
Die Raupe ist olivgrün, die breite Dorsallinie und die schmäleren Subdorsallinien sind dunkler;
der Kopf ist rotbraun, das Nackenschild gelbgrün, schwarz punktiert. Sie lebt zwischen versponnenen
Blättern und Trieben von Berberis vulgaris, Ligustrum, Lonicera caerulea, caprifolium und xylosteum
im Juni und Juli, an manchen Stellen recht häufig. Der im April und Mai des nächsten Jahres erscheinende
Falter wird dagegen nicht oft gefunden.
Hab. Süddeutschland, Schweiz, Österreich-Ungarn, Piemont, Südwestrußland, Armenien;
Livland. Überall lokal.
2. Doloploca praeviella E r sc h . (Cheimatophüa). Hör. Soc. Ent. Ross. XII, 1876, p. 341;
id. Mem. Rom. II tab. 16 f. 11; Ke n n . Iris XIII p. 128, tab. 5 f. 1.
Von Größe und Habitus der vorigen; Vorderflügel jedoch mit spitzerem Apex, schrägerem
und deutlich geschwungenem Saume. Spannweite 25 mm. Taf . XI F i g . 12
Die Vorderflügel sind im allgemeinen zart braungrau, gegen die Ränder hin fein braun bestäubt.
Aus der Basis zieht eine breite, allmählich schmäler werdende, ockergelbliche Strieme durch die Länge
des Flügels, etwas näher der Costa als dem Dorsum zum Apex, zart verlöschend. Ganz iD der Form
des dunklen Bandes der vorigen Art zieht von 2/s der Costa eine schmale dunkelbraune Linie schräg
saumwärts, biegt in der hellen Strieme um und richtet sich basalwärts, um nahe der Basis ins Dorsum
zu münden; sie ist auf der vorderen Mittelader, in der Flügelmitte und auf der hinteren Mittelader
durch je einen schwarzbraunen Wisch verstärkt; auch in dem so abgegrenzten Basalfeld stehen in
der Strieme noch zwei dunkle Längsstrichel übereinander. An der Costa stehen zerstreut feine dunkle
Schrägstrichel, am Dorsum einige undeutliche dunklere Wische, aus denen sich zwei untereinander
und dem Saume parallele braune Linien gegen die Costa vor die Spitze erheben. Die Saumlinie ist
fein dunkel, ebenso eine Teilungslinie der Fransen, die etwas heller sind als die Fläche. Die Hinterflügel
sind hell bräunlichgrau, ihre Fransen noch bleicher, mit breiter, bräunlicher Teilungslinie. Kopf,
Thorax und Abdomen sind graubraun.
Der Falter fliegt im Mai.
Hab. Südostsibirien (Kachtak bei Irkutsk, E r s c h.) Ussurigebiet (Sutschan).
3. Doloploca buraetica S t g r. Iris V p. 388.
Größer als die beiden vorhergehenden, im Körper schlanker und schwächlicher; Costa der
'Vorderflügel fast gerade, Saum leicht geschwungen. Spannweite 30 mm. T a f . XI F i g . 14 d (Type).
Die Vorderflügel sind graubraun, im Saumfeld etwas gelblicher; eine an der Flügelwurzel
schmal beginnende, weiterhin etwas breiter werdende, ockergelbliche Strieme zieht der Länge nach
zum Apex; sie hebt sich nicht scharf ab und ist am Ende der Mittelzelle durch eine leichte Verdunkelung
schattenhaft unterbrochen. Alle dunkeln Teile des Flügels sind unscharf dunkler gewellt, die
Costa reichlich schräg gestrichelt; parallel mit dem Saum ziehen einige dunklere Fleckenstreifen, im
Centrum des Flügels steht ein schwarzes Fleckchen und die Adern sind fein dunkel. Die Fransen
sind lang, zart bräunlichgrau, mit dunklerer Teilungslinie. Die Hinterflügel sind blaß braungrau,
die Fransen heller, mit braungrauer Teilungslinie. Kopf und Thorax haben die Farbe der Vorderflügel,
das Abdomen die der hinteren.
