
Kopf und Thorax sind dunkel bläulich schwarzbraun, Stirn und Palpen heller, mehr gelblich,
das Abdomen ist braungrau. Die Vorderflügel haben ein dunkel blauschwarzes, von tief sch warzen
Linien durchzogenes und durch eine schwach gebogene dickere schwarze Linie scharf abgegrenztes
Wurzelfeld. Darauf folgt eine schwach gebogene an der Costa etwas breitere, blaß ockergelbliche
Qüerbinde mit einigen bräunlichen Querwellenlinien. Der übrige Teil des Flügels ist gelblich rostbraun
mit Blaugrau und Schwarz gemischt. An der Costa steht in der Mitte ein breiteres schwarzes
Doppelhäkchen, dem noch drei kräftige, scharfe, schwarze Praeapikalhäkchen und ein ebensolcher
Spitzenfleck folgen; ihre Zwischenräume sind ockergelblich, fein schwarz geteilt. Aus dem dritten
schwarzen Praeapikalhäkchen zieht ein breiter rostgelber Schrägstreif, saumwärts scharf begrenzt,
wurzelwärts mit der übrigen rpstgelben Färbung fast verschmolzen zur Mitte des Saumes; er ist
saumwärts schwarzbraun dicht bestäubt und in seiner Mitte durch diese Bestäubung gegen den
Tornus hin verbreitert; vor letzterem stehen auf dem Dorsum vier schwarze Strichei; deren Zwischenräume
und der Raum über dem Tornus sind braun und dunkel blaugrau ausgefüllt; an der Querader
steht ein schwarzer Querstrich. Die Fransen sind graubraun mit schwarzbrauner Teilungslinie,
unter dem Apex und über dem Tornus je zweimal fein hell durchschnitten.
Die Hinterflügel sind graubraun, die Fransen bräunlich mit dunkler Teilungslinie.
Hab. Amur; Japan.
4. Cymolomia transversana Chr . Bull. Soc. Nat. Moscou 1881, I p. 75.
Form der Vorderflügel wie bei voriger, Saum jedoch steil, wenig gebogen; Hinterflügel ausgesprochen
trapezoid, Saum erst weiter distal gebogen; Anhang des $ wie bei voriger. Spannweite
20 mm. T a f . XVIII, Fi g . 10 $ (Original).
Kopf, Thorax und Abdomen sind fast gleichfarbig graubraun. Die Zeichnungsanlage der
Vorderflügel ist dieselbe, wie bei den zwei vorhergehenden Arten, aber in den Einzelheiten schärfer.
Ein an Costa und Dorsum gleichweit reichendes Wurzelfeld, durch eine etwas geschwungene schwarze
Bogenlinie abgegrenzt, ist dunkel graubraun, dorsalwärts mehr blaugrau, von mehreren dunkleren
Bogenlinien durchzogen; darauf fplgt ein fast rein weißes, von dunklen Querlinien durchzogenes
Querband, an der Costa ein wenig breiter als am Dorsum; der übrige Flügel ist im allgemeinen oliv-
braun; man kann darin unterscheiden ein in der Mitte der Costa aus einem schwarzen Doppelhäkchen
entspringendes dunkles Querband, basalwärts fast gerade, saumwärts bogenförmig bis zum Tornus
begrenzt; es ist auf seiner Saumseite durch eine zuerst feine Bleilinie begrenzt, die sich später gabelt
und ihre verbreiterten Äste einerseits genau in den Tornus, andrerseits zu 2/ 3 des Dorsums sendet;
dadurch wird ein größerer brauner, schwarzwelliger Praetomalfleck abgegrenzt, der aber infolge
dunkler Bestäubung und Glanzlosigkeit des trennenden Astes noch zur hier sehr breiten Querbinde
zu gehören scheint. Letztere ist auf ihrer distalen Seite durch schwarze Wellenlinien stark verdunkelt.
Durch die postmediale Bleilinie und eine darauf folgende wird ein olivbrauner Schrägstreifen
eingefaßt, der von der Costa aus sich verbreiternd zum Saum über dem Tornus zieht. Hierauf
folgen an der Costa noch drei scharfe schwarze Schräghäkchen, deren ockergelbliche Zwischenräume
fein geteilt sind; aus ihnen und den Zwischenstricheln laufen olivbraune Linien zusammen nach
dem Saum unter der Spitze; diese selbst ist schwarzbraun. Die Fransen sind olivbraun, unter der
Spitze und über dem Tornus je zweimal hell durchschnitten, und haben eine feine schwarze Teilungslinie.
