
XII. Gattung: Bactra S t e p h .
ApJielia Cu r t. (non H b.).
Diese Gattung kann, wenn sie als selbständige besteben bleiben soll, nur dadurch charakterisiert
werden, daß bei ihren Vertretern auf den Hinterflügeln die Adern IIL, II13 und IVX ganz
dicht beisammen (aber nicht, wie es angegeben wird, aus einem Punkt) aus der hinteren Ecke der
Mittelzelle entspringen und alle drei ganz gerade, etwas divergierend zum Saume verlaufen; dabei
sind die Adern II und IIL gestielt. (Taf. II, Fig. 2.) — Der Thorax ist glatt, die Palpen, etwas
gesenkt, sind oben und unten breit beschuppt. Die Vorderflügel sind schmal und lang, der Apex
spitz, der Saum gewöhnlich sehr schräg, gestreckt, oder etwas geschwungen, selten ganz leicht gebogen.
Eine der hierher gehörigen Arten ist Kosmopolit, eine zweite in Europa, doch mehr im Süden
verbreitet, die übrigen sind ausgesprochen südliche Formen.
1. Bactra lanceolana Hb. f. 80; T r. VIII p. 232; D u p. IX t. 253 f. 1; H | i IV p. 243;
W i 1 k. p. 145; H e i n p. 134; S n e 11. II, 1 p. 301; M e y r. p. 456; dibdiana H b. f. 272; pawperana
Cu r t . Brit. Entom. XIII t. 599; Wood . f. 991; signana HS. f. 317.
Äberr. {Gen. aest.) nigrovittana S t e p h . List p. 99; Wood . f. 1790; B a r r . Monthly
Mag. X p. 97.
Vorderflügel saumwärts nicht oder nur wenig verbreitert, Costa ganz leicht gebogen, Apex
ziemlich scharf, Saum schräg, gestreckt oder leicht geschwungen; Hinterflügel rundlich trapezoid,
ziemlich schmal. Taf . XVIII F i g . 68 $, 69 <$ (ungewöhnlich dunkel).
Die helle Grundfarbe der Vorderflügel ist bleich strohgelb oder etwas bräunlichgelb; mitunter
sind aber die Flügel auch durch braune oder braungraue Bestäubung stark verdunkelt, so daß die
gelbliche Grundfarbe nur noch an einzelnen Stellen als Umsäumung bleibt (Fig. 69). Bei solchen
dunklen Stücken ist auch die Zeichnung am schärfsten und vollkommensten. Ein Wurzelfeld ist
nicht ausgeprägt, sondern der Flügel ist von der Wurzel bis zur' Mitte von zahlreichen dunkleren
Bogenlinien bedeckt, die aus schrägen Costalstricheln entspringen und am Dorsum öfters etwas
verstärkt und verbreitert sind; in der Falte ist gewöhnlich eine von der Wurzel ausgehende dunkle
Längsstrieme bis vor die Flügelmitte deutlich und öfters die einzige Zeichnung in diesem Flügelteil.
Aus der Mitte der,Costa zieht ein dunkelbraunes Band erst schräg saumwärts, dann sich verbreiternd
mehr senkrecht zum Dorsum, wo es von der Mitte bis zum Tornus ausgedehnt ist. Es macht auf seiner
Saumseite über und unter der Mitte einen zahnartigen Vorsprung und ist hier am dunkelsten; zuweilen
ist der zweite Vorsprung auch durch helle Umrahmung abgetrennt. Aus der Verbreiterung am Tornus
steigt ein, gleichfalls hell umrandeter, Praetornalfleck von dunkel schwarzbrauner Färbung auf.
