
radialen. Später gleicht sich .der Grössenunterschied aus, während die Zahl der radialen Tentakel
verdoppelt wird. Die .sekundären Radialtentakel erscheinen zunächst als stummelförmige
Fortsätze neben den primären. Häufig treten sie nicht gleichzeitig auf, so dass man bei manchen
Exemplaren einen oder zwei längere Sekundärtentakel antrifft, während die restirenden
entweder nur als Stummel oder überhaupt noch nicht angelegt sind.
Ln Allgemeinen sind es zwar die grösseren Exemplare, welche die für die Gattung Lizzia
charakteristische Tentakelzahl aufweisen, allein ich beobachtete zwei Individuen, welche bei einem
halben Millimeter Grösse bereits die radialen Tentakel
verdoppelt hatten. Die Fangfäden scheinen
ziemlich hinfällig zu sein, denn manche Exemplare
hatten sämmtliche eingebüsst, während bei
anderen nur ein Theil fehlte. Da ich ausnahmslos
die älteren -Tochtermedusen mit acht wohl
entwickelten Tentakeln (vier radialen längeren
und vier interradialen kürzeren) ausgestattet fand,
so dürfte wohl kaum anzunehmen sein, dass in
den soeben erwähnten Fällen die Tentakel von
vornherein verkümmert. waren.
Das Manubrium aller Exemplare von Lizzia
Claparedei war mit Medusenknospen bedeckt,. so.
lange sie sich noch im DysmorphosaSt&dLium befanden
. Die ungeschlechtliche Fortpflanzungsweise
ist indessen nicht auf das Jugendstadium beschränkt,
da auch der grössere Theil der Medusen im Gewände
der Lizzia noch üppig proliferirte (vergL
Holzschnitt 2). Daneben aber traten, zahlreiche
ältere Medusen auf, welche Geschlechtsprodukte,
bildeten, und zwar fanden sich unter ihnen sowohl
Weibchen, wie auch die von C la p a re d e
vermissten Männchen. In n e u n F a 11 e n b eo b a
c h te te ich zu m e in e r Ueberraschun£>
In d iv id u e n , w e lch e g le ic h z e itig p ro li-
zwei K n o sp en k re isen (1 . . . 6).
Ten tak e lb u lb en s in d b r e ite r a ls d ie in te r ra d ia le n ; an
s itz t n n r e in T en tak e l, a n den e rs te re n j e zw e i, von
s e c n n d ä r e n ts ta n d en e n o ch n ic h t d ie Län g e d e s p rim ä re n
e ich t h a t su. Su b um b re lla . sin. Snb nm b ra lsa ck .
Vergrössernng
f e r i r t e n u n d G e s c h le c h ts p r o d u k te a u s b ild e te n . Sie setzten sich aus fünf Männchen
und vier Weibchen zusammen; ein Männchen und ein Weibchen befanden sich noch im Dysmorphosa-
Stadium, während die übrigen entweder die zweiten Itadialtentakel gerade als kurze Stummel
neben den radialen Primärtentakeln anlegten oder bereits völlig in das Lmia-Stadium eingetreten
waren. .Diese Wahrnehmung bestätigt nicht nur die von früheren Forschern geäusserte Ansicht',»
dass, die ungeschlechtliche Vermehrung der geschlechtlichen vorausgeht (sind doch schon die.
Tochterknospen mit Enkelknospen bedeckt!), sondern sie lehrt, dass die Produktion von Geschlechtsprodukten
unmittelbar nach dem Loslösen der ersten Knospen Platz greift. Ich möchte ver^
muthen, dass diese rapide und frühzeitige Ausbildung des. Zeugungsmateriales. der erhöhten-’
Temperatur des Oberflächenwassers während der Sommermonate zuzuschreiben ist, da unter den
zahllosen im Februar gefischten Exemplaren von Rathhea octopunctata kein einziges auch nur eine
Andeutung von Umwandlung der Ektodermzellen in Sexualprodukte erkennen liess.
