
s tatica hängt au f das augenfälligste zusammen m it der viel reicheren Ausbildung der P ro sta ta -
driisenzellen selbst, die h ie r in beträchtlicher Zahl fa s t den gesammten, innerhalb des Cirrusbeutels
von der Samenblase noch frei gelassenen Raum dicht gedrängt ausfüllen. Ih r e Form is t
allenthalben die gleiche, ih r Aussehen etwas wechselnd, indem sie in dem einen F a lle ziemlich
hell und h y a lin (Dist. isoporum), im anderen F a lle s ta rk körnig und undurchsichtig sind (Dist.
confusum, meclians, claviget'um).
Auch der D u c t u s e j a c u l a t o r i u s weist einige, zum Theil wesentliche Verschiedenheiten
auf, und zwar sowohl in seiner äusseren Form, als in seiner inneren A usstattung. Was
die ersteren anbelangt, so fä llt es bei einzelnen A rte n ziemlich s ta rk auf, dass der vordere Theil
dieses Ductus in grösserer oder g eringerer Ausdehnung gegen den hinte ren n ich t unbeträchtlich
v e r d i c k t is t (z. B. Dist. globiporum Fig. 96, Taf. V, Dist. cylindraceum Fig. 147, Taf. VTI). In
anderen Fällen is t eine solche Dickenzunahme zwar auch vorhanden, aber in bedeutend geringerem
Maasse, so dass sie vielfach kaum bemerklich is t (Dist. isoporum Fig. 104, Taf. V, Dist. nodulosum
Fig. 93, Taf. V u. a.). In seinem B a u e unterscheidet sich dieser verdickte Theil nich t von dem
des dünner gebliebenen, wohl aber in seiner physiologischen F u n c t i o n , denn e r is t es, der nun
nach aussen hervorgestülpt und als Begattungsorgan benutzt werden kann. Ic h nenne ihn deshalb
auch im eingezogenen Zustande C i r r u s oder P e n i s , und unterscheide ihn damit von dem
nunmehr (nach Isolirung der P a rs p ro sta tic a und Abtrennung des Penis) noch übrig bleibenden
mittleren Theile des ursprünglichen Ductus* ejaculatorius, dem D u c t u s e j a c u l a t o r i u s i m
e n g e r e n S i n n e (cf. oben pag. 183). Die histologische S tru c tu r beider i s t , wie gesagt, die
gleiche; die äusserlich sie bekleidende.Längs- und Ringmuskulatur zeichnet sich aber n ich t selten
durch eine ganz exquisite Entwickelung aus, so namentlich bei dem Dist. isoporum (Fig. 1,04 u. 105,
Taf. V), wo sie aus seh r schönen, sch a rf begrenzten, bis 0,01 mm b re it werdenden F a s ern besteht.
Beide Schichten haben ungefähr die gleiche Stärke. Bemerkenswerth is t die i n n e r e
A u s k l e i d u n g , die fa s t regelmässig jene bereits geschilderte Auflösung in Zäpfchen und
Zöttchen zeigt, im ausgebildeten Zustande aber k e i n e Kerne mehr erkennen lässt. In der T h a t
is t sie auch von allen Autoren bis je tz t als „Cuticula“ oder als von cuticulaähnlicher Beschaffenh
e it beschrieben worden. W ir werden sp äte r noch sehen, dass sie das e rstere keineswegs, sondern
re in z e l l i g e r N a tu r ist.
Eine bemerkenswerthe Ausnahme von der gewöhnlichen Auskleidung des Ductus ejacula
to riu s macht das Distomum perlatum, bei dem sich die Innenseite besetzt zeigt mit 0,02 mm
langen, sehr scharfen und spitzen Stacheln, die, bei eingezogenem Beg a ttu n g sap p arat nach vorn
zu gerichtet, eine entsprechende, scharfe Streifung des Organes bedingen (Fig. 82, 84, Taf. IV).
Eine völlig gla tte , innere Oberfläche des Ductus habe ich bei keiner der von mir untersuchten
A rten gefunden.
Was endlich den C i r r u s b e u t e l anbelängt, so wäre ausser der schon gelegentlich e rwähnten,
s ta rk v erlängerten Form desselben n u r noch hervorzuheben, dass die S tä rk e seiner
Muskelwände durchaus nich t immer constant ist. Namentlich bei den oben angeführten Formen
mit s ta rk he rvortretenden Penis und mit s ta rk muskulösem Ductus ejaculatorius is t auch die
Muskulatur des Cirrusbeutels ganz beträchtlich k rä ftig e r entwickelt. In die Augen springend
is t dies wieder bei dem Dist. isoporum (bes. Fig. 104, Taf. V II); ihm schliessen sich an Dist.
globiporum, Dist. cylindraceum, fe rn e r die Froschdist'omen mit seitlicher Genitalöffnung u. s. w. In
allen Fällen scheint es übrigens noch ganz allgemein gültige Regel zu sein, dass diese Muskulatur,
und zwar sowohl der längs, als auch der ringförmig verlaufende Theil, nach hinten zu an Stärke
etwas abnehmen. Besonders auffällig is t diese Erscheinung bei dem so s ta rk in die Länge
gezogenen Cirrusbeutel des Dist. variegatum, wo schon kurz h in te r dem Vorderende der Samenblase
die Muskulatur beträchtlich 'schwächer ist, als ah der Verbindungsstelle des Bentels mit
der Wand des Leitungsweges.
d) Die Ausstülpung des Penis.
