
tereticolle auch der schmale, v o r dem Mundsaugnapfe noch gelegene Körpersaum (in welchem
bekanntlich auch die weit nach vorn herumlaufenden vorderen L a teralnerven gelegen sind) von
T richtern, und zw ar von 7 oder 8 besetzt is t; sie gehören dem Bezirke des ersten (vordersten)
Nebengefässes an.
Die G e s c h l e c h t s o r g a n e . Distomum tereticolle b e sitzt, wie auch alle die im Nachfolgenden
beschriebenen Würmer, n u r e i n e e i n z i g e GenitalÖifnung, den Genitalporus (Fig. 59,
Taf. I I I ; 6 6 , Taf. IV.). Derselbe liegt in der Mittellinie der v entralen Körperfläche kurz vor
dem Bauchsaugnapfe und re p rä s e n tirt eine gewöhnlich sehr kleine Oeffnung, die am lebenden
Thiere g a r nich t so leicht zu beobachten ist. Sie fü h r t hinein in einen Hohlraum, den man als
Vorhof, Atrium, oder Genitalsinus bezeichnet. Derselbe is t bei unserem Wurme ein ursprünglich
kugeliger Raum, der aber dadurch, dass von der Hinter- (Rücken)seite her eine kegel- oder
papillenförmige Erhebung ziemlich weit in sein Inneres v o rsp rin g t, au f dem Schnitte mehr oder
weniger halbmondförmig erscheint (Fig. 59, GS). A u f der Spitze des genannten Vorsprunges
liegen dicht nebeneinander die eigentlichen Genitalöffnungen (cT und o der cit. Fig.). So sieht
der Genitalsinus aus bei den direct ihrem natürlichen Wohnorte entnommenen Würmern. L e g t
man sie jedoch in W asser oder in Kochsalzlösung, was sie, wie schon den ä lte ren Autoren
aufflel, sehr lange ohne Na chtheil e rtra g en können, dann bemerkt man, wie allmählich vor dem
Saugnapfe, da wo sonst die männliche Samenblase deutlich erkennbar ist, eine immer s tä rk e r
h ervortretende kugelige Auftreibung des Körpers sich bildet, die durch massenhaft angesammelte
E ie r bedingt ist. Sie wird schliesslich so gross, dass sie fa s t die ganze Höhe und Bre ite des
Körpers einnimmt und schon mit blossem Auge als kleines Knötchen von (durch die E ier h e rvorgerufener)
gelblicher F a rb e a u ffä llt; sie w a r auch schon den früheren Untersuchern bekannt,
die ja die Würmer s tets in W asser brachten. Diese Auftreibung is t nichts anderes, als
ein enorm ausgedehnter Genitalsinus (Fig. 6 6 , Taf. IV), wie man besonders durch einen Längssch
n itt zweifellos d a rth u n kann. Es w ird der Sinus also gelegentlich zu einem Sammelraume, in
welchem die E ie r e rs t einige Z e it verharren, ehe sie nach aussen abgelegt werden; in seinem
Grunde bleiben aber die au f der papillenförmigen Erhebung gelegenen Genitalöffnungen stets
deutlich erkennbar.
M ä n n l i c h e O r g a n e . U n g e fäh r an der Grenze des m ittleren und h in te ren K örpe rd
ritte ls bemerkt man bei unserem Wurme d re i ovale oder kugelige Körper, von denen die beiden
h interen die Hoden darstellen. Sie fallen durch ih re helle Beschaffenheit leicht in die Augen
und besitzen einen m ittleren Durchmesser von 0,7 mm. Aus jedem derselben kommt an der
vorderen Peripherie ein Vas deferens h e rv o r, das bei normaler H a ltu n g des Leibes in ziemlich
gestrecktem Verlaufe nach v orn über den Bauchsaugnapf hinwegzieht und vor demselben dann
mit seinem Genossen der anderen Seite sich vereinigt. Obgleich nämlich die Hoden selbst augenscheinlich
völlig median gelegen sind, is t d ies mit den Samenleitern n ic h t der F a ll ; es entspringt
vielmehr der des vorderen Hodens links, der des hinte ren rechts, und so verlaufen sie auch nach
vorn p a ra lle l dem Innenrande der Darmschenkel, um e rs t über dem Saugnapfe nach der Mitte
einzubiegen. Sofort bei ihrem Zusammentreffen schwellen die nunmehr einen einheitlichen Canal
repräsentirenden Leitungswege, die jeder einen Durchmesser von 0,012 mm besassen, zu einem
lOmal s tä rk e ren Sacke von 0,11 — 0,13 mm W eite an, d e r fü r gewöhnlich pra ll m it Samenfäden
gefüllt is t und die männliche S am e n b l a s e , die V e s i c u l a s em i n a l i s re p rä sen tirt. An dem
