
C o l a p h i s d e m a Lap. u. Cast.
Atrum 01., Flügel kräftig und gesund.
C o l a p h o m e g a Reitt.
Rüfifrons 01. (Tanger), wie voriger; bei einem pbysogastren Weibchen von signatipenne Guer.
(Alg.) war die Ala mäßig kräftig geadert.
C h r y s o c h l o a Hope (O r i n a Mötsch.)
Von den 22 Arten wurden 15 untersucht; rudimentäre Flügel fanden sich nicht; beginnende
Rudimentation zeigte sich an durch schwache Äderung der Alaspitze bei: bifrons F. (Helv.), viridis
Dft. (Tirol), splendidula Fairm. (Pyr.) und spedosissima Scop. (Sil.); nach dem Alabefund könnten
flugfähig sein: intricata Germ. (Sil.), besonders alpeslris Schumm. (Bass. Alp.) und gbriosa F. (Bass.
Alp.), ludovicae Schumm. (Pyr. eentr.), plogiata Suffr. (Tatra) und manche Stücke von cacaliae Schrnk.
(Ems, Sil., Pyr. centr.); bezüglich der zuletzt genannten Arten verweise ich auf die Untersuchung der
Flugmuskulatur.
C h r y s o m. e l a L. (Taf. I II—VII.)
Von dieser Gattung ist eine ausgewählte Zusammenstellung von 86 Bildern der Flügel bezw.
Flügelrudimente beigegeben, die sich auf 58 Arten verteilen. Diese sind in der systematischen Reihenfolge
des Katalogs v. R ei 11 e r usw. (1906) geordnet und auf die dort eingeführten 4 Artengruppen
verteilt. Die Patria der untersuchten und abgebildeten Stücke ist in Klammern angegeben.
G h r y s o m e l a L.
I. Gruppe (d. Kat. v. 1906).
Sie umfaßt 17 Arten, von denen 8 untersucht wurden. Ihre Alae sind weitgehend rudimentiert;
bei carpathica Fuss. (Transylv.) waren nur noch zwei kleine, winzige Schüppchen vorhanden; merkwürdigerweise
zeigte inflata Hbst. (atra H. Schäff.) — die angeblich einzige europäische Art mit verwachsenen
Elytren — die größten Rudimente unter den untersuchten Arten; die Reste maßen bei
Stücken aus Sil. u. Alg. ca. 5 mm. Bei tagana Suffr. war der „Spitzenteil“ des schmalen, häutigen Restes
eingeschlagen. Die Formenmannigfaltigkeit der Rudimente war so groß als die Zahl der Arten. Das
spricht für E i n s c h r ä n k u n g d e r V a r i a t i o n s b r e i t e m i t f o r t s c h r e i t e n d e r
R ü c k b i l d u n g , so daß es bei den einzelnen Arten zu relativ konstanten, spezifischen Formen
kommt, wie dies auch 0 e r t e 1 bei Cardbus fand.
II. Gruppe.
Von den 19 Arten wurden 13 nebst Varianten untersucht. Die Alae zeigen fast die gleiche Stufe
der Verkümmerung wie bei Gruppe I. Nur subaenea Suffr. (Pyr. centr.) mit seinem erst brachypteren
Flügel gehört demnach zu urteilen eher zur folgenden Gruppe. Im allgemeinen sind die Stummel
stärker m it Chitin getränkt als in Gruppe I. Durchschnittlich waren sie 2,5—3 mm lang, bei rufa Dft.
und marcasitica Germ., beide aus den Alpen, und purpurascens Germ, aus dem Harz winzig klein.
Sie umfaßt 21 Arten, von denen 16 untersucht werden konnten. Sie sind vor allem interessant
durch die g r o ß e V a r i a t i o n s b r e i t e d e r A l a e b e i d e n e i n z e l n e n A r t e n . Neben
großen stark geaderten und kleineren schwächer geaderten Flügeln mit geaderter oder ungeaderter
Alaspitze kommen auch stark und schwach geaderte mit fehlender Alaspitze vor. Die Beschränkung
des Anal- und Spitzenteiles steigt mit fortschreitender Rückbildung. Bei den einzelnen Arten kann
die Größe des Rudimentes sehr schwanken, besonders stark war das bei haenwptera L .; die Stammform
zeigte Alae von 7 mm, die var. bujorremis Fairm. (Pyr.) von nur 3 mm Länge; daß es sich hierbei nicht
l n geographische Unterschiede zu handeln braucht, ergab Rossia Illig, die Alae in Tose, und Tirol
schwankten zwischen 4,1—8,1 mm. Der typische Pigmentfleck ist hier stets vorhanden — in Gruppe I I
mitunter — und je (hach dem Grad der Aderausbildung stark, mäßig oder schwach.
IV. Gruppe.
Diese bei uns besser vertretene Artengruppe umfaßt 46 Spezies, von denen 34 Vorlagen. Das
kleinste Rudiment fand sich bei analis L .; Analteil und Spitze fehlten ihr völlig, aber der Pigmentfleck
behauptete noch seinen Platz; daneben kam aber bei c/Midis auch abgeschwächte Normalform
des Flügels vor. Bei den meisten Arten fehlt bereits die Äderung der Spitze oder ist nur hauchweise
ahgedeutet, andere stehen in Flügelform und Äderung noch annähernd auf der Höhe, so bicohr F. und
grossa F. von Sizilien und die j/ramirh.?-Verwandtschaft bei uns.
C y r t o n u s Latr.
Von <Ä 37 „ungeflügelten“ Arten dieser vorwiegend spanisch-südfranzösischen Gattung konnte
ich 10 Arten untersuchen; sie sind alle höchstens.noch stummeftrmig geflügelt. Bin ca. 5,5 mm langes,
wei||fehes und häutiges Säckchen bildete den Rest bei rotundatus Scjiäff., die übrigen trugen am Notum
ebensolche Säckchen von nur winziger Größe; bei plumbeus Fairm. und Dufouri Duf. fand sich unter
den verwachsenen Decken überhaupt kein Rest mehr.
T i m a r c h a Latr.
Uber die Alae dieser Gattung ist nichts zu sagen. Von den 75 Arten suchte ich bei 35 Arten
vergebens danach Da ich die meist der von B r u h k sehen Sammlung angehörenden Tiere schonen
und mich deshalb mit dem Niederbeugen des Abdomens begnügen mußte — die Elytren vieler Arten
sind bekanntlich verwachsen —, kann es wohl Seih, daß hin und wieder noch winzige Schüppchen Vorkommen,
die so nicht zu erkennen waren. Bei Tima/rcha tmebricosa, F. habe ich ein solches einmal und
. nur auf der einen Seite gefunden. (Solche Asymmetrien kommen öfters vor; 0 e r t e 1 legt großes
Gewicht darauf; ich habe sie aber absichtlich ganz unerwähnt gelassen.) Bei Timmcha ist demnach
der Apterismus durchgehends völlig erreicht.
Um den Umfang der Entflügelung bei der Chrysomeliden anzudeuteh, sei noch auf die nächste
Gattungsgruppe mit einigen Worten hingewiesen.
P r a s o c u r i n a .
Zu ihr gehören in Europa c. 40 Arten der Gattungen Machomena Bub., Phytodecta Kirby, Phyl-
bdecta Kirby, Hycl^othmsa Thoms., Sderophaedm Wse., Phaeäon Latr., die m. W. sämtlich nicht mehr
fliegen. Die 18 Arten von Sclerophaedm und Pkaedon zeigen alle Stufen der Alae-Rudimentation.