch Gabelung in drei Äste vor der Querader
nochmals zwei kleine Zellen abspaltet, die Teilung der Mittelzelle der Hinterflügel durch dieselbe
Ader III und die Abtrennung einer kleinen Nebenzelle durch einfache Gabelung vor der Querader,
das sind doch Eigenheiten, die bei den Wicklern sonst nicht Vorkommen. Daß die Raupen
Kranzfüße haben, beweist noch keine nähere Verwandtschaft; sie teilen diese Struktur mit den Raupen
der Widder, wie mit denen der Tineiden und mit vielen ändern Raupen, die in Pflanzen leben
(Sesiiden) oder Sackträger sind (Psychiden). Diese Bauchfüße und die „Nachschieber“ sind ja keine
echten Extremitäten, sondern nur Hafthöcker, die leicht in Anpassung an die Lebensweise umgebildet
werden können, wie sich auch bei Larven anderer Insektenordnungen (z. B. Hymenopteren und
Dipteren) zeigt.
Zu recht abweichenden Resultaten, weniger in Bezug auf die Einteilung in Gattungen als
vielmehr hinsichtlich der Benennung derselben, kommt durch seine Studien der Literatur L o r d
Wa l s i n g h a m (1897 ff.). Auf seine Vorschläge soll bei der Begründung der in diesem Werke
angewandten Nomenklatur eingegangen werden.
Der einzige, der den Versuch gemacht hat, die Gattungen der Wickler in einen phylogenetischen
Zusammenhang zu bringen und darzulegen, in welchem Abstammungsverhältnis sie untereinander
stehen mögen, ist M e y r i c k (1895). Er gibt für jede der drei Unterfamilien eine Stammtafel, worin
wenigstens die hauptsächlichsten Gattungen aufgenommen sind, in folgender Weise:
Phylogeni e der P h a lo n ia d a e .
Eupoecilia
Lozopera Commophila
\ . . . .1 Phatonia Chhdoma Anisotaenia Clvsia
1— 1— E9 uxanthi—s 1
Phylogeni e der Epiblemidae.
Eucosma Evetrid
Enarmonia Eudemis Ancylis Notocelia Lipoptycha Pammene
! 1 1 | PP\1 , 1
Cydia E p iblei na Laspeyresia
Epmotia Hmysterosia
Ph y l o g e n i e der Tor t r i cidae.
Philedone
Chrosis Bactra
Rhacodia Epagoge Capua
W a r n Acalla Sparganothis Cacoecia Pandemis Exapate
1— 1— - 1 1— 3 K (.Palaeotoma [exotisch]) Tortrix Jsotnas Cheunatophila
1------------------- :---------------- ,------------- ,--------------- ,
(Prothelymna [exotisch])
Eine Begründung für diesen genetischen Zusammenhang der Gattungen wird nicht geboten,
und es ist schwer ausfindig zu machen, welche Gesichtspunkte den Autor geleitet haben möchten
bei der Anordnung. Es scheint ihm hauptsächlich der Ursprung und der Verlauf der Flügeladern
von Wichtigkeit zu sein, aber nach welchen Grundsätzen er dieses vergleicht, was er für primitiver,
was er für abgeleitet hält, ist mir nicht klar geworden. Man sollte doch meinen, daß das Geäder am
ursprünglichsten sei, bei dem alle oder doch möglichst viele Äste gesondert von einander aus der
Umrahmung der Mittelzelle entspringen, daß der Zustand, bei dem Adern dicht beisammen oder von
einem Punkte ausgehen, auf gemeinsamem Stiel stehen, oder gar in ihrer ganzen Länge verschmolzen
sind, ein sekundär abgeleiteter sein müßte. Aber das kommt in den obigen Stammbäumen nicht
konsequent zum Ausdruck. So wird z. B. Lipoptycha von Laspeyresia abgeleitet, obwohl bei ersterer
Ader II und I IIX der Hinterflügel weit von einander getrennt entspringen, während sie bei letzterer
dicht beisammen an der costalen Ecke der Mittelzelle ihren Ursprung haben; Euxanthis soll die Stammgruppe
von Anisotaenia sein; dabei sind hier mit Ausnahme von Ader I II3 und IVX alle übrigen Adern
der Hinterflügel weit von einander entfernt, während dort Ader II und IIL auf gemeinsamem Stiele
stehen. Exapate soll von Cheiniatophüa abstammen, bei der auf den Hinterflügeln Ader IIIS und IVX
in ihrer ganzen Länge zusammenfallen, wogegen Exapate <f beide Adern gut ausgebildet besitzt.
Überhaupt darf man bei der Einteilung der Wickler, wie der Schmetterlinge im allgemeinen,
auf den Aderverlauf allein nicht so großes Gewicht legen, wie es meistens geschieht. Die Adern
sind während des Puppenstadiums die Bahnen, in denen die Ernährungsflüssigkeit der Gewebe strömt
und die Tracheen des Flügels verlaufen; hier im großen und ganzen nach ziemlich gleichmäßiger
Verteilung verlaufend und in diesem Verlauf von großer Bedeutung, um alle Flügelteile zu versorgen,
darum oft reichlicher vorhanden, haben sie später nur noch als Stützgerüst für die zarte Flügelmembran
zu dienen; zu diesem Zwecke kommt es auf den Verlauf gar nicht so sehr an, wenn nur
überall die nötigen Versteifungen vorhanden bleiben. Es kann daher ein Teil degenerieren, andere
sich teilweise mit einander vereinigen, mehr oder weniger divergieren oder konvergieren, je nachdem
Zoologion. Holt M. G