Uebergange der Samenleiter in die Samenblase finden sich besondere Verschlussapparate, die wir
h ie r n u r erwähnen, dagegen in dem folgenden Abschnitte der A rb e it genauer kennen lernen
wollen. Die Blase selbst besitzt eine ansehnliche Länge, lä ss t dieselbe jedoch nicht au f den
ersten Blick erkennen, da sie sich in mehr oder minder dichte Windungen zusammenlegt und
einen äusserlich compacten, knäuel- oder kugelförmigen Körper da rs tellt; ausgestreckt würde sie
einen Schlauch von IV2—2 mm Länge repräsentiren. Die Windungen liegen ziemlich dicht auf-
und umeinander, die Zwischenräume zwischen ihnen sind ausgefüllt von einem Bindegewebe,
welches dem Parenchymgewebe des Körpers ganz ähnlich ist. Gegen das le tz tere zeigt sich der
ganze Knäuel abgeschlossen durch einen anscheinend a llseitig geschlossenen Sack, der sich bei
genauerem Zusehen freilich als nichts anderes, als eine mehr oder minder undeutlich begrenzte,
fibrilläre Parenchymlamelle d a r s te llt; von einem eigentlichen Cirrusbeutel, wie e r bei einer grossen
Anzahl v erwandter Trematodenformen bekannt ist, kann h ie r keine Rede sein. Ausserdem zeigt
sich noch, dass in unserem F a lle der Parenchymsack weder vorn noch hinten sch a rf begrenzt
is t, sondern an beiden P unkten ganz allmählich verschwindet und in das normale Parenchym
übergeht.
Nach dem vorderen Ende zu w ird die Füllung der Samenblase übrigens geringer, und
diese nimmt daher n a tü rlich an Querdurchmesser a b ; kurz vor der Genitalöffnung au f dem
oben erwähnten, kegelförmigen Vorsprunge zeigt sie ziemlich unvermittelt eine kugelartige Anschwellung
von eigenthümlichem Baue. Dieselbe i s t bereits V a n B en ed en aufgefallen und
von ihm auch gezeichnet, im Texte aber nicht e rwähnt worden. *) Es is t nicht ganz leicht, über
ih ren Bau in’s Klare zu kommen. Am besten würde sie sich vergleichen lassen mit einer Hohlkugel,
in welche von hinten h e r ein Ro h r (die Samenblase) einmündet, welches nach vorn zu
wieder aus ih r h e rv o r tr itt (die Fortse tzung des Leitungsweges = Ductus ejaculatorius). Nun
is t aber w e ite r der innere Hohlraum der Kugel nich t unverändert geblieben, sondern es h a t sich
die ganze, von der Samenblase durchbohrte Hinterwand nach vorn hereingestülpt, und so den
Hohlraum au f eine Schalen- oder Napfform zusammengedrückt; dabei is t die Mündung der
Samenblase au f die Spitze einer nach innen gerichteten Erhebung und ausserdem direct vor
den A u s tr itt des folgenden Ductus ejaculatorius zu liegen gekommen (Fig. 67, Taf. IV). Die
Einstülpung geht nun soweit, dass die beiden Hälften der Kugelflächen zwar n ich t in ih re r
ganzen Ausdehnung, wohl aber in vier Linien zu r Berührung und Verschmelzung kommen,
welche durch zwei in dem A u s tritte des Ductus ejaculatorius sich u n te r rechten Winkeln schneidende
Meridiane d a rg e ste llt werden. Der Hohlraum des ganzen Apparates wird damit reducirt
au f vier, von dem A u s tritte des Ductus ausstrahlende, rad iä re Taschen, h a t also dieselbe Ges
ta lt, wie z. B. der G a stralraum einer Gharybdea marsupidlis, deren Mundstiel die eintretende
Samenblase reprä sentiren würde. Die Function, des ganzen Gebildes kann kaum einem Zweifel
unterliegen; es is t ein V e r s c h l u s s a p p a r a t , der namentlich von aussen h e r den Zugang zu
der Samenblase verhindert. E s is t wenigstens ohne Weiteres einzusehen, dass irgend welche
Objecte, die von aussen h e r in jenen A p p a ra t hereingeführt werden, mit viel grösserer W ah rscheinlichkeit
in die vorn offenen und nach hinten geschlossenen Taschen, als in den Eingang in
die Samenblase gelangen, der sich au f der Spitze des zwischen den Taschen gelegenen Vor Sprunges
befindet. Es k e h rt sich diese ganze Verschlusseinrichtung meiner Ansicht nach vorzugsweise
gegen die Spermatozoen, welche, einmal aus der Samenblase ausgetreten, an einem Zurückdringen