
Kopf und Thorax haben in beiden Geschlechtern die Farbe der dunkleren Stellen der Vorderflügel,
das Abdomen ist grau, der Analbusch des (J gelblicher.
Die Raupe ist grün bis dunkel olivgrün, die Wärzchen weiß, der Kopf ist braun, das
Nackenschild ebenso oder schwärzlich, vom weißlich. Sie lebt im Mai und Juni, mitunter bis
in den Juli hinein an fast allem Laubholz, besonders an Gartensträuchem; Rosa, Ribes, Rubus,
Lomcera, Ligustmm, Viburnum, Corylus, Prunus spin., Quercus; auch an Vaccinihm uliginosum
und Urtica m einer Blattrolle, worin auch die Verpuppung erfolgt. Der Falter fliegt vom Ende
Juni bis m den August, Hauptflugzeit ist der Juli; er ist fast überall gemein.
Hab. Ganz Europa, Kleinasien, Nordamerika.
15. Cacoecia evanidana Ke n n . Iris XIII, 1900 p. 214.
Diese und die folgenden vierzehn Spezies schließen sich wenigstens teilweise in bezug auf
Allgemeinhabitus und Flügelschnitt, auch hinsichtlich der Verschiedenheit zwischen <J und £ den
vorhergehenden Arten direkt an. Eine besondere Gruppe bilden sie j edoch durch diè Eigentümlichkeit
des Costalumschlags der Vorderflügel beim <J. Dieser beginnt nicht an der .Flügelwurzel, sondern
mehr oder weniger davon entfernt und stellt ein verschieden langgestrecktes dreieckiges Läppchen
vor, das nach der Oberseite zurückgeschlagon und an seinem Rande oft mit längeren Schuppenhaaren
besetzt ist, die sich dann der Flügelfläche anschmiegen. Die beiden freien Seiten des Dreieckes
können ziemlich gleichlang sem, oder die der Flügelwurzel zugewendete ist kürzer, die andere betracht J
lieh länger; auch die Breite des Umschlags wechselt und kann reduziert sein bis auf eine einfache
Aufbiegung der Costa, die dann beim oberflächlichen Betrachten nur verdickt erscheint. Hinsicht,
lieh des Flügelschnittes gehen die Arten allmählich in solche über, bei denen die Costa und der
Saum nicht mehr geschwungen, sondern einfach gebogen und sanft gerundet sind.
Cac. evanidana hat etwa den Habitus von Cao. decretano, die Flügel sind noch breiter, der
Saum steiler, besonders beim $, und die Costa stark geschwungen. Der Costalumschlag des 3 besteht
in der Nähe der Flügelbasis nur aus einer schmalen Aufwölbung der Costa und verbreitert sich erst
bei 'A derselben zu einem kleinen zurückgeschlagenen Läppchen. Spannweite 3 22 mm, £ 26 mm.
Taf. Vn, F i g . 14, 15 (Typen).
Die Grundfarbe der Vorderflügel ist bräunlich, seidenglänzend, Wurzel- und dorsalwärts
mit einem Stich ins Grünliche, zumal beim $. Von der Costa gehen zahlreiche schräge Wellenlinien
von dunkler brauner Farbe aus, von denen mehrere die ganze Flügelbreite quer durchsetzen
und durch dichtere, Stellung sowie leichte Verdunkelung des Grundes dazwischen die
schwachen Zeichnungen hersteüen. Beim $ kann man ein ziemlich großes, durch ein aus
mehreren parallelen Querlinien gebildetes gebogenes Baud begrenztes Wurzelfeld unterscheiden,
ferner eine ebenso zusammengesetzte Schrägbinde, die an der Costa durch Verdunkelung deutlich
beginnt, weiterhin aber nur durch dichter stehende braune Wellenlinien angedeutet ist; endlich
emen schwärzlichen, dreieckigen verwischten Praeapikalfleck, aus dem undeutliche feine Wellen
nach Saum und Tomus ziehen. Die Saumlinie ist fein dunkel, die Fransen ungefähr von der
Farbe der Flügelfläche mit breiter dunklerer Teilungslinie. Beim £ ist das Wurzelfeld nicht verdunkelt
und nur durch eine mehrfach gebrochene Schräglinie abgegrenzt; von der Schrägbinde
existiert die basale und distale Grenze als scharf braune Schräglinien, àn dèr Còsta etwas grau
ausgefüllt; auch gegen das Dorsum findet sich eine graue Verdunkelung; der Praeapikalfleck ist
undeutlich, aber von seiner Stelle ziehen scharfe Linien gegen den Tomus, dazwischen breitere
graue Schatten, eine auch basalwärts zur Mitte des Dorsums in das Ende der .angedeuteten
Schrägbinde, Die Fransen sind gegen die Spitze hin ziemlich dunkelbraun. Die Hinterflügel sind
von der dorsalen Mittelrippe an analwärts graubraun, costal- und spitzenwärts scharf abgegrenzt
gelblich, längs der Costa weißlich; beim ^ fin d en sich im gelben Teil feine braune Quersprenkel.