Meistens ist von diesem Schrägband nur der costäle Teil als verstärkte Schräglinie, und der zweite
Vorsprung als dunkle Winkelzeichnung, costalwärts offen, übrig, sowie vom Praetornalfleck ein
Rest in Form einiger schräg übereinanderstehender Punkte oder Striehel. An der zweiten Hälfte
der Costa stehen reichlich dunkle Schrägstrichel, die selten in dickere Häkchen und feinere Zwischenstrichel
geschieden sind; etwa das vierte von der Schrägbinde aus ist gewöhnlich kräftiger, verlängert
sich schräg saumwärts und schwillt vor der Spitze kolbig an; der Grund in seiner Umgebung und längs des
Saumes ist verdunkelt. Zumeist sind nun, bei den gewöhnlichen helleren Exemplaren, die Cöstalstrichel
weniger dunkel und die kolbige Linie ist ersetzt durch eine dunklere Strieme, die unter dem Apex
wurzelwärts zieht; der Grund in ihrer Umgebung kann grau bestäubt und auch die Saumverdunkelung
angedeutet sein. Recht oft sind die basale Strieme, der Winkelfleck in der Mitte und die Strieme
aus der Spitze die einzigen bemerkenswerten Zeichnungen. Die Fransen sind bei den hellen Stücken
graulich-strohgelb, bei den dunkeln braungrau, mit einer stärkeren und einer oder mehreren feinen
Teilungslinien. Die Hinterflügel sind heller bis dunkler grau, oder auch graubraun, die Fransen stets
hell mit meist dunkler Teilungslinie.
Unter den im Hochsommer fliegenden Stücken finden sieh nicht-selten solche, bei denen die
dunklen Beste der Zeichnungen zusammengefiossgh sind zu einer kontinuierlichen dunklen Längsstrieme
aus der Wurzel zur Spitze. (Forma higromttana Stph.). Als Generat» aestiva, können solche
Stücke nicht bezeichnet werden, da auch anders gezeichnete zu derselben Generation gehören,
sondern nur als Aberration.
' Kopf und Thorax sind entsprechend der Vorderflügelfaibe gelbgrau bis braungrau, das Abdomen
ist grau.
Die Eaupe ist jung spangrün, später trüb weißlich mit kaum sichtbaren schwarzen Wärzchen,
Kopf und Nadfcensehild sind dunkelbraun, die Analklappe ist ldein, hellbraun. Sie lebt von April
bis m den Juli in mehreren Generationen im, unteren Stengelteil von Juncus conglomeratus. Der
Falter fliegt von Mai bis Ende September, an feuchten Stellen oft. häufig.
Hab. Das! ganze pMaearktische Gebiet, mit Ausnahme des hohen Hördens; Nordamerika,
Australien.
2. Bactra furfurana Hw. Lep. Brit. p. 466; WO ö d f. 1024; Wil k . p. 147; He in ,
p. 135; S n e 11. II, 1 p. 300; M e.y r. p. .457; arntana E v. Fauna Volg.-Uräl. p. 529; lamama Z.
Isiiil846 p.‘'257'; scirpama' H S.. IV p. 243; pimperana H S. f. 302; dmuisana Mi l l . Eevue Zool.
1874 p. 247; Annl Söc. Cannes 1875 t. 1 f .-6.
Vorderflügel schmal, gleichmäßig breit, Costa wie vorher, Apex spitzer, Saümschräger, gestreckt:
Hinterflügd gleichfalls sohmal, Saum flach gebogen, unter der Spitze etwas flach. Spannweite 18 mm
T ä f. XVIII F i g . 70 d, 71 y..
- Die' Grundfarbe'der Vorderflügel wechselt auch Her zwischen, trüb ockergelblich und braun-,
rötlich; erstere Färbung ist die häufigere. Die dunHen Zeichnungen, die der Grundfarbe entsprechend
graubraun bis dunkel rotbraun sind, sind bei, dieser Art in der Eegel deutlicher ausgeprägt.. Meist ist
ein Wurzelfeld durch eine dunHere,'. etwas gebogene:oder stumpf geknickte' Binde iabgegrenzt, die
jedoch gegen die Costa Hn des öfteren abgebrochen ist; das Innere des Wurzel fehles ist mehr oder
weniger dunkler als, die Grundfarbe und von dunHefen Bogenlinien durchzogen. In der Flügelmitte
steht eine dunHere Querbinde, -von der Costa bis zur MittesSclw|g;,saumwärts, dann etwas basalwärts
geknickt, zur Mitte des Dorsum ziehend; mitunter steht'sie ganz gerade, wenn sie an der.Cösta durch
Hinzunahme von noch einem oder zwei Costalstricheln'verbreitert beginnt; meist ist sie übrigens
über und unter der Mitte hell unterbrochen; sie ist in der Mitte nicht'wesentlich dunkler und der
vorstehende Zahn ist kaum ausgeprägt; auch steht Mer Praetornalfleck stets frei, getrennt von ihr.