Hab. Daurien (Kenteigebirge).
4. Doloploca diaracterana S n ei l . Tijdskr. XXVI, 1882, p. 191, tab. 11 f. 5.
Flügelschnitt und Habitus ganz wie bei der vorigen Art. Spannweite 28—30 mm. T a f . XI
Fi g . 13 <J.
Die Vorderflügel sind bleich graubräunlich, längs der Costa dunkler abgetönt. Nabe der Basis
erhebt sieb an der Gabelung der Ader a eine dunkelbraune, scharfe Zeichnung: ein schmales, saum-
warts gerichtetes Schrägband, das bis zur vorderen Mittelader reicht und auf der hinteren Mittelader
zahnartig saumwärts vortritt, im ganzen annähernd einem Vogelkopf vergleichbar. Am Dorsum
vor dem Tornus steht ein senkrechtes, dunkelbraunes Strichei bis zur Ader IV2 und setzt sich etwas
wurzelwärts gerückt zu einer gleichfarbigen, aus Punkten zusammengefügten, saumwärts konkaven
Bogenlinie bis zum Ende der Mittelzelle fort ;auf der Saumseite ist die Linie verwaschen dunkler angetuscht.
Vor dem Baume steht noch das Bruchstück einer diesem fast parallelen feinen braunen Linie
und vor dem Apex finden sich einige dunkle Pünktchen; die Adern sind sehr fein bräunlich, ebenso
eine Teilungslinie der sehr blassen, graubräunliehen Fransen. Die Hinterflügel sind gleichfalls blaß
graubräunlich, die Fransen noch bleicher, mit kaum angedeuteter Teilungslinie. Kopf, Thorax und
Abdomen sind dunkler braungrau.
Hab. Amur- und Ussurigebiet.
5. Doloploca lineata W 1 s h m. Asiat. Tort. Ann. & Mag. N. H. (7. ser.) V. 1000 p. 462.
Die Beschreibung dieser mir in natura unbekannt gebliebenen Spezies lautet in Übersetzung
wie folgt:
„Antennen brännliehgrau. Palpen und Kopf blaß bräunliehgrau. Thorax bräunlichgrau.
Vorderflügel mit gerundetem Apex, viel schrägerem Saume, als es in der Gneplmia- Gruppe von
Tortrix gewöhnlich ist; bräunlichgrau, mit zerstreuter Bestäubung durch leicht aufgerichtete schwärzliche:
Sehuppenbüschelchen, besonders in der äußeren Hälfte; ein schwach angedeutetes rötlichbraunes
Band entspringt vom Dorsum vor dem Tomus, und zieht zum oberen Winkel der Zelle, erreicht aber
die Costa nicht; bei manchen Stücken ist es beiderseits begleitet von vereinzelten Fleckchen zarter
Sprenkelung gleicher Farbe; die Ädern sind durch leicht blässere Linien angedeutet, die Fransen
stimmen mit ihnen in der Farbe überein, haben aber eine deutliche feine Doppellinie um Apex und
Saum. Spannweite 20 mm. Hinterflügel bräunlichgrau; die Fransen ziemlich blasser, mit einer
bräunlichgrauen, doppelten Schattenlinie; die Linien sind viel entfernter als die in den Fransen der
Vorderflüge!. Abdomen bräunlichgrau. Beine blaß grau.
Hab. Palästina.“
W a l s i n g h a m fügt hinzu: „Ich kann nichts beschrieben finden, was übereinstimmt mit
dem ungewöhnlichen Aussehen und Kolorit dieser Spezies. Sie ist viel kleiner als die zwei (!) bekannten
Spezies von Doloploca, aber in Form und Struktur stimmt sie besser mit dieser Gattung als mit der
Cnephasia-Gruppe von Tortrix.“