
den Häkchen an der Costa und zwei fast parallelen hellen Querlinien, jederseits von dem braunen
Praetornalfleck eine; diese sind mitunter mehr grau bis bleifarben gedeckt, in anderen Fällen aber
ziemlich weiß, eine weiße Stelle ist auch hinter dem dorsalen Teil der Schrägbinde übrig. Recht
charakteristisch ist übrigens eine weißliche bis rein weiße Basallinie der Fransen, die von einer tiefschwarzen
Linie gefolgt ist, nach außen sind die Fransen braungrau, unter der Spitze breit weiß durchschnitten,
manchmal ganz weißlich: Beim 2 sind die Zeichnungen im Saumfeld meist ganz zusammengeflossen,
so daß nur die schwarzweiß gefleckte Costa und die Saumlinie sich abheben; indessen kann
man auch hier die zwei blaugrauen Querlinien, wenn auch verschwommen, erkennen. Die Hinterflügel
sind bräunlichgrau bis reingrau, die Fransen entsprechend weißlich mit braungrauer Teilungslinie.
Die helle Grundfarbe der Vorderflügel kann nun mehr oder weniger graublau verdunkelt
werden und so entsteht die Hochgebirgsform Var. r eb e l i cl n a M i t t e r b e r g e r , bei der endlich
auf tief dunkel kirschbraunem Grund eine dunkel blaugraue Schrägbinde vor der Mitte, eine graublaue
Stelle mit einem hellen Fleck in der Mitte des Flügels und zwei blaugraue Querstreifen im
Saumfeld erscheinen; hell gelblich weiß bleiben drei praeapikale Costalfleckchen und hell weiß fleckig
die feine Basallinie der Fransen, hinter der die schwarze Teilungslinie scharf absticht (Fig. 43); an
Übergängen fehlt es nicht.
Hab. Alpen (bis über 7500 Fuß Höhe gehend).
36. Argyroploce nigricostana Hw. Lep. Brit. p. 438; Wood f. 911; Hein. p. 112; Meyr.
p. 464; squalidana HS. IV p. 223.
Var. remyana H S. f. 276.
Vorderflügel saumwärts mehr oder weniger verbreitert, Qosta schwach gebogen, Saum mäßig
schräg, wenig gebogen; Hinterflügel verschieden breit, mit gerundetem Saum. Spannweite 15—17 mm.
T a f. XVI, Fig . 44 $, 45 $ var. re my a n a .
Kopf und Thorax sind dunkel graubraun bis blauschwarz; die Vorderflügel sind bei der Stammform
sehr dunkel schwarzbraun mit glänzendem Bleigrau gemischt. Nimmt man letzteres als Grundfarbe,
so findet sich bei y 8 des Dorsum ein hoher, aus verschmolzenen Linien zusammengesetzter Schrägfleck,
dunkel schwarzbraun, der bis zur Falte reicht, als teilweise Begrenzung eines Wurzelfeldes,
das im übrigen von schwarzbraunen Bogenlinien durchzogen ist; dahinter folgt eine schmale, nur in
der dorsalen Hälfte deutlich begrenzte blaugraue, dunkel geteilte geschwungene Querbinde, an der
Costa mit dunkeln Schrägstricheln; in der Mitte der Costa stehen mehrere stärkere schwarzbraune
Schrägstrichel mit dunkel ausgefülltem Zwischenraum, die gegen die Querader ziehen und an sie
schließt sich ein großer dunkler Dorsalfleck an, etwas hinter der Mitte stehend und über seiner Basis
verbreitert; beide bilden zusammen eine in ihrer Mitte saumwärts ausgehöhlte, blaugrau ausgefüllte
Querbinde; die Aushöhlung kann durch einen unter ihr vorspringenden schwarzen Fleck fast abge:
schlossen sein; vor dem Tornus steht ein dunkler senkrechter Fleck, ein ebensolcher starker Saumstreifen
zieht zur Costa zwischen Querbinde und Spitze, drei scharfe schwarze Häkchen und feine
Strichei dazwischen stehen an der Costa, die beiden vor der Spitze vereinigen sich zu einer Schräglinie
an den Saum, die Spitze selbst ist fein schwarz; auch feinere Linien können noch von der Costa gegen
den Tornus ziehen. Die dunkeln Zeichnungen des Säumfeldes sind öfters unbestimmt braungelb
gesäumt, wie ausgeflossen. Die Fransen sind dunkel schwarzgrau, etwas glänzend, mit scharf schwarzer
Teilungslinie.
Bei der Var. remyana HS. ist der dorsale Teil der dunkeln Querbinde mehr oder weniger
rostrot aufgehellt, so daß bei guter Ausbildung hier hinter der Mitte des Dorsum ein großer bis über
die Flügelhälfte reichender rostroter Fleck sich findet,, der aber oft costalwärts. verwaschen ist. Die
Hinterflügel sind oft sehr dunkel, mitunter auch etwas blasser schwärzlichbraun, die Fransen stets
blasser als die Fläche mit dunkler Teilungslinie. Das Abdomen ist dunkel graubraun.