Es e rü b rig t nun noch, auf die A r t und 'Weise, au f welche der Öbpulationsapparat unserer
W ürmer z u r Entwickelung, d. h. zum H e rv o rtreten nach aussen, gebracht wird, einen Blick zu
werfen. Die Möglichkeit hierzu knüpft an an das Vorhandensein des Cirrusbeutels und wird
bedingt durch die schon frü h e r betonten Eigenschaften desselben, in seiner Wand muskulöse
Elemente. 7M S i t z e n , und mit der Wan d des durch ihn hindurchziehenden Leitungsapparates
vorn und hin ten allseitig f e s t verbunden zu sein. Zieht sich die Muskulatur des Beutels zusam
m en danp, - e rfolgt ein Druck a u f 's e in em In h a lt, zunächst also a u f die direct u n te r ihm
hegenden P ro sta tad rü sen und die-sonstige Füllmasse. Dieselbe kann, da sie ringsum abgeschlossen
ist, nicht nachgeben, höchstens dass 6s-auf dieSih Weise f | h in e r k rä ftig en Entleerung der Secret-
massen -der genannten Drüsenzellen k ä m e B | |h das in. W irk lich k e it geschieht, habe ich freilich
n ic h t beobachtet. De r Druck w ird sich in Folge der herrschenden Umstände also au f den Leitungscanal
selbst -und seihen In h a lt, übertragen.- In e rs te r Linie wird h ie r n a tü rlich die s ta rk geschwollene
Samenblase betroffen, deren Füllung nach vorne und hinten entweichen könnte. In-
dessen geschieht dies, w ie der Augenschein le h rt, nicht. Ein Z u rücktre ten der Samenfäden nach
h in ten i s t von v orn herein ve rh in d e rt durch das Vorhandensein des frü h er beschriebenen, zeitigen
Verschlnssapparates; aber auch nach vorne tre te n zunächst keine Spermatozoen aus, augenscheinlich,
dass durch die zwischen Sämenblase und P a rs prosta tic a entwickelte, s ta rk muskulöse
E inschnürung auch h ie r ein Abschluss bewirkt wird. Uebrigens w ird in Folge der oben betonten,
schwächeren Ausbildung der Cirrusbeutelmuskulatur in dessen hinterem Theile schon von vorn
herein der Druck a u f - die Samenblase geringer ausfallen, als der au f den vorderen, den Ductus
ejaculatorius nebst Penis enthaltenden Abschnitt des B eitels . A u f diesen w ird er ¿ich alsö
hauptsächlich concentriren und h ie r fü h r t e r denn auch zu dem B e sa ite te, dass die beiden gen
annten Theile des Leitungscänales ans. dem Beutel durch den einzigen, noch offenen Ausweg,
die vordere Oeffnung, i n d e n G e n i t a l s i n u s hinaustreten. Dieses Hinaustreten aber kann,
da d e r En d th eil des Penis durch seine Verwachsung mit dem Cirrusbeutel in seiner Lage unverrü
ck b a r f e s t g e h a l t e n wird, n u r so erfolgen, dass die vorher rückwärts der Oeffnung gelegenen
Theile d u r c h d i e s e l b e h i n d u r c h t r e t e n , wobei sie sich natuxgemäss u m s t ü l p e n müssen.
Es w ird dabei die bisherige Innenwand- zu r Aussenwa-nd, und es kommen dann alle jene Bildungen,
welche w ir frü h e r au f der Innenfläche des Ductus ejaculatorius kennen lernten, au f die äussere
Oberfläche zu liegen.
D e r Grad, bis zu welchem die Ausstülpung des Penis erfolgt, h än g t n a tü rlich ab von
der In te n s itä t des von der Girrusbeutehuuskulatur ausgeubten Druckes. I s t derselbe n u r gering,
dann t r i t t n u r ein Theil des Penis nach aussen hervor, und zwar zunächst in d e n G e n i t a l s
i n u s hinein (vergl. H e r die Fig. 105, Taf. V und Fig. 170, Taf. VHI). Der Ductus ejaculatorius
Bibliotheca zoologica. Heft 16. og