Die Hinterflügel sind graubraun, die Fransen hell gelblich mit grauer Teilungslinie.
Hab. Amur- und Ussurigebiet; Korea, Japan.
V. Gattung: Attcylis Hb.
Phoxopteryx T r.
Epibleminae mit glattem Thorax, ohne Haarpinsel an den Hinterschienen, ohne Costalum-
schlag der Vorderflügel, aber mit einem Haarpinsel am Dorsum der Hinterflügel des <?; dieser sitzt
nahe der Flügelwurzel und liegt dem Dorsalrand des Flügels, in einer dorsalen Umrollung geborgen,
auf; die Umrollung selbst hat einen verdickten Rand. Vgl. Taf. II, Fig. 26—30. Charakteristisch
ist ferner, daß die Vorderflügel einen sehr spitzen, scharf vorgezogenen, oft sichelförmig gebogenen
Apex und dementsprechend einen geschwungenen Saum haben.
In Bezug auf das Geäder ist zu bemerken, daß Ader IIL und IVi der Hinterflügel bald aus
einem Punkt, bald auf gemeinsamem Stiel entspringen, ja bei einigen Arten in ganzer Länge zusammenfallen;
| | ist dem Ursprung dieser beiden Adern durch Biegung ihres Basalteils angenähert; II und
IIIi entspringen nahe beisammen, jedoch getrennt aus der vorderen Ecke der Mittelzelle und ziehen
eine Strecke weit parallel.
In der Zeichnung der Vorderflügel zeigen die Vertreter dieser Gattungen mancherlei allgemein
Übereinstimmendes; die Costa ist meist schon von der Basis an mit zahlreichen recht schräg liegenden
Stricheln besetzt, die sich in gleicher Weise bis zum Apex fortsetzen, oder in der zweiten Hälfte als
kräftigere Schräghäkchen auf treten; öfters ist hier nur jedes zweite ein scharfes Häkchen, während
das dazwischen liegende ein Teilungsstrichel des hellen Zwischenraumes bleibt. Aus dem ersten
hinter der Mitte liegenden hellen Zwischenraum zieht oft eine helle, zuweilen metallische Linie bis
zum Saum unter dem Apex, gefolgt von einer dunkeln Linie, mit der alle folgenden Strichei und
Häkchen sich vereinigen. Ein dunkles Wurzelfeld ist nur selten vollkommen ausgebildet, dagegen
tragen viele Arten den dorsalen Teil eines solchen als großen dunklen, von der Wurzel oft über die
Hälfte der Flügellänge reichenden Dorsalfleck. Uber dem Tornus am Saume liegt vielfach eine ovale
oder rundliche helle Stelle, ohne oder mit dunkeln Zeichnungen im Inneren, die man kurz als „Spiegel“
oder Spiegelstelle bezeichnet. Bei einigen Arten ist der ganze Dorsalteil des Flügels von hellerer
Färbung als der Costalteil. Unter dem vorgezogenen Apex sind die Fransen ganz allgemein durch
eine feine dunkle Linie durchschnitten, selten durch zwei.
Die meisten Arten (vielleicht alle) haben zwei Generationen; die Raupen der 2. Generation
sind bereits im Herbst erwachsen und überwintern unverwandelt oder verpuppt. Die Raupen leben
zwischen zwei aufeinandergehefteten Blättern, oder in einem dütenförmig zusammengesponnenen
Blatt, oder zwischen unregelmäßig gerollten Blättern. Sie sind gewöhnlich nicht so einfarbig, wie
die ändern Wicklerraupen zumeist, sondern durch Flecken um die Wärzchen herum, oder unter
Zusammenfließen derselben durch Längsstreifung ausgezeichnet.
Die Arten haben ihre Hauptverbreitung in Mittel- und Nordeuropa, von wo aus einige nach
Süden, andere nach Nordosten gehen; wenige sind nur aus Sibirien oder nur aus der Umgebung des
Mittelmeeres bekannt.