Die Raupe ist gelblich, der Kopf hellbraun, das Nackenschild etwas dunkler als der Körper. Sie
lebt im Herbst abwärts bohrend im Stengel von Stachys sylvestris, überwintert in den Wurzeln und
steigt im Frühling wieder aufwärts; sie verwandelt sich im oberen Stengelteil oder im trockenen Blütenstiel
anfangs Mai; der Falter fliegt von Anfang Mai bis Ende Juli (vermutlich in zwei Generationen).
Hab. Mitteleuropa (mit Ausnahme von ? Frankreich und Holland); Nordspanien, Estland
(Nordstrand).
37. Argyroploce penthinana Gn. Ind. p. 45; postremana Z. Isis 1846 p. 231; HS. IV p. 231;
He i n . p. 114; M e y r. p. 465; heydeniana HS. f. 259, 304, 305, 329.
Vorderflügel ähnlich geformt wie bei voriger, doch nie so breit, wie sie dort sein können, Saum
meist etwas steiler. Spannweite 14—18 mm. T a f . XVI, F i g . 46 <$, 47 $.
Der Kopf und Thorax sind braungrau, zuweilen mit gelblicher Mischung, Stirn und Palpen
blasser gelblich. Die Vorderflügel haben ein dunkelbraunes, bis schwärzliches Wurzelfeld, das von
dunkleren, zuweilen auch von etwas bleiglänzenden Querlinien durchzogen und durch eine winkelig
gebrochene schwärzliche Linie abgegrenzt ist; die dahinter folgende Querbinde ist braungelblich
bis blaßgelblich, in der Mitte ziemlich stark braun und bleifarben verdunkelt, an der Costa mit dunkeln
Schräghäkchen und -stricheln, am Dorsum mit solchen Wellenlinien; darauf folgt eine undeutliche
schwarz, gelbbraun und bleigrau gemischte Querbinde; sie beginnt mit zwei starken schwarzen Schräghäkchen
in der Mitte der Costa mit verdunkeltem Zwischenraum, zieht aber von der Radialis an mehr
senkrecht, aber heller gemischt und mehr aus einzelnen Wellenlinien zusammengesetzt zum Dorsum;
an ihrer am weitesten saumwärts vorragenden Mitte steht oft ein schwarzes Fleckchen in hellerer,
gelblicher Umgebung; durch eine bleiglänzende Linie getrennt folgt ihr am Dorsum ein hoher brauner
bis schwärzlicher Praetornalfleck, costalwärts zugespitzt, gefolgt von einem aus dem Tornus aufsteigenden
Silberstreif, der sich über ihm mit dem vorhergehenden verbindet. Das Saumfeld ist
gelblich bis bräunlichgelb oder orange, aber fast ganz erfüllt von einem breiten dunkelbraunen Saumstreifen
und der damit verbundenen schwärzlichbraunen Spitzenfüllung, in der Silberpunkte stehen
können; längs der Costa bleibt die helle Grundfarbe am besten erhalten, doch auch hier stehen drei
scharfe schwarze Häkchen und feine Strichei dazwischen; die Fransen sind dunkelbraungrau, mitunter
etwas gescheckt, am Tornus breit gelblich, mit schwarzer Basallinie. Die Hinterflügel sind braungrau,
beim d meistens, aber manchmal auch beim $ wurzelwärts verschieden stark aufgehellt; die Fransen
sind gelblichweiß, nach der Spitze hin grau, mit dunkler Teilungslinie. Das Abdomen ist bräunlichgrau.
Die Raupe ist dick, etwas platt, blaßgelblich bis schmutzig grünlich, Kopf und Nackenschild
sind schwarz (nach Meyr ick), oder bräunlich weiß, Kopf und Nackenschild dunkelbraun; die Wärzchen
sind bräunlich, die Analklappe ist blaßbraun; sie lebt vom September bis April im Stengel von Impatiens
nolitangere. Der Falter fliegt von Mai bis in den August (wohl auch in zwei Generationen).
Hab. Deutschland, Österreich, Galizien, England, Livland, Schweden, Sizilien.
38. Argyroploce fuligana Hb. f. 109; Tr. VIII p. 172; X, 3 p. 89; Dup. IV t. 62 f. 8; HS. IV
p. 221; f. 332; He i n . p. 113; S n e 11. II, 1 p. 275 (partim); Meyr . p. 464; ustvlana H w. p. 467.
Vörderflügel ziemlich schmal, beim Ç breiter und kürzer, Costa kaum gebogen, Apex stumpf
gerundet, Saum steil, leicht gebogen ; Hinterflügel rundlich trapezoid, schmäler als bei voriger. Spannweite
14—15 mm. T a f . XVI, F i g . 48 $, 49 cJ.