Die Fransen sind gelblich. Kopf und Thorax haben die Farbe der Vorderflügel, das Abdomen
ist heller bräunlichgrau, beim . J. seitlich gelblich, wie der Analbusch.
Hab. Askold im Ussurigebiet.
16. Cacoecia disparana Kenn. Iris XIII. 1900 p. 216.
Diese Art zeigt einen auffallenden Dimorphismus im Flügelschnitt; das ? erinnert an Cac.
decretana, die Costa der Vorderflügel ist noch stärker geschwungen und vor der Spitze stark,
konkav; beim $ ist die Costa spitzenwärts fast gerade und der Flügel auffällig verschmälert, so daß
es aussieht als sei der Saumteil des Flügels in der Ausbildung zurückgeblieben. Der Costalumschlag
beginnt erst 2 mm von der Basis, verbreitert sich rasch, um dann allmählich schmäler
zu werden und erstreckt sich bis zu 2/ 3 der Costa, am Rand ist er mit langen Schuppenhaaren
besetzt.
Spannweite d 29 mm, $ 33 mm. Körper ungewöhnlich robust. Taf . VII, F i g . 16. 17
(Typen).
Die Vorderflügel des & sind mattglänzend, im Saumfeld und längs der Costa breit schmutzig
gelbbraun, im übrigen Teil rötlichbraun überhaucht, mit reichlichen rotbraunen, im Saumfeld
mehr graubraunen, feinen Querwellen. Das Wurzelfeld ist durch ein rötlichbraunes Querband
abgeschlossen, das an der breitesten Stelle des Costalumschlags beginnt und fast senkrecht zum
Dorsum zieht; es ist beiderseits von einer rotbraunen Linie eingefaßt, von denen die basale am Dorsum
einen kräftigen schwarzen Fleck trägt. (In der Abb. ist die Verdunkelung der Binde ungenügend
zum Ausdruck gekommen.) In der Mitte der Costa beginnt ein Schrägband von dunkler brauner
Farbe, das sich weiterhin saumwärts verbreitert, um, wieder schmäler geworden, vor dem Tornus
ins Dorsum zu münden; es ist auf seiner basalen Seite von einer rotbraunen, zweimal leicht geschwungenen
Linie begrenzt, saumwärts nur in seinem costalen, dann wieder im dorsalen Teil. An Stelle
des Praeapikalfleckes entspringen nur einige kürzere Querlinien, die Saumlinie ist fein dunkel, die
Fransen ein wenig heller als die Fläche, an der Spitze distalwärts angedunkelt. Die Hinterflügel
sind graubraun, die Fransen weißlich, mit feiner bräunlicher Teilungslinie. Kopf und Thorax sind
dunkler braun als die Vorderflügel, das Abdomen ist braungrau, seitlich weißlich, der ungemein
starke Analbusch heller bräunlich.
Das ? ähnelt in hohem Grade einem riesigen, hellen $ von Cac. rosana; die Vorderflügel sind
lebhaft bräunlich ockergelb, dorsalwärts bräunlicher, nicht rötlich angehaucht; die dunkler braunen
Quer wellen sind reichlicher und schärfer, als beim <3; das Wurzelfeld ist nicht deutlich abgegrenzt,
es fehlt der Fleck am Dorsum; die Schrägbinde beginnt schon bei V3 der Costa und besteht eigentlich
nur aus einer fast geraden dunkelbraunen Linie, die schräg zum Dorsum vor dem Tornus zieht und
die auf ihrer Saumseite verwaschen dunkler abschattiert ist, wobei noch reichlich kurze Querwellen
den Schatten verstärken; an Stelle des Praeapikalfleckes ist die Costa auch leicht verdunkelt. Die
Hinterflügel sind heller gelblich braungrau, gegen die Spitze noch gelblicher, die Fransen bleich
gelblich mit feiner Teilungslinie. Kopf und Thorax sind wie die Vorderflügel gefärbt, das Abdomen
heller graubraun.
Hab. Ussurigebiet (Sutschan), unteres Amurgebiet (Chabarowka).