Ein so reichhaltiges und interessantes Material von proliferirenden und geschlechtlich
thätigen Margeliden gab mir die erwünschte Gelegenheit, nicht nur das Knospungsgesetz und
die Knospung zu studiren, sondern auch das Verhältniss der Sexualprodukte zu den Knospen in
den Kreis der Betrachtung zu ziehen.
Das Knospungsgesetz.
Was zunächst das Knospungsgesetz der Lizzia Claparedei anbelangt, so hebe ich hervor dass
d ie V e r h ä l tn i s s e b is in das D e ta il g en au m it je n e n d e r Rathhea octopunctata
ü b e re in s tim m e n . Um daher nicht das zu wiederholen, was ich oben bereits ausführlich über
das Knospungsgesetz der letztgenannten Art mittheilte, so beschränke ich mich auf diejenigen
Punkte, welche für Lizzia Clcqmredei. charakteristisch sind.
Sämmtliche Exemplare, kleine sowohl wie grosse, besitzen zwei Knospenkreise von je
vier interradialen Knospen. Mehr als zwei Kreise habe ich nicht wahrnehmen können; der
proximale Kreis umfasst die grösseren, der distale die kleineren Knospen, welche nach dem für
die Margeliden charakteristischen Gesetz opponirt sind. Entsprechend der geringeren Grösse von
IAzzia Claparedei tritt also auch eine geringere Zahl von Knospenkreisen als bei Rathhea auf..
Ich vermuthe indessen, dass noch ein dritter Kreis angelegt wird und gründe diese Vermuthung
nicht nur auf die Thatsache, dass auf Schnitten unter den grösseren Knospen des zweiten Kreises
deutliche Ektodermverdickungen als Anlagen der entsprechenden Knospen des dritten Kreises,
wahrnehmbar sind, sondern auch auf den Befund bei einem der Männchen, welches gleichzeitig
proliferirte. Hier war nämlich eine ringförmige Gonade in der Höhe jener Region angelegt, wo
offenbar die abgefallenen Knospen des ersten Kreises gesessen hatten, während unterhalb der
Gonade noch zwei wohl entwickelte Kreise von Knospen ausgebildet waren (vergl. Holzschnitt 3).
Auch an Lizzia fand ich die schon für Rathhea betonte Wahrnehmung (p. 19) bestätigt, dass
bei der Betrachtung vom aboralen Pol und bei dorsaler Stellung der ältesten Knospen die drittältesten
links liegen. Bei zwei Exemplaren konnte ich indessen eine Ausnahme von der Regel
nachweisen, insofern die drittältesten Knospen rechtsseitig entwickelt waren. Die Tochterknospen
legen ebenso frühzeitig wie diejenigen der Rathhea Enkelknospen an , und zwar ist an den vor
der Lostrennung stehenden nicht nur der erste Knospenkreis ausgebildet, sondern auch der zweite
durch Ektodermverdickungen angedeutet.
Ziemlich häufig standen die Knospen je eines Kreises in ungleicher Höhe, insofern die
beiden jüngeren Knospen etwas tiefer (distalwärts) sich-inserirten; in einigen seltenen Fällen
sassen sie sogar mitten zwischen den beiden Knospenkreisen. Es liegt auf der Hand, dass durch
das letztgenannte Verhalten die bereits oben (p. 19) hervorgehobenen Beziehungen zwischen der
Stellung der Knospen bei Margeliden und Sarsiaden noch sinnfälliger hervortreten.
Die Bildung der Einzelhnospen.
Wenn schon das Knospungsgesetz der Lizzia Claparedei eine bis auf die Einzelheiten sich
erstreckende Uebereinstimmung mit jenem der Rathhea octopunctata erkennen liess, so gilt dasselbe
auch für die e r s t e E n ts te h u n g u n d f ü r die w e ite r e E n tw ic k lu n g d e